Monatsthread J A N U A R 2014

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    • Schönes Abendrot, Stephan!

      @Marcel: Ich bin gespannt, ob sich ein Vorstoß der Kaltluft mit Schneefällen um einige Tage verschiebt oder gänzlich fern bleibt (was die Kurzfrist anbelangt: wetterturnier.de/phorum5/read.php?2,12123,12123#msg-12123). Am Ende haben wir Anfang April wie 2007 blühende Rapsfelder und frühsommerliche Temperaturen.
    • Thema des Tages
      HELGA vs. BENJAMIN - ein "trübes" Pärchen

      Es ist nur wenige Tage her, dass ich in einer Frittenbude entspannt
      eine Zwischenmahlzeit konsumierte, als am Nebenstehtisch plötzlich
      jemand blökt: "So ein Scheißwetter!" - Was war passiert? Eigentlich
      nichts. Bedeckter Himmel mit Wolkenuntergrenze bis fast zu den
      Schuhsohlen (was nicht nur akademisch, sondern auch praktisch "Nebel"
      bedeutet), dazu anhaltender Nieselregen und 5 Grad plus.

      "Scheißwetter" eben, was auch der Verfasser - von Berufs wegen
      eigentlich zur Neutralität verpflichtet - so gesehen hat. Nun könnten
      kritische und besonders wetterresistente Zeitgenossen einwerfen, was
      man sich denn aufrege. Richtig, der genannte Wetterzustand ist in
      unseren Breiten per se keine Besonderheit. Das Problem ist nur (und
      das ging offensichtlich auch dem Frittenbudenbesucher auf den Geist):
      Dieses Wetter stellt im Winter 2013/14 in einigen Regionen fast schon
      die Regel dar.

      Nun ist an dieser Stelle schon mehrfach und in verschiedenen Facetten
      - sei es klimatologisch, sei es prognostisch, sei es im Indikativ
      oder im Konjunktiv - über diesen Winter philosophiert worden, so dass
      jetzt und heute kein weiteres Kapitel dazukommen soll. Es wird nur
      ganz nüchtern versucht, die Frage zu beantworten, wie sich das Wetter
      in den nächsten Tagen entwickelt.

      Um hier eine Antwort zu geben, sollte man sich erst einmal kurz die
      Ausgangslage vor Augen führen. Aktuell (Donnerstag, 16. Januar 2014)
      liegt Deutschland zwischen dem kräftigen Tief HELGA unweit von Irland
      und dem nicht minder kräftigen Hoch namens BENJAMIN über Skandinavien
      (siehe dazu auch die Wetterkarte von Donnerstag, 00 UTC; rechts bei
      "Thema des Tages" auf [mehr] klicken).

      Vereinfacht gesagt, verfolgen
      beide Druckgebilde unterschiedliche Interessen. Während BENJAMIN
      versucht, kalte Frostluft aus Nordosteuropa auch in unseren Regionen
      zu platzieren, schaufelt HELGA milde und feuchte Luft aus südlichen
      Breiten bzw. von der Biscaya (nicht gerade als Eismeer bekannt) in
      Richtung Mitteleuropa. Schaut man sich das Ergebnis dieses
      atmosphärischen Duells an, so findet man durchaus Parallelen zum
      "richtigen" Leben: Die Dame hat den längeren Atem und setzt sich
      letztlich durch. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es am
      heutigen Donnerstag im Osten und Nordosten (etwa von Vorpommern bis
      hinunter ins östliche Sachsen) bei Temperaturen um oder etwas über
      dem Gefrierpunkt vorübergehend mal schneit oder etwas Schneeregen
      fällt. Ansonsten ist in Deutschland aber eher herbstlich anmutende
      Tristesse mit einem Überangebot an Grau, zeitweiligem Regen oder
      Nieselregen und positiven Temperaturen angesagt, die im Westen an der
      einen oder anderen Stelle sogar die 10-Grad-Marke knacken. Einzig in
      Alpennähe sowie in Teilen des Alpenvorlandes kommt die Sonne dank des
      einsetzenden Föhns zu einigen substanziellen Einsätzen.

      Betrachtet man nun die Wetterentwicklung der nächsten Tage, so stellt
      man zunächst fest, dass uns das Duett HELGA/BENJAMIN weiterhin
      erhalten bleibt. Unter dem Strich bedeutet das weiterhin reichlich
      Gewölk bzw. auch Nebel oder Hochnebel. Viel Niederschlag fällt
      allerdings nicht: Am Freitag im Süden und Südosten zeitweise etwas
      Regen oder Sprühregen, Schneefallgrenze 1300 bis 900 m, am Samstag
      und Sonntag im äußersten Norden und Nordosten etwas Regen oder
      Nieselregen. Einige Aufheller in Form von Auflockerungen oder gar
      sonnigen Abschnitten gibt es am ehesten im Westen und Südwesten und
      am Wochenende an den Alpen, wo es erneut föhnig wird, sowie in den
      Hochlagen des Bayerischen Waldes. Temperaturmäßig bleiben wir für
      Mitte Januar im deutlich überdurchschnittlichen Bereich mit
      Tagesmaxima von 5 bis 11 Grad. Einzig im Südosten sowie in Gebieten
      mit zähem Nebel bleibt es etwas frischer.

      Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Ab Sonntag bekommt der BENJAMIN
      einen kleinen Push, will heißen, das Hoch verstärkt sich etwas,
      während Tief HELGA gleichzeitig geringfügig schwächelt. Die Folge:
      Die Strömung dreht auf östliche Richtungen und besonders in den
      Nordosten strömt vorübergehend etwas kältere Luft, so dass dort nicht
      nur die Temperatur zurückgeht (Tagesmaxima um 0 Grad oder etwas
      darüber), sondern es zeitweise auch schneien kann. Evtl. ist hier und
      da auch gefrierender Regen dabei, allerdings ist es derzeit für
      Detailvorhersagen noch zu früh.

      Diese Aussage gilt übrigens auch für die Wetterentwicklung in der
      kommenden Woche. Nur soviel für den Augenblick: Es sieht weiterhin
      nicht nach einem nachhaltigen Wintereinbruch aus. Vielleicht bekommen
      insbesondere die höheren Berglagen immer mal wieder Schnee ab,
      ansonsten stehen die Zeichen aber eher auf trüb und nasskalt -
      Scheiß-, oder um die Schärfen der deutschen Fäkalsprache mal etwas
      abzumildern, Schmuddelwetter eben...


      Dipl.-Met. Jens Hoffmann
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 16.01.2014

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Ja das Schloß in Gotha ist schon einzigartig."GOTHA ADELT" der Werbespruch der Stadt....
      Besonders die Kasematten (frühbarocke Wehranlage) da, sind sehenswert.Ebenso die überaus reichen Kunstschätze im Schloß.
      Wie hats dich Markus, denn dahin verschlagen ? Immerhin stammen die Vorfahren des englischen Königshauses aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha.

      WIKI zu Queen Victoria anno 1900:

      .... Republikanische Bewegungen erhielten Auftrieb, zum Teil als Reaktion auf Victorias andauerndes Trauern und dem längeren Rückzug nach dem Tod ihres Gatten Albert von Sachsen-Coburg und Gotha im Jahr 1861.[64]
      Victorias Sohn Edward VII. wurde 1901 der erste Monarch des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha. Sein Sohn George V. änderte jedoch 1917 den Familiennamen wegen der antideutschen Stimmung in der Bevölkerung während des Ersten Weltkriegs in Windsor.""
      Zitat Ende

      ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
      Das Wetter:

      Sibirien streckt seine Zunge gen Westen aus.
      Bis zum Donnerstag/Freitag haben wir in Thüringen und den vorgelagerten "Posten" :-) mal einen Hauch von Winter.Schnee wird eher wenig fallen, der Wintersport im Thüringer Wald fällt wohl dieses Jahr ganz aus....wer weiß.Warnung an alle Wintersportanlagenplaner dort ..!Das ist ein Esel der nicht mehr lange galoppiert in Lagen unter 1200m in den nächsten 20 jahren.

      Nachts sind bis Freitag schonmal -5 bis -9 Grad hier und da möglich.Tags um 0 bis -2 Grad.
      Die Menschen in der Uckermark in Brandenburg müssen allerdings mehr heizen.

      Zum nächsten Wochenende wiederum ist die Kaltluft schon wieder langsam auf dem Rückzug...dann gibt es Nachts - 3 Grad und Tags bis + 4 Grad.
    • Marcel-HOF schrieb:


      Wie hats dich Markus, denn dahin verschlagen ?

      Ich habe mich RonnyEF angeschlossen an diesem Wochenende. Ich schicke dir einen Bilderlink per PN.

      Marcel-HOF schrieb:


      Sibirien streckt seine Zunge gen Westen aus.
      Bis zum Donnerstag/Freitag haben wir in Thüringen und den vorgelagerten "Posten" :-) mal einen Hauch von Winter.Schnee wird eher wenig fallen, der Wintersport im Thüringer Wald fällt wohl dieses Jahr ganz aus....wer weiß.Warnung an alle Wintersportanlagenplaner dort ..!Das ist ein Esel der nicht mehr lange galoppiert in Lagen unter 1200m in den nächsten 20 jahren.

      Nachts sind bis Freitag schonmal -5 bis -9 Grad hier und da möglich.Tags um 0 bis -2 Grad.
      Die Menschen in der Uckermark in Brandenburg müssen allerdings mehr heizen.

      Zum nächsten Wochenende wiederum ist die Kaltluft schon wieder langsam auf dem Rückzug...dann gibt es Nachts - 3 Grad und Tags bis + 4 Grad.

      Grundsätzlich ist dir Recht zu geben, wobei das "Modellstraucheln" momentan so ein unsicherer Faktor ist, dass mir die Mittelfrist zu wage ist. Mal schauen wer am Ende siegt, die Kaltluft aus Ost oder die Atlantikdröhnung.

      Markus


      Das vergaß ich zu posten:

      Thema des Tages
      Wann kommt der Winter?

      Gestern wurden in Garmisch-Partenkirchen frühlingshafte 15,9 °C
      gemessen. Der Januar ist bisher 4,9 Grad zu warm und somit bis jetzt
      der zweitwärmste seit den Wetteraufzeichnungen. Und auch der Dezember
      war deutlich zu warm.

      Ursache dafür war, dass sich Anfang Dezember über Kanada ein
      Kaltluftpol gebildet hat. Diese kalte Luft floss ständig über
      Neufundland bis in den Westatlantik aus. Dadurch konnten sich
      zwischen Neufundland und Grönland immer wieder kräftige
      Tiefdruckgebiete bilden, die ostwärts ziehen und Europa auf ihrer
      Ostflanke mit einer südwestlichen Strömung mit milder Luft versorgen.
      Diese Strömungskonstellation ist die Ursache für die meist deutlich
      zu milden Winter in Mitteleuropa. Sie hält in diesem Winter seit
      Mitte Dezember im Wesentlichen mit nur kleinen Modifikationen an. So
      war der Winter bis auf eine kurze kühle Periode Anfang Dezember in
      den meisten Gebieten Mitteleuropas bisher ein Totalausfall. Setzt
      sich diese Witterung weiter fort, so könnte es in den Mittelgebirgen
      der schneeärmste Winter seit mindestens 1990 werden.

      Doch wie geht es mit unserem Winter weiter? Wird es jetzt kalt? Wenn
      der Winter im Dezember und Januar ausbleibt, kommt er dann im Februar
      oder sogar noch im März? Oder kann der Winter auch total ausfallen?

      Die bereits erwähnte Strömungskonstellation ist sehr stabil. Der
      Kaltluftpol befindet sich weiterhin über Kanada. So führen
      atlantische Tiefdruckgebiete auf ihrer Ostflanke auch weiter milde
      Luft aus Südwesten Richtung Europa. Aber zur Wetterlage im Dezember
      gibt es einen eventuell entscheidenden Unterschied: über Sibirien und
      Skandinavien hat sich Kaltluft angesammelt, die sich an der
      Südostflanke eines Skandinavienhochs langsam Richtung Mitteleuropa in
      Bewegung setzt. Diese Luft streift den Osten Deutschlands, sodass es
      dort bereits ab heute leichten Dauerfrost und im weiteren Verlauf
      auch etwas Schnee geben kann. Aber auch im übrigen Deutschland gehen
      die Temperaturen auf ein für die Jahreszeit normales Niveau zurück.
      So wird es mit einem rekordwarmen Januar voraussichtlich nichts
      werden. Ob sich die Kälte dann zum nächsten Wochenende bei uns
      einnistet, oder ob sich erneut mildere Atlantikluft durchsetzt kann
      man derzeit noch nicht sagen.

      Über den Februar und den März lässt sich mittels Wettermodellen keine
      Aussage treffen. Denn einen groben Wettertrend kann man nur maximal
      bis zu 10 Tage angeben. Bemüht man aber die Statistik, so stellt man
      fest, dass in den Jahren, in denen der Dezember und der Januar
      deutlich zu warm waren, in nur etwa 35 % der Fälle der Februar oder
      der März zu kalt wurden. Dabei ist das Spektrum recht weit gefächert.
      Der Winter 2011/2012 verlief zum Beispiel im Dezember und Januar bei
      ähnlicher Zirkulation wie in diesem Winter deutlich zu warm. Anfang
      Februar führte dann ein Russlandhoch kontinentale Arktikluft zu uns,
      die für einen der heftigsten Kaltlufteinbrüche seit den
      Aufzeichnungen sorgte. Bei Temperaturen bis zu -29 °C wurden in
      Deutschland zahlreiche Rekorde gebrochen. Nach dem rekordwarmen
      Winter 2006/2007 hielt die warme Wetterlage sogar bis Mai an. Dies
      zeigt, dass noch alles möglich ist. Ein Winter ohne Kaltlufteinbruch
      mit Schnee bis in tiefe Lagen ist jedoch sehr selten. Selbst im
      Rekordwinter 2006/2007 gab es Ende Januar zumindest eine kalte Woche,
      in der es auch im Flachland Schnee gab. Zum Beispiel fiel im Winter
      1989/1990 ab Mitte Dezember im größten Teil Deutschlands überhaupt
      kein Schnee mehr, sodass es nicht das erste Mal wäre, wenn der Winter
      auch in diesem Jahr in tiefen Lagen schneefrei bliebe.

      Dipl.-Met. Christian Herold
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 20.01.2014

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Doch noch ein winterlicher Eindruck im Januar-2014-Thread, WAHNSINN :grins

      Die Schneehöhen sind aktuell noch zum "dahin schmelzen":

      4 cm Artern
      2 cm Neuhaus
      2 cm Gera/Leumnitz
      2 cm Siegmundsburg
      2 cm Stützerbach
      1 cm Viele Andere...

      Quelle: DWD/thueringer-wald.com

      Siehe auch: Aktuelle Schneehöhen

      Bis zum Montag dürfte teilweise die 10cm-Marke gerissen werden.
    • Kleines Tief mit Schnee in der Nacht zum Sonntag

      Ein kleinräumiges Tief zieht in der Nacht zum Sonntag von Nordwesten kommend in Richtung Alpen. Die damit verbundenen Niederschläge fallen bis ins Tiefland als Schnee. Besonders nach Westen dürften die Schneefälle durchaus ergiebig ausfallen, je weiter nach Osten umso schwächer und weniger Neuschneezuwachs. Das letzte Wort ist da aber noch nicht gesprochen.

      Hier ein kleiner Modellvergleich:

      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich


      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich


      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich

      Markus
    • Ja genau, mal abwarten was da so heute Nacht an Schnee runterkommt.
      Zumindest in Westthüringen zwischen Eichsfeld-Inselsberg und Rhön sind 5 - 10 cm im Bereich des Möglichen.In Ostthüringen wird es mit jedem Km nach Osten zu... fast nichts mehr oder ein paar Krümel.
      Aber wir haben ja noch die Nacht zu Montag und den Montag........denn:

      Am Montag selbst, soll dann von Westen nochmal eine Front mit Schnee in evtl. nicht ganz unerheblichen Mengen heranziehen,aber diese bringt dann auch erstmal wieder etwas mildere Luft mit so das wir zu Anfang der Woche leicht in den Plusbereich, mit Schmuddeltauwetter im Tiefland kommen können.

      Zum Ende der kommenden Woche sieht es dann wieder nach einer leichten Abkühlung mit Werten Tags um 0 und Nachts im mäßigen Frostbereich aus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marcel ()

    • Sehr imposant, Rüdiger!

      Letzte Nacht kam ordentlich was runter für die diesjährige Wintersaison.

      In Klammern Schneehöhe von gestern in cm:

      15 (7) Neuhaus/Rwg.
      12 (3) Schmücke
      11 (9) Artern
      9 (0) Leinefelde
      9 (3) Erfurt/Bindersleben
      9 (0) Eisenach
      8 (0) Meiningen
      8 (4) Gera/Leumnitz

      Quelle: DWD

      Hier auch nochmal die Tiefstwerte der privaten Stationen gestern. Das Temperaturgefälle ist auch in Thüringen zw. Werratal und Altenburger Land weiterhin gegeben.


      Mit der nächsten in der Nacht zum Montag übergreifenden Okklusion des schottischen Orkantiefs bekommen wir nochmal eine Ladung Neuschnee. Fällt der Schnee zunächst in mäßiger bis kräftiger Intensität bis ins Flachland, wird durch die mitgeführte mildere Luft mit Frontdurchgang mehr die flüssige Phase erwartet: Aufgrund der gefrorenen Böden könnte dann zusätzlich gefr. Regen ein Thema werden, was auch wieder sehr vom Timing abhängt bzw. wieviel Salz schon auf die Straßen gekippt ist... Tagsüber im Tiefland mehr Matsch, in den Bergen weiterhin winterlich.

      Markus
    • Hier ein schönes Posting zur weiteren Wetterentwicklung: Alles auf Anfang?

      Glücklicherweise ist die folgende Karte noch relativ weit weg, aber +10°C 2m-Temperatur Mitte Februar? Nicht doch!


      Mal schauen, wie lange sich das Durchgreifen vom Atlantik hinzieht. Die nächsten Tage erstmal weiter Gedümpel mit tagsüber antauender Schneedecke, nachts wieder gefrierender Schneedecke bzw. Matschreste.

      Markus
    • Thema des Tages

      Deutschlandwetter im Januar 2014:

      ...
      Besonders trockene Orte im Januar 2014**
      1. Platz Schmieritz-Weltwitz (Thüringen) 13,0 l/m² 36 Prozent
      2. Platz Bucha (Thüringen) 14,2 l/m² 39 Prozent
      3. Platz Erfurt-Bindersleben (Thüringen) 14,8 l/m² 59 Prozent

      ...

      Hermann Kehrer
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 02.02.2014

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Witterungsrückblick Neuhaus am Rennweg

      Dieses Mal ein etwas kürzerer Rückblick – es gab einfach nicht viel Bemerkens- und Erwähnenswertes.
      Kurz gesagt – es dominierte bis auf wenige Ausnahmen windschwache Milde hier oben, nur der Ausklang des Monats etwas frostig.
      Der Januar war deutlich zu mild und über eine lange Strecke sehr lind – doch gab es schon wärmere (1975 0,6°C, 2007 0,4°C).
      Er war viel zu trocken – jedoch gab es schon niederschlagsärmere (1990 0,9 Liter pro Quadratmeter, 1972 17,0).
      Er war viel zu trübe – aber es gab schon sonnenscheinärmere (2013 10,3h, 2010 17,2h).
      Er war sehr schneearm – und trotzdem gab es auch hier noch dürftigere Jahre (Maximum 1990 10 cm, 1996 17 cm und nur acht Zentimeter Neuschnee).
      Bis zum 19. Januar lag der Monat sogar noch auf Rekordkurs, Mitteltemperatur bis dahin plus 1,1°C, eine Abweichung von 4,8°C! Klägliche Schneereste an versteckten dauerschattigen Orten zum Ende der ersten Dekade, in maritimer Subtropikluft gab es am 07. und 09.01. mit 6,8°C die Höchsttemperaturen des Januar, am 08.01. betrug das Tagesminimum (!) 5,1°C.





      Überhaupt nur zwei Eistage in den ersten beiden Dekaden, Minimum in diesem Zeitraum minus 4,2°C am Neujahrstag. Der im letzten Witterungsrückblick angesprochene Zeitraum ab dem 18. Januar mit statistisch zunehmender Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke erwies sich auch in diesem Jahr als nicht falsch – jedoch in äußerst bescheidenem Maße. Die ab dem 19. Januar diagonal von Nordwest nach Südost verlaufende Luftmassengrenze zwischen maritimer und kontinentaler Polarluft tangierte unsere Region mit ihrer kalten Seite nur am Rande,
      aber immerhin stieg die Temperatur an den letzten 11 Monatstagen nicht mehr über die Null-Grad-Marke (Minimum am 25.01. mit minus 8,6°C)
      – Winter light. Daneben gab es etwas Neuschnee - welcher aber vorwiegend Dekorationscharakter hatte.




      Immerhin reichte dann die Schneedecke ab dem 27. von hier oben maximal 20cm für zwar nicht optimale, aber annehmbare Langlaufbedingungen aus. Man wird sehr bescheiden. Sicher der schönste Tag des Monats der 30.Januar, fast sechs Stunden Sonnenschein, Temperatur zwischen minus 1 und minus 6°C.

      Unterm Strich der zweite viel zu warme Wintermonat, mit einer Mitteltemperatur von minus 0,5°C um 3,2°C über dem klimatologischen Mittelwert von 1961-1990, Platz acht in der Rangliste seit 1940 und nahtloser Anschluss an den ebenfalls sehr warmen Dezember des letzten Jahres.







      Trotz der 10 Tage an denen es keinen messbaren Niederschlag gab eine Monatssumme von nur 55 Litern pro Quadratmeter, 52% vom klimatologischen Mittelwert, in nur 12 Jahren seit 1940 gab es im Januar weniger Niederschlag. Die restlichen Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel:
      Sonnenscheindauer 22,5 h (46,3); Frosttage 25 (27); Eistage 13 (17); Bedeckungsgrad 92% (80); relative Luftfeuchte 97% (92); mittlere Windgeschwindigkeit 14 km/h (17); in Böen an 17 (18) Tagen Windstärke sechs und an 2 (6) Tagen Windstärke acht.





      Und der Rest des Winters: Mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70% wird er nach dem bisherigen Temperaturverlauf zumindest durchschnittlich oder überdurchschnittlich warm ausfallen, was sich auch für das Thüringer Schiefergebirge im Zeitraum seit 1987 gut belegen lässt. Und bisher alle zum jetzigen Monatsbeginn vorliegenden Prognosekarten zeigen gleichfalls in diese Richtung, wenngleich kürzere Kaltlufteinbrüche immer mit dabei sein werden.





      Rüdiger Manig / Wetterwarte Neuhaus/Rwg. / 04. Februar