Thread zur Gewitterlage am 11.09.2012

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    • Thread zur Gewitterlage am 11.09.2012

      Thread zur Gewitterlage am 11.09.2012


      Synoptische Übersicht - Kurzfrist

      ausgegeben am Sonntag, den 09.09.2012 um 08 UTC

      GWL und markante Wettererscheinungen:
      Übergang SWz
      Zunächst nur vereinzelte Gewitter möglich. Ab Dienstag auch vermehrt Gewitter mit
      Unwettergefahr.

      Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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      Dienstag... Der inzwischen bei den Britischen Inseln angelangte Höhentrog gewinnt an
      Schärfe und verlagert sich weiter nach Osten. Schon in der Nacht zum Dienstag intensiviert
      sich deshalb die Hebung über Deutschland von Westen her. Dies hat zur Folge, dass sich die
      über dem Nordwesten angelangte Kaltfront bei ihrer langsamen Ostverlagerung nachts in
      ihrer Wetterwirksamkeit intensiviert und die frontalen Niederschläge von Gewittern
      durchsetzt sein können. Dafür, dass sich nachts auch schon im präfrontalen Bereich durch
      die zunehmende Hebung auch schon Schauer oder Gewitter formieren können, gibt es wenig
      Hinweise; am ehesten deutet dies noch GFS an.
      Am Tage kommt die Kaltfront weiter nach Osten voran, wobei sie von Westen her durch eine
      weitere, im thermischen Feld markantere Kaltfront gefolgt wird. Unter frontogenetischer
      Verstärkung wachsen diese beiden Kaltfronten zu einer zusammen, die bis Mittwochfrüh außer
      dem Südosten Bayerns ganz Deutschlands überquert. Eine zusätzliche frontogenetische
      Wirkung wird durch diabatische Effekte erzielt, da es sich am Tage präfrontal nochmals
      stark aufheizt, während postfrontal neben der advektiven Abkühlung auch der Regen die
      Temperaturen sinken lässt. Dies zusammen mit der dynamischen Hebung aus der Höhenströmung
      führen zu einer weiteren Intensivierung der Wetterwirksamkeit im frontalen Bereich. Die
      Folge sind kräftige Schauer und Gewitter. Besonders in der Südosthälfte besteht
      Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen. Aber auch schon im Vorfeld
      der Kaltfront sind in der potenziell instabilen Luftmasse Gewitter möglich.

      Modellvergleich und -einschätzung
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      Das bedeutendste Ereignis im kurzfristigen Vorhersagezeitraum stellt die Umstellung der
      Großwetterlage dar. Diese Umstellung wird ab der Nacht zum Dienstag von Westen her
      eingeleitet. Sie gilt als sicher, denn sie wird schon seit einigen Modellläufen von den
      verschiedenen Modellen stabil simuliert. Schwerer einzuschätzen ist dagegen die Intensität
      der mit der Umstellung verbundenen Wetterwirksamkeit. Dass in diesem Zusammenhang Unwetter
      durch Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen durchaus möglich sind, wurde bereits oben
      diskutiert. Ob es soweit kommt und welche Regionen am meisten hiervon betroffen sein
      werden, ist aber noch unsicher.

      Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
      Dipl. Met. D. Meyer
    • Zeitbedingt konnte ich nur grob die Modelle sichten. Demnach scheint der interessante Teil ab den Nachmittagsstunden bis in die 1. Nachthälfte stattzufinden.

      Wie ihr vielleicht schon gelesen habt, handelt es sich um 2 Kaltfronten, wobei die zweite die stärkere sein soll.

      Dabei kann es durchaus nochmal krätig mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen zur Sache gehen.

      Wer noch mehr Ergänzungen hat, nur zu.

      Markus


    • Storm Forecast
      Valid: Tue 11 Sep 2012 06:00 to Wed 12 Sep 2012 06:00 UTC
      Issued: Mon 10 Sep 2012 21:32
      Forecaster: KOROSEC

      A level 1 was issued for eastern France, south-central Germany, Switzerland, W Austria into W Czech Republic and Poland mainly for strong to severe wind gusts, excessive convective rainfalls and marginal hail.


      SYNOPSIS

      A large potent trough progressing east across N-CNTRL Europe during the forecast period with a SFC cold front extending from S Scandinavia across central Europe towards western Alps. This will be the main focus for convective activity on Tuesday. Elsewhere, some daytime driven storms are also expected across complex terrain of central Italy and western Balkans as moisture recovery helps to improve instability there.

      DISCUSSION

      ... central Europe and surroundings ...

      A cold front, located rougly NE-SW oriented from Denmark towards southern France in the morning hours, will slowly progress eastwards and serve as a focus for convectve activity during the day into evening hours. QG forcing will provide enough ascent to release storms along the frontal boundary from eastern France into western Germany from late morning while spreading east in the afternoon hours. Marginal instability overlaps with moderate 15-20 m/s deep layer shear which should favour organized severe storms, capable of producing strong to severe wind gusts and marginal hail locally. High PWAT values could also support some intense rain with flash floods.
    • Alle Jahre wieder :)

      Guten Abend,

      Markus und ich waren in Dittersdorf - also ganz in der Nähe von Stephan und Ronny :-P
      Die Shelf die dann rein kam, erinnert in gewissen Zügen tatsächlich der vor genau einem Jahr...







      Nachdem wir die besten Blitzeinschläge verpasst hatten, kam ich noch zu diesem Blitzbild in weiter Ferne:



      Gute Nacht :)
    • Danke für eure zahlreichen Bilder!

      Hier noch ein paar Messwerte:

      12h-Niederschlag gestern 8-20 Uhr in l/m²

      21,0 Schleusingen
      17,6 Bad Colberg-Heldburg
      13,0 Haina-Suelzdorf
      12,0 Neuhaus/Rwg.
      12,0 Schwarzburg
      11,7 Masserberg
      11,0 Neuhaus-Schierschnitz

      Spitzenböen gestern in km/h:

      87 Masserberg
      76 Schleiz
      65 Neuhaus/rwg.

      Wetterbedingte Schäden sind bislang nicht bekannt.

      Datenquelle: DWD/MM

      Gruß

      Markus
    • Wir standen gestern zwischen Werther und Wipperdorf. Nach längerem Warten konnte man dann endlich Quellwolken erkennen und sehen, wie der Westharz mehr und mehr im Niederschlag verschwindet. Die Stimmungen auf der Erhebung, unweit von der A38, nahmen immer schönere Züge an.

      Der Aufzug war zunächst noch unspektakulär...



      ...wurde aber mit zunehmender Nähe zur Kalftront interessanter, da man nun auch gelegentlich Blitze über dem Harz sichten konnte.



      Der Wind frischte mehr auf und drehte auf NW, die Front war schon ziemlich nah, mit ~180° Panoramen bekam ich sich, unter widrigen Umständen (einsetzender Regen), aber noch gut aufs Bild.



      Netter 'Abschluss?' einer erfolgreichen Gewittersaison 2012.




      Grüße, Maurice