26.05.2011 / Meteorologische Exkursion ins Erzgebirge

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    • 26.05.2011 / Meteorologische Exkursion ins Erzgebirge

      Hallo liebe Studieninteressierte,

      heute möchte ich euch von einem Ausflug ins wunderschöne Erzgebirge berichten, den Martin nutzte
      um sein studienrelevantes Fachwissen anwendungsnah zu vertiefen. Da er kurzerhand einen Fahrer suchte,
      sprang ich ein und wir untersuchten gemeinsam ein besonderes meteorologisches Ereignis vor Ort.

      Es sah bis zum frühen Abend so aus, als würden sich an jenem Tag sämtliche gewittrige Aktivitäten
      ausschließlich auf tschechischer Seite abspielen, doch das Erzgebirge ist im Gegensatz zum Thüringer Wald
      nicht unüberwindbar und so kam es, dass wir uns nach langem Hin und Her doch entschlossen bei den
      ersten Anzeichen von elektrischen Entladungen am Erzgebirgskamm unsere Reise von Leipzig aus
      nach Südosten aufzunehmen.

      Gesagt, getan: Laut Exif-Informationen muss es so gegen 19 Uhr gewesen sein - Martin möge mich
      korrigieren, als wir erste Hinweise auf große atmosphärische Umwälzungen von der Autobahn aus
      erkennen konnten. Zuvor wirkte der Himmel sehr stabil geschichtet, cumuliforme Wolkenstrukturen
      blieben uns fern. Doch uns wurde auf andere, sehr subtile Art und Weise klar gemacht, dass wir uns
      in gefährliches Terrain bewegten: Es wurde dunkler, als es für diese Tages- und Jahreszeit üblich war
      und fremde Autokennzeichen nahmen überhand.

      Die Luft war hier merklich mit Feuchte angereichert und in dem dunklen graublauen Wolkenbrei im Süden
      zuckten plötzlich erste Blitze, die Martin bereits aus dem Auto heraus ablichtete. Besonders
      hervorzuheben sei auch das, was auf Bildern nie wie in der Wirklichkeit ausschaut:
      Der herrliche Kontrast!

      Unsere eigentliche Exkursion konnte dann bei Heidenau starten, zumal sich der Wolkenbrei in bis zu
      drei Stockwerke aufspaltete. Die Suche nach einem geeigneten Aussichtspunkt gestaltete sich jedoch
      wie immer als schwierig und uns blieb nur ein halbwegs offener Blick übrig, eingeschlossen von zahlreichen
      Apfelbäumen.

      Die Zeit war ebenso vorangeschritten und eine starke Gewitterfront nahte von Südwesten. Wolkenblitze
      und Crawler zuckten bereits vor der Shelfcloud, dahinter herrschte eine Erdblitzrate, die ich so als Flach-
      länder einfach nicht gewohnt war. So starteten wir mit entsprechend großer Blende waghalsig den Versuch
      Blitze am Tag / Abend abzulichten. Den Ablauf dokumentiert folgende Fotoreihe am besten:













      Der Frontdurchgang wurde von jeder Menge Wind und Starkregen begleitet. Während ich
      protokollierte, führte Martin seine Studienarbeiten an der Rückseite des Systems fleißig fort.
      Nach Abzug des letzten Niederschlags entschlossen wir uns, der Front noch in die Nacht hinein
      zu folgen. Bis Bautzen kamen wir dabei, konnten während der Fahrt noch zahlreiche Wolken-
      blitze, Crawler und hübsche Mammati begutachten, lichteten sie jedoch aus Zeitgründen
      nicht ab.

      An einem neuen Aussichtspunkt blieb uns noch der nächtliche Blick auf die Rückseite,
      wobei die Aufnahmen aufgrund der weiten Entfernung zu den Gewittern bescheiden
      blieben.

      Drei Blitze + Phantom:



      Zum Abschluss eine 0815-Videozusammenfassung im Originalton:

      (An dieser Stelle könnte jetzt das Video erscheinen, wenn ich wüsste, wie man ein Video von 1:12 Länge in einer halbwegs akzeptablen Qualität in eine 10,49 MB große .flv - Datei umwandeln kann.)



      Grüße, Chris
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007
      - aktiver Chaser seit 2010
    • Zu den Höhepunkten im Berichteforum gehören zweifelsfrei Christoph's Berichte.

      Für diesen Hochgenuss in jeglicher Form lohnt sich das Warten eben doch.

      Ich freue mich wenn wir dann im September 2012 was aus Juni 2011 sehen :grins

      Hab ich noch was vergessen? Ach ja, weiter so!

      :winken
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society

      Beitrag von Martin ()

      Dieser Beitrag wurde von Markus gelöscht ().