Monatsthread AUGUST

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    • Monatsthread AUGUST

      Monatsthread August 2013
      [Wetter, Klima und Phänologie in Mitteldeutschland]

      Hier kann folgendes gepostet und gefunden werden:

      - Aktuelle Messwerte und Beobachtungen
      - Besprechungen zur Wetterlage/folgende Wetterlagen
      - Bilder zur Wetterlage (max. 4)
      - wetterbedingte Kurznachrichten / Meldungen

      Für besondere Wetterlagen werden separate Threads erstellt.


      Beitrag von Martin ()

      Dieser Beitrag wurde von Markus gelöscht ().
    • Thema des Tages

      Der Sommer 2013 - Eine erste Zwischenbilanz

      Für die Meteorologen geht der Sommer (Juni bis August) nun langsam
      schon wieder dem Ende entgegen. Am 31. August fallen die Klappen und
      die Statistiken werden erstellt. Ein Pressebericht des DWD wird dann
      die offiziellen Daten veröffentlichen und beurteilen. Doch da der
      Sommer im Moment eine kleine Verschnaufpause eingelegt hat und wir
      uns nun meist mit wechselhaftem Wetter und mäßig warmen Temperaturen
      anfreunden müssen, möchte ich den Sommer 2013 heute vorab kurz
      analysieren und einordnen.

      Bis zum 10. August lag die deutschlandweite Mitteltemperatur bei 17,6
      Grad. Bezüglich des vieljährigen Mittels von 16,2 Grad würde dies
      eine positive Abweichung von 1,4 Grad entsprechen. Innerhalb von
      Deutschland zeigt sich dabei eine Zweiteilung. Während die Südhälfte
      eine positive Abweichung von über 1,4 Grad vorzuweisen hat, liegt sie
      in Niedersachsen im Nordwesten der Republik bei nur 1,1 Grad.
      Verantwortlich für den bisher etwas zu warmen Sommer ist der Juli mit
      einer positiven Abweichung von bis zu 2,6 Grad und auch die erste
      Augustwoche mit deutlich zu warmen 20,8 Grad im Mittel. Im Juli und
      August wurden regional sogar neue Tagestemperaturrekorde gemessen. So
      meldete z. B. Rheinfelden am 27. Juli 38,6 Grad, was dort den Rekord
      vom 20. Juli 2003 um 0,6 Grad überstieg. Auch in Cölbe wurde ein
      neuer Wärmerekord aufgestellt. Am 2. August wurden dort 35,6 Grad
      registriert, was 0,5 Grad mehr als am 5. August 1994 bedeutete. Der
      Juni dagegen lag im Verglich zu seinen Folgemonaten bundesweit mit
      +0,3 Grad nur unwesentlich über dem vieljährigen Mittel.

      Trotz örtlichen kräftigen Gewitterschauern und einzelnen
      Starkregenereignissen im Süden des Landes liegt die landesweit
      gemittelte Niederschlagsmenge mehr als deutlich unter dem
      vieljährigen Mittel. Bisher sind in diesem Sommer im Mittel 157,8
      Liter pro Quadratmeter gefallen, was aber nur 65% der
      Durchschnittsmenge des Referenzzeitraums zwischen 1960 und 1990
      ausmacht. Im Vergleich der Bundesländer ist grob eine
      West-Ostverteilung zu erkennen. Während in den nordwestlichen
      Landesteilen die Niederschlagsmengen unter dem deutschlandweiten
      Durchschnitt von 157,8 Liter pro Quadratmeter liegen, sind in den
      östlichen Landesteilen mit Ausnahme von Sachsen Anhalt und Thüringen
      überdurchschnittliche Regenmengen gemessen worden. Allerdings sind
      nur in Sachsen mit 118% bezüglich des vieljährigen Mittels positive
      Abweichungen zu verzeichnen. Auch in Sachen Niederschlagsrekorde kann
      dieser Sommer schon etwas aufweisen. Im Juni wurden beide Extreme
      beobachtet. Während im Juni in Göttingen mit nur 18,3 Liter nochmals
      2,3 Liter Regen weniger als im bisherigen Rekord-Juni 1960 fielen,
      wurden z. B. in Dresden-Klotzsche mit 202,8 Liter gegenüber 138,1
      Liter im Jahre 1995 wesentlich höhere Werte gemessen. Auch im Juli
      wurden Niederschlagsrekorde in beide Richtungen gebrochen.

      Im Gegensatz zu den gefühlt trüben Sommermonaten der letzten Jahre
      sowie auch dem sehr trüben Jahresstart von 2013, war die Sonne von
      Juni bis Anfang August auf der Überholspur. Im Mittel über alle
      Stationen in Deutschland schien die Sonne bis zum 10. August
      insgesamt 580,5 Stunden. Bezüglich des vieljährigen Mittels von 614,8
      Stunden entspricht dies bisher schon 94,4%. Die Wahrscheinlichkeit
      ist also hoch, dass dieser Sommer überdurchschnittlich sonnig wird.
      Besonders bevorzugt im Juni und Juli waren die Bundesländer Hessen,
      Rheinland-Pfalz und Sachsen, in denen im Vergleich zum Referenzmittel
      schon über 96%, in Sachsen-Anhalt sogar 100% der Sonnenstunden
      gemessen wurden. Die "trübsten" Regionen von Deutschland im
      bisherigen Sommer sind im Nordosten und Westen zu finden. Sowohl in
      Nordrhein-Westfalen als auch in Mecklenburg-Vorpommern und
      Brandenburg/Berlin notierten die Messstationen mit 90% bzw. 93%
      relativ unterdurchschnittliche Werte. Was die Rekordjagd betrifft, so
      konnten auch bei den Sonnenstunden gleich mehrfach Bestwerte
      aufgestellt werden. Als Beispiel dient hier Andernach in
      Rheinland-Pfalz, wo die Sonne bis zum 10. August 567 Stunden schien
      und somit im vieljährigen Vergleich einen Anteil von 108% erreichte.
      Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2012 wurde dabei schon jetzt um 3,5
      Stunden übertroffen.

      Betrachtet man die aktuelle Wetterlage, so wird in der nächsten Zeit
      insbesondere der Süden von Deutschland bei Temperatur und
      Sonnenstunden bevorzugt sein. Dort kann sich des Öfteren höherer
      Luftdruck mit sonnigen und trockenen Phasen durchsetzen. Die zonale
      Strömung, in die immer wieder schnell ziehende Tiefdruckgebiete
      eingebettet sind, beeinflusst hauptsächlich das Wettergeschehen in
      der Nordhälfte des Landes. Dort muss auch in den kommenden Tagen bei
      moderaten Temperaturen mit Schauern gerechnet werden. Die Sonne zeigt
      sich dabei in ihrer vollen Pracht nur selten. *

      Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 12.08.2013

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Thema des Tages

      August 2013 - eine klimatologische Zwischenbilanz

      Wenn man aktuell oder irgendwann mal über das Wetter im Sommer 2013
      in unseren Breiten spricht, kann man durchaus konstatieren, dass es
      sich - die landläufige Erwartungshaltung des gemeinen Bürgers als
      Maßstab vorausgesetzt - tatsächlich um einen Sommer handelt. Schon
      der Juli leistete dabei einen sehr gewichtigen Beitrag, aber auch der
      laufende August hat nach gut der Hälfte einiges an Substanz
      beizutragen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, das am jetzigen
      Wochenende und vor allem am Montag einige "Störfeuer" vom Atlantik
      her versuchen, das sommerliche Ambiente etwas zu verwässern.

      In Erinnerung dürfte allen noch die erste Augustwoche sein, die mit
      großer Hitze aufwartete und an einigen Orten für Langzeitrekorde seit
      Beginn der Messungen sorgte. Selbst auf Helgoland wurde es z.T.
      bullig warm, allerdings konnte der Augustrekord aus dem Jahr 1975
      (genau am 10.) mit damals 28,1°C nicht geknackt werden. "Lediglich"
      26,4°C zeigten die Messfühler am 2. August als Höchsttemperatur, was
      für eine weit vom Festland entfernte Nordseeinsel schon ganz
      ordentlich ist.
      Auf Norderney hingegen - ja nur durch einen vergleichsweise schmalen
      Wattstreifen vom Festland getrennt - konnte der Monatsrekord vom
      4.8.1994 übertroffen werden. Satte 33,7°C waren es ebenfalls am 2.
      des Monats, was den meisten eingefleischten Nordseeurlaubern
      wahrscheinlich schon zu viel des Guten gewesen sein dürfte.

      Nun zu einigen aktuellen Mittelwerten bewährter meteorologischer
      Parameter, denen Messungen an diversen Messstationen des Deutschen
      Wetterdienstes (DWD) zugrunde liegen (Werte bis einschließlich
      Freitagfrüh, 16.08.2013).
      Gemittelt über alle Stationen liegt die Temperatur derzeit um 2,6
      Grad über dem mehrjährigen Mittelwert (Referenzperiode 1961-90). 19°C
      stehen dabei 16,4°C gegenüber, wobei man aber berücksichtigen muss,
      dass im August die größte Hitze im Durchschnitt in der ersten Hälfte
      zu erwarten ist. Würde man also ein mehrjähriges Mittel über die
      erste Augusthälfte bilden, wäre die Abweichung sicherlich geringer.
      Wie auch immer, schaut man sich die einzelnen Stationen an, dann gibt
      es selbstverständlich regionale Unterschiede bei den Abweichungen. Es
      gibt aber keinen Ort, an dem eine negative Abweichung (also zu kühl)
      zu verzeichnen ist. Ganz vorne in der Hitliste liegt der Große Arber
      im Bayerischen Wald (ca. 1450 m über NN), wo statt 10,5°C aktuell
      15,2°C auf der Karte stehen - macht +4,7 Grad Unterschied. Aber auch
      weiter unten gibt es z.T. üppige Differenzen, wie die Beispiele
      München-Stadt mit 4,3 Grad (21,4°C vs. 17,1°C) oder
      Passau-Fürstenzell mit 4,5 Grad (21,0°C vs. 16,5°C) eindrucksvoll
      belegen. In den übrigen Landesteilen liegen die Abweichungen meist
      nicht so hoch wie im Süden. Insbesondere im Norden beträgt die
      Differenz nicht selten weniger als 2 Grad, so z.B. im Ostseebad
      Schönhagen (Schleswig-Holstein), wo aktuell 17,7°C einem mehrjährigen
      Wert von 16,1°C gegenüberstehen. Im niedersächsischen Nordholz liegt
      der diesjährige "Vorsprung" sogar nur bei 1,3 Grad (18,2° vs.
      16,9°C).

      Beim Niederschlag, in der Regel der heterogenste Parameter, zeigt der
      deutschlandweite Mittelwert 28,4 Liter pro Quadratmeter (l/qm) an,
      was etwa 36% des mehrjährigen und rein rechnerischen Solls von knapp
      79 l/qm ausmacht. Gerade gewittrige Regenfälle, die ja nicht nur sehr
      kräftig ausfallen können sondern häufig auch noch sehr unregelmäßig
      verteilt sind, sorgen dafür, dass im Einzelfall große Unterschiede zu
      Tage treten. Die Beispiele Berlin-Dahlem (nass) und das
      nordrhein-westfälische Geilenkirchen (trocken) sind dafür ein
      eindrucksvoller Beleg. Während die aktuelle Monatssumme von Dahlem
      bei etwa 84 l/qm liegt (davon 33 l/qm allein am 4.), was knapp 130%
      des Solls ausmacht, kommt Geilenkirchen auf mickrige 4 l/qm. Das sind
      gerade mal 5% des mehrjährigen Referenzwertes, was nicht wirklich
      viel ist. Übrigens, die anderen Berliner Wetterstationen wie Tegel,
      Tempelhof oder Schönefeld, aber auch das nahe Potsdam liegen in der
      aktuellen Monatsbilanz bei knapp unter 50 l/qm, also rund 40 l/qm
      weniger als in Dahlem - so viel zum Thema "Regen/Gewitter und deren
      regionale Verteilung". Insgesamt ist der August 2013 aber vielerorts
      zu trocken.

      Bliebe abschließend noch ein Blick auf den Parameter
      "Sonnenscheindauer". Dort weist die nationale Bilanz einen Werte von
      119 Stunden auf, was knapp 60% des klimatologischen Mittels ausmacht
      - ein sehr ordentlicher Wert zu diesem Zeitpunkt, der das allgemeine,
      aber letztlich doch subjektive Empfinden eines sonnenscheinreichen
      Sommers objektiviert. Die landesweite Streuung der prozentualen
      Abweichungen hält sich in Grenzen, von wenigen Ausnahmen abgesehen
      wurde die 50%-Marke überschritten. Die wenigsten Sonnenstunden gab es
      bisher im brandenburgischen Holzdorf mit etwas über 90 Stunden, was
      44% des Solls ausmacht. Dagegen wurden im bayerischen
      Elsendorf-Horneck (zwischen Ingolstadt und Landshut gelegen) 146
      Stunden registriert (66%).

      Wie eingangs bereits angedeutet, sorgen am Wochenende, aber auch noch
      am Montag atlantische Tiefausläufer für eine Pause des Sommers (im
      Osten und Süden allerdings mit Verzögerung, während im Norden und
      Westen bereits heute die erste Störung aufgetaucht ist). Während bei
      der Temperatur keine großen Sprünge zu erwarten sind, könnte sich in
      der Niederschlagsbilanz dagegen etwas tun. Und bei der
      Sonnenscheindauer wird vorübergehend auf die Bremse getreten, bevor
      ab Dienstag ein neues Hoch für weitere Fortschritte in der
      Monatsbilanz sorgen dürfte.

      Dipl.-Met. Jens Hoffmann
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 17.08.2013

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Gewitter- und Dauerregenlage am Montag, 19.08.2013

      Ausgangslage: Mehrere schwache Fronten sorg(t)en am Wochenende für dichtere Wolkenfelder und heute (SO) auch für leichten Regen. Die Gewitterwahrscheinlichkeit für heute ist gering. In der Nacht zum Montag nähert sich von der UK ein recht deutlich ausgeprägter Kurzwellentrog, der im Tagesverlauf ein eigenständiges Randtief induziert, dass sich rasch in Verbindung mit dem Frontenrest verstärkt. Die entsprechende Hebung und die vorhandene Luftmasse reicht für Gewitter und Dauerregen aus.

      Der Kurzwellentrog lt. GFS (rot eingekreist)

      Quelle: wetter3

      CAPE und Lifted Index sprechen für leichte bis moderate Labilität:

      Quelle: wetter3

      Das Randtief zum Abend über dem Norden/Mitte:

      Quelle: wetter3

      Niederschlag 3h bis 14 Uhr am Montag:

      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich

      Der Ablauf wird sich grob so gestalten, dass in der 2. Nachthälfte von Südwesten her Schauer und Gewitter aufziehen. Bereits am Vormittag ist von Westen her mit Schauern und Gewittern zu rechnen, die besonders durch Starkregen markant ausfallen dürften. Auffrischender Südwestwind besonders i.V.m. Schauern und Gewittern, hier Böen bis an/in den Sturmbereich, Hagel örtlich denkbar. Im Tagesverlauf Verclusterung und eingelagerte Cbs. Generell leichter bis mäßiger Regen, durch Gewitter auch Starkregen. Niederschlagssummen bis Dienstagmorgen zw. 20 und 50 l/m² möglich, dabei der Großteil im Zeitraum 6 bis 12h, durch eingelagerte Gewitter lokal mehr in noch kürzerer Zeit.

      Nacht zum Dienstag ostwärts abziehender Regen/Gewitter, nachfolgend Wetterberuhigung und für den Rest der Woche Hochdruckeinfluss.

      LG

      Markus
    • An dieser Stelle ein paar erste Augusteindrücke von der neuen Vollformat-Kamera.

      Außer der Nachtaufnahme wurden alle Bilder mit der Canon EOS 6D und 24-105 L Objektiv aufgenommen und mit Lightroom 4 bearbeitet.

      06.08.2013: Shelfcloud, Mammatus, "Skorpion-Superzelle" - Westhausen [GTH] - mit RonnyEF


      10.08.2013: Blick auf Heldra [WAK] - mit Chris


      11.08.2013: Milchstraße, Sternschuppe und Weimarer Lichtschmutz - Heichelheim [AP] - mit Marco


      12.08.2013: Cruel Summer? - Buttelstedt [AP]


      Mehr folgt mit der Zeit in entsprechenden Berichten...

      LG

      Markus

      Beitrag von Martin ()

      Dieser Beitrag wurde von Markus gelöscht ().
    • Thema des Tages

      Wetterumstellung

      Wir konnten in den letzten Tagen ruhiges Sommerwetter genießen. Zum
      Wochenende stellt sich die Wetterlage um. In höheren Luftschichten
      entwickelt sich bereits im Laufe des Freitags ein Tiefdruckgebiet
      über den Alpen. Die genaue Position dieses Tiefs ist noch nicht
      sicher vorherzusagen. Die Berechnungen der unterschiedlichen
      Prognosemodelle, die uns zur Verfügung stehen, sind sich da nicht
      einig. Sicher ist allerdings, dass das Tief es "in sich hat". Es
      transportiert feuchte und labile Luft heran. Kräftige Gewitter
      werden sich zunächst im Alpenraum entladen, und da die Gewitter kaum
      ziehen, können sie große Regenmengen abladen.

      Derartige Tiefdruckgebiete, die man auf einer normalen
      Bodenwetterkarte nicht oder nur schwach ausgeprägt sieht, gibt es
      immer wieder. Sie werden als Kaltlufttropfen bezeichnet, weil sie
      erst in größeren Höhen voll zur Wirkung kommen. Die genaue Zugbahn
      und auch die Lebensdauer dieser Gebilde sind grundsätzlich schwer zu
      berechnen.

      Am Samstag bildet sich ein Tief über Südwestdeutschland aus. Wie weit
      sich die Regengüsse und Gewitter, die mit diesem Tief zusammen
      hängen, im Laufe des Wochenendes auch über die Südwesthälfte (und
      vielleicht auch darüber hinaus) ausweiten, bleibt abzuwarten. Das
      Umfeld von Nord- und Ostsee scheint jedenfalls ungeschoren davon zu
      kommen.

      Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 22.08.2013


      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Thread Gewitter- und mögliche Dauerregenlage ab 24.08.2013

      Thread Gewitter- und mögliche Dauerregenlage ab 24.08.2013

      Ausgangslage: Das kräftige Hochdruckgebiet "Fortuna" über Skandinavien, auf dessen Südwestseite wir liegen, sorgt zu Beginn des Wochenendes noch für heiteres und trockenes Wetter. Zufuhr warmer, trockener Luft inklusive. Von Westen her hat sich im Vorfeld eines Frontensystem eines Tiefs bei Island eine Bodenrinne ausgebildet, an der sich über Benelux im Laufe des Samstags ein eigenständiges Tief bildet. Die Konstellation aus Bodenrinne und Tief verlagert sich langsam nordostwärts/ostwärts, wobei das Tief in Richtung Schweiz zieht. Im Einflussbereich des Tiefs treten schauerartig verstärkte Regenfälle inkl. eingelagerter Gewitter auf. In der schmalen Warmluftzunge im Vorfeld können sich bei moderater Labilität ebenfalls Gewitter mit Starkregen bilden. Bis zum Wochenstart etabliert sich ein weiteres Höhentief im Alpenraum, sodass die Rinne irgendwann auf ihrem Weg nach Norden nicht mehr weiter nordwärts voran kommt. Irgendwo über der Mitte wird sie nahezu liegen bleiben und folglich aufsummiert höhere Regenmengen produzieren.

      Weitere Entwicklung: Der Samstag wird in Thüringen geprägt sein von viel Sonnenschein nach morgendlicher Dunst- und Nebelauflösung. Grundsätzlich wird der Südwesten/Westen zuerst mehr Wolken (einerseits hohe/mittelhohe Bewölkung), sowie Cu und Sc abbekommen. Nach Osten und Norden hin hält sich die Sonne generell länger. Das über Frankreich aktuell zu sehende gewittrige Niederschlagsband wird im Tagesverlauf die südwestlichen Teile Deutschlands mehr und mehr in Beschlag nehmen und das Wochenende schön verregnen. Die Frage für uns ist, wie weit die Niederschläge und mögliche Gewitter am Abend und in der Nacht auf den Süden unseres Landes ausgreifen.

      Dabei soll erstmal verdeutlicht werden, dass, wie es vielleicht beim flüchtigen Blick auf das Radar einigen imponieren wird, eine klassiche Südwestlage zu finden ist, in der diese Front nordostwärts auf Thüringen zu zieht. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Ruft man sich in Erinnerung, dass sich Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen und das Tiefzentrum irgendwo über Frankreich/Belgien liegt, wird von der reinen Bewegung des Tiefs folgende Zugbahn der Fronten simuliert:

      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich

      Was allerdings jeden bekannt sein wird, sind die Unterschiede in Zugbahn und zeitlichem Ablauf. GFS ist zB recht offensiv und lässt die Niederschläge schon in der Nacht auf weite Teile Thüringens übergreifen. Das WZ-WRF dagegen lässt einzelne Schauer zu, etwas mehr Regen am Sonntag im Süden, der Norden dafür trocken. HIRLAM und NAE wiederum lassen auch nur den Süden Thüringens etwa wässern ab der Nacht zum Sonntag. Nimmt man ein grobes Mittel aus den letzten Läufen, müsste man wohl schreiben: Im Süden in der Nacht zum Sonntag aufkommende NIederschläge, teils gewittrig, nördliches des Thüringer Waldes meist trocken. Je weiter nach Norden, umso länger trocken.

      Was mögliche Gewitterentwicklungen angeht, steht nun keine sonderlich explosive Luftmasse zur Verfügung, wie wir sie Ende Juli/Anfang August hatten. Aufgrund der eingangs erwähnten Warmluftzunge besteht in diesem Bereich mit CAPE-Werten um 500 - 750 J/kg am Sonntag zumindest etwas mehr Labilität zur Verfügung. Etwaige einzelne Gewitter vor dem Regengebiet gehen insbesondere mit Starkregen einher.

      Zum Montag hat sich über Süddeutschland ein Höhentief gebildet, was die Niederschlagssituation aufrecht halten wird. Dieses Tief schwächt sich im Verlauf langsam ab, sodass festzuhalten bleibt, dass der Start in die neue Woche mit Regenfällen, teils auch mal einem Gewitter, erfolgen wird.

      Betrachtet man den akkumulierten Niederschlag bis Montagabend, zeigt sich die im Text schon angesprochene Verteilung nach Süden viel, nach Norden wenig:

      Beispiel WZ-WRF:

      Quelle: Wetterzentrale

      Beispiel GFS:

      Quelle: Wetter3

      Dazu noch ein Auszug aus der Synoptischen Übersicht vom 23.08.2013, 18 UTC des DWD:

      ...Wegen der geringen Verlagerung der gesamten synoptischen Konstellation besteht in der
      Mitte und im Süden zumindest gebietsweise die Gefahr, dass aus Starkregen ein
      Dauerregenereignis wird, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass die Regenfälle z.T. bis
      Montag andauern. Akkumuliert über 24 Stunden kommen bis Montagfrüh laut ECMF im
      Grenzbereich Thüringen/Nordbayern bis knapp 60mm, laut COSMO-EU in Unterfranken bis zu
      140mm zusammen...


      Fazit: Heute das schöne Wetter genießen, am Abend mal aufs Radar schauen, Morgen vielleicht mal ein Gewitter einplanen bzw. die Möglichkeit im Hinterkopf haben.

      Allen ein schönes Wochenende!

      Markus
    • Wetter stellt sich auf HERBST um.

      Dabei wird der Norden Deutschlands im freundlichen Bereich liegen bei 19 bis 24 Grad...je weiter man nach Süden(Mainlinie) kommt umso herbstlicher wird es bei 15 bis 20 Grad und wiederholten Regenfällen.
      Eine nochmals (spät)sommerliche Wärmewelle ist nach jetzigen Stand in den nächsten 14 Tagen nicht in Sichtweite.

      Dabei bereitet mir weiterhin der schwache Golfstrom Schwierigkeiten und eine sehr karg ausgeprägte Westströmung, welche im Herbst sehr schnell zum vorzeitigen Auskühlen in Mitteleuropa nach Osten hin (Ende September/Oktober) führen könnte.
    • Thema des Tages

      FORTUNA und die Hochdruckbrücke

      Wetter - da dürfte trotz der Diskussionen um die anthropogenen also
      mensch-gemachten Anteile des Klimawandels allgemeine Einigkeit
      vorherrschen - ist ein täglich wiederkehrendes "Naturprodukt". Es ist
      die Folge physikalischer, teils auch luftchemischer Prozesse, die
      sich ohne Unterlass in der Atmosphäre abspielen und uns Menschen mal
      mehr, mal weniger überraschen. Im Volksglauben kommt zusätzlich auch
      noch Petrus ins Spiel, der immer wieder gerne mit dem Wetter in
      Verbindung gebracht wird. Nun, ob und wie viel göttliche Fügung
      tatsächlich für unser tägliches Wetter verantwortlich ist, sei an
      dieser Stelle mal dahingestellt. Es lässt sich aber nicht leugnen,
      dass die aktuelle Wetterlage tatsächlich eine "göttliche Komponente"
      beinhaltet, wenn freilich auch im übertragenden Sinne.

      FORTUNA heißt das Stichwort, immerhin die Glücks- und
      Schicksalsgöttin der römischen Mythologie. FORTUNA ist ein
      wesentlicher Bestandteil der aktuellen Großwetterlage. Konkret, das
      Hoch, das seinen Schwerpunkt aktuell mit überschaubarem Tempo von
      Südskandinavien in Richtung Russland verlagert, hat von der FU Berlin
      den Namen FORTUNA bekommen (rechts unter Thema des Tages auf [mehr]
      klicken und Sie finden eine Wetterkarte von Dienstag, 2 Uhr MESZ).
      Glück, Schicksal - eigentlich zwei klassische Begriffe, die immer
      wieder mit dem Wetter in Verbindung gebracht werden. Nehmen wir den
      vergangenen Sonntag: Während es im Süden verbreitet gegossen hat und
      stellenweise über 50 Liter Regen auf den Quadratmeter zusammen kamen
      (Schicksal), schien in Norddeutschland bis zu 13 Stunden die Sonne
      (Glück). Wobei das mit dem Glück so eine Sache ist. Zwar dürften sich
      die meisten Norddeutschen über den Sonnenschein gefreut haben, manch
      einer wird sich vielleicht aber auch Regen gewünscht haben, besonders
      im vielfach trockenen Nordosten des Landes.

      Nun gut, bevor das Ganze hier zu sehr ins Philosophische abgleitet,
      jetzt mal zu den Fakten. Wie bereits erwähnt, verlagert sich das Hoch
      FORTUNA allmählich nach Russland. Doch FORTUNA steht nicht alleine
      da. Über dem Atlantik gibt es eine veritable "Bundesgenossin" in Form
      des berühmt berüchtigten Azorenhochs, das mit dem ostwärts
      abwandernden Hoch in Verbindung steht. Unter dem Strich ergibt sich
      auf der Wetterkarte am heutigen Dienstag eine lang gestreckte
      Hochdruckzone, die sich vom Ostatlantik über Nord- und Ostsee bis
      nach Russland erstreckt. In Fachkreisen nennt man eine solche
      Konstellation "Hochdruckbrücke", weil zwei eigenständige Hochs durch
      eine Zone relativ hohen Luftdrucks überbrückt werden (das Pendant,
      also die Verbindung zwischen zwei Tiefs, nennt man übrigens
      Tiefdruckrinne).

      Am heutigen Dienstag profitiert einmal mehr die Nordhälfte
      Deutschlands von der Hochdruckbrücke. Von Osten strömt trockene und
      mäßig warme bis warme Luft heran, in der bei 20 bis 24 Grad meist die
      Sonne scheint. Allerdings verfügen auch göttlich anmutende
      Hochdruckbrücken durchaus über gewisse Schwächen, die sich heute in
      Form dichter Wolkenfelder widerspiegeln, welche von Polen her nach
      Westen driften.
      Während die dichten Wolkenfelder in der Nordhälfte eher die Ausnahme
      darstellen, sind sie im Süden gesetzt. Dort kommt die Sonne über
      sporadische Komparsenauftritte nicht hinaus. Stattdessen entwickeln
      sich im Tagesverlauf einige Schauer und auch lokale Gewitter, in
      denen es räumlich eng begrenzt ordentlich schütten kann (Starkregen).
      Ursache ist eine Tiefdruckzone südlich der Alpen, in die mehrere
      kleine Tiefkerne eingebettet sind. Dass diese mit dem Namen JOSEPH
      versehen worden sind, ist natürlich Zufall, passt aber ganz gut in
      das leicht göttlich anmutende Gesamtkonstrukt. Tatsache ist, dass die
      Tiefdruckzone die Feuchtezufuhr im Süden zunächst noch aufrecht
      erhält. Unter den Wolken ist auch die Temperaturentwicklung gedämpft,
      mehr als 17 bis 21 Grad sind nicht drin.

      Wie geht es nun in den kommenden Tagen weiter? - Die Hochdruckbrücke
      verlagert sich peu a peu südwärts, so dass auch die südlichen
      Landesteile ganz allmählich in den Genuss von Sonnenschein und damit
      auch höheren Temperaturen kommen. Am Mittwoch allerdings überwiegt
      südöstlich einer Linie Hochrhein-Erzgebirge noch das Gewölk, aus dem
      sich schauerartiger Regen und auch einzelne Gewitter entwickeln
      können bei Höchstwerten meist unter 20 Grad. Einige Quellwolken
      zeigen sich auch in den anderen Regionen, bis auf wenige vereinzelte
      Schauer bleibt es aber trocken.

      Zum Wochenende hin taucht dann ein fettes Sturmtief im Raum Island
      auf der Wetterkarte auf. Das ist nicht verwunderlich, steuern wir
      doch straight forward auf den Herbst zu, der per definitionem am
      kommenden Sonntag, dem 1. September beginnt (Beginn des
      meteorologischen Herbstes). Zwar traktiert uns das Tief
      wahrscheinlich nicht mit seinem Sturmfeld - dafür bleibt es zu weit
      weg -, es reicht aber, um von Nordwesten her eine Portion subpolarer
      Meeresluft heranzuführen, die für wechselhaftes Wetter und
      zurückgehende Temperaturen sorgt. Wie das im Detail abläuft, ist noch
      nicht ganz sicher. Schicksalsgöttin FORTUNA jedenfalls dürfte kaum
      noch Einfluss auf das hiesige Geschehen haben, befindet sie sich doch
      am Wochenende schon sehr weit im Osten Russlands.


      Dipl.-Met. Jens Hoffmann
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 27.08.2013

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Bevor der meteorologische Herbst am Sonntag (01.09.) beginnt und hinter der Kaltfront, die irgendwann zum Samstagabend/Nacht zu Sonntag durchgeht, entsprechende kühle Luft einfließt, sind vor der Front am Samstag noch einmal Gewitter möglich. Das dürfte insgesamt nicht sonderlich stark ausfallen, denn die Labilität ist eher gering. Für Starkregenschauer mit Blitz und Donner und/oder eingelagerte Gewitter sollte es hier und da aber reichen.




      Pressemitteilung
      vom: 29.08.2013

      Deutscher Wetterdienst
      Pressestelle

      Deutschlandwetter im Sommer 2013
      Sehr warm, sonnig und verbreitet trocken – örtlich aber heftige Gewitter

      Offenbach, 29. August 2013 – Im Sommer 2013 bestimmten Tiefdruckgebiete das Wetter immer nur für wenige Tage; sonst dominierte Hochdruckeinfluss. Dieser sorgte für viel Sonnenschein und hohe Temperaturen, zeitweilig sogar für große Hitze. In den Übergangszonen von heißer zu kühlerer Luft entluden sich örtlich schwere Gewitter mit Starkregen, Hagelschlag und Sturmböen. Verbreitet blieben die Niederschläge jedoch deutlich unter ihrem vieljährigen Mittel. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

      Angenehme Temperaturen wechselten sich mit Hitzewellen ab

      Der Sommer 2013 verlief in Deutschland mit 17,8 Grad Celsius (°C) 1,5 Grad wärmer im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 - 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 - 2010 betrug die Abweichung +0,3 Grad. Damit kam der Sommer 2013 unter die zehn wärmsten seit Messbeginn 1881. Mitteleuropa befand sich überwiegend unter Hochdruckeinfluss. Dieser beeinflusste vor allem West- oder Nordeuropa. In Deutschland herrschten bei nördlichen Winden angenehme Tagestemperaturen, oft mit kühlen Nächten. Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge meldete dabei am 5. Juni 0,4°C und in zehn Nächten sogar Bodenfrost. Mehrmals verlagerten sich die Hochdruckgebiete jedoch auch nach Osteuropa, wodurch Deutschland in heiße, südliche Luftströmungen geriet. Mitte Juni, Ende Juli und Anfang August traten drei intensive Hitzewellen auf. Die höchsten Temperaturen wurden dabei am 19. Juni in Kitzingen mit 37,1°C, am 27. Juli in Rheinfelden am Hochrhein mit 38,6°C und am 2. August in Geilenkirchen mit 38,4°C gemessen.

      Nach Hochwasser verbreitet recht trocken – örtlich heftige Gewitter

      2013 war der trockenste Sommer seit 2003: Mit rund 190 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte er nur 79 Prozent seines Solls von 239 l/m². Dabei führten intensive Stauniederschläge an Alpen und Erzgebirge Anfang Juni noch zu extremen Regen-mengen bis über 170 l/m² in 24 Stunden. Sie verursachten katastrophales Hochwasser im Einzugsgebiet von Elbe und Donau. Juli und August verliefen dagegen so trocken, dass vereinzelt Waldbrände entstanden. Heftige Gewitter, die besonders am Ende der Hitzewellen im Bereich sehr schwüler Luft auftraten, entluden sich vor allem im Süden und in der Mitte. Sie wurden oft von Sturm und Hagel begleitet, die große Schäden anrichteten. Die niederschlagsreichste Region im Sommer war der Chiemgau und das Berchtesgadener Land mit örtlich mehr als 650 l/m². Den wenigsten Regen erhielt die Gegend nördlich vom Harz, wo mancherorts nicht einmal 60 l/m² zustande kamen.

      Sonnenscheinreiche Ostseeküste, im Süden örtlich neue Stationsrekorde

      Nach einem außergewöhnlich trüben Winter und einem sonnenscheinarmen Frühling zeigte sich der Sommer 2013 von seiner freundlichsten Seite: Mit 710 Stunden überstieg der Sonnenschein sein Soll von 604 Stunden um 18 Prozent. Den meisten Sonnenschein erhielt die Küste entlang der Ostsee, den wenigsten das Sauerland.

      Das Wetter in den Bundesländern im Sommer 2013 (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

      Schleswig-Holstein und Hamburg: Das im Sommer 2013 mit 16,9°C (15,8°C) vergleichsweise kühlste Bundesland Schleswig-Holstein kam auf 180 l/m² (222 l/m²) und 738 Sonnenstunden (645 Stunden). Hamburg meldete 17,8°C (16,5°C), 146 l/m² (218 l/m²) und 719 Stunden (618 Stunden) Sonnenschein. Die Insel Fehmarn gehörte zu den sonnigsten Gegenden in Deutschland.

      Niedersachsen und Bremen: Niedersachsen war im Sommer 2013 mit 17,4°C (16,2°C) das zweitkühlste, mit 144 l/m² (219 l/m²) ein recht trockenes und mit 695 Stunden (583 Stunden) ein vergleichsweise sonnenarmes Bundesland. Das nördliche Harzvorland war im Sommer das bundesweit trockenste Gebiet. Hier fielen örtlich weniger als 60 l/m². Für Bremen registrierten die Meteorologen 17,7°C (16,4°C), 179 l/m² (219 l/m²) und 702 Sonnenstunden (589 Stunden).

      Mecklenburg-Vorpommern: Mecklenburg-Vorpommern erreichte 17,7°C (16,3°C), 148 l/m² (187 l/m²) und war mit 782 Stunden (676 Stunden) das sonnenscheinreichste Bundesland. Den meisten Sonnenschein erhielt im Sommer 2013 die Ostseeküste um die Insel Rügen mit bis zu 875 Stunden.

      Brandenburg und Berlin: Brandenburg war im Sommer 2013 mit 18,7°C (17,3°C) das zweitwärmste, Berlin mit 19,4°C (17,7°C) bedingt durch den Großstadteffekt sogar das wärmste Bundesland. Die Niederschlagsmenge betrug in Brandenburg 168 l/m² (177 l/m²) und Berlin 162 l/m² (182 l/m²). Brandenburg mit 771 Stunden (662 Stunden) und Berlin mit 758 Stunden (664 Stunden) gehörten zu den sonnenscheinreichen Bundesländern. Zu Beginn des Sommers führte die Elbe noch Hochwasser, ab der zweiten Julihälfte dagegen entstanden infolge der Dürre örtlich Wald- oder Flächenbrände.

      Sachsen-Anhalt: Im Sommer 2013 gehörte Sachsen-Anhalt mit 18,4°C (16,9°C) sowie 757 Stunden (610 Stunden) zu den warmen und sonnigen Gebieten Deutschlands. Mit 118 l/m² (174 l/m²) war es das mit Abstand trockenste Bundesland. So herrschte ab der zweiten Julihälfte gebietsweise große Trockenheit, während von Anfang bis Mitte Juni noch zahlreiche Orte an der Elbe und ihren Nebenflüssen gegen extremes Hochwasser gekämpft hatten.

      Sachsen: In Sachsen lag die Temperatur bei 17,9°C (16,5°C). Den bundesweit tiefsten Wert meldete im Sommer 2013 Deutschneudorf-Brüderwiese im mittleren Erzgebirge am 5. Juni mit 0,4°C. In insgesamt zehn Nächten trat hier sogar Bodenfröste auf. Mit 274 l/m² (222 l/m²) war Sachsen im Sommer 2013 das nasseste Bundesland. Stauniederschläge am Erzgebirge brachten am 1. Juni enorme Regenmengen. In Carlsfeld fielen in 24 Stunden 96 l/m². Die Sonne schien in Sachsen 735 Stunden (609 Stunden).

      Thüringen: Thüringen kam im Sommer 2013 auf 17,6°C (15,8°C), 153 l/m² (210 l/m²) und mit 689 Stunden (592 Stunden) auf vergleichsweise wenig Sonnenschein.

      Nordrhein-Westfalen: Hier betrug die mittlere Temperatur 17,6°C (16,3°C). Geilenkirchen, nördlich von Aachen, meldete am 2. August 38,4°C. Nordrhein-Westfalen erreichte im Sommer 2013 mit 152 l/m² (240 l/m²) nur 63 Prozent des Niederschlagssolls und mit 636 Stunden (554 Stunden) den wenigsten Sonnenschein. Das Sauerland gehörte zu den sonnenscheinärmsten Gegenden Deutschlands.

      Hessen: Im 17,8°C (16,2°C) warmen Hessen summierte sich der Niederschlag auf 141 l/m² (222 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf 706 Stunden (586 Stunden).

      Rheinland-Pfalz: Im Sommer 2013 landete die Mitteltemperatur in Rheinland-Pfalz bei 17,8°C (16,3°C). Am 2. August zeigte das Thermometer in Bad Kreuznach, südwestlich von Mainz, 38,0°C. Die Niederschlagsmenge blieb mit 169 l/m² (218 l/m²) um 22 Prozent unter dem Soll. Am 20. Juni prasselten bei heftigen Gewittern in Deuselbach im Hunsrück 101 l/m² herunter. Die Sonnenscheindauer übertraf in Rheinland-Pfalz mit 732 Stunden den Klimawert (595 Stunden) um 23 Prozent.

      Saarland: Die DWD-Experten errechneten für das Saarland im Sommer 2013 eine durchschnittliche Temperatur von 18,0°C (16,7°C), eine Niederschlagsmenge von 179 l/m² (226 l/m²) und eine Sonnenscheindauer von 731 Stunden (631 Stunden).

      Baden-Württemberg: Die mittlere Temperatur lag in Baden-Württemberg bei 17,7°C (16,2°C). Der Spitzenwert lag diesmal am 27. Juli in Rheinfelden mit 38,6°C. Mit 234 l/m² gehörte Baden-Württemberg zu den niederschlagsreicheren Bundesländern; das entsprach 80 Prozent des Solls (292 l/m²). Die Sonne schien 751 Stunden (636 Stunden).

      Bayern: Hier betrug die Temperatur im Schnitt 17,5°C (15,9°C). In Kitzingen zeigte das Thermometer am 27. Juli 38,4°C. Bayern erreichte nur 83 Prozent des Regensolls (314 l/m²), war aber trotzdem mit 262 l/m² das zweitnasseste Bundesland. Stauniederschläge an den Alpen brachten Anfang Juni extreme Regenmengen. Am 1. Juni meldete Aschau-Stein im Chiemgau 170,9 l/m². Entlang der Donau entstand katastrophales Hochwasser. Niederschlagsreichste Region im Sommer war der Chiemgau und das Berchtesgadener Land, mit örtlich mehr als 650 l/m². Die Hitzewellen brachten die mächtige Schneedecke der Zugspitze ins Schmelzen, so dass am 9. August nur noch wenige Reste vorhanden waren. Die Sonne zeigte sich die Sonne 733 Stunden (623 Stunden) lang.

      *Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitenwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.