Thread Schwergewitterlage 17.07.-19.07.2015

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    • Thread Schwergewitterlage 17.07.-19.07.2015

      Am Freitag und Samstag ist mit einem kurzen und intensiven Vorstoß subtropischer Luftmassen mit einer kurzen Hitzewelle zu rechnen, die am FR/SA das Thermometer auf über 30°C treiben wird, Höhepunkt wohl eher Freitag.

      Gleichzeitg ist von Westen her zunächst am Freitag, insbesondere aber wohl am Samstag mit einer neuerlichen Schwergewitterlage zu rechnen. Die Parameter lassen derzeit wieder heftigere Entwicklungen zu, die mit großem Hagel, Windböen bis zu schwerer Sturm- oder Orkanstärke, hohen Blitzraten und Starkregen verbunden sein können.

      Näheres dazu Morgen Abend (DO).

      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
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    • Morgen (DO) im Bergland einzelne, z.T. kräftige Schauer, höchstens vereinzelt mal mit Blitz und Donner.

      Freitag hätte zwar das Potential zur Schwergewitterlage, aber ob dieses umgesetzt, ist derzeit mehr als fraglich. Vieles spricht gegen die Auslöse, einzelne Überraschungen kann man aber zum aktuellen Zeitpunkt auch nicht ausschließen.
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007
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    • Update 16.07.2015, 22:00 Uhr:

      Schön sieht es aus in den Modellen, aber zu viel Unsicherheit ist mal wieder mit dabei - feinstes Nowcasting steht morgen (FR) an. Eine tropische Luftmasse mit Höchstwerten über 30°C, gerne auch um die 35°C liegt morgen über uns. (Sehr) hohe CAPE-Werte, Gehalt an niederschlagbarem Wasser, mäßige bis hohe Scherung überlappen sich zu ziemlich ungünstigen Zeiten, sodass wir zur Hautpgewitterzeit am Nachmittag/Abend schon wieder das Gebiet der überlappenden Labilität/Scherung hinter uns lassen, da dies weiter nach Osten gedrängt wird. Ein Hebungsantrieb fehlt leider, Fronten bleiben für uns noch außen vor. Die Gefahr von Konvergenzen ist sicherlich gegeben, kann dann aber nur live betrachtet werden. Fakt ist, löst etwas aus, stehen sämtliche gute Paramter bereit - bei rascher Verlagerung etwaiger Zellen ist Starkregen sicherlich dabei, aber auch großer Hagel, schwere Sturm- bis hin zu Orkanböen.

      Ein potentielles (weiteres) Schmankerl steht für die Nacht zum Samstag bereit: Ein kleines Randtief könnte dann von Frankreich kommend nordostwärts ziehen. Es könnte in der 2. Nachthälfte und am Samstagmorgen für Thüringen noch eine Rolle spielen. Mögliche Begleiterscheinungen wie oben.

      Der Samstag zeichnet sich derzeit eher für den Süden und Osten Thüringens ab. Hier ist mir Näheres aber noch zu unsicher, aber auch mehr nach Sachsen und Bayern.

      Updates folgen bei Bedarf. Überraschungen sind nicht auszuschließen.
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    • Wie erwartet, hat uns die labile Luftmasse bereits wieder nach Nordosten hin verlassen. Bodennahe Feuchte sammelte sich an einer Konvergenz, die für ein paar vereinzelte Regentropfen und einen bewölkten Vormittag über Thüringen sorgte. Hohe CIN-Werte, die von Südwesten her weiter abtrocknende Luftmasse, sowie (zunächst) fehlender dynamischer Antrieb sollten Konvektion in den nächsten Stunden (heute) unterbinden.

      Was an der Kaltfront passiert (Wellenbildung?), bleibt abzuwarten, sollte uns aber erst frühestens ab der Nacht zum Samstag interessieren. Dazu später ggfs. mehr.

      @Ronny: Wie kamst du auf kleinkörnigen Hagel?
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    • Update 17.07.2015, 18:50 Uhr:

      In den vergangenen Stunden und aktuell bildet sich über Zentral-/Ostfrankreich ein flaches Hitzetief im Bodendruckfeld, wie es gestern von den Modellen simuliert wurde. Die Isobarenkarte zeigt dabei den typischen Gewittersack (Ausbuchtung der Isobaren nach Süden) in der feuchtwarmen/-heißen Südwestströmung:


      Quelle: Meteociel

      Ebenso ist eine Konvergenz eingelagert (leider nicht gleicher Termin wie oben):

      Quelle: Veraflex

      Dieses Randtief zieht in der Nacht quer über Deutschland hinweg und und könnte die in der 2. Nachthälfte für Gewitter sorgen.

      Weitere Details zu Samstag und Ausblick auf Sonntag dann später.

      Markus
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    • So, es ist später, daher mehr:

      Aktuell ist etwas Labilitätsgewölk aufgekommen (Ac flo), was immerhin noch für genügend Instabilität in der mittleren Troposphäre sprechen sollte. Zudem sind im Bodendruckfeld wieder vermehrt konvergente Strukturen auszumachen, das Randtief neigt sich in unsere Richtung. So gesehen besteht zumindest eine gewisse Chance auf einzelne entkoppelte Auslösungen in der Nacht. Die Modelle halten sich jedoch erwartungsgemäß mit Niederschlagssignalen zurück, bei ICON und in den Regionalmodellen des GFS (WZ-WRF, Janeks WRF) sind einzelne Schauer angedeutet, lediglich GFS selbst ist etwas forscher in der Modellierung von Gewittersignalen. Genaueres dürfte sich bereits in den nächsten Minuten zeigen, ob und wenn ja, wo es auslöst. Insgesamt würde ich aber eher von sehr vereinzelten Entwicklungen ausgehen.

      Für den Samstag tagsüber werden kaum noch Signale für Gewitter gerechnet. Im Südosten Thürigens ist die Wahrscheinlichkeit noch etwas höher, aber auch dort fraglich. Eventuell kann vor der eigentlichen Kaltfront je nach Einstrahlung noch etwas (geringe - mäßige) Labilität aufgebaut werden. Das ICON zeigt vereinzelte Signale diesbezüglich, aber auch das ist wie schon die nächtlichen Entwicklungen mit einem großen Fragezeichen zu sehen.

      Derweil steht ein neuer Spieler auf dem Platz, der aktuell zumindest noch die höchsten Wahrscheinlichkeiten für Gewitter aufweist. Das betrifft den Sonntag. Mäßige Labilität überlappt sich mit mäßiger bis guter Scherung. Näheres dazu wieder in der Zukunft, wenn konkretere Infos zur Verfügung stehen. Vieles hängt natürlich auch von der Entwicklung morgen ab.
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    • Guten Morgen,

      wie erwartet löste das Randtief in der 2. Nachthälfte Gewitter im Südwesten aus, deren Cluster in der 2. Nachthälfte Thüringen erreichten, uuuuund: sich abschwächten. Einzig der 2. Cluster heute Morgen brachte wohl den äußersten Südzipfeln noch ein paar Gewitter. Wie geht es weiter?

      Um 5 Uhr heute Morgen lag die Kaltfront bereits auf einer Linie Hamburg-Hannover-Rhein-Main:


      Im Tagesverlauf kommt die Kaltfront nur sehr langsam südostwärts voran. Die Vorhersage des gestrigen ICON-Laufes zeigt die Kaltfront nachmittags über Mitteldeutschland:


      Im Vorfeld der Kaltfront lagert weiterhin eine recht labile Luftmasse in halbwegs gut gescherter Umgebung. Dabei simulieren die Modelle recht gute Labilitätswerte sowie passable Windscherung. Hebung sollte im Vorfeld der Kaltfront kein Problem darstellen. Das Setup ist favorisiert für Multizellen, die sich gut organisieren können, eventuell könnten auch vereinzelt Superzellen dabei sein (deep layer shear zw. 10 und 15 m/s², Helizität nach O/SO zw. 150 und 200 m^2/s^2). Ich rechne mit Starkregen, Hagel bis 3cm sowie lokalen Downbursts/Windböen in Sturmstärke.

      Die Niederschlagssignale der Modelle zeigen dabei einheitlich ein Aufleben von Niederschlägen - ergo konvektiver Aktivität - ab den Mittagsstunden/früher Nachmittag von Westen/Südwesten her, die sich bis zum Abend über Thüringen ostwärts verlagert. Beispiele:


      Quelle: Meteociel


      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich

      Fazit: In der 2. Tageshälfte Gefahr vereinzelter, im Verlauf auch verclusternder Multizellen (Superzellenpotential eher zu Beginn der ersten Entwicklungen) mit Starkregen, Hagel, vereinzelt Downbursts und Sturmböen. Sollte Estofex noch kommen rechne ich mit einem Level 1.


      In der 1. Nachthälfte deutet sich eine vorübergehende Beruhigung der Wetterlage an, ehe in der 2. Nachthälfte zum Sonntag von Südwesten her ein größeres konvektives Gebiet übergreift, dass am Sonntagmorgen Thüringen beeinflussen dürfte. Die Kaltfront samt Luftmassengrenze hat dabei mehr oder weniger die Mitte Deutschlands überquert. Laut Modellen kommt es dann durch Bildung eines Bodentiefs über Frankreich am Samstag, dass sich nachts nordostwärts über Nordwestdeutschland bewegt. Somit kommt die zunächst nach Südosten gedrängte Luftmasse wieder rückwärts in gang. Der Gewittercluster dürfte somit im Warmsektor anzutreffen sein. Da dieser Cluster am Morgen/Vormittag den Freistaat erreicht/streift, rechne ich aufgrund der ungünstigen Tageszeit für Konvektion eher mit anfangs gewittrigem Regen (inkl. eingbetteter Starkregenzellen) und im Verlauf einem Rest-Regengebiet dass ausregnet. Das letzte Wort, auch über die exakte Zugbahn, ist dabei noch nicht gesprochen. Es gibt Lösungen, dass Thüringen komplett getroffen wird, andere wiederum zeigen nur den Westen/Nordwesten. Wir werden sehen.

      Sonntag:


      ...liegt die Luftmassengrenze bzw. wellende Kaltfront über der Mitte Deutschlands. Sie trennt unter zunächst schwachem Hochdruckeinfluss kühlere und stabile Luft im Nordwesten von feuchtlabiler Warmluft im Süden. Im Bereich und südlich der Luftmassengrenze wird im Tagesverlauf erneut Konvektion ausgelöst. Bedingt durch einen Kurzwellentrog, der über den Norden schwenkt, wird die Luftmassengrenze wieder südwärts gedrückt:




      In der instabilen Luft mit moderaten CAPE-Werten, jedoch moderater bis guter Scherung sind abermals Multizellen zu erwarten, die bevorzugt in der 2. Tageshälfte von Südwest nach Nordost ziehen und dabei wieder zu Verclusterung, aber auch linienhafter Organisiation tendieren. Näheres dazu sicherlich erst Morgen.

      Markus
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    • Nur auf die Schnelle ein paar Bilder zu der heutigen Superzelle bei Delitzsch. Es gab großen und teilweise auch viel Hagel, Überschwemmungen und Sturmschäden.



      Die Hagelkörner erreichten Größen um 4cm.





      Der Bericht zu der Zelle kommt dann morgen Abend.

      Grüße, Maurice
    • Nabend,

      Bin am späten Nachmittag bei den M&M's (Markus und Marcus) zugestiegen. Wir fuhren grob zwischen Droyßig und Zeitz hin und her ;-)
      Gegen Abend näherten sich zwei spannende Zellen (eine südöstlich von Jena, eine im Süden von Naumburg). Bei Droyßig entstanden diese Bilder:


      Richtung Südwesten


      Richtung Nord/Nordwest

      Die Entwicklung ging dann Schlag auf Schlag. Die nördlichere Zelle intensivierte sich auf unserer Höhe und brachte folgende Struktur hervor:


      Der Struktur und Bewegung der Zelle zu urteilen, würde ich hier eine Mesozyklone mit kurzzeitig deutlich ausgeprägter Wallcloud vermuten.
      Nebenbei gabs immer mal wieder einen halben oder ganzen Regenbogen:



      :winken
      LG Marco
    • Auch von mir ein kleines Bild vom selben Punkt wie bei Maurice mit der Superzelle bei Halle, kurz bevor ich ihn zufällig dort traf:



      Danach setzte wieder meine Flucht vor den RFD-Winden ein, die mir erstmal Baustellenzäune und Äste in den Weg warfen, später haufenweise Staubaufwirbelungen, am nächsten Standort konnte ich kaum die Autotür halten... Imposanter Eisschirm bei Abzug der Zelle... leider recht schnell von südlich gelegenen Cumuli verdeckt...

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    • WOW, was für Eindrücke des heutigen Tages! Danke an Alle!


      Update für Sonntag, 19.07.2015

      Es wird wieder spannend - und das bereits am Sonntagmorgen! Wie erwähnt greift in der Nacht von Frankreich kommend ein Tief über, dass morgen ostnordostwärts in Richtung Polen zieht. Die Gewittercluster sind bereits über Frankreich zu erkennen:


      Diese Cluster werden sich im Verlauf noch zu einem größeren Cluster vereinen, der via Westdeutschland in die Mitte-/Norddeutschland einsteuert. Die letzten Modellläufe zeigen dabei eine nördlichere Zugbahn als die Vorläufe, sodass maximal der Westen/Nordwesten Thüringes tangiert und die übrigen Gebiete außen vor gelassen werden (letztes Wort noch nicht gesprochen!). Blick auf GFS, ECMWF, EURO4 und HIRLAM für Morgen, 08 Uhr MESZ:

      Quelle [2]: WetterOnline MItgliederbereich

      Im Bereich dieses Cluster können gerade zur labilen Seite (wo Thüringen liegt) Gewitterzellen eingebettet sein. Im Bereich dieses gewittrig durchsetzten Regengebietes ist mit hohen Regenmengen zu rechnen (6h-Mengen zw. 20 und 30 l/m², mit Gewitterzelle dazu auch mehr punktuell mehr). Von der Zugbahn dieses Tiefs samt Cluster hängt die weitere Entwicklung am Tag ab. Vorstellbares Szenario am Morgen/Vormittag ist, dass sich zum Süd-/Südostende Gewitterzellen besser entwickeln und organisieren können, ehe die nördlichen Zellen in den Cluster übergehen. Zieht der Cluster so wie in den Modellen, besteht die Möglichkeit einer ersten Gewitterzone vom Südwesten über Thüringer Becken nach Nordwesten (sehr unsicher!).

      Tagsüber herrschen hohe Scherungswerte an der Süd- und Südostflanke des Tiefs sowie ein starker Mid-Level-Jet mit Bft. 10. Entsprechend springen die Superzellen- und Tornadoparamter an, gerade am Vormittag bis in die Nachmittagsstunden:

      0-1 km shear: 10 - 20 m/s
      0-6 km shear: 20 - 25, teils 30 m/s
      Helizität: 100 - 150, im WRF teils bis 200 m^2/s^2



      Quelle: ESTOFEX


      Quelle: Lightningwizard

      Blick auf den Wind um 11 Uhr MESZ:

      Quelle: wetter3

      Besonders der Mid-Level-Jet in 700 hPa aus Südwest fällt auf, hier wird Bft. 10 (schwere Sturmstärke erreicht). Es ist somit mit einer raschen Verlagerung der Zellen zu rechnen und besonders mit Sturm-, schweren Sturm- bis hin zu Orkanböen durch Herabmischen im Umfeld von Gewittern! Was die Labilität anbelangt liegen wir nach wie vor ein in einer feucht-warmen Luftmasse auf der labilen Seite der Kaltfront, die quasi quer über der Mitte Deutschlands liegt. Die Frage wird nun sein, wieviel CAPE aufgebaut werden kann - ohne Cluster sollte durchaus noch die 1000er-Grenze gerissen werden, ansonsten stehen aber auch 600 - 800 J/kg bereit, moderate Lapse Rates und ausreichend Feuchte dürften insgesamt für eine gute, aber auch gefährliche Mischung sorgen.

      Am Nachmittag sind weitere Gewitter möglich, wobei Multizellen und Superzellen wie heute möglich sind. Ich rechne bei gutem Timing noch mehr mit organisierten Zellen und kleinen Linien. Auf der anderen Seite kann das morgen auch dahingehend "floppen" ;) dass zu wenig CAPE da ist und zu viel Scherung die Cumuli zerreißt. Es ist also eine ziemlich unsichere Sache in der Entwicklung, da vieles vom Cluster am Morgen abhängt. Das Setup an sich ist besser als heute.

      Ich könnte mir eine Estofex-2 aufgrund der Paramter vorstellen, Polen sieht sicherlich die 3.

      Fazit: Im Bereich des Clusters Starkregen, teils gewittrig durchsetzt, am Südende Neuentwicklungen möglich (unsicher). Tagsüber bei hoher Scherung und moderatem CAPE Multi- und Superzellen ab den Mittagsstunden beginnend rasch von WSW nach ONO, später teils auch Ost, abends gar OSO verlagernd. Gefahren primär Wind (Extremfälle Orkanstärke um 120 km/h, auch sonst schwere Sturmböen um 100 km/h), danach Hagel (teils mittelgroß) und Starkregen.

      Markus

      PS: Gerade gesehen, der DWD hat Vorabinfo Unwetter ausgegeben: LINK
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    • Wie erwartet:



      Storm Forecast
      Valid: Sun 19 Jul 2015 06:00 to Mon 20 Jul 2015 06:00 UTC
      Issued: Sun 19 Jul 2015 00:01
      Forecaster: TASZAREK

      A level 2 was issued for parts of Germany, Poland, Belarus, NW Ukraine and N Czech Republic mainly for the severe wind gusts, large hail, tornadoes and excessive precipitation.

      DISCUSSION

      ...Germany, Poland, Belarus, NW Ukraine...

      Particularly severe weather is expected in the afternoon hours within the shortwave that will pass these countries in the forecast period and provide the great source of lifting mechanism. An overlap of SB CAPE exceeding 1000-2000 J/kg and DLS over 20-25 m/s in the large area extending from central Germany up to Poland is expected to produce widespread severe weather. Around noon, convection should start over Germany and most likely in the form of the supercell thunderstorms produce damaging wind gusts and large to very large hail. An increased 0-1km SRH over 100 m2/s2 and LLS exceeding 10 m/s cannot rule out tornado occurrence within these cells. ...

      Kompletter Text hier: http://www.estofex.org/cgi-bin/polygon/showforecast.cgi?text=yes&fcstfile=2015072006_201507190001_3_stormforecast.xml


      Regen- und Gewitterwecker gleich für WAK/UH/EIC/NDH/KYF:
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    • Nach dem Abzug des Clusters nach (Nord-)Osten stellt sich die Frage, wie das Ausräumen der Warmluft nun erfolgen wird. Die Modelle berechnen da einheitlich ein eher seichtes Ausräumen der feuchtwarmen Luftmasse von Nordwesten her, sodass die Gewittergefahr zum Abend hin immer weiter abnehmen wird.

      Von Südwesten her strömt zunächst noch weiter feuchtwarme Luft ein, aufgrund dichter Bewölkung wird es aber wohl zumindest nicht mehr "heiß" (> 30°C) werden. Ein paar Wolkenlücken würden dann noch etwas Einstrahlung und Labilität zulassen. Genaueres dazu könnte man zwischen 14.30 Uhr und 15.00 Uhr sagen, wenn die Radiosondenaufstiege von Idar-Obenstein und Meiningen feststehen. Jedoch stellt sich außerdem die Frage, welche Hebungsantriebe bereitstehen, die potentielle Labilität auszulösen. Da die Kaltfront nicht in Frage kommt, bleiben z.B. Konvergenzen übrig. Eine liegt rückseitig des Clusters von West nach Ost ausgerichtet über Westdeutschland, allerdings wird diese sich wohl nach und nach weiter nach Norden verlagern, da die Südwestwinde kräftig gegen den rückseitigen Outflow des Randtiefs drücken. Da von Südwesten her zudem bereits Druckanstieg einsetzt, bleiben außer der Orographie und dem Erreichen der Auslösetemperatur (nachmittags bei 26 - 27°C) nicht mehr viele Antriebe übrig.

      De facto ist Letzteres bereits im äußersten Südosten Thüringens geschehen, der dank Einstrahlung am Vormittag bereits jetzt von einer kräftigen Gewitterzelle gestreift wird. Wie es aber im Rest von Thüringen aussieht, bleibt aufgrund erwähnter Unsicherheiten fraglich. Fest steht, sollte es auslösen, stehen bei starken Höhenwinden schwere Sturmböen als Hauptgefahr im Vordergrund.
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