Best Of 2010: Jahresrückblick aus Leipzig und Nordthüringen, Teil 2: Juni bis Dezember

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    • Best Of 2010: Jahresrückblick aus Leipzig und Nordthüringen, Teil 2: Juni bis Dezember

      Nach dem Absolvieren der Prüfungszeit folgt an dieser Stelle noch der zweite Teil meines Jahresrückblicks 2010:

      Juni

      Nach dem bereits beschriebenen Ereignis am 8. Juni schloss sich nur anderthalb Tage später die genialste Chasingnacht des Sommers 2010 an. Da ich selbst keine (guten) Bilder von diesem Abend machen konnte, erlaube ich mir noch einmal kurz auf die genialen Bilder von Falk und Martin zu verweisen:


      Copyright liegt bei Martin R.


      Copyright liegt bei Falk M.

      Der Rest des Junis blieb dann überwiegend trocken, dabei zunächst eher kühl, später warm mit vereinzelten "Statistikgewittern".

      Bevor ich es vergesse, noch dieses kleine Schmankerl vom 5. Juni:



      Juli

      Immer wieder schön: Der Hauptgewittermonat in Deutschland. Er begann heiß und schwül, sodass sich am 4.7. auch schon die ersten Gewitter entluden.



      Nach einem nur sehr kurzen Kaltlufteinbruch folgte bald darauf schon eine zweite noch heftigere Hitzeperiode mit Taupunkten jenseits von Gut und Böse. Vom 10.7. - 13.7. lagen die Minimumtemperaturen durchweg um 20°C. Tagsüber erwärmte sich die Luft auf 35 - 37°C. Am 11.7. zog eine Konvergenz über Mitteldeutschland, die in dieser Luftmasse natürlich nicht ohne Folgen blieb. Ein Bilderbuch-Cb entwickelte sich:





      Die Zelle brachte Starkregen und kleinen Hagel. Am Abend entstanden zudem noch weitere orographisch ausgelöste Zellen über dem Harz.
      Einen Tag später, am 12.7., kam es wieder zur Auslöse und die Gewitteraktivität hielt bis in die Nacht hinein an.



      Und auch am 14.7. gab es Gewitter. Diesmal überquerte Thüringen eine satte Squalline. Wir (Falk, Martin, Maurice und ich) entschlossen uns aber weiter nach Westen zu fahren um der üblichen abendlichen Abschwächung zu entkommen. Es entstanden dabei zwar einige Bilder, die jedoch aufgrund der schwierigen Lichtverhältnisse (Es gab zudem fast keine Erdblitze!), eher nicht die wahre Stimmung an diesem Abend widerspiegeln.



      Martin, Falk und Maurice können sicher auch noch mit dem ein oder anderen Bild dienen. Ich wage zu behaupten, dass dieses Chasing dennoch den dritten Höhepunkt der Saison 2010 bildete. Der Kontrast, als die mehrstöckige Shelfcloud sich über uns hinweg bewegte, war einfach atemberaubend. Vielleicht wird die ganze Szenerie in dem Video, dessen Link ich Markus bereits geschickt hatte, besser ersichtlich. Als Vorgeschmack mal ein kleines Standbild daraus:



      Zwar gab es auf dem Rückweg nach Thüringen relativ wenige Blitze. Doch wenn es welche gab, hatten die es auch gleich in sich.

      Der Rest des Julis verlief dann mäßig warm bis heiß mit eher unspektakulären Regengüssen. Zumindest hatte ich mit meinem Standort dann oft Pech.

      August

      Der Monat August fiel, im Gegensatz zu seinen Vormonaten, regelrecht ins Wasser. Auf Gewitter in energiereicher Luft brauchte man dementsprechend nicht zu warten. Dennoch kam es zu einigen freudigen Begebenheiten. Am 8.8. zog an der Hainleite ein Gewitter heran, das sich jedoch über uns abschwächte. Nette Strukturen gab es dennoch zu sehen:



      ... und ein Whalesmouth - mit etwas künstlerischem Kontrast:



      Am 22.8. zogen erneut kräftige Gewitter heran. Diesmal sorgte vor allem die enorme Scherung für einige saftige Zellen, die ich mit Maurice überwiegend im Eichsfeld beobachtete:



      Am 23.8. sorgte das Aufklaren nach der Kaltfront für einen entsprechenden Sonnenuntergang:





      Auch am 27.8. gab es noch einmal Gewitter, jedoch eher unspektakulär. Dieses Bild wurde bei Bad Frankenhausen aufgenommen:



      September

      Der neunte Monat zeigte sich von seiner wechselhaften Seite. Mal war es recht heiter, mal eher verregnet. Am 24.9. kam es sogar noch einmal zu einem herrlichen Nachtgewitter über Leipzig, das ich aber mehr vom Fenster aus genoss, anstatt Bilder zu machen.

      Das folgende Bild entstand am Abend des 10.9. auf einem Rastplatz an der A38 - ich nenne es "Pärchen":



      Oktober

      Der Oktober zeigte sich im Jahr 2010 doch überwiegend von der besten Seite und für Oktober mit mäßig warmen Temperaturen.
      Die Saison zum Bilder machen war für mich aber im wesentlichen beendet.

      November


      Der Spätherbstmonat begann wie bereits im Vorjahr sehr mild, entschloss sich jedoch dann mit einer geschlossenen Schneedecke zu enden. Zudem läutete er einen Dezember ein, der es in sich hatte. Bilder gibts auch hier keine von mir.

      Dezember

      Nachdem der Januar 2010 bereits eisig war, versuchte das der Adventsmonat gleich noch einmal zu toppen. Hinzu kamen die unmöglichsten Witterungsbedingungen für den gewöhnlichen Leipziger Großstädter. Die tiefsten Temperaturen des Monats gab es gleich zu Beginn. Vom 1. bis zum 4. Dezember lagen die Tiefsttemperaturen um -12°C. Die Höchsttemperaturen stiegen nur knapp über -10°C. Hinzu kam am 1. ein Schneesturm, der Leipzig in Summe mit den vorangegangen Schneefällen um die 20cm brachte. Die nächsten Tage blieben dann wenigstens noch recht sonnig. Doch die nächste Wetterkapriole folgte bereits am 8.12., als Eisregen Leipzigs Straßen bedeckte, was den gesamten Straßenbahnverkehr am 8. und größtenteils auch am 9. Dezember lahm legte. Oberleitungen flackerten so stark, das ich zunächst an ein Wintergewitter dachte, bis ich erkannte, dass es sich um die Reflexionen der Funken an tiefen Wolkenschichten handelte. Auch das kurze Tauwetter am 12.12. konnte Leipzig nicht vom Eis befreien. Unverändert kalt und schneereich ging es weiter.
      Einen weiteren Höhepunkt des Dezembers bildete schließlich das Weihnachtsfest, das ich natürlich im Kreise der Familie verbrachte, jedoch:
      :krank .
      Dennoch entschloss ich mich zu einem kurzen Spaziergang in den nahegelegenen Wald, in dem ich unter anderem diese Bilder schoss:









      Trotz der schönen Eindrücke wünsche ich mir einen Dezember in dieser Form nicht wieder. Mögen mich die Winterliebhaber zerreißen. :grins

      Insgesamt doch eine höchstens mäßige Saison, da es wieder mal äußerst wenige Chancen auf gute Gewitter gab. Jedoch muss ich sagen, dass wir diese wenigstens fantastisch genutzt haben.

      Eine grandiose Saison 2011 wünscht euch der Chris.



      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de
    • Ein schöner Rückblick Chris! DAnke
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Jonas_Hig schrieb:

      Super Bilder, vorallem das erste mit dem Blitz
      ... was ja, wie deutlich vermerkt, nicht von mir ist.
      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de
    • Super Bilder. Solche Zusammenschauen zeigen doch immer wieder, wie extrem abwechslungsreich doch ein Jahr sein kann. Vom Saharafeeling bis zum Tiefkühlschrank in wenigen Monenten. Fantastisch. Und ich bin immer wieder erstaunt, welch tolles Wetter es hier auf meiner Kuhbläcke gibt ;)