Thread Gewitterlage ab 27.06.2012

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    • Heute, Mittwoch, 27.06.2012



      Storm Forecast

      Valid: Wed 27 Jun 2012 06:00 to Thu 28 Jun 2012 06:00 UTC

      Issued: Tue 26 Jun 2012 23:13

      Forecaster: TUSCHY

      SYNOPSIS

      A long-wave trough is still situated over NE/E-Europe
      with another trough approaching western Europe during the forecast. Weak
      ridging in-between covers parts of the Mediterranean area.

      DISCUSSION

      ... The rest of the European lightning areas ...

      Either shear or instability parameters will be too low for an augmented severe risk.

      Over
      E-France and parts of Germany, DLS will be strong (up to 20 m/s), but
      CAPE will still be on the lower end side (with EML plume still displaced
      far to the west). If indeed a stronger updraft manages to evolve, an
      isolated large hail event may be possible. Otherwise strong wind gusts
      and marginal hail will be the main hazard before storms decay after
      sunset. There is a moderate chance for a few small line segments
      evolving within the 50-% thunderstorm area due to enlarged and straight
      hodographs with weak looping present in the lowest 3 km over Saxony
      (Germany). Hence, an isolated well organized multicell event can't be
      ruled out in the 50-% thunderstorms area with isolated large
      hail/strong wind gusts and a very low-end tornado risk.

      The
      alpine region of Switzerland, parts of Austria and parts of N-Italy will
      see some CAPE (500-1000 J/kg MLCAPE) but weak shear (DLS of 10-15 m/s
      over Switzerland, decreasing to less than 10 m/s over Italy). As local
      topography and modest shear may still be able to assist in a few better
      organized storms, an isolated large hail and heavy rainfall event is
      forecast (but too marginal for a level 1). Further south, over C-Italy, a
      few strong pulsating storms may produce isolated large hail and a
      severe downburst event or two before weakening after sunset.

      500-1000
      J/kg MLCAPE but very weak shear overlap over NE Europe, where scattered
      pulsating storms are forecast. Given locally strong CAPE fields, we
      can't exclude an isolated large hail event, but the main risk will be
      heavy rain with slow moving storms. This activity lasts well into the
      night.

      Inland moving cold front sparks numerous thunderstorms
      over NW-Turkey, especially during the interaction of the cold front
      circulation and the rough topography (mainly between 9Z-15Z). Further
      inland, thunderstorm activity rapidly decays. 20 m/s DLS is adequate for
      a few well organized multicells with isolated large hail and strong
      wind gusts.
      Synoptische Übersicht - Kurzfrist

      ausgegeben am Dienstag, den 26.06.2012 um 18 UTC

      Markante Wettererscheinungen:
      Ab Donnerstagabend zunächst im Westen und Nordwesten, am Freitag verbreitet teils starke
      Gewitter. Unwetter möglich.

      Synoptische Entwicklung bis Freitag 12 UTC
      -------------------------------------------------------------

      Mittwoch ... Die langwellige Potenzialverteilung zeigt wenig Verlagerung. So verbleibt der
      Vorhersagebereich unter der eher indifferenten Flanke des an der westeuropäischen Küste
      verharrenden Höhenrückens.

      Das Haupt-WLA-Feld wandert in den Osten Deutschlands, so dass es auch hier zu regnen
      anfängt. Auch sonst kann es in der Nordhälfte im Bereich der Warmfront noch etwas regnen
      (vor allem in der Norddeutschen Tiefebene), die zum Tagesende ins Schleifen gerät.
      Lediglich an der Ostsee könnte die Bewölkung etwas auflockern und es regnet kaum. Im Süden
      ist es freundlicher mit einer Mischung aus Sonnenschein und meist lockeren Wolken.
      Lediglich im Alpenraum werden einzelne Schauer simuliert.

      Im Tagesverlauf nehmen zur Mitte hin bei Auslösetemperaturen zwischen 20 und 25 Grad die
      konvektiven Anteile deutlich zu. Vereinzelt bieten die direkten Outputs auch Gewitter an
      (Odenwald, Spessart), die aber in dieser Region unwahrscheinlich sind.
      Lediglich von Nordthüringen bis Südbrandenburg geht bei Mosmix die
      Gewitterwahrscheinlichkeit auf 15 bis 30 Prozent hoch.

      Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
      Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
    • Wie in der SB erwähnt, hier nochmal vollständig die SYNOP - Mittelfrist von heute, geschrieben von Jens Hoffmann.

      Synoptische Übersicht - Mittelfrist

      ausgegeben am Mittwoch, den 27.06.2012 um 10.30 UTC

      Von Südwest nach Nordost verlaufende wellende Kaltfront, die Subtropikluft im Südosten von
      Meeresluft im Nordwesten trennt. Dabei teils kräftige Gewitter (Unwettergefahr),
      gebietsweise auch Dauerregen, teilweise schwülwarm bis -heiß. Vollständige Frontpassage
      wahrscheinlich erst am Montag oder Dienstag.
      __________________________________________________________

      Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 04.07.2012

      Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am kommenden Samstag liegt Deutschland im
      Übergangsbereich eines Langwellentroges über dem nahen Ostatlantik und einem vom zentralen
      Mittelmeer bis zum Weißen Meer reichenden Höhenrücken. Dazwischen befindet sich eine lang
      gestreckte südwestliche Höhenströmung, in der kurzwellige Trog-Keil-Strukturen
      nordostwärts ablaufen. Darunter herrscht über Deutschland eine flache Druckverteilung ohne
      nennenswerten Gradienten, in der eine von Südwest nach Nordost exponierte Kaltfront
      eingebettet ist. Diese zur Wellenbildung neigende Luftmassengrenze trennt sehr warme bis
      heiße Subtropikluft im Südosten von moderat temperierter Meeresluft im Nordwesten.
      Zum Sonntag hin tropft der Höhentrog nach Süden hin aus, während gleichzeitig das
      nördliche Residuum rasch nordostwärts schwenkt, ohne den Vorhersageraum nennenswert zu
      tangieren. Wichtiger ist die Tatsache, dass die Kaltfront zwar etwas nach Südosten
      vorankommt, Deutschland aber nicht vollständig passiert. Zu Wochenbeginn zieht das
      abgetropfte Höhentief, das im Laufe des Montags zu einem "normalen" Randtrog mutiert, von
      den Pyrenäen zu den Alpen, wo es in der amorphen Druckverteilung ein eigenständiges Tief
      generiert. Dieses Tief zieht im Laufe des Dienstags auf einer Vb-ähnlichen Zugbahn via
      Polen in Richtung Baltikum. Erst wenn das passiert ist, kann die Kaltfront auch den
      Südosten passieren und die bis dato vorhandene Subtropikluft durch moderat temperierte,
      mitnichten aber kühle Meeresluft ersetzen.
      Im erweiterten Mittelfristzeitraum deutet sich die Neubildung eines Langwellentroges über
      Westeuropa an, der mit einem Bodentief über UK gekoppelt ist. Vorderseitig dieses
      Komplexes wird warme bis heiße Luft nach Mitteleuropa advehiert, wobei die Achse der
      niedertroposphärisch wärmsten Luft aber östlich des Vorhersageraums liegt.
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      Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

      Die Konsistenz der operationellen ECMF-Läufe kann nur bedingt als gut bezeichnet werden.
      Zwar wird die Anfangssituation mit der südwestlichen Höhenströmung und der darunter
      liegenden schleifenden und zur Wellenbildung neigenden Kaltfront weitgehend unisono
      erfasst, das Verhalten der Kaltfront (Verlagerung, Auswirkungen) im Laufe des Wochenendes
      und danach werden aber immer wieder etwas anders simuliert. So wurde das o.e. Abtropfen im
      gestrigen 00-UTC-Lauf nicht gezeigt, dafür aber schon im 12-UTC-Lauf von vorgestern.
      Zusammenfassend kann man sagen, dass das gesamte Verhalten der von Südwest nach Nordost
      über Deutschland verlaufenden Kaltfront der Numerik einiges "Kopfzerbrechen" bereitet, was
      auch der Vergleich mit den anderen Modellen deutlich macht. Von daher sind alle Prognosen,
      die schlussendlich zu Papier gebracht werden, mit einer entsprechenden Toleranz zu werten.


      __________________________________________________________

      Vergleich mit anderen globalen Modellen

      Wie bereits angedeutet, wird die Dynamik der Kaltfront, aber auch das Muster des
      nachfolgenden Höhentroges jeweils etwas anders skizziert. GFS z.B. simuliert für kommenden
      Montag einen markanten Kaltfrontdurchgang, der durch den unmittelbar nachfolgenden
      Höhentrog angestoßen wird. GME sieht die KF-Passage bereits am Sonntag, belässt im
      äußersten aber auch noch Reste der Warmluft. NAE-UKMO ähnelt diesem Szenario, es fehlen
      aber wichtige Basisfelder (z.B. T850). Entsprechend unterschiedlich gestalten sich auch
      die Auswirkungen, vor allem hinsichtlich der Intensität und der räumlichen Verteilung der
      Niederschläge, die nicht nur konvektiv geprägt sein werden mit zum Teil kräftigen
      Gewittern (Unwettergefahr), sondern auch einen skaligen Anteil aufweisen, zeit- und
      gebietsweise nicht minder brisant ausfallen kann. Was die Details angeht, sind
      Fehlprognosen aus heutiger Sicht schon vorprogrammiert.
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      Bewertung der Ensemblevorhersagen

      Die aktuelle Rauchfahne von Offenbach zeigt bereits am Sonntag einen Rückgang der
      Temperatur in 850 hPa. Nur wenige Ensemblelösungen verharren zunächst noch auf sehr warmer
      Schiene (zwischen 15 und 20 Grad), um dann aber am Montag deutlich zurückzugehen. Danach
      pendelt sich das Temperaturniveau erstaunlich eng gebündelt im Bereich zwischen 5 und 10
      Grad ein. Die Niederschlagssignale nehmen am Freitag deutlich zu und dauern bis Montag an,
      bevor im Laufe des Dienstags eine deutliche Abnahme auszumachen ist.
      Wechselt man von der lokalen auf die globale Betrachtungsweise, so bietet sich einmal mehr
      die Clusterung des ECMF-EPS an. Für den Zeitraum T+120...168h werden sechs Cluster
      angeboten, die den Vorhersageraum im Wesentlichen unter einer südwestlichen Höhenströmung
      sehen, die mal mehr zyklonal, mal mehr antizyklonal konturiert ist. Wirkliche Essenzen für
      die Detailvorhersage lassen sich daraus nicht generieren. Das gilt auch für den Zeitraum
      T+192...240h, der mit fünf Clustern aufwartet. Dabei lässt sich - wenn man globale Brille
      aufsetzt - ein Hang zur Zonalisierung in der Höhenströmung erkennen. Allerdings ist auch
      ein Cluster dabei (Nr. 5 mit 8 Fällen), das eine Troglage über Deutschland ausgehend von
      einem quasistationären Höhentief über der Nordsee anbietet.
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      Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

      Sowohl die operationellen Modelle als auch die probabilistischen Anschlussverfahren
      liefern Signale für stärkere Niederschläge im Zusammenhang mit der wellenden Kaltfront.
      Das Problem dabei: Die Hinweise sind - entsprechend der bereits erwähnten Unterschiede der
      Modellsimulationen - völlig heterogen verteilt, als dass belastbare Detailprognosen
      herausgegeben werden könnten. Zwei Aussagen lassen sich aber mit den entsprechenden
      Spielräumen machen:
      Nach Nordwesten hin ist die Gewitterwahrscheinlichkeit in der dort lagernden Meeresluft
      eher gering, dafür besteht aber zeit- und gebietsweise (wenn nämlich entsprechende Wellen
      durchlaufen) die Gefahr skaliger Regenfälle. Wo und wann das genau der Fall sein wird -
      nobody knows.
      Des Weiteren deutet sich an, dass im Südosten anfangs nur einzelne Gewitter auftreten
      (orographisch), was der fehlenden Dynamik und einer möglichen Abtrocknung der Luftmasse
      durch föhnige Einflüsse geschuldet ist.
      ________________________________________________________

      Basis für Mittelfristvorhersage
      MOS-Mix, ECMF-EPS, det. Modelle
      ________________________________________________________

      VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann


    • Storm Forecast

      Valid: Fri 29 Jun 2012 06:00 to Sat 30 Jun 2012 06:00 UTC

      Issued: Thu 28 Jun 2012 22:47

      Forecaster: TUSCHY

      A level 2 was issued for W/NW Germany mainly for
      large hail (a few very large hail events possible), strong to severe
      wind gusts, heavy to excessive rainfall amounts and an isolated tornado
      event.

      A level 1 surrounds the level 2 mainly for isolated large
      hail, strong to severe wind gusts and heavy rainfall amounts. An
      isolated tornado event is possible.

      SYNOPSIS

      A strong
      trough just west of Europe advects a very warm and moist air mass far to
      the NE, which affects most of C-Europe during the forecast. Downstream
      of this feature, ridging covers most of S/E-Europe and keeps deep moist
      convection more isolated.

      DISCUSSION

      ... Germany ...

      The
      stage is set for another round of organized DMC events over most of
      Germany. However there remain numerous 'flies in the soup' with the
      evolving event.

      Main uncertainty will be the behavior of
      overnight's convection. Discrete stom clusters were ongoing over
      E-France and parts of C-Germany (at 21Z), which will probably survive
      nocturnal BL stabilization (becoming more elevated). Attendant anvil
      cirrus contamination, left-over stratiform rain-shields with cold pools
      and leftover outflow boundaries all influence the start of the forecast
      period.

      As of 06Z, we therefore expect ongoing thunderstorm
      activity (isolated in nature), probably leveling off a bit with mostly
      sub-severe thunderstorm activity. However, thunderstorm coverage and
      intensity increases already around forenoon mainly along the wavy and
      quasi-stationary synoptic front over W/NW-Germany but also within the
      weakly capped warm sector further east. Compared to yesterday, cap at
      800-950 hPa weakens by a few degrees with unseasonably moist air mass
      beneath, so not much extra forcing needed for CI. Weak background
      (large-scale) subsidence may keep activity more isolated until noon.

      Around
      noon onwards, a mid-level vorticity lobe grazes Benelux/NW-Germany
      during the afternoon and evening hours, providing some extra lift for
      N-Germany. Mid/upper streamline pattern reveals good high-level
      diffluence over N-Germany, so confidence in scattered initiation is good
      and becomes more conditional further south.

      Warm sector features
      surface dewpoints in the lower twenties with an unseasonably depth of
      that moisture seen in forecast soundings. EML plume fans out during the
      forecast with weakening lapse rates (despite S/SE Germany, where another
      alpine EML plume advects to the NE). This may keep final CAPE magnitude
      in the 1-1.5 kJ/kg MLCAPE range, although a few higher values are well
      possible.

      Shear improves during the day from west to east with 20
      m/s DLS present, lessening to 10-15 m/s over E-Germany. Despite the
      grazing vort lobe, no real curvature in the SW-erly flow regime can be
      detected, so SRH remains low to modest.

      With that background
      knowledge in mind, we expect initiation of well organized mutlicells/a
      few supercells from noon onwards mainly within the level 2 area with
      more isolated CI further to the south. Dominant storm mode is a bit
      uncertain with long and straight hodographs forecast, which may be
      supportive for splitting storms. Weak forcing may assist in discrete
      storm structures, which will be capable of producing large to very large
      hail and a few strong to severe downburst events. Betimes, storms tend
      to cluster (with most favorable environment for a large storm
      cluster/MCS probably over N/NE-Germany during the evening hours onwards)
      and swaths of strong to severe wind gusts may evolve. Despite
      aforementioned weaker directional shear component, LCLs remain around
      1-1.5 km with a lowering trend during the evening hours and enhancement
      of the LL flow on the mesoscale (e.g. along an outflow boundary) may be
      supportive for an isolated tornado event. Heavy to excessive rainfall
      amounts are also likely beneath storm clusters. One focus for potential
      serious flash flooding (on a local scale) may arise over C-Germany
      during the afternoon hours, as diffluent wind field and rich lower
      tropospheric moisture (e.g. 0-1 km average mixing ratios above 15 g/kg)
      overlap. However, the majority of the high resolution models show very
      limited initiation over C/E-Germany until sunset, with main bulk of
      activity along the wavy synoptic front further to the west.
      Nevertheless, we exapnded the level 1 far to the east to account for
      some nighttime convection with heavy to excessive rain the main risk
      (e.g. E-Germany).

      Thunderstorm coverage intensity and coverage
      slowly decreases during the night, but we won't rule out a few severe
      storms area-wide with isolated large hail and heavy rainfall amounts.

      The
      level 2 was issued for those areas, where deterministic and
      probabilistic forecasts of high resolution model data reflect most
      probable initiation. However, displacement between model QPF and reality
      can be significant, so don't concentrate on the final lines of the
      level 2 area too much (in addition to all the aforementioned
      uncertainties).

      Thought about adding a small level 1 for
      S-Bavaria, as SW-erly flow strengthens a bit, which may assist in a few
      storms to move off the Alps. However I see minimal support by any model.
      In case an isolated storm is able to become longer-lived, large to very
      large hail will be the main hazard.
    • Stimmungsbilder vom 29.06.

      Möchte euch zur heutigen Lage ein paar Eindrücke da lassen..

      Man glaubts kaum, aber gegen 20 Uhr sichtete ich die ersten CB´s zwischen bayerischer Rhön und dem thür. Grabfeld. Ca. 3 sind innerhalb einer Stunde blitzaktiv Richtung Thüringer Wald gezogen. Endlich mal Erdblitze und herrliches Grollen. Dennoch habe ich den Schwerpunkt der Bilder auf "Danach" verlegt.

      Das Raumschiff kommt...



      Dahinter sah es später so aus




      Ich liebe Stromleitungen :grins






      Der ganze Himmel glühte, wunderschööön





      (Alle Bilder sind im Automatikmodus entstanden, da meine Manuellen Modis im Urlaub sind-gleiches gilt auch für die Bildbearbeitung)



      Gute Nacht

      Dany
    • Da hast du aber den Vogel abgeschossen, Dany! Interessante Struktur und perfekt angestrahlte Mammati.

      Anbei noch ein Schnappschuss von mir gestern am späten Abend östlich von Altenburg, als ich mich parasitär in die Leipziger Sturmjagdtruppe eingenistet habe.
      Ich entschuldige mich hiermit für das hohe Gras.

    • Lageupdate 12:00 Uhr mit Einschätzung der heutigen Lage

      Ausgangslage: Mitteleuropa liegt an der Vorderseite eines Troges, der sich langsam nach Süden ausweitet, aber nur wenig vorankommt. Am Boden findet sich ein Tief bei Schottland, dessen aktuell inaktive Kaltfront quer über Deutschland liegt und eine Luftmassengrenze markiert. Auf der Rückseite (postfrontal) ist bereits moderat temperierte und stabilere Luft eingeflossen. Auf der Vorderseite (präfrontal) liegt energiereiche Subtropikluft. Am Samstagnachmittag bzw. -abend bildet sich über Frankreich ein thermisch ausgelöstes Randtief, dass in der Nacht nordostwärts zieht. Damit einhergehend ist großflächige Hebung zu erwarten, worauf die Modelle mit einem MCS reagieren, der quer vom SW über die Mitte nach Nordostdeutschland ziehen soll. Auch vor Durchzug dieses Randtiefs können sich im Nachmittagsverlauf Gewitter entwickeln, wobei Gefahr von Superzellen besteht.

      Parameter/erwartete Zelltypen: Nach dem Durchzug erster Gewitter am frühen Samstagmorgen hat es kaum abgekühlt. Die labile Luftmasse ist auch noch nicht ausgeräumt, sodass wir uns weiterhin in ihrem Einflussbereich befinden. Die Einstrahlung kann somit, kaum durch SC/CU behindert, weiter erfolgen und für eine Verschärfung der Labilität führen. Im 00Z-Sounding von Meiningen sind bereits 800-900 J/kg CAPE zu sehen. Die Modelle simulieren im Tagesverlauf sehr hohe Werte oberhalb von 2.000 - 2.500 J/kg bei Lifted-Index von -7 bis -9, was als "extrem labil" bezeichnet werden kann. Die ThetaE liegen im Bereich von 60 - 70°C, der Gehalt an niederschlagbarem Wasser (PWAT) erreicht Werte zw. 30 und 40 mm. Die Scherungsverhältnisse zeigen auf breiter Fläche 20 m/s bulkshear-6, bei 0-3 km Werte um 10 m/s, bei 0-1 Werte um 5 m/s sowie leichtes Veering -> Superzellenmöglichkeit. Es verwundet nicht, dass der Significant Tornado Parameter auf 0,5 bis 1,0 anspringt.

      Somit erscheint folgender Ablauf als wahrscheinlich: Am Nachmittag Bildung isolierter Zellen mit Gefahr zur Superzellenentwicklung und somit erste Unwettergefahr für heute. In ihrem Bereich sind sämtliche Begleiterscheinungen zu erwarten. Augenmerk sollte auch auf großen Hagel geleget werden! Am Abend und in der 1. Nachthälfte von Südwesten her Aufzug linienhafter, organisierter Gewitter, auch in Form eines MCS sehr wahrscheinlich. Ergiebige Regenfälle mit Überflutungsgefahr (flash flood), großem Hagel und Windereignissen (Sturm-, schwere Sturmböen, Einzelfälle auch orkanartig) möglich. Ebenso kann man mit hohen Blitzfrequenzen rechnen. Zugbahn im Detail noch ungewiss, siehe Abschnitt Diskussion.

      Diskussion: Die Modelle simuliern die Ausgangsparamter ähnlich. Unsicherheiten bestehen, wie üblich bei thermischen Gewittertiefs, in der genauen Zugbahn und somit Verteilung der Niederschläge. Es fälllt auf, dass einige Modelle einen MCS in der kommenden Nacht schon in den Tagen zuvor berechneten und dies auch weiter konstant tun. Räumliche Unterschiede ergeben sich typischerweise (Basis außer NAE die 00Z - Läufe von heute):

      GFS: Quer über TH
      WRF WZ: Quer über TH, mit Schwerpunkt SE/E
      WRF Janek: Quer über TH, mit Schwerpunkt SE/E
      ECMWF: Quer über TH, Schwerpunkt Mitte, später E
      NAE: Quer über TH außer äußerster Osten, Schwerpunkt W/NW
      UKMO: Quer über TH, Schwerpunkt Mitte/NW
      HIRLAM: Einzigstes Modell, welches den MCS außerhalb TH belässt, nur NW wird gestriffen
      NOGAPS: Teile SW/W/NW und westliche Mitte TH's
      COAMPS: SW/W/NW-TH, Rest ausgespart
      UM: Quer über TH, Schwerpunkt SW/W/Mitte
      DWD-Modelle liegen nicht vor.

      Für den zeitlichen Ablauf sollte der grobe Rahmen (ausgeschlossen isolierte Konvektion) zw. 20 Uhr und 05 Uhr MESZ angesetzt werden.

      Ergänzende Hinweise: Für die Tourplanung heute bitte berücksichtigen, dass zw. heute, 22 und 10 Uhr am Sonntag der Rennsteigtunnel (A71) wegen einer großen Kat-Schutz-Übung gesperrt ist.

      Gern sind Anmerkungen, fachliche Hinweise/Ergänzungen usw. erwünscht.

      Ab jetzt ist nur noch Nowcasting und ständiges Beobachten gefragt.

      Markus


    • Storm Forecast
      Valid: Sat 30 Jun 2012 06:00 to Sun 01 Jul 2012 06:00 UTC
      Issued: Sat 30 Jun 2012 09:45
      Forecaster: VAN DER VELDE / PISTOTNIK / PUCIK

      A level 3 was issued for NE France, SW to NE Germany mainly for very large hail, widespread severe wind gusts.

      A level 2 was issued for NE France, Germany and Poland mainly for (very) large hail, severe wind gusts and some chance of tornadoes.

      A level 1 was forecast for S France as well as parts of Poland, Czechia, Slovakia and Austtria mainly for large hail.

      SYNOPSIS

      A mostly cloudless frontal boundary lies almost stationary across France, Germany and Poland. Over France it is associated with clouds and LCL heights below 1000m and more under the influence of cold air advection, whereas over Germany and Poland warm humid air (14 g/kg near the surface) is advected into the region. Very steep lapse rates coming from Africa and föhn effects of the Alps and Pyrenees cover the area and crreate large MLCAPE values, from 1000 J/kg over S France, to over 2000 J/kg MLCAPE over S Germany, solidly supported by multiple models.
      SInce the airmass is initially somewhat capped for mixed 1000m layer parcels, most likely afternoon intiation of storms will be central/northeastern France and Poland as indicated by model precipitation. Vertical deep layer wind shear (15-30 m/s) is supportive of supercells over a large area. Then followed by initiation along the north side of the Alps, moving off northeastward, building into a large MCS or MCC, which keeps being fed by a nocturnal jet tapping from a large body of surface-based CAPE throughout the night.

      DISCUSSION

      ...northeastern France, Germany and western Poland...

      Initiation will initially be hesitating, but large rounded hodographs combined with solid CAPE can support long-lived supercells while strong cold pools owing to evaporational cooling (delta-theta-e greater than 20 degrees) can set off rapid upscale growth into mixed multicell/supercell clusters. Storm-relative helicity should reach 200 m2/s2 over a large area, some models produce values of 350 m2/s2 closer to the front (France and more northwest in Germany). Together with relatively high cloud bases (broad updrafts and little warm rain production) and CAPE density well increasing with height, very large hail is likely over southern and central Germany. Supercells and high delta-theta-e support severe/extreme micro/macro downburst potential. The widespread hail and gust potential will organize more into one MCS as the night falls, with Hirlam indicating also 10-15 m/s 0-1 km shear vectors which support bow echoes as well as an isolated tornado. A derecho event (widespread extreme wind gusts) is a possibility as the system organizes over eastern Germany, possibly supported into Poland by rich boundary layer-based instability even through the night. On the other hand, Corfidi MCS motion vectors will be rather parallel to the front and low to mid level wind speed seems to remain below 25 m/s.The hodographs are supportive of a southward-building asymmetric MCS rather than a fast forward moving squall line. However, it builds into excellent instability.
      The well beyond marginal, richly overlapping signals, mainly for very large hail, and dramatic simulations by LAMs are supportive of a level 3, but if negative factors appear (e.g. in 12Z soundings) a modification will be issued. We stayed with level 2 over France (lower cloud base, narrower CAPE zone) and Poland.
    • Dany (SM) schrieb:

      Man glaubts kaum, aber gegen 20 Uhr sichtete ich die ersten CB´s zwischen bayerischer Rhön und dem thür. Grabfeld. Ca. 3 sind innerhalb einer Stunde blitzaktiv Richtung Thüringer Wald gezogen. Endlich mal Erdblitze und herrliches Grollen. Dennoch habe ich den Schwerpunkt der Bilder auf "Danach" verlegt.

      Das Raumschiff kommt...

      Das Teil sieht extem nach LP-Superzelle aus. Wenn Du noch irgendein Bild auftreiben kannst, dass die Gesamtstruktur (Updraft=Aufwindbereich) noch etwas zeigt, das wäre genial. Ansonsten Glückwunsch zu diesem Hammerteil!

      Grüssle KarSteN
    • Man ist das schwül da draußen, nun gut:

      Das Sounding aus Meiningen von 13Uhr:

      weather.uwyo.edu/upperair/sounding.html

      Wir fangen mal unten an. Am Boden herrscht ein Taupunkt von rund 15°C, bei einer Temperatur von 25°C. Wenn man die Werte der ersten 100m mittelt und nun die Wolkenuntergrenze (braune Linie) bestimmt, die hier zwischen 1,5 und 2km liegt, geht man an der Feuchtadiabate (Hebungskurve) weiter nach oben, bis man die Temperaturkurve wieder schneidet. Die Fläche, die zwischen der Wolkenuntergrenze und dem Schnittpunkt Hebungskurve-aktuelle Temperatur liegt (Schnittpunkt=Niveau freier Konvektion), ist die konvektive Unterdrückung (Gegenteil von CAPE). Der Deckel ist schon beachtlich und kann mit diesen gewaltigen Energiewerten ( um -150 J/kg) jegliche Konvektion (noch) unterbinden, da die CAPE auch noch nicht sehr hoch ist.
      Zwischen 3 und 4km befindet sich eine Schicht mit trockenadiabatischen Temperaturabnahmen und gleichem Mischungsverhältnis. Das ist die altbekannte EML (gelb eingekreist), die bei fast allen großen Schwergewitterlagen vorhanden ist und ungemein zum Hagelwachstum beiträgt da ua. mehr CAPE freigesetzt werden kann. Trockenlufteinschübe (lila eingekreist) tragen zusätzlich zum Hagelwachstum und zu stärkeren Windereignissen bei. Die Tropopause liegt heute bei rund 11km (Grenze stellt die graue Linie dar).

      Besonderes Augenmerk sei aber auf die Windscherung gelegt: Am Boden schwacher SO Wind, dann rasche Drehung auf S und SW, mit deutlicher Windzunahme! In nur 4km Höhe weht der Wind schon mit über 100km/h aus SW! Dies begünstigt auf jeden Fall die Entstehung von Superzellen.

      Insgesamt ist die Lage als sehr brisant anzusehen, da alle Zutaten zur Gewitterentstehung vorhanden sind. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der Deckel gesprengt wird und die ersten sehr starken Zellen irgendwo am P (x,y) nach oben gehen. Man darf gespannt sein! In diesem Sinne: Viel Erfolg und passt auf euch auf!

      Grüße, Maurice
    • Eine abgeschwächte Zelle nordöstlich von Bad salzungen vom 29.06.2012.

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    • So siehts bei uns gerade aus ...

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