Monatsthread SEPTEMBER 2015

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    • Noch etwas zu Montagabend: mdr.de/thueringen/sued-thuerin…gen-schlammlawine102.html


      :unwettergefahr Am Mittwochabend besteht noch einmal Potential für eine Gewitterlage, die sich durch sehr hohe Dynamik auszeichnet. Dabei kann es wie am Montag zur Ausbildung einer staffelartigen Entwicklung mit Gefahr von schadensträchtigen Winden kommen.

      Hauptdarsteller ist Tief Ex-Henry, dass vom Ärmelkanal in Richtung Nordsee zieht. Im Vorfeld wird noch einmal bisschen Labilität aufgebaut, in der Warmluft könnte sich vor der Kaltfront eine Gewitterstaffel ausbilden. Die Scherungswerte sind eine Hausnummer: Bis zu 15 m/s 0-1 km, 30-40 m/s in 0-6km und hoher Helizität von 200 bis 300 m^2/s^2 sprechen durchaus für Tornados, aber auch durch den kräftigen Oberwind für Sturm-, schwere Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen im organisierten Fall.

      Manko: Laut Modellen kommt die Staffel später rein als am Montag, sodass in dieser Variante maximal der Westen/Südwesten Thüringens es noch etwas heftiger abbekommen würde, je weiter nach Osten umso abschwächender. Das Timing wird morgen entscheiden und sollte aufmerksam verfolgt werden.
    • Puhh, bei der Dynamik morgen reicht auch schon ein kleines bisschen Labilität, um schwere Gewitter auszulösen. Aufgrund der Position des Trogs sollte allerdings der Westen Deutschlands, Ostfrankreich und Benelux mehr Chancen darauf haben. Dort werden sogar CAPEs bis teilweise 1000 J/kg gerechnet. Aufgrund der niedrigen Wolkenuntergrenzen besteht dann hohe Rüsselgefahr in diesem Bereich.

      Ob was Brauchbares (Gewitter) oder eher der klägliche Rest dann noch bis nach (West-)Thüringen überschwappt, wird sich zeigen.
    • +++ UPDATE ZUR GEWITTERLINIE (18:47 Uhr) +++

      Das Radarbild zeigt den großen Gewittercluster in Kommaform derzeit über dem Westen Deutschlands:

      Quelle: WetterOnline

      Dieser brachte über Luxemburg/Frankreich bereits Windböen zw. 90 und 115 km/h. Auch ein Tornado wurde bereits beobachtet (siehe Kommentar). Für Thüringen wird bei nordöstlicher Zugbahn besonders der Südteil des Clusters (derzeit über RLP) etwa ab 20:00 Uhr von Bedeutung sein. Dann ist durchaus mit Böen zw. 85 und 100 km/h zu rechnen sowie mit Starkregen. Je weiter nach Osten im Land, umso später die Ankunft des Clusters und umso abgeschwächter (nich zuletzt auch durch den Thüringer Wald). Die höhere Gefahr also ab 20:00 Uhr für den kompletten Westen und Süden Thüringens.

      More footage coming in from the reported tornado in Charente-Maritime, France!Source; twitter.com/MeteoExpress

      Posted by Meteo Europe on Mittwoch, 16. September 2015


    • nicht ganz aktuell... Doppelregenbogen zum Sonnenaufgang des 17.09. bei Kleinbrembach....

      Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann,
      besteht darin, dass sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt,
      dass es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann. (Douglas Adams)
    • Heute Vormittag auf dem Weg zum Einkaufen hatten wir einen sehr schönen Himmel. Verschiedenartige Wolkenstrukturen waren zu sehen, benennen kann ich nur die Cirren und mehrere, übereinandergeschichtete Lenticularis.

      Aber das Beste waren die irisierenden Cirren.
      Hier ein Handybild auf die Schnelle während der Fahrt gemacht:

      Liebe Grüße von der Deern

      honeysuckle-honeysuniversum.blogspot.de/
    • Hamburger Deern schrieb:

      Heute Vormittag auf dem Weg zum Einkaufen hatten wir einen sehr schönen Himmel. Verschiedenartige Wolkenstrukturen waren zu sehen, benennen kann ich nur die Cirren und mehrere, übereinandergeschichtete Lenticularis.

      Aber das Beste waren die irisierenden Cirren.
      Hier ein Handybild auf die Schnelle während der Fahrt gemacht:


      CIrren sehe ich da eigentlich gar keine, tippe mehr auf Altocumulus (die Schafe wie auch die "leichten" Lentis).

      VG
    • Witterungsrückblick September 2015
      Tief JONAS beendet den Sommer auf den Punkt
      von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

      Akkurat zum meteorologischen Herbstbeginn beendete Tief JONAS am späten Nachmittag des 01.September die Sommersaison, ein tolles Timing. Zwar schnellte die Temperatur noch einmal auf hochsommerliche 24,4°C – der Absturz war dann allerdings sehr nachhaltig.



      Ein Monat in dem es von allem zu wenig gab – Wärme, Sonne, Niederschlag, Pilze…
Jedoch – es war nach zwölf Monaten wieder einmal ein Monat mit einem „Minus“ hinsichtlich der Temperaturabweichung. Nicht arg, mit einer Durchschnittstemperatur von 9,3°C fiel der erste Herbstmonat nur um 0,9°C zu kühl aus, im August 2014 betrug die Abweichung nur 0,6°C. Nach einem wirklich mal richtig zu kalt ausgefallenen Monat muss man weiter zurück blicken – an den März 2013 können sich sicher noch viele erinnern, letzte Märzdekade eine Mitteltemperatur von minus 6,2°C und anschließend noch Dauerfrost bis zum 06.April.
Der September 2015 – ein ruhiger, unauffälliger Monat welcher den vergangenen fantastischen Sommer vielleicht zu abrupt beendete und deswegen schon rein subjektiv „viel zu kalt“ schien. Ein Tropentag noch am 31.August, 30 Stunden später am Morgen des 02.September auf dem Bornhügel nur noch 6,6°C, unmittelbar auf der Grasoberfläche 0,0°C. In Steinach am Vogelsberg Lufttemperatur 1,7°C.





      
Zwischen Hoch LAJANA im Westen und Tief KALLE im Osten wurde vor allem am 
05. und 06. Maritime Arktikluft zu uns gelenkt, die Höchsttemperatur blieb unter 10°C. LAJANA zog dann langsam über Skandinavien nach Osten, zwischen ihr und dem im Westen sich neu gebildetem Tief LEO wurde am Wochenende 12./13. September noch einmal subtropische Luft in unsere Region verfrachtet. Ein letztes spätsommerliches Aufbäumen, mit einem Maximum von 19,9°C wurde noch einmal an der Schwelle zum Bergsommertag gekratzt.

      Nach dem 17.September stieg die Temperatur bis Monatsende nicht mehr über 15°C. An diesem 17. wettertechnisch gesehen wohl der einzige kleine Aufreger des Monats – die Kaltfront des ex-Hurrikans HENRI überquerte uns. Was aber in Frankreich noch zu Böen bis 135 Kilometer pro Stunde und laut Presseberichten auch einzelnen Tornados gereicht hatte zog bei uns mit einer maximalen Geschwindigkeit von 68 Kilometer pro Stunde durch den Windmesser. Das war Windstärke 8, der einzigste Tag im September wo diese erreicht wurde.
Danach wieder ruhig und leicht unterkühlt bis zum Monatsende, der ersehnte Altweibersommer war es somit auf keinen Fall. Erst in den letzten drei Monatstagen konnte man davon sprechen.





      
Hochdruck zum Monatsabschluss: Am 29.September stieg der Luftdruck hier oben bis auf 936 hPa, auf Meeresspiegelhöhe gerechnet 1036,7hPa. Ein für September ungewöhnlich hoher Wert und vielleicht ein neuer Höchstwert. Das überaus starke Hoch NETTI mit Zentrum über Südschweden/Dänemark brachte viel Sonne und trockenkalte Luft. Vereinzelt hatte es gefrorenen Tau schon zuvor gegeben – aber am 28. der erste Reif der Saison. Über unbewachsenem Erdboden lag die Temperatur noch einige Zehntel über Null, direkt auf der Wiese sank sie aber auf minus 2,6°C.
Kältester Tag trotz 9,5 Stunden Sonnenschein der letzte Septembertag, Mitteltemperatur 5,8°C mit einem Minimum von 2,7°C. In Steinach am Vogelsberg dagegen der erste Luftfrost – minus 0,3°C!





      Sehr viel Sonne zum Monatsende und im gesamten September gab es keinen Tag ohne Sonnenschein – allerdings schien sie nur an neun Tagen länger als 5 Stunden, an sechs Tagen waren es immer nur ein paar Minuten. Monatssumme somit nur 111 Stunden, dies entspricht 80% des klimatologischen Mittelwertes.

      Wie anfangs erwähnt der Niederschlag ebenfalls im Minus – 59 Liter pro Quadratmeter bedeuten ein Minus von 22 Prozent und konnten das übers Jahr aufgetretene Niederschlagsdefizit nur noch vergrößern. Ende September beträgt dieses knapp 20 Prozent.
      In der Rangfolge seit 1940 belegt der diesjährige September sowohl bei der Temperatur (Nummer 50) als auch beim Niederschlag (Nummer 53) nur Plätze im tiefen, unteren Mittelfeld.

      Alle restlichen Klimawerte dem gelassen und ruhigen Verlauf des ersten Herbstmonat entsprechend im ganz normalen Bereich (in Klammern die langjährigen Mittelwerte): Relative Luftfeuchte 87% (85), Bedeckungsgrad 68% (68), Tage mit Nebel oder Nebeltreiben 17 (17), Tage mit Gewitter 3 (2), an 9 (10) Tagen gab es Böen der Windstärke sechs.