Thread Gewitterlage 01.07. - 03.07.2013

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    • Thread Gewitterlage 01.07. - 03.07.2013

      Nicht wundern, es erwartet uns keine Schwergewitterlage, aber unerwähnt sollen die nächsten Tage nicht bleiben.

      Montag, 01.07.2013: Die Kaltfront eines Tiefs südlich von Irland greift im Tagesverlauf auf Deutschland über, ist nach Süden aber eher schwach ausgeprägt. Dennoch kann es im Vorfeld leicht labilisieren (Cape-Werte um 300 - 500 J/kg, Lifted Index bis -2). Ein schwacher Deckel wird ebenso simuliert, sodass einmal in Gang gesetzte Konvektion ohnehin alles Andere als stark ausfallen wird. Die besten Chancen etwas "schwachkonvektives" zu sehen, hat der Nordwesten. Diese Zone verlagert sich nachts bis etwa zur Mitte, schwächt sich dabei auch tagesgangbedingt aber weiter ab.

      Dienstag, 02.07.2013: Am Dienstag etabliert sich eine Luftmassengrenze über Deutschland, sodass die labile Warmluft wieder nach Norden an Platz gewinnt und Thüringen im Einflussbereich dieser liegt. Im Tagesverlauf kann es auch orographisch bedingt zur Auslösung einzelner Schauer und Gewitter kommen. Diese können auch mal mit Starkregen verbunden sein.

      Nacht zum Mittwoch / Mittwoch 03.07.2013: Bereits am Dienstag setzt über Irland eine Randtiefentwicklung ein, dessen Frontensystem in der Nacht zum Mittwoch von Südwesten her übergreift. Daran gekoppelt sind kräftigere Niederschläge, durchaus auch gewittrig. Ob im Vorfeld noch Gewitterbildung einsetzt, ist wahrscheinlich, aber noch mit viel Unsicherheit behaftet. Der Termin ist für sichere Einschätzung noch zu weit weg.

      Zusammengefasst also mal die nächsten 3 Tage im Hinterkopf behalten.

      Markus
    • Das macht die Lagen so interessant: Keiner rechnet großartig mit etwas, nirgends Hype und am Ende gab es doch schöne Eindrücke.

      Ich machte mich am Montagabend nach Buttstädt auf und beobachtete diesen schönen Cu con:


      Dieser entwickelte sich in Richtung Leipzig zum Gewitter weiter. Derweil fuhr ich wieder ein Stück nach Westen um noch ein paar Stimmungen festzuhalten:


      Dabei fiel mir in Richtung Nordwesten ein weiterer, gut entwickelter Cu con auf, den ich in Richtung Lossa folgte. Das calvus-Stadium war bereits erreicht, Niederschlag war zu sehen und es leuchtete in den Wolken. Bei Billroda hatte ich dann meine private Einzelzelle mit mäßiger Blitzrate. Die Stimmung so wie man es sich erhofft: Keine Menschenseele, auf der Landstraße kam in 30 Minuten nicht ein Auto vorbei, angenehm warme Luft und ein leises Grummeln des Gewitters, herrlich. Hier mal ein Blitz, ich konnte noch weitere ablichten:


      Anschließend ging es wieder westwärts. Bei Buttstädt landete ich wieder zum Lage checken. Aus dem Cluster im Nordwesten Thüringens war schon das Leuchten zu sehen. Ich wartete aber noch vor Ort ab, da sich nach Norden neue Türme bildeten und wollte ggf. diese neue Zelle abpassen. Am Ende wurde nichts aus ihr und ich fuhr nach Weißensee. Der Cluster wurde zu dieser Zeit langsam schwächer und die Blitze waren schon recht weit entfernt. Einige sind auf den Sensor gelangt, hier einer der besten des Abends:


      Ich hoffe, die Nordthüringer haben auch noch was zu zeigen!?

      Gruß

      Markus
    • Heute, am Dienstag, dürfte besonders ein Streifen vom Thüringer Wald über den Südosten und Osten des Landes für Gewitterentwicklungen begünstigt sein. Spannend bleibt auch die Entwicklung in der Nacht wie bereits im Eingangsthread erwähnt. Mal sehen, wie weit gewittriger Regen ausgreift, nur Regen kommt und ob wir am Mittwoch noch im Vorfeld teils kräftigere Gewitterentwicklungen erleben.

      Markus


    • Storm Forecast
      Valid: Wed 03 Jul 2013 06:00 to Thu 04 Jul 2013 06:00 UTC
      Issued: Tue 02 Jul 2013 21:37
      Forecaster: TUSCHY

      A level 1 was issued for parts of Germany, Austria, the Czech Republic and Poland mainly for a few large hail and strong wind gust events next to heavy rainfall amounts.

      SYNOPSIS

      No pattern change is forecast over E/S Europe with weak height gradients still present. Areas between Switzerland and the Black Sea see roughly the same 500 hPa heights, so the elongated cyclonic vortex over Romania won't move a lot during the forecast. In fact there is no real thermal print left with that feature despite a distinct cyclonic wind field. Over NW/W Europe a significant rise in 500 hPa heights is expected due to deep WAA. Along the eastern fringe of that ridge, a sharp upper trough crosses Benelux and enters Germany before it rapidly dissolves. This trough features an exceptionally sharp shear/temperature gradient above 500 hPa with a 50 m/s high-level jet causing rapid amplification to the south.
      A potent mid/upper level wave exits the Baltic Sea and affects N-Finland during the forecast.

      DISCUSSION

      ... C/E Germany, Austria, the Czech Republic and W-Poland ...

      An highly diffluent upper trough enters the forecast area from the west. Anticipated intense amplification and weakening at the same time complicates the forecast due to mixed shear/CAPE signals ... especially in respect of overlap.

      For initiation purpose it is hard to find a focus. Leisurely eastward moving surface fronts become trapped in the increasingly diffluent mid/upper level wind field but also undergo a decrease in forward speed due to constant backing of the wind field and hence an increasingly more parallel alignement of the background flow to the fronts. It looks like increasing winds downstream of the trough also increase upper divergence especially from Austria to W-Poland, so a broad area will see favorable conditions for initiation. This fact is backed by weak capping and numerous mid-level impulses which eject from the base of the evolving/sharpening upper trough and move to the NE. Current thinking is that a mess of showers/isolated thunderstorm from the night before enters C-Germany and strengthens roughly east of a line Hamburg-Lake of Constance. Nothing severe is expected with that activity.

      Beyond 12Z, more robust convection is expected to fire over NE/E/SE Germany into N-Austria and W-Czech Republic, where maximized BL moisture (along the synoptic front) beneath steeper mid-level lapse rates assists in a belt of 500 to locally 1000 J/kg MLCAPE. Forecast soundings reveal typical veering structures through the mid-troposphere due to the ongoing weak WAA regime. No jet maximum is dectected (despite a weak 3 km jet over NE-Germany) but still some weak mid-level curvature in hodographs is seen, so expect a few strong to temporarily severe thunderstorms with an isolated large hail and strong wind gust threat. Given type/history of the air mass with effective PWs in excess of 30 mm and slow storm motions, heavy rain and local flash flooding will be a possibility.
      Of interest is that there are a few mesoscale models, which show good 3 km helicity and strong mid-level shear over E-Germany into W-Poland which might support even supercellular structures e.g. within a corridor Dresden-Wroclaw to the north. In that case, the hail risk increases.

      A storm cluster might evolve with the thunderstorm activity over extreme SE Bavaria, which enters far N-Austria thereafter. Some model runs in the past showed healthy looking pressure rises during/after the passage of the storms and we don't want to rule out a temporarily better organized line of thunderstorms, capable of producing a swath of strong to isolated severe wind gusts. Lack of any substantial forcing and rapid decay of CAPE beyond sunset limit that risk both in space and time.

      Another area with enhanced probabilities for a loosely organized thunderstorm cluster could evolve over NE-Germany as some better forcing lifts north during the afternoon/evening hours. Before upscale growth, aforementioned hazards are anticipated. Thereafter the heavy rainfall risk increases before storms move offshore during the evening hours.

      ... E-France to C-Germany ...

      Placed beneath the base of the upper trough, a weak shear/modest CAPE environment supports scattered to widespread showers and thunderstorms, which slowly decay after sunset. Nothing severe is anticipated although marginal hail and strong wind gusts can accompany stronger thunderstorms.
    • 02.07.2013 Morgens bei Apolda

      Es ist ziemlich schwer bei Apolda geeignete Chasingpunkte zu finden (vor allem im Dunkeln). Die Feldeinfahrten sind rar und sehr oft schlecht einsehbar.
      Deshalb habe ich die Blitzshow fast komplett beim Fahren genossen und konnte zum Schluss noch diese Aufnahmen machen:





      Lg Marco
    • Marco|Jena schrieb:

      Es ist ziemlich schwer bei Apolda geeignete Chasingpunkte zu finden (vor allem im Dunkeln). Die Feldeinfahrten sind rar und sehr oft schlecht einsehbar.

      Das ist mir neu. Ich würde eher sagen Dunkelheit, Ortsunkenntnis und daraus ergehender "Stress" ergibt diese Aussage. Kannst mir ja mal per PN oder Telefon mitteilen, wie du genau gefahren bist.
    • Amen - ihr habt recht.
      Das war der Ausspruch eines ortsunkundigen Fahrers bei Nacht.
      Dennoch waren es wenige, wirklich gute (-> fotografisch freie und übersichtsreiche) Punkte, die am Wegesrand lagen...dabei war die Berg- und Talfahrt an sich ziemlich beeindruckend (von der Übersicht her).