Best Of 2011: Der mitteldeutsche Jahresrückblick, Teil 2: Juni und Juli

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Best Of 2011: Der mitteldeutsche Jahresrückblick, Teil 2: Juni und Juli

      Teil 1: Best Of 2011: Der mitteldeutsche Jahresrückblick, Teil 1: Januar bis Mai


      Juni

      Ich starte den Juni gleich mit ein paar Bonusbildern, da Anfang Juni eine Lage bereithielt, von der ich bislang nicht berichtete. Wie bereits Ende Mai war schwülwarme Luft eingesickert, die Dynamik hielt sich jedoch in Grenzen.

      Am 05.06. traf ich mich mit Maurice an einem altbekannten Aussichtspunkt, der Schernberger Holzecke, wo wir einige schöne Blitze beobachten konnten. Anschließend versuchten wir noch blitzintensivere Gewitter aus Ostthüringen bei Rohnetal abzufangen. Es reichte immerhin für ein paar Langzeitbelichtungen.

      Schernberger Holzecke.



      Videostandbilder.





      Langzeitbelichtung.



      Am 07.06. kam es in schwüler Luft am Mittag noch einmal zur Entwicklung großer Quellwolken, die jedoch lediglich ein paar wenige Donner brachten und als Cb schnell aus Leipzig abzogen. Anschließend stellte sich mäßig-warmes, wechselhaftes Wetter mit einigen Schauern, aber auch einigen sonnigen Abschnitten ein. Typischerweise kam es jedoch wieder in der letzten Junidekade zu heftigen Gewittern. Am 22.06.2011 zog eine Squalline über Thüringen und Westsachsen hinweg und brachte heftige Sturmböen, die in Leipzig zu Schäden an Bäumen führten.

      Sieben Stormchaser trafen sich an diesem Tag zwischen Gera und Zeitz und ließen sich von der Front überrollen.

















      22.06.2011 / Zwischen Gera und Zeitz / Großgruppenchasing an der Squalline

      Einige schöne Entladungen gab es in Leipzig auch noch am 24.06. bei einem Kaltluftschauer. Anschließend sorgte Hochdruckwetter bei uns bald für strahlenden Sonnenschein und hohe Temperaturen, während Frankreich und die Benelux-Länder die gewittrigen Auswüchse einer Spanish Plume zu spüren bekamen. Auf dem Weg nach Osten hin trocknete die Luftmasse jedoch regelrecht aus, sodass Martin und ich am 29.06. beschlossen, die extrem trockene Leipziger Luft (< 1°C TP) zu verlassen und in die Gegend um Sömmerda zu fahren, wo wir noch ein paar Strukturen, aber nur wenige Blitze zu Gesicht bekamen.







      29.06.2011 / An der "Dryline" / LK Sömmerda

      Aufgrund eines Geweihträgers muss ich den Jahresbericht an dieser Stelle kurz unterbrechen...



      ... um sogleich mit diesem fortzufahren.


      Juli

      Während der Mai 2011 im Gegensatz zum Mai 2010 ein überdurchschnittlicher Gewittermonat war und auch der Juni sich im Schnitt bewegte, enttäuschte der eigentliche Hauptgewittermonat 2011.

      Schon der Beginn war ungewöhnlich und rekordverdächtig. Mit drei Tagen Dauerregen über Leipzig und jeweils 14 - 16°C Höchsttemperatur erinnerte der Monat eher an einen milden Winter. In fünf Tagen regnete es knapp 70mm, was auch kaum unter dem Monatsdurchschnittswert lag. Für diese depressive Wetterlage war ein Polentief verantwortlich, das an der Ostsee durch herumgeholte Warmluft für Gewitter sorgte. Am 03.07. kam es schließlich auch in Leipzig zu einem kurzen, in den Regen eingebetteten Gewitter. Am 05.07. triefte alles vor Nässe. Den ganzen Vormittag über hing Nebel über der Stadt und noch immer fiel Sprühregen daraus, bevor es zum Nachmittag endlich wieder die Sommersonne schaffte, die Luft auf 20°C aufzuheizen.

      Doch bereits der Folgetag sorgte wieder für Regen und Gewitter. Nicht zuletzt durch die feuchte Luft entstanden entgegen vieler Vorhersagen einige Multizellencluster über Sachsen. Martin und ich hielten einige dieser Entwicklungen fest.







      06.07.2011 / Shelfcloud und Pseudofunnel / Tiefstes Sachsen

      Anfang Juli trat erneut eine schwülwarme Phase auf, die Wettererscheinungen hielten sich aber in Grenzen. Am Morgen des 08.07. zog die kalte Seite eines MCS über Leipzig hinweg. Dabei kam es, wie aus dem Nichts, plötzlich zu einem kräftigen, dem Donner nach zu urteilen positiven Einschlag in der Nähe. Der 10.07. brachte in Sondershausen nur Regen, doch auf meiner Fahrt nach Leipzig am späten Nachmittag und Abend verfolgte ich schließlich ein kräftiges Gewitter mit einigen heftigen Entladungen. In der Nacht bewegte ich mich dann gemeinsam mit dem Leipziger Stormchaser Mike noch einmal auf der A14 nach Osten, wo wir zwar noch einmal die Gewitter einholten, jedoch nicht mehr wirklich ins Trockene kamen, sodass die Kameras eine Ruhepause nehmen durften.

      Der 13.07.2011 war dann das bislang spektakulärste Chasing von Martin und mir. Wir erwarteten angesichts der Parameter heftige Unwetter und bekamen einen wunderschönen Nimbostratus zu Gesicht...

      Nach dieser Vollpleite herrschte auch den Rest des Julis absolutes Anti-Juli-Wetter. Null Gewitter, selten richtig warm, der 31.07. lag mit 14°C sogar mehr als 10K unter der sonst üblichen Durchschnittstemperatur für diesen Tag. Drei erneute Dauerregentage inklusive.
      Dieses unfassbar schlechte Wetter, das ich im Juli so noch nie erlebt hatte, sorgte dafür, dass ich die Gewittersaison 2011 an dieser Stelle komplett an den Nagel hing und mich stattdessen mit der Klassifikation von Wolkengattungen und deren Unterarten befasste.
      In Bezug auf diese Wolkenformationen vom 28.07. könnt ihr euch gerne dran versuchen und damit zu weiteren Bonusbildern.







      To be continued...
      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de