12.07.2010: Kreuz und quer durch Thüringen

    • 12.07.2010: Kreuz und quer durch Thüringen

      Hallo allerseits!

      Nachdem bereits eine Konvergenzzone am 11.7. über Thüringen für Aufregung gesorgt hatte, stand am 12.7. bereits die nächste Gewitterlage an. Bereits am Mittag entstanden einige Multizellen, die jedoch aufgrund mangelnder Dynamik sehr schnell wieder zerfielen. Gegen Abend brachte eine Welle dann doch noch ein längeres Blitzlichtgewitter mit sich.

      Ich fuhr zur Mittagszeit zunächst nach Westerengel um einige Zellen über Mittelthüringen abzulichten. Auffallend waren v.a. die Mammati-Strukturen:



      Im Norden bildete sich auch ein Cu con, der es jedoch nicht bis ganz nach oben schaffte:



      Ich wartete dann in Kirchengel auf Maurice, wo ich zunächst gen Südwesten diesen Cb ablichten konnte:



      Über mir noch immer Mammatusansätze:



      Richtung Norden weiterhin Quellungen:





      Schließlich fuhren wir zusammen einer Neuentwicklung im Südwesten entgegen. Wir taten es damit dem LKW in diesem Bild gleich:


      "Hinein ins Ungewisse"

      Die scharfen Quellungen selbst unter dem Eisschirm der Zelle zeigen das enorme Feuchteangebot und die Labilität an:



      Auch die neue Zelle zeigte schöne Strukturen im Amboss:



      Der Niederschlagskern, aus dem leider keine sichtbaren Blitze mehr entsprungen:



      Weiterhin frische Quellungen davor:





      Thüringen, insbesondere der Norden, gelangte nun wahrscheinlich zunehmend unter ein kleinräumiges Absinkgebiet, denn die Zelle schwächelte bereits vor der üblichen Zeit, in der sich ein Wärmegewitter gewöhnlich austobt. Die Lebensdauer der Zelle betrug gerade einmal 15 Minuten.

      Da sich im Süden Thüringens noch immer Cbs entwickelten, fuhren wir etwas in diese Richtung. Während von Westen tatsächlich nichts interessantes nachfolgte, bot der Himmel über uns immerhin noch schöne "Beutel":



      Die Quellungen im Norden ein paar Minuten später, leider wurde dann doch nicht mehr draus:



      Die Mammati bekamen eine immer stärkere Ausprägung:




      (anderer Weißabgleich)

      Ganz im Nordwesten kam es wieder zu neuen Entwicklungen, doch auch da war die Luft bald raus:





      Enttäuscht über die starken Auflösungstendenzen, begab sich jeder wieder nach Hause, bevor es zum Abend erneut spannend werden sollte.

      Die Kaltfront, die auf uns zurollte, kam ins Wellen und dynamische Hebung wurde induziert, was bei der einbezogenen Luftmasse ordentlich krachen sollte. Die Reise ging zunächst ins Eichsfeld, wo wir endlich auch mal einige schöne Blitze sahen. Das Ablichten gestaltete sich jedoch wieder als sehr schwierig, da es sehr bald zu regnen begann. Wir verzogen uns daraufhin ins Auto und ich entschloss mich eine Weile zu filmen. Die besten Blitze habe ich zwar nicht ganz mit der Cam erwischt, aber einen kleinen fand ich dann doch beim Anschauen der Videoaufnahmen:



      Diese schöne Zelle verclusterte sogleich mit dem Komplex, der von Westen heranrollte, doch gewittrig war die Front vor allem in ihrem Südteil. Wir fuhren also in Richtung Eisenach. Am Hainich fand sich dann auch endlich ein Aussichtspunkt, auch hier konnten wir keine Blitze aufnehmen. Eine schwache Zelle in der Nähe blitzte lediglich 1 mal in 5 Minuten und eine starke Zelle weiter südlich war einfach zu weit weg:



      Unsere Fahrt führte dann weiter nach Mittelthüringen über die A4 bis zum Kreuz Erfurt, wo es nun zunehmend aus allen Richtungen blitzte. Im Norden gab es eine Neuentwicklung, im Süden waren starke Zellen unterwegs und aus Westen rückte die Kaltfront näher. Von einer Neuentwicklung bei Erfurt konnte ich aus dem fahrenden Auto heraus zumindest Videoaufnahmen machen:









      Dann nahmen wir die A71 Richtung Nordosten, fuhren dabei durch einige Zellkerne und hatten v.a. östlich von uns eine sehr blitzaktive Zelle:



      Das große Problem, der zunehmenden Verclusterung und dem damit verbundenen Regen setzte sich jedoch fort. Auf der Mittelwelle knackte es derweil ununterbrochen. Wir setzten unsere Fahrt noch ein Stück weiter nach Nordosten fort, doch die Entwicklungen kamen allmählich ins Schwächeln, sodass wir uns spät in der Nacht zu einem Abbruch der Jagd entschlossen.

      Zum Abschluss noch eine kleine Spielerei aus dem Schmücketunnel:




      Maurice, mein treuer Fahrer an diesem Tag, wird dann sicher auch noch das ein oder andere Bild beisteuern.

      Grüße, Chris!
    • Schöner Bericht. Auch wenn ich denke, dass ihr n bisschen zu viel Geld über haben müsst, habt ihr ja doch ein paar schöne Sachen einfangen können. :D

      Gruß und Gut Pfad (wohl eher Gute Fahrt),

      Olli.
    • Super Bericht, naja wer kennt das nicht, so ne kleine Thüringenrundfahrt. Sagt das nächste mal bescheid wenn ihr an Erfurt vorbeischneit, dann kann ich nen paar Blitze verjagen :yeah:

      p.s. das letzte bild würde ich mal Probieren an so ne "Fahrt ja nicht Besoffen Auto" Organisation zu verklingeln. Sieht ziemlich Cool aus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ronny(Erfurt) ()

    • Hi Chris!

      Wie gewohnt ein toll geschriebener Bericht mit schönen Bildern. An diesem Abend bin ich auch unterwegs gewesen. Zunächst in Eisenach inkl. Panne und später hat mich Peter total begeistert angerufen und zurück nach Erfurt gelotst. Dort habe ich ab Gotha die bisher besten Erdblitze und Crawler meiner Chasinglaufbahn gesehen. Total faszinierend und zugleich frustrierend, da ich noch immer im Auto unterwegs war und nicht fotografieren konnte. Wie sollte es anders sein...als ich endlich einen CP gefunden hatte, die Stative aufgebaut und die Belichtungszeit auf 20sec. eingestellt hatte, zog wieder jemand den Stecker und die Show war vorbei. Das einzig verwertbare Bild, wo man ahnt, was es für geniale Erdblitze gewesen waren, hab ich mal angehangen.
      storm-chasing.de/forum/index.p…601344b6a197f598d99bfedf4
    • Ein wieder mal sehr schöner Bericht Chris! Die Mammatus und TCU sind auch wirklich klasse anzusehen.

      Diese Rundreisen kommen mir ebenfalls bekannt vor...

      Markus
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
    • Vielen Dank für die Kommentare! :)

      @Olli: Ja, die Spritkosten für diese Chasingsaison rechne ich mal lieber nicht zusammen...

      @Andre: Schöne Entladung! Ich muss sagen, die besten Crawler meiner Chasingkarriere (und wahrscheinlich auch meines Lebens) habe ich bisher am 10.6. gesehen... und teilweise auch am 14.7.
      Vom 14.7. folgt dann auch noch ein Video, auf dem die Blitze sogar noch deutlich besser zu sehen sind, als am 10.6., wenngleich der 10.6. die erlebnisreichere Nacht war. :)
    • Hallo.

      Nun poste ich noch schnell meine Bilder zu diesem schönen Event, welches nun bald 3 Monate zurückliegt.

      Gegen Nachmittag konnte ich in Greußen eine starke Gewitterzelle Richtung Süden ablichten, welche meinen Standort östlich passierte:



      Dann beobachteten Chris und ich von Westerengel aus eine Zelle, welche aber schnell wieder zerfiel. Bilder brauche ich da keine mehr anhängen.

      Später fuhren wir Richtung Süden um die Zellen über dem Thüringer Wald ablichten zu können. Leider konnten wir nicht mehr viel erkennen, lediglich ein Eisschirm, welcher auch nicht so spektakulär wirkte:



      Derweil gingen nördlich von uns wieder schöne Quellungen nach oben:



      Wie Chris schon schrieb, fuhren wir am Abend erst ins Eichsfeld und dann Richtung Eisenach, wo mir diese Aufnahme von einer kräftigen Neuentwicklung gelang:



      Dann gelangen mir am Steuer keine Bilder mehr. Die Fahrt war trotzdem sehr nett, vor allem die enorme Zahl an Blitzen war nicht von schlechten Eltern.

      Grüße, Maurice