Monatsthread DEZEMBER

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Monatsthread DEZEMBER

      Monatsthread Dezember 2013
      [Wetter, Klima und Phänologie in Mitteldeutschland]

      Hier kann folgendes gepostet und gefunden werden:

      - Aktuelle Messwerte und Beobachtungen
      - Besprechungen zur Wetterlage/folgende Wetterlagen
      - Bilder zur Wetterlage (max. 4)
      - wetterbedingte Kurznachrichten / Meldungen

      Für besondere Wetterlagen werden separate Threads erstellt.
    • Start in den Dezember: Inversion, später Sturm und Winter?

      Die ersten Dezembertage versprechen erst einmal Ruhe in der Wetterküche: Das Hoch über den britischen Inseln beeinflusst Thüringen und sorgt für Absinken. Mit der feuchten Grundschicht und der vorangeschrittenen Jahreszeit bestehen somit beste Inversionsvoraussetzungen. Für den Montag gibt es dabei aber durchaus auch noch generell bessere Sonnenchancen als an den Folgetagen, wobei das berühmte Kartenspiel "Inversionsgrenze" und entsprechende graue oder blaue Gebiete schwierig einzuordnen sind. Spannender wird es ab Mittwoch:

      Synoptische Übersicht - Mittelfrist

      ausgegeben am Sonntag, den 01.12.2013 um 10.30 UTC

      Anfangs ruhiges Hochdruckwetter, in der zweiten Wochenhälfte Übergang zu wechselhafter und
      nasskalter Witterung.
      __________________________________________________________

      Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 08.12.2013

      Am Mittwoch schwächt sich die westeuropäische Höhenantizyklone allmählich ab und wandert
      dabei nach Süden (Nordspanien). Im Bodenfeld bleibt vor allem die Mitte und der Süden
      unter dem Einfluss der Hochdruckbrücke bzw. des Keiles.

      Am Donnerstag weitet sich die Frontalzone langsam nach Süden hin aus, wobei auch ein
      Austrogungsvorgang über dem nördlichen Atlantik und später auch Nordwesteuropa beteiligt
      ist. Vorderseitig dieses Troges entwickelt sich ein Randtief, das von Seegebiet südlich
      Islands bis nach Schweden ziehen soll, kräftig (um ca. 35 hPa), was in Deutschland
      besonders in der zweiten Tageshälfte zu einer Sturmlage führen dürfte. Selbst Orkanböen
      wären bei dem jetzt vom deterministischen Lauf vorhergesagten Druckfeld an den Küsten
      nicht auszuschließen.

      Am Freitag meridionalisiert sich die Höhenströmung weiter und es kommt zur Ausbildung
      eines Langwellentroges, der am Tagesende große Teile Europas beherrscht. Das
      skandinavische Sturm- bzw. Orkantief zieht nach Südwestfinnland weiter und auf seiner
      Rückseite gelangt mit lebhaftem Wind Polarluft in unseren Raum. Die Luftmasse ist
      hochreichend kalt - in 500 hPa werden mittags im Westen und Nordwesten unter -40 Grad
      berechnet (GME und GFS haben zu diesem Zeitpunkt die höhenkalte Luft über dem Norden und
      Nordosten Deutschlands).

      Am Samstag bleibt der mächtige Langwellentrog quasi stationär. Rückseitig des sich über
      Südfinnland allmählich abschwächenden Tiefs bleibt es in Deutschland windig aus westlichen
      bis nordwestlichen Richtungen. Die 850 hPa-Temperaturen sinken über Süddeutschland unter
      -10 Grad; in 500 hPa verbreitet auf Werte um -40 Grad. Die Witterung ist damit winterlich
      mit Schneeschauern bis in die Niederungen.

      Am Sonntag kräftigt sich der Langwellenrücken über dem Ostatlantik und schiebt zum
      Tagesende seine Achse über die Britischen Inseln bis ins Europäische Nordmeer. Der Trog
      mit seiner höhenkalten Luft wird dabei aus Deutschland nach Osten abgedrängt. Das starke
      Bodenhoch vorderseitig des Rückens intensiviert sich auf über 1040 hPa und verlagert sich
      zur Bretagne. An dessen Ostflanke nimmt über unserem Gebiet die anfangs noch kräftige
      Nordwestströmung allmählich ab....

      Basis für Mittelfristvorhersage
      MOS-MIX, EPS.
      ________________________________________________________

      VBZ Offenbach / Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

      Beitrag von Martin ()

      Dieser Beitrag wurde von Markus gelöscht ().
    • 21.12.13 Lenticularis zum Früstück

      Huhu Forumsteilnehmer und Mitleser.

      Heute morgen konnte ich meine Neue Vollformat DSLR der Marke Nikon auf Herz und Nieren bei einem Unglaublich schönen Sonnenaufgang Testen. Hier mal auf die Schnelle 1 Bild.

      Später gibt es mehr in einem gesonderten Bericht.



      Liebe Grüße, Ronny
    • Zweiteilung heute Nachmittag dank Luv und Lee:

      Vom Thür. Wald/Schiefergebirge bis ins SOK Oberland bedeckt, Nebel/Hochnebel, aufliegende Wolken und Schneeregen/Schnee. Im Lee (besonders Thür. Becken bis Holzland) aktuell sogar teils sonnig, nach Osten (Altenburger Land) mehr Wolken, aber hier wie auch im Westen/Nordwesten trocken. Hier bald ein paar schwache Schauer aus Westen.



      Markus
    • Thema des Tages
      Neues Jahr, alte Leier - weiterhin kein Winter in Sicht

      Es hätte - vor allem für die gesamte Medienlandschaft - eine wirklich
      schöne Geschichte werden können. Mit dem Jahreswechsel wechselt mal
      wieder die Namensgebung für Hochs und Tiefs. 2014 werden Tiefs
      "weiblich" und Hochs "männlich". Nachdem die "Männer" im Dezember
      2013 zwar für reichlich Schlagzeilen in puncto Sturm, Föhn, Regen und
      hohe Temperaturen gesorgt, dafür auf dem Sektor "Winter" kaum Punkte
      erzielt haben (einzig XAVER setzte ein paar respektable Akzente, vor
      allem in einigen Mittelgebirgen), könnten es die "Mädels" ja jetzt
      besser machen - denkste, Pustekuchen.

      Der aktuelle Blick auf die Wetterkarten der nächsten Tage spricht
      eine andere Sprache. Mit einer fast schon als penetrant zu
      bezeichnenden Persistenz ausgestattet macht die Atmosphäre keine
      substanziellen Anstalten, ihren nun schon seit Wochen eingeschlagenen
      Kurs zu verlassen und eine Änderung der Großwetterlage hervorzurufen
      - kalendarischer und meteorologischer Winter hin, menschliche
      Spielereien mit Namen her.

      So ist die Geschichte der nächsten Tage, ohne an dieser Stelle in die
      Details zu gehen, relativ schnell erzählt. Auf dem Atlantik zwischen
      Europa und Nordamerika entstehen weiterhin teils opulente
      Tiefdruckgebiete, die aktuell noch auf den Namen FELIX "hören", in
      der Folge dann aber ANNA, BALDA, CHRISTINA (um nur die ersten des
      neuen Jahres zu nennen) heißen. Diese Tiefs treffen unseren Raum zwar
      nicht mit voller (Wind/Sturm-)Wucht, die zugehörigen Ausläufer
      erreichen uns aber wohl. Dabei wird mal etwas mehr, mal etwas weniger
      milde, aber nie wirklich kalte Luft vom Atlantik herangeführt, in der
      die Temperatur tagsüber meist in den positiven, besonders im Westen
      an manchen Tagen sogar in den zweistellig positiven Bereich steigt.
      Dabei fällt immer mal wieder Regen, der im Westen und Nordwesten in
      der Regel etwas stärker ausfällt als nach Osten und Südosten hin. Der
      Grund dafür liegt darin, dass sich über Osteuropa ein Hoch etabliert,
      das noch "weiblich" ist und YLONKA heißt (das erste männliche Hoch
      des Jahres 2014 wird übrigens AXEL heißen). Dieses Hoch hat eine
      gewisse Blockadewirkung, will heißen, die Tiefausläufer, die sich von
      Westen her nähern, beißen sich mit Annährung an das Hoch zunehmend
      "die Zähne aus" und verlieren an Wetterwirksamkeit.

      Die einzig winterlichen Komponenten, die in Verbindung mit dem
      geschilderten Ablauf stehen, liegen zum einen darin, dass es im
      Bergland zeitweise mal etwas schneit oder Schneeregen fällt. Eine
      wintersporttaugliche Neuschneedecke dürfte allerdings nach wie vor
      eine Illusion bleiben, dafür sollte man vorsichtig sein (vor allem
      nachts), wenn man auf den Straßen unterwegs ist.
      Der zweite Punkt betrifft die Nachtemperaturen im Osten und Süden
      unseres Landes. Dort klart es immer mal wieder auf, so dass die
      Temperatur in den Frostbereich auf etwa 0 bis -6 Grad, an den Alpen
      anfangs punktuell auch mal auf Werte um oder etwas unter -10 Grad
      zurückgeht - immerhin.

      So bleibt dem Verfasser abschließend nur, den Freunden und Anhängern
      richtiger winterlicher Witterung (also wo es auch mal ordentlich
      schneit usw.) die üblichen Durchhaltefloskeln zuzurufen ("bleibt
      tapfer", "der (kalendarische) Winter ist noch nicht vorbei" und, und,
      und) und allen geneigten Leserinnen und Lesern der Rubrik "Thema des
      Tages" einen guten Rutsch (bitte nicht auf der Straße) ins neue Jahr
      sowie ein gesundes und zufriedenes 2014 zu wünschen.

      Dipl.-Met. Jens Hoffmann
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 30.12.2013

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Witterungsrückblick Dezember

      Was bleibt uns vom vergangenen Dezember mit als Erstes in Erinnerung, was war so richtig charakteristisch für den letzten Monat des Jahres? Sicher nicht der kaum vorhandene Schnee bei dem – wie aus vielen Unterhaltungen zu entnehmen war- ja sowieso die Mehrheit der Mitmenschen froh war dass er so gut wie ausgeblieben ist. Drei, vier Tage Winter – mehr war nicht im Angebot.





      Dagegen war er aus einer anderen Sichtweise sehr schön und auffallend – er war einfach überaus farbenfroh. Vor allem viele sehr farbintensive Sonnenauf- aber auch -untergänge, großartige Wolkenformationen, geniale Fernsichten, Luftspiegelungen, Haloerscheinungen, Regenbögen, irisierende Wolken – es war einfach fabelhaft!



      Der Dezember begann sehr sonnig, bereits an den ersten drei Tagen ein Viertel der im gesamten Monat zu erwartenden Sonnenscheindauer, Höchsttemperatur dabei 5,3°C. Nach klarer Nacht, aber in anschließend aufziehendem Nebel mit leichtem Schneegriesel dann am Morgen
      des 04.12. bereits das Monatsminimum von minus 5,9°C.
      Der zweite Orkan der Saison trifft am Abend des 05.12. auch unsere Region, indessen nur vergleichsweise moderate Windböen der Stärke 9, Maximum ist eine Spitzenböe von 85 Kilometer pro Stunde. Dazu aber einsetzender Schneefall mit Verwehungen, am folgendem Tag in maritimer Polarluft weitere Schneeschauer, am 07.12. konnten wir dann eine mittlere Schneehöhe von 29 cm melden. Das war jedoch schon der Gipfel des winterlichen Flairs im Monat Dezember. Vier Tage später war die Schneedecke auf gerade noch 11cm geschrumpft, nur einmal kamen wir in Ernstthal in den Genuss frisch gelegter Loipen.



      Hoch VARNIA bestimmte vom 10. – 17.12. unser Wetter – und wie. Man muss natürlich hier strengstens Unterscheiden zwischen Kamm– und
      den Tallagen. Während in den tieferen Lagen sich bei Frostgraden der für diese Wetterlage typische Nebel oder Hochnebel hielt hatten wir hier oben den herrlichsten Sonnenschein – an fünf Tagen zwischen 6,8 und 7,7 Stunden! Dabei in der eingeflossenen Luftmasse subtropischen Ursprungs eine Höchsttemperatur von immerhin 8,3°C. Und - zugleich eine geniale Fernsicht, Einzelheiten auf dem 140km entfernten Brocken waren zum Beispiel deutlich zu erkennen. Den Brocken und andere Berge gab es gleichwohl nicht nur in Normalansicht – sondern in allen Variationen angehoben, verzerrt und gespiegelt. Selbst kleinere Berge im Erzgebirge – ansonsten nicht oder kaum sichtbar – präsentierten sich durch die vorhandene Temperaturschichtung vorübergehend - subjektiv von der Form her - wie typische Teile des Elbsandsteingebirges.




      Der Rest des Monats wurde dann aber zum größten Teil von dagegen eher schwächerem Tiefdruckeinfluss geprägt. Vorherrschend Großwetterlage Südwest zyklonal oder im Übergang zu einer Winkelförmigen Westlage (Westströmung, welche dann mehr oder weniger
      abrupt durch höheren Luftdruck im Osten nach Norden abbiegt, Blockade) – jedenfalls weiterhin viel zu mild, nur vereinzelt leichter Frost.
      Die Temperatur von minus 4,2°C am Silvesterabend war da schon eine dicke Ausnahme.



      Betrachtet man den gesamten Monat - an nur vier Tagen war die überwiegende Hauptwindrichtung nicht der Sektor Süd bis West.
      Als Durchschnittstemperatur im Dezember 2013 sehr milde 0,6°C, Abweichung plus 3,4°C, zweitwärmster Dezember seit 1940, nur 2006 war es noch um drei Zehntel wärmer. Jedoch keine Rekordtemperaturen in unserer Region, lediglich das für einen Dezember recht hohe Minimum von nur minus 5,9°C ist beachtenswert, das mittlere Minimum seit 1987 liegt bei immerhin minus 11,5°C! Nur 2011 gab es ein geringfügig höheres Monatsminimum.
      60,8 Stunden Sonnenschein bedeuten immerhin ein Plus von 34%, selbst wenn an 13 Tagen vom Tagesgestirn überhaupt nichts zu sehen war.
      Seit unseren Messungen auf dem Bornhügel gab es noch nie so eine trockene mittlere Dezemberdekade, nur 3,0 Liter pro Quadratmeter in diesen 10 Tagen. Der gesamte Monat reiht sich mit einer Niederschlagsmenge von bescheidenen 60,9 Litern pro Quadratmeter in der Rangliste seit 1940 auf Platz 61 ein, an 14 Tagen gab es keinerlei messbaren Niederschlag.





      Weitere Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel: Frosttage 21 (26), Eistage 7 (15), Tage mit Nebel 25 (27), relative Luftfeuchte 92% (96), Bedeckungsgrad 77% (84), mittlere Windgeschwindigkeit 5,0 m/s (4,7), Tage mit in Böen Windstärke sechs 21 (19), mit Windstärke acht 6 (6). Nebenbei - betrachtet man den Zeitraum von 1987 bis 2000 und den von 2001 bis 2013 so ergibt sich eine Zunahme der Tage mit in Böen Windstärke 6 von im Mittel 17 auf 20 Tage.




      Nachhaltiger Wintereinbruch nach den Vorhersagekarten - im seriösen Betrachtungszeitraum - nach Stand vom heutigen 05.01. nicht in Sicht. Statistisch gesehen gibt es allerdings in unserer Region und Höhenlage im Zeitraum um den 18.Januar einen Knackpunkt – hier gibt es eine signifikante Zunahme der mittleren Schneehöhe als auch der Neuschneesumme allgemein im ausgewerteten Zeitraum seit 1987.




      Rüdiger Manig / Wetterwarte Neuhaus/Rwg. / 05. Januar