Monatsthread MAI 2013

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Monatsrückblick Mai für Neuhaus am Rennweg

      Mai 2013 – biedere Eisheilige und Niederschlagsrekord

      Was kann man dem vergangenen Mai positives Abringen? In Erinnerung und als herber Kontrast bleibt natürlich als Erstes ein Sonntagmorgen in der letzten Dekade mit Temperaturen hauchdünn über dem Gefrierpunkt und mäßigem Schneefall…



      Aber - bis zum 20.Mai war der Monat um 1°C zu warm, die Niederschlagsmengen im normalen Rahmen und knapp 88 Stunden Sonnenschein
      – einfach wunderbares Wachswetter!



      Und – die Eisheiligen kamen in diesem Jahr in unserer Region nicht zum Zuge, am 11. und 12. wurden wir zwar von maritimer Subpolarluft beeinflusst – jedoch nur kurzes nächtliches Aufklaren verhinderte eine stärkere Ausstrahlung und somit die Bildung einer Kaltluftschicht,
      vor allem in den Tallagen und bekannten Kältelöchern. Im vergangenen Jahr setzten Mitte Mai Temperaturen bis zu minus 3°C dem frischen Grün arg zu, viele Pflanzen mussten einen Zweitstart hinlegen.



      In diesem Jahr hier in Neuhaus das Eisheiligenminimum bei biederen 2,1°C, in Steinach am Vogelsberg minus 0,2°C. Aus den letzten Jahren waren wir einen meist zu trockenen und zu warmen Frühling gewohnt - natürlich sehr angenehm - aber bis auf wenige Ausnahmen gab es immer einen frostigen K.O.-Schlag für die Natur – welcher uns dieses Jahr erspart blieb. Zum Monatsende wurde es noch einmal sehr eng, aber zuvor gab es schon einen frühsommerlichen Abschnitt, vom 15. – 19. bescherte uns Subtropikluft Temperaturen bis knapp 20°C (Monatsmaximum am 15. mit 19,9°C), relativ viel Sonnenschein und drei Gewittertagen. Am Abend des 19. überquerte uns dann eine zuerst sehr markant aussehende Gewitter- und Böenfront, welche aber schnell ihre Struktur und Kraft verlor und wir konnten maximal eine Böe der Windstärke 6 registrieren.



      Die letzte Dekade verbreitete dann jedenfalls so richtig Frust und Trübsinn. An nur zwei Tagen stieg die Temperatur überhaupt über 10°C, am 24. der kälteste Tag des Monats in maritimer Arktikluft mit einem Tagesmittel von 2,3°C und einem Minimum von exakt 0,0 °C,
      an 10 Tagen gab es mehr oder weniger lang anhaltenden Nebel.
      Dazu Ende Mai ein weißes Highlight für Liebhaber – am frühen Morgen des 26. Mai bildete sich für kurze Zeit eine dünne Schneedecke hier oben auf dem Bornhügel. Sicher nun die Letzte der Saison. Ende Mai Schneefall – nicht so ungewöhnlich hier oben, zuletzt 2006 am 31.Mai zur Mittagszeit ein mäßiger Schneeschauer, 1996 am 27. vormittags Schneeschauer – um einmal die spätesten Termine zu erwähnen. Im Juni allerdings – bisher (!) noch keine reinen Schneeschauer oder gar eine Schneedecke seit Beginn unserer Beobachtungen im Jahre 1987.
      Mit einer Durchschnittstemperatur von 5,8°C wurde die letzte Maidekade die kälteste letzte Dekade seit Bestehen der Wetterwarte, noch nie gab es so eine niedrige Höchsttemperatur von nur 13,0°C für diesen Zeitraum. Die bisherigen Tiefstemperaturen für Ende Mai gab es 1955 und 1957 mit minus 1,5 bzw. minus 1,3°C.
      Zum Monatsende mit einer Mitteltemperatur von 8,2°C und einer Abweichung von nur 0,3°C nach unten statistisch gesehen der Mai 2013 im normalen klimatologischen Schwankungsbereich.
      Sehr rar – vor allem zu Monatsanfang und - ende - der Sonnenschein. In der letzten Dekade gerade einmal 8,2 Stunden – in der Summe
      96,1 Stunden bedeuten lediglich 52% vom klimatologischen Mittelwert, an 10 Tagen drang nicht ein Strahl durch die Wolken.
      216 Liter pro Quadratmeter Niederschlag – das ist die neue Rekordsumme für den Mai. Bisheriger Spitzenreiter der Mai 2006 mit 159 Litern pro Quadratmeter – heuer vernichtend in den Schatten gestellt. Monatssummen von über 200 Litern sind für das Sommerhalbjahr
      in unserer Region obendrein eher selten, bisher konnte nur in 6 Monaten eine solche Summe überhaupt registriert werden.
      Die restlichen Klimawerte, in Klammern wie immer die langjährigen Mittel:
      Bergsommertage (Maximum >=20°C) keiner (4), Nebeltage 24 (14), Tage mit Gewitter 6 (5), relative Luftfeuchte 90% (75), Bedeckungsgrad 81% (64), mittlere Windgeschwindigkeit 14 km/h (13), an 12 Tagen Böen der Windstärke 6 (12), an keinem Böen der Windstärke 8 (1).

      Zum Monatswechsel wartete alles auf Hoch SABINE und Wetterbesserung. Endlich, am 1.Juni bekam ein Hoch westlich der Britischen Inseln diesen Namen – leider nicht mit dem Einfluss auf Mitteleuropa um die verheerenden Regenfälle abzudrängen oder zu verhindern. Der Einfluss des Hochs wird gering bleiben, zieht es doch nach Skandinavien. Das Temperaturniveau wird stetig, aber deutlich steigen, Chancen auf stabilen Hochdruckeinfluss zeigen sich bis zum 12.Juni nicht, anschließend sieht es nach heutigem Stand hoffnungsvoller aus.

      02. Juni 2013 / DWD / Wetterwarte Neuhaus/Rwg. / Rüdiger Manig
    • Was kann man dem vergangenen Mai positives Abringen? In Erinnerung und als herber Kontrast bleibt natürlich als Erstes ein Sonntagmorgen in der letzten Dekade mit Temperaturen hauchdünn über dem Gefrierpunkt und mäßigem Schneefall…

      Sehr guter Satz :zwinker :panik

      Wurde nicht in einem Mai auch der deutschlandweite Rekord der Tage mit Nebel in Neuhaus registriert?

      Danke für den Bericht+Bilder!

      Markus