Thread Orkanlage ab 05.12.2013

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    • Thread Orkanlage ab 05.12.2013

      Thread zur Orkanlage ab 05.12.2013

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    • Übersicht am 03.12.2013

      Am Donnerstag und Freitag steht Deutschland eine neue Sturm- bzw. Orkanlage bevor. Schwerpunkt wird dabei wieder einmal Norddeutschland -inbesondere die Nordseeküste- sein. Hier droht nach aktuellem Stand ein Orkan bzw. schwerer Orkan auf der See mit Sturmflut an der Elbe. Für Thüringen zeichnen sich derzeit (03.12., abends) schwere Sturmböen im Tiefland, orkanartige Böen bzw. Orkanböen in den Bergen ab. Hinzu kommen Niederschläge, die anfangs als Regen, später aber rasch durch die nachrückende hochreichende Polarluft in Schnee übergehen. Neben einigen Zentimetern Neuschnee kommen noch Schneeverwehungen und Schneebruch als weitere Gefahren hinzu.

      Mittwoch, 04.12.2013

      Die Aufmerksamkeit lenkt sich (das ist auch nicht verkehrt) schon auf Donnerstag/Freitag. Nicht untergehen sollte aber Morgen, am Mittwoch, die Gefahr von gefrierendem Sprühregen ab den Nachmittagsstunden bis in die Nacht zum Donnerstag besonders im Gebirge, aber auch in den Regionen, wo sich bodennah "Kaltluftseen" (also Täler, Senken, Mulden, ...) ausgebildet haben.

      Am Mittwoch macht währenddessen die Entwicklung unseres Orkantiefs "Xaver" Fortschritte. Hier eine Animation anhand von GFS um den Weg etwas zu verdeutlichen (zu Beginn der Animation ist es das kleine Tief südwestlich von Irland):


      "Xaver" wird via Nordsee weiter nach Südnorwegen und in Richtung nördliche Ostsee nach derzeitigen Berechnungen ziehen. Markant fällt die Vertiefung (also Verstärkung) des Orkantiefs mit ca. 20 hPa binnen 12h auf. Bekanntlich gibt es hier noch Unterschiede in den Modellen, was nicht zuletzt auch die Zugbahn betrifft.

      Das bedeutet für Thüringen ab Donnerstagmorgen stetig auflebender Wind aus Südwest, später WSW. Tagsüber nehmen die Böen an Intensität zu, Höhepunkt am Abend und in der Nacht zum Freitag (siehe gepostete Karte von Ronny).

      Böen Tiefland: 75 - 90, Maximalvariante 100 km/h
      Böen ab 500m aufwärts: 85 - 100 km/h, Maximalvariante 120 km/h


      Die Kaltfront dringt am Morgen von Nordwesten her nach Deutschland rein und überquert Thüringen schätzungsweise am Nachmittag. Mit ihr fällt Regen, Schneeregen, Schnee. Ab Lagen oberhalb von 400 Metern können einige Zentimeter Neuschnee fallen. Auch im Flachland kann es erstmals weiß werden, denn die Schneefallgrenze sinkt in der rückseitig eindringenden Polarluft noch weiter ab. Nachts und am Freitag im nachfolgenden Trogsektor Schneeschauer/Schneeregenschauer bis ins Flachland. Der Wind bleibt auf recht hohem Niveau noch den ganzen Tag lebhaft, kommt aber ab der vorherigen Nacht aus Nordwest. Die Wetterlage entspannt sich am Samstag.

      Weitere Updates folgen (planmäßig Mittwochabend).

      Markus & Martin
    • Update am 04.12.2013, 19:15 Uhr:

      Grundsätzlich gibt es keine größeren Veränderungen gegenüber der gestrigen Einschätzung. Daher mal ein grober, zeitlicher Überblick für Donnerstag und Freitag:

      Donnerstag: Der Westsüdwestwind frischt ausgangs der Nacht immer weiter auf und weht im Mittel mit Bft. 4 (mäßig), bald aber frisch bis stark (30 - 45 km/h). Ab den Mittagsstunden sind im Bergland Sturmböen (bis 88 km/h), schwere Sturmböen (bis 102 km/h) und am späten Nachmittag und Abend sowie eingangs der Nacht orkanartige Böen (bis 117 km/h) und Orkanböen (ab 118 km/h) zu erwarten. Im Tiefland ähnliche Verhältnisse, jedoch gut eine Windstärke niedriger als im Bergland, somit häufig Sturmböen bis 88 km/h, einige schwere Sturmböen (bis 102 km/h) und auch einzelne orkanartige Böen über 103 km/h. Höhepunkt der höchsten Windspitzen irgendwann zw. Nachmittag und 1. Nachthälfte!

      Was den Niederschlag angeht, überquert die Kaltfront sehr schnell Deutschland nach Süden. Mit ihr kann es erst Regen, bald aber Schnee aufgrund der rückseitig einfließenden hochreichenden Polarluft geben, welcher dann auch bis ins Flachland fallen kann. In Zusammenspiel mit dem Wind sind oberhalb 400 Metern Schneeverwehungen zu erwarten, auch Schneebruch ist ein Thema.

      Nacht zum Freitag: Bis in die 1. Nachthälfte Höhepunkt der absoluten Windspitzen. Niederschläge bis 300/200 m als Schnee (Neuschneemengen durchaus 5 - 10cm), darunter Nassschnee oder Schneeregen, im Bergland zunehmend auch starke Schneeverwehungen. Winddrehung auf Nordwest.

      Freitag: Wiederholt Schneeschauer, Graupelschauer und vereinzelte Gewitter. Im Nordwestanstau der Gebirge auch länger anhaltender Schneefall, dadurch noch einmal 5 bis 10 cm Neuschnee drin, im Tiefland bis 5cm. Frischer bis starker Nordwestwind, Spitzenböen im Bergland ganztags noch bis in den schweren Sturmbereich (bis 102 km/h) teils auch noch orkanartig bis 117 km/h, Tiefland Sturmböen bis 90 km/h). Nach wie vor Schneeverwehungen, ab 300m auch starke Schneeverwehungen. Der Wind lässt in der Nacht zum Samstag etwas nach.

      Nacht zu Samstag/Samstag: Weiterhin Schneeschauer, im Nordweststau auch länger anhaltend. Weiterhin Probleme durch Schneeverwehungen, besonders im Bergland. Nachts noch Sturmböen im Bergland um 85 km/h, Tiefland bereits darunter. Am Samstag generell langsam abflauender Wind, in den Bergen noch stürmische Böen, aber auch hier weiter abnehmend.

      Markus

      PS: Auszug aus dem Ballonwetterbericht des DWD:

      Aussichten für Donnerstagabend:

      Am Nachmittag Sturm- und Orkanböen. Startende Ballonfahrer werden
      darauf hingewiesen, daß für Weißrußland weiterhin Visapflicht gilt.
    • PS: Auszug aus dem Ballonwetterbericht des DWD:

      Aussichten für Donnerstagabend:

      Am Nachmittag Sturm- und Orkanböen. Startende Ballonfahrer werden
      darauf hingewiesen, daß für Weißrußland weiterhin Visapflicht gilt.


      Herrlich! :grins
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007
      - aktiver Chaser seit 2010
    • UPDATE 13:15 Uhr

      Estofex gibt ein Update:


      Text wie immer hier: www.estofex.org Gewarnt wird vor konvektiven Böen bis 35 - 40 m/s (zw. 120 und 140 km/h) und Tornados, welche auch stark ausfallen können.

      "Xaver" um 12 Uhr in der Analyse über Südnorwegen/-schweden mit Zentrum:


      Dazu Satellitenbild:

      Quelle: EUMETSAT

      ACHTUNG! Die Kaltfront liegt als Gewitterlinie (in diesem Falle squall line) über der Nordsee. Sie wird sich sehr schnell südostwärts verlagern und am Abend auch Thüringen erreichen. Bei Kaltfronten von Orkantiefs treten einerseits durch vertikalen Impulstransport Orkanböen bis ins Flachland auf (siehe Estofex-Update mit 120 bis 140 km/h Spitze) und ferner besteht hier die Gefahr von Tornados.


      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich

      Das Update wird nachher noch einmal bezüglich dem Ablauf am Freitag ergänzt.

      Markus
    • Update 17:30 Uhr:


      Quelle: WetterOnline Mitgliedbereich

      Der Fahrplan für die kommenden Stunden und die Nacht:

      Die Kaltfront erreicht in den nächsten Stunden Thüringen (blaue Linie). An ihr sind Böen von Sturm- bis hin zur Orkanstärke möglich, die auch durch den vertikalen Impulstransport nach unten gemischt werden können. Nachfolgend ziehen im Trogesektor Schauerstaffeln heran (schwarze Linien). Diese bringen neben der Kaltfront in der Nacht weiteren Schneeregen bzw. Schnee, wobei es einerseits bis runter schneien kann, andererseits auch hier Höhenwinde heruntergemischt werden können! Der Wind dreht im Laufe der Nacht auf Nordwest.

      Am Freitag erwarten uns weitere Schauerstaffeln. Aufsummiert können oberhalb von 300 - 400 Metern je nach Lage und Anstaumöglichkeiten am Gebirge 5 bis 10 cm Schnee, im oberen Thüringer Bergland bis zu 15 cm Schnee fallen. Hinzu kommt die Problematik Schneeverwehungen (siehe Unwetterwarnungen), die bis in den Samstag hinein anhalten wird. Der Wind wird am Freitag noch weiterhin lebhaft sein und sehr langsam nachlassen. Im oberen Bergland sind durchaus noch einzelne orkanartige Böen über 102 km/h nicht auszuschließen, öfters treten noch schwere Sturmböen bis 100 km/h bzw. Sturmböen bis 88 km/h auf. Auch das Tiefland ist hiervon noch betroffen. Die Windsituation wird sich erst am Samstag weiter entspannen.

      Also in den kommenden Stunden bis in die 1. Nachhälfte Hauptgefahr durch den Wind durch die stärksten Böen, hinzu kommt aber auch jetzt schon Glätte und leichter Schneefall! Im Verlauf der Nacht zum Freitag und am Freitag dazu noch Schneeverwehungen und die entsprechenden Verkehrsbehinderungen.

      Spitzenböen bis 17:15 Uhr in km/h:

      90 Schmücke
      83 Artern
      81 Heiligenstadt
      79 Leinefelde
      79 Erfurt
      76 Schleiz
      76 Oberhof

      Die Weihnachtsmärkte in Arnstadt, Erfurt und Weimar wurden vorsorglich geschlossen, die B85 entlang des Kyffhäusers ebenfalls.

      Markus
    • Zusammenfassung Donnerstag, 05.12.2013

      "Xaver" aus dem All gesehen:
      [video]http://www.youtube.com/watch?v=ByJEfD15D9A[/video]

      Spitzenböen in km/h:

      orkanartige Böen (Bft. 11):

      103 Kyffhäuserdenkmal (privat)

      schwere Sturmböen (Bft. 10):

      97 Erfurt/Bindersleben (DWD)
      91 Masserberg (MM)
      90 Schmücke (DWD)
      89 Masserberg (MM)
      89 Gotha (MM)

      Sturmböen (Bft. 9):

      87 Gera/Leumnitz (DWD)
      86 Artern (DWD)
      86 Neuhaus/Rwg. (DWD)
      85 Apolda (MM)
      83 Leinefelde (DWD)
      83 Schleiz (DWD)
      79 Meiningen (DWD)
      79 Eisenach (DWD)
      78 Weimar (MM)
      77 Sonderhausen (privat)
      76 Crawinkel (privat)




      Überblick Schäden:

      Umgestürzte Bäume in nahezu allen Landkreisen. Im LK Greiz und im Ilm-Kreis wurde die Schulpflicht aufgehoben und den Eltern freigestellt, ob Sie Ihre Kinder in die Schule bringen.

      LK Greiz: Auf der A4 zw. Gera und Ronneburg warf eine Böe einen LKW um, der sich quer über die Fahrbahn legte. Der Fahrer wurde verletzt, es bildete sich ein kilometerlanger Stau.

      Kyffhäuserkreis: Laut Angaben der kn kam es zu Stromausfällen in Bendeleben, Göllingen und Hachelbich. Auf der B4 bei Sonderhausen wurde ein Auto mit Anhänger von der Straße geweht.

      LK Saalfeld-Rudolstadt: In Saalfeld wurde das Dach einer Firma in der Nähe des Bahnhofes beschädigt, ein weiteres Dach im Gewerbegebiet Kirchhasel.

      Weimar: Die Schließung des Weihnachtsmarktes zahlte sich aus: Der Weihachtsbaum auf dem Markt kippte am Abend um und beschädigte einige Buden.
    • Schneebedeckung bei Mörsdorf am 06.12.2013

      Nach den angekündigten Sturm und Schneeverwehungsvorwarnungen fuhren Stephan und ich heute für euch nach Mörsdorf um dort die Lage zu beurteilen.

      In exponierten Lagen bildete sich eine 1cm hohe Schneedecke aus



      So schön kann HDR sein



      Felder leicht mit Schnee bezuckert

    • Da meine Stiefel heute vom Nikolaus verschont blieben und mir die Zeit mehrere Freiräume zuließ, dachte ich mir "Sei's drum, fährst mal in den Südharz".
      Nach dem Mittag startete ich, während Sturmböen immer noch über's Land peitschten. Nördlich von Nordhausen wurde es dann langsam weiß und erste Stauniederschlagserscheinungen ließen Schnee fallen -> immer mehr, immer mehr, immer mehr... Bei Hohegeiß (um 600m üNN) ging ich eine Runde spazieren, wenngleich es zum fotografieren sehr schwierig war (Sturmböen, Schneefall...). Trotzdem machte ich ein paar Bilder. Die Schneedecke will ich allerdings nicht mit einer cm-Zahl angeben, da es durch den Sturm zu Verwehungen und schneefreien Stellen kam. Im Wald lagen aber geschätzt 10-15cm.

      Hier ein paar Eindrücke...







      Aktuell 'versinkt' die Hainleite auch im Schnee, es schneit und weht weiter und >2cm (in der Höhe und nicht in der Breite) liegen schon. ^^

      Grüße, Maurice