Monatsthread F E B R U A R 2014

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    • Monatsthread F E B R U A R 2014

      Monatsthread FEBRUAR 2014
      [Wetter, Klima und Phänologie in Mitteldeutschland]

      Hier kann folgendes gepostet und gefunden werden:

      - Aktuelle Messwerte und Beobachtungen
      - Besprechungen zur Wetterlage/folgende Wetterlagen
      - Bilder zur Wetterlage (max. 4)
      - wetterbedingte Kurznachrichten / Meldungen

      Für besondere Wetterlagen werden separate Threads erstellt.
    • Vor der Schneeschmelze noch Bilder gemacht !

      Am gestrigen ersten Februar Tag fuhr ich früh am Morgen nach Kleinfurra, dort machte ich bei 3°C folgende Bilder


      Blickrichtung in Richtung Sondershausen


      In der Ferne ist der Frauenberg zusehen

      Später als die Sonne sich noch mal zeigte entschloss ich mich nach Rottleben zufahren,
      es zeigten sich leichte Auflockerungen am Himmel und die Temperatur betrug 7°C .


      Blickrichtung SW

      Freundliche Grüße aus dem Kyffhäuserkreis
      Christian
    • Thema des Tages

      Ein Nachruf...

      Achja ... der Winter hat in dieser Saison wahrlich keinen guten Ruf
      ... zumindest in unseren Breiten. So kam er im Dezember und in der
      ersten Januarhälfte überhaupt nicht in Gang. Dann aber hatte er sich
      einen Plan überlegt, der im Thema des Tages vom 08.01. vorgestellt
      wurde (nachzulesen auf www.dwd.de; auf der rechten Seite unter Thema
      des Tages auf [mehr] klicken).

      Man kann ihm nun auch nicht wirklich vorwerfen, sich nicht bemüht zu
      haben. Er hat tatsächlich alles gegeben und großen Teilen der
      Nordosthälfte mehr als eine Woche Dauerfrost verschafft. Bis fast -20
      Grad hat er die nächtlichen Tiefstwerte heruntergedrückt
      (Bertsdorf-Hörnitz: -19.8°C, Nacht auf den 26.01). Auch tagsüber
      ließen sich einige Orte finden, wo die -10 Grad-Marke nicht
      überschritten wurde. Diese Kälte blieb nicht ohne Folgen ... Flüsse
      wie Oder, Neiße oder Elbe zeigten beträchtlichen Eisansatz und auch
      an der Ostsee ließen sich schon größere Eisflächen ausmachen. Das ist
      doch schon beachtlich, hätte man so etwas doch Anfang Januar
      keineswegs für möglich gehalten. Berlin startete beispielsweise in
      der ersten Januardekade mit einer positiven Abweichung von +6 Grad im
      Vergleich zum vieljährigen Mittelwert. In der letzten Dekade waren es
      hingegen -6 Grad. Was für ein beeindruckendes Comeback mag man sagen.

      Dem gegenüber stehen aber auch die enttäuschten Winterliebhaber in
      den westdeutschen und süddeutschen Gefilden. So rieben sich die
      Bewohner von Köln sicherlich die Augen, als sie bei einem Telefonat
      mit Freunden aus Greifswald von der eisigen Winterstimmung mit
      nächtlichen Tiefstwerten von -16 Grad gehört haben. Das konnte man
      sich doch kaum vorstellen, angesichts der Tatsache, dass es in
      Köln-Stammheim nicht in einer einzigen Januarnacht für Frost gereicht
      hatte. Auch der Frankfurter Stadtbürger war bestimmt mehr als
      überrascht, als er von dem Inselbewohner im Borkum erfuhr, dass
      dieser bei 20 cm Schnee mit den Skiern die Brötchen vom Bäcker geholt
      hat. Wie ist das möglich ... gab es in Frankfurt abgesehen von einem
      nächtlichen Flockenwirbel, doch nicht einmal eine Schneedecke im
      gesamten Monat...

      Der Winter hat es tatsächlich nicht überall hin geschafft. Der
      Atlantik hat ordentlich dagegen gehalten und die Mittelgebirge
      stellten zusätzlich eine Art natürliche Barriere dar. Die Kaltluft,
      die vor allem in den unteren Luftschichten anzutreffen war, hatte es
      reichlich schwer diese Trennlinie gestützt von den Ausläufern des
      Atlantiks, zu überqueren. Im Südwesten und Westen war es nichts mit
      dem Winter, was auch die beachtlichen Monatsabweichungen von bis zu
      +4 Grad zeigen. Der klug geschmiedete Plan ist also nicht vollständig
      aufgegangen.

      Und nun scheint es dem Winter endgültig an den Kragen zu gehen. Die
      aufmerksamen Leser der Themen des Tages haben sicherlich schon mit
      großer Aufmerksamkeit den neuerlichen Wintereinbruch in den USA aus
      den Medien entnommen. Damit war nämlich klar: "Das war's wohl". Denn
      diese Kaltluftausbrüche, die sich nachfolgend auch über den Atlantik
      ergießen, fachen die Tiefdrucktätigkeit zwischen Island und den
      Britischen Inseln an.

      Damit stellt sich nun also das alte Muster ein, das wir so gut vom
      Dezember und der ersten Januarhälfte kennen. Wenn man zufällig die
      letzten 2 bis 3 Wochen nicht im Lande war, könnte man meinen, es
      hätte sich nichts geändert. Ein kräftiges Tief nach dem anderen
      beschert den Britischen Inseln nicht nur viel Regen, sondern auch
      wieder einiges an Wind. Der Alpensüdrand bekommt durch die häufige
      Südanströmung infolge des Anstaus viel Niederschlag und teils große
      Neuschneemengen. Diese haben sich beispielsweise am vergangenen
      Wochenende je nach Höhenlage auf 40 cm bis fast 1 m angehäuft.
      Stattdessen hat sich der Schnee am Nordrand der Alpen immer mehr in
      Wohlgefallen aufgelöst.

      Und wie schaut es bei uns aus? Der Winter macht einen Abschied auf
      Raten. Bereits in der vergangenen Woche ging es los, als der dritte
      oder vierte Anlauf des Atlantiks auch im Osten vorübergehend den
      Frost abdrängen konnte. Mit den noch tief gefrorenen Böden und der
      noch nicht weit entfernt liegenden Kaltluft, kämpfte sich die kalte
      Jahreszeit im Laufe der Woche nochmal zurück. Aber das war nicht mehr
      als ein kurzes Zucken. In dieser Woche geht es dem Winter nun
      endgültig an den Kragen. Das osteuropäische Hoch und die Kaltluft
      werden nach Russland abgedrängt. Gleichzeitig greifen vermehrt
      Tiefdruckgebiete auf Deutschland über und führen mit einer südlichen
      bis südwestlichen Strömung milde Luftmassen zu uns. Es ist also
      alles, wie wir es schon einmal hatten und der Kälteeinschub wirkt wie
      ein Fremdkörper im sonst milden Witterungsverlauf.

      Freilich ... man soll den Winter nicht frühzeitig für beendet
      erklären. Der Februar ist noch lang und auch der Märzwinter war in
      den vergangenen Jahren häufiger zu Gast. Aber glauben Sie wirklich,
      dass der Winter nach all den Niederlagen und all der Schmach in
      dieser Saison noch einmal zurückkommt? Warten wir es ab!

      Dipl.-Met. Marcus Beyer
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 03.02.2014

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Der Lee des Thüringer Waldes lässt seit dem Morgen nördlich des Gebirges die Sonne scheinen, während sich die Schauer im Luv, auf der Süd/Südwestseite stauen und dort ihre Ladungen abladen. Mal schauen, ob die Labilisierung am Nachmittag noch mehr auf die nördlichen Gebiete übergreift...

    • Guten Abend,
      heute konnte man seit langem mal wieder konvektive Eindrücke festhalten. Zunächst zogen gegen Mittag Schauer über's Land, die das eine oder andere Graupelkorn abwarfen.

      An der hellen Farbe der Niederschlagsstreifen erkannte man, dass auch Graupel dabei war...



      Dann fing es nochmal zu regnen an und die Sonne kam zum Vorschein. Herrlich!


      (Pano)

      Die Rückseite zeigte dann sogar noch ein paar Mammaten.



      Grüße von der Hainleite,
      Maurice
    • Ich fuhr heute mal mit dem Rad durch die Gegend und nahm meine Kamera mit.

      Zunächst fand ich den Moment interessant, in dem Teile von Erfurt unter einem Niederschlagskern lagen. (stark gezoomt)


      Im Wald war es recht matschig, so dass ich schnell wieder das Weite suchte. Fand ich es? Ich weiß es nicht.
      Recht überrascht war ich, als ich am westlichen Horizont etwas entdeckte, was ich schon länger nicht mehr sah.

      Ich machte gleich mal ein Panorama...


      Schnell kam diese Schauerstaffel näher und die Wolken wurden wahrlich dunkler.


      Ja, kann man schon als Böenfront bezeichnen. (180° Pano, ohne Zoom)


      5min nach diesem Panorama fegten starke Böen über die Höhen der Hainleite, begleitet von kurzem Graupelniederschlag.
      Time to say goodbye...

      Grüße, Morris
    • Guten Abend,

      ich war heute mit Marco im Kyffhäuserkreis unterwegs (vorwiegend um Technik zu testen). Wir starteten bei Wendelstein (was zu Sachsen-Anhalt gehört).

      Die Sonne war noch hinter dem Hügel und nur die Wolken wurden angeleuchtet:


      Als sie aufgegangen war, begab ich mich mal unter die Brücke (HDR):


      Wir kundschafteten ausgiebig die Gegend nach Chasingpoints aus (die später mal in eine neue Karte kommen):


      Da auf dem Gelände des Kyffhäuserdenkmals momentan freier Zugang herrscht, genossen wir die Landschaft:


      Marco machte viele Versuche mit seinen neuen Filtern (Ergebnisse werden wohl folgen).

      Grüße und schönen Abend + Sonntag!

      Markus
    • [video]http://www.youtube.com/watch?v=0FBUbchYRug[/video]

      Pressemitteilung
      vom: 27.02.2014

      Deutscher Wetterdienst
      Pressestelle

      Deutschlandwetter im Winter 2013/14
      Extrem mild, erheblich zu trocken, kaum Schnee, aber viel Sonne

      Offenbach, 27. Februar 2014 – Von Anfang Dezember bis Ende Februar herrschte fast durchweg die gleiche Großwetterlage: Sturmtiefs zogen unaufhörlich von Westen her über den Nordostatlantik und bogen mit ihren Niederschlagsgebieten über den Britischen Inseln nach Norden ab. Deutschland befand sich dabei meist im Einflussbereich der mitgeführten milden Meeresluft, was zu einem völlig außergewöhnlichen Winter führte. Trotz der regen Tiefdrucktätigkeit über Westeuropa war es uns insgesamt sonnenscheinreich, erheblich zu trocken und extrem mild. Außer einer knapp zweiwöchigen Schnee- und Frostperiode im Norden und Osten Deutschlands blieb richtiges Winterwetter Mangelware. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

      Viertwärmster Winter seit Messbeginn im Jahr 1881


      Die Durchschnittstemperatur der drei Wintermonate Dezember, Januar und Februar lag mit 3,3 Grad Celsius (°C) um 3,1 Grad höher als das Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961-1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981-2010 betrug die Abweichung +2,3 Grad. Damit ist dieser Winter der viertmildeste seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Nur im letzten Januardrittel herrschte im Norden und Osten für fast zwei Wochen Frostwetter. Bertsdorf-Hörnitz in der Oberlausitz meldete dabei mit -19,8°C den bundesweit niedrigsten Wert. Im Westen und Süden Deutschlands zeigte sich der Winter dagegen praktisch überhaupt nicht. So sank das Quecksilber in Frankfurt-Westend nicht tiefer als -0,8°C und in Köln-Stammheim wurde nur eine einzige Frostnacht gezählt. Häufige Südwinde führten am Alpennordrand immer wieder zu Föhn. Dabei stieg die Temperatur am 25. Dezember in Piding, nordöstlich von Bad Reichenhall, auf 19,3°C und am 15. Februar in München-Stadt sogar auf 19,4°C.

      Insgesamt sehr trocken - im Westen und Süden verbreitet kein Schnee

      Mit rund 122 l/m² blieb der Winter um 33 Prozent unter seinem Soll von 181 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Niederschläge traten zwar häufig auf, die Mengen waren jedoch meist gering. So kamen im Einzugsgebiet der Sächsischen Saale gebietsweise nur etwa 40 l/m² zusammen. Mehr als zehnmal soviel erhielten dagegen einige Orte im Schwarzwald: Baiersbronn-Ruhestein meldete am 15. Februar mit 48,1 l/m² die insgesamt größte Tagessumme. Im Westen und Süden fiel, wenn überhaupt, nur sehr wenig Schnee. So konnte sich z.B. in Düsseldorf, Köln, Trier, Saarbrücken, Frankfurt, Stuttgart, Würzburg und Nürnberg an keinem einzigen Tag eine Schneedecke bilden.

      Im Gegensatz zum letzten Winter diesmal besonders viel Sonne

      Dem ungewöhnlich trüben Winter 2012/13 folgte diesmal das genaue Gegenteil: Mit durchschnittlich etwa 190 Stunden Sonnenschein wurden 123 Prozent des Klimawertes erreicht. Der Alpennordrand, vom württembergischen Allgäu bis in den Chiemgau, wurde mit rund 340 Sonnenstunden besonders verwöhnt. Im Westerwald, Thüringer Wald und in der Eifel waren es dagegen örtlich nur wenig mehr als 110 Stunden.

      Das Wetter in den Bundesländern im Winter 2013/14* (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

      ...

      Thüringen: In Thüringen errechneten die DWD-Experten diesmal bei 3,1°C die größte positive Temperaturabweichung vom Soll (-0,6°C). Die Niederschlagsmenge von rund 85 l/m² (159 l/m²) fiel gering aus. Das Einzugsgebiet der Saale, im östlichen Thüringen, war mit nur rund 40 l/m² das trockenste Gebiet Deutschlands. Die Sonnenscheindauer betrug in Thüringen etwa 173 Stunden (148 Stunden). Meiningen gehörte im Winter mit rund 110 Stunden zu den bundesweit sonnenscheinärmsten Stationen.

      ...

      *Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitenwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.

      Hinweise:
      Die bundesweiten Spitzenreiter bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer finden Sie jeweils am zweiten Tag des Folgemonats als „Thema des Tages“ unter www.dwd.de.

      Als Ergänzung zu der aktuellen Pressemitteilung stellt der DWD Ihnen diesmal ein Video aus seinem TV-Studio zur Verfügung. Darin erläutert Pressesprecher Dipl.-Met. Andreas Friedrich die Zahlen und Fakten für den Winter 2013/14 anhand einiger aktueller Grafiken. Das Video finden Sie im Internet unter www.youtube.com/DWDderWetterdienst.

    • Hier noch mal alles im Überblick

      Deutschlandwetter im Winter 2013/14:

      Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

      Erste Auswertungen der Ergebnisse von 2 000 Messstationen des
      Deutschen Wetterdienstes (DWD) in ganz Deutschland

      Besonders warme Orte im Winter 2013/14*
      1. Platz Köln-Stammheim (Nordrhein-Westfalen) 6,6°C Abweich. +3,1 Grad
      2. Platz Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) 6,5°C Abweich. +3,8 Grad
      3. Platz Duisburg-Baerl (Nordrhein-Westfalen) 6,4°C Abweich. +2,8 Grad

      Besonders kalte Orte im Winter 2013/14*
      1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) -1,1°C Abweich. +2,8 Grad
      2. Platz Reit im Winkl (Bayern) -0,3°C Abweich. +2,5 Grad
      3. Platz Deutschneudorf-Brüderwiese (Sachsen) -0,3°C Abweich. +1,6 Grad

      Besonders niederschlagsreiche Orte im Winter 2013/14**
      1. Platz Baiersbronn-Ruhestein (Baden-Württemberg) 477,5 l/m² 91 Prozent
      2. Platz Baiersbronn-Mitteltal (Baden-Württemberg) 427,1 l/m² 68 Prozent
      3. Platz Freudenstadt-Kniebis (Baden-Württemberg) 394,5 l/m² 77 Prozent

      Besonders trockene Orte im Winter 2013/14**
      1. Platz Rockendorf (Thüringen) 37,8 l/m² 37 Prozent
      2. Platz Kahla (Thüringen) 38,1 l/m² 31 Prozent
      3. Platz Schleiz (Thüringen) 39,0 l/m² 39 Prozent


      Besonders sonnenscheinreiche Orte im Winter 2013/14**
      1. Platz Attenkam (Bayern) 347 Stunden 154 Prozent
      2. Platz Leutkirch-Herlazhofen (Baden-Württemberg) 336 Stunden 133 Prozent
      3. Platz Kempten (Bayern) 335 Stunden 133 Prozent

      Besonders sonnenscheinarme Orte im Winter 2013/14**
      1. Platz Meiningen (Thüringen) 110 Stunden 83 Prozent
      2. Platz Bad Marienberg (Rheinland-Pfalz) 114 Stunden 74 Prozent
      3. Platz Manderscheid (Rheinland-Pfalz) 115 Stunden 81 Prozent

      Bergstationen oberhalb 920 m NN sind hierbei nicht berücksichtigt.

      * Jahreszeitenmittel und Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt

      ** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
      Jahreszeitenwertes zum vieljährigen Mittelwert der jeweiligen Station
      (normal = 100 Prozent)

      Meteorologe Hermann Kehrer
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 02.03.2014

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Gefühlt war es sicher der mildeste Winter seit wer weiß wieviel Jahren – in der Realität war es dann zumindest der zweitmildeste seit Bestehen der Wetterwarte. Vor sieben Jahren – sowohl mit oder ohne November betrachtet – war alles noch im Durchschnitt um ein paar Zehntel wärmer. Ohne November steht dem damaligen Winter mit einer Durchschnittstemperatur von 0,8°C der diesjährige mit einer solchen von 0,3°C gegenüber. Jedoch – im Winter 2006/07 fiel etwas mehr Schnee, ein kurzer Vergleich, in Klammern die Werte von 2006/07: Neuschneemenge bisher 128cm (151cm), gefallen an 44 Tagen (52) und davon an 8 Tagen mehr als 5 cm (11). Man muss natürlich erwähnen dass es 2007 im März nach nur noch verbliebenen Schneeresten zu Monatsbeginn es noch einmal in der letzten Dekade eine Schneeauflage von 30 cm gab – und es wurden Loipen gelegt. Dementsprechend etwas Geduld – ob es wirklich der schneeärmste Winter werden wird zeigt sich erst Anfang April. Denn im ebenfalls schneearmen Wendewinter 1989/90 fielen an 41 Tagen nur 137 cm Neuschnee…. Das bisherige Schneemaximum dieses Winters stammt mit 29 cm von Anfang Dezember – sollte es dabei bleiben wäre dies ein neuer Negativrekord.




      Und der vergangene Februar nun selbst? Mit einem Temperaturmittel von 0,7°C war er gegenüber dem klimatologischen Mittelwert um 3,7°C zu warm, aber kein Rekord. In der Statistik seit 1940 landet er dicht hinter den Jahren 2002, 2007 und 2008 auf Platz 8.
      Was man auf Grund dieser Zahlen und auch der allgemeinen Debatte über immer mildere Winter dagegen nicht vermuten würde – temperaturmäßig war der Februar in den letzten Jahren gegenläufig dem Trend eher wieder auf einem absteigenden Ast. Der Vergleich der Zeiträume von 1987- 2000 und 2001 – 2013 zeigt dies deutlich: Mitteltemperatur 1987 bis 2000 minus 1,7°C, 2001 bis 2013 minus 2,7°C.




      Letztlich setzte sich im letzten Wintermonat weiter fort was in den beiden vorangegangenen schon stark ausgeprägt war – atlantischer Tiefdruckeinfluss, gleichwohl in unserer Region vorwiegend in schon erheblich abgeschwächter Form. Sehr oft war die „Winkel-Westlage“ die dominierende Wetterlage, die von Westen vom beeindruckenden Tiefdruckzentrum über dem Atlantik herangeführten Fronten wurden unter immer stärkerer Abschwächung über Mitteleuropa nach Norden umgelenkt. Absolute Fehlanzeige in diesem Winter – schneebringende Nordwestlagen.
      So war es ähnlich wie im Januar wieder ein meteorologisch sehr ruhiger und kaum Spannung aufweisender Monat. Die größten Aufreger sind schnell zusammengefasst:
      Nummer Eins > Die Kaltfront des von der Deutschen Bucht nach Südskandinavien ziehenden Sturmtiefs QUMAIRA überquerte uns am Nachmittag des 07.Februar und brachte neben einem starken Graupelschauer die stärkste Windböe des Monats – 20,2 Meter pro Sekunde, Windstärke 9 beginnt bei 20,5 Meter pro Sekunde. Nummer Zwei > Randtief TINI II zog als sogenannter Schnellläufer am 13.Februar mit eben jener charakteristischen Geschwindigkeit über Deutschland hinweg und brachte uns am Nachmittag innerhalb von drei Stunden 10 cm Neuschnee. Allerdings bei einer Temperatur von minimal 0°C – die Neuschneemenge reduzierte sich mit jedem Höhenmeter nach unten drastisch. Zumindest für einige Tage bei einer nun maximalen Schneehöhe von 26 cm örtlich recht annehmbare Langlaufbedingungen.




      Neben der vielleicht geringsten maximalen Schneehöhe gibt es aber schon jetzt einen neuen Rekord für die Wintersaison: Seit Bestehen der Wetterwarte gab es in den bisher vergangenen 83 Wintermonaten noch nie ein so hohes Monatsminimum – nur minus 3,8°C im vergangenen Februar, gemessen am 05. des Monats.
      Wärmster und sonnigster Tag wurde der 24. Februar – bei einer Sonnenscheindauer von 10,1 Stunden wurde in erwärmter Meeresluft eine Höchsttemperatur von 8,6°C erreicht.




      Alle restlichen Klimawerte, in Klammern die vieljährigen Mittelwerte: Niederschlagsmenge 69 Liter pro Quadratmeter (76), Sonnenscheindauer 44 Stunden (75); Frosttage 21 (24), ein Eistag (13), relative Feuchte 92 % (89), Bedeckungsgrad 79 % (78), mittlere Windgeschwindigkeit 4,7 Meter pro Sekunde(4,5); Tage mit ein Böen Windstärke sechs 19 (16), mit Windstärke acht 2 (5).
      Und das letzte Gewitter konnten wir hier oben nun mehr vor schon über einem halben Jahr am 25. August beobachten – es wird Zeit dass die neue Saison auch bei uns beginnt.




      Vorerst scheint aber alles erst einmal in einen frühlingshaften März hinauszulaufen, ein markanter und nachhaltiger Kälteeinbruch ist anhand der Prognosen vom heutigen 03.März nicht erkennbar – obwohl er ab dem 12.März nicht gänzlich auszuschließen ist.


      Rüdiger Manig / Deutscher Wetterdienst / Wetterwarte Neuhaus/Rwg.
    • Auch ich habe einen Teil des Abends damit verbracht mal eine ganz kleine Auswertung vorzunehmen. Es handelt sich dabei um die Temperaturverläufe der letzten beiden Monate von der Messstation an der Saaleaue in Jena, dazu mit dem direkten Vergleich des gleichen Zeitraumes aus dem vorherigem Jahr. Dazu habe ich aus jeweils 8496 Messwerten (10-Minuten-Takt) die jeweiligen 59 Tagesmittelwerte errechnet, sowie Kurven der Tageshöchst- und Tagestiefsttemperaturen erzeugt.
      Zum einen kann man im Vergleich gut die allgemein höheren Tages-Temperaturen erkennen, zum anderen aber auch, dass in diesem Jahr die Differenzen zwischen Tag und Nacht wesentlich deutlicher ausfallen als im Vorjahr. Das die Differenzen im Vorjahr durchweg so gering sind, erklärt sich u.a. dadurch, dass es ein sehr sonnenarmer Winter war - heißt, die Einstrahlung am Tage war stark durch eine geschlossene Wolkendecke geblockt. Im Gegenzug verhinderte die Wolkendecke aber sicherlich auch nachts ein Stück weit das Entweichen vorhandener Wärmeenergie. Gerne dürfen sich dazu auch die Experten äußern, falls das so nicht korrekt sein sollte oder es andere interessante Informationen aus den Diagrammen zu entlocken gibt.
      Zu guter Letzt noch die Mittelwerte über alle Messwerte: für die 59 Tage ergibt sich für 2013 ein Mittelwert von 0°C und für 2014 ein Mittelwert von 3,4°C. Dazu ist anzumerken, dass Jena generell einer der wärmsten Städte in der Region ist und somit die Mittelwerte zum Umland abweichen.



    • Landgraf|Jena schrieb:

      , dass es ein sehr sonnenarmer Winter war - heißt, die Einstrahlung am Tage war stark durch eine geschlossene Wolkendecke geblockt. Im Gegenzug verhinderte die Wolkendecke aber sicherlich auch nachts ein Stück weit das Entweichen vorhandener Wärmeenergie.

      Vielen Dank für diese Auswertungen!

      Das mit der Wolkendecke ist richtig, Thema Gegenstrahlung.

      Mehr habe ich auch nicht hinzuzufügen.

      LG

      Markus