27.08.2010 / Wolkenformationen, Gewitter und Böenfront / Greußen - Rottleben

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    • 27.08.2010 / Wolkenformationen, Gewitter und Böenfront / Greußen - Rottleben

      Am 27.08. regnete es vor allem am Vormittag recht verbreitet und zum Teil auch ergiebig.
      Nach Abzug des Regens lockerte es zumindest zweitweise auf und im Vorfeld einer Kaltfront konnten sich einzelne Schauer / Gewitter entwickeln.

      Gegen 15 Uhr fuhr ich Richtung Großenehrich. Dabei fielen mir schon die ziemlich hochreichenden Cumuli auf.
      In der Ferne konnte ich einzelne recht kräftige Erdblitze sichten. Anschließend positionierte ich mich bei Wassserthaleben.

      Die Zelle zog recht schnell heran und Erdblitze waren weiterhin vertreten.

      Warum traten so viele Erdblitze auf?

      "Bright et.al (2005) konstatiert drei Kriterien für die Wahrscheinlichkeit von Erdblitzen:

      1. Das Hebungskondensationsniveau (LCL) ist [font='&quot']wärmer als -10°C[/font] (damit wird gewährleistet, dass eine bodennahe Quelle
      für unterkühltes Wolkenwasser präsent ist)
      2. Das Gleichgewichtsniveau (Equilibrium Level = EL), respektive die Höhe, ab der keine Labilität mehr vorhanden ist, ist [font='&quot']kälter als -20°C[/font] (Eiskernbildung)
      3. CAPE erreicht Werte von [font='&quot']über 100-200 J/kg[/font] innerhalb der 0°C bis -20°C-Schicht (notwendig, um genügend Aufwinde für Elektrifizierung zu erhalten)"

      Quelle: wetteran.de/gewitter/blitzreichegewitter.html (15.10.2010)

      Diese 3 Kriterien waren alle vorhanden, wie man im folgenden Sounding aus Meiningen sehen kann:

      Quelle: weather.uwyo.edu/upperair/sounding.html

      1. LCL temps bei 10°C (rechte blaue Linie).
      2. EL bei -23°C (linke blaue Linie).
      3. CAPE zwischen der 0°C und -20°C Isotherm geschätzt um 200 J/kg.

      Nun wieder zum eigentlichen Thema. Als ich mein Stativ bei Wasserthaleben aufbaute und Blitze filmen wollte, schwächte sich die Zelle wieder ab. Dies könnte an der extremen Geschwindigkeitsscherung des Windes liegen. (rechts im Sounding)

      Die Zelle im Auflösestadium westlich von mir:



      Ein nach oben wachsender Cumuli, 2min Abstand zwischen den beiden Bildern:





      Zuhause konnte ich diese netten Mammatuswolken sichten:



      Der Blick Richtung Thüringer Wald zeigte weiterhin nette Quellungen:



      Dann zogen kräftige Zellen herein, welche ich mit Chris chaste. Zuerst fuhren wir Richtung EF, was sich als sinnlos herausstellte. Auf dem Rückweg Richtung Heimat sahen wir nach Norden zu einige Cb´s.

      Bei Greußen auf einer Anhöhe enstanden diese Bilder:


      (Blick NO)

      Nun die Cb´s im NW und N von uns:





      Die Sonne kam heraus:



      Nach kurzer Absprache entschieden wir uns, nach NO zu fahren.
      Leider schafften wir es nicht mehr vor die Zelle zu kommen. Trotzdem gelangen uns, am Straßenrand zwischen Rottleben und Bendeleben, am SW Fuß des Kyffhäusers, diese Aufnahmen:





      Der Niederschlag jagte förmlich über das Gebirge, wir blieben im trocknen.





      Recht starker Wind setzte ein und es wurde merklich kühler. Die Fallstreifen nördlich von uns waren nett anzuschauen.





      Gewittrig war diese Kaltfront nicht mehr.
      Der letzte, recht spannende, Gewittertag ging zu Ende.

      Christoph steuert bestimmt auch noch ein paar Bilder bei.

      Viele Grüße
      Chris & Maurice

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maurice ()

    • Christoph steuert bestimmt auch noch ein paar Bilder bei.
      Hatte ich heute vor ;)

      Vielen Dank für die Erklärungen, Maurice! Da kann der Interessierte noch einiges lernen.
      Hier meine Ergänzungen:









      Besonders den Kontrast am Kyffhäuser fand ich genial:



      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007
      - aktiver Chaser seit 2010
    • Wieder einmal sehr schöne Eindrücke von euch
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society