29.05.2016 - Unwetter in Ilmenau und Würzburg

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 29.05.2016 - Unwetter in Ilmenau und Würzburg

      Hallo liebe TSCler,

      am gestrigen Sonntag stand in Thüringen eine Schwergewitterlage ins Haus. Extofex hatte ein Level 2 über dem gesamten Freistaat und den umliegenden Gebieten berechnet. Viele von uns standen in den Startlöchern und hier im Forum wurde schon im Vorfeld fleißig diskutiert.


      Erste Entwicklungen im Osten

      Ronny und ich brachen 12 Uhr in Richtung Osten auf. Am Erzgebirge hatte sich die erste Zelle des Tages gebildet. Mir persönlich war es etwas zu weit, ich hätte lieber noch etwas abgewartet, ob sich woanders noch was bildet, aber ich bin ja nunmal an Auto und Fahrer gebunden. ;) :(
      Auf der Autobahn überholte uns Markus, der ebenfalls jene Zelle ansteuerte. Entgegen meiner Erwartungen sah die Zelle zwischenzeitlich von der Autobahn her gesehen ganz gut aus. Wir positionierten uns dann an der Abfahrt Chemnitz-Ost. Leider hatte die Zelle ihre besten Zeiten bereits hinter sich gelassen und schwächte sich recht schnell ab:



      Wir sprachen uns kurz telefonisch mit Markus ab, der die Zelle nochmal über die A72 anfahren wollte. Wir warteten erstmal noch ab. Da sich südlich noch eine Zelle anbaute, entschieden wir uns schlussendlich auch für die A72. Durch stockenden Verkehr kamen wir aber nicht sehr schnell voran. Außerdem schwächte sich auch diese Zelle wieder ab.
      Schön anzusehen waren allerdings die dicken Nebelschwaden, die aus den Erzgebirgstälern nach oben aufstiegen. Allerdings gab es zu dem Zeitpunkt keinen geeigneten Standpunkt zum Fotografieren. :I

      So tuckelten wir ab Reichenbach über Landstraßen zurück zur A9.

      Ilmenau - Ortsständige Zelle mit hohen Niederschlagsmengen

      Währenddessen verfolgten wir die Neuentwicklung über Ilmenau. Wieder auf der Autobahn näherten wir uns zügig und positionierten uns zunächst an der Abfahrt Erfurt-Ost. Wie schon vorher in der Shoutbox gelesen, war nur graue Pampe zu sehen. Auch wenn ich es etwas riskand fand, da auf dem Radar nicht ganz ersichlich war, ob die Zelle noch einen Hagelkern hatte, wollte Ronny einen Core Punch auf der A71 wagen. Bei Suhl suchten wir nach einem Standpunkt, um die Rückansicht der Ilmenau-Zelle abzulichten, wurden aber erst an einem Parkplatz zwischen Suhl und Schleusingen fündig. Inzwischen hatte sich die Zelle allerdings auch wieder abgeschwächt (zur Freuder der Ilmenauer, die vor lauter Wassermassen schon nicht mehr wussten, wo vorne und hinten ist):



      Ein bisschen enttäuscht über unseren bisherigen Chasingverlauf pausierten wir zunächst auf dem Parkplatz. Kurz darauf verabredeten wir uns mit Markus, Marco und Carsten und fuhren gemeinsam zum Rastplatz Mellrichstädter Höhe. Von dort sah man in Richtung Südwesten einen Zellenkomplex bei Fulda (vlg. kachelmannwetter.com/de/gewitt…gen/20160529-1625z.html):



      Da wir den nur über Landstraßen oder einen größeren Umweg erreicht hätten, warteten wir erstmal wieder ab und sorgten für unser leibliches Wohl.

      Würzburg - Entschädigung für den Rest des Tages

      Immer wieder behielten wir das Radar im Blick. Daraufhin entschieden wir uns, gemeinsam weiter nach Süden aufzubrechen, um die Zelle abzupassen, die in Richtung Würzburg zog. Baustellen und Stau verzögerten die Fahrt zwar, doch am Ende kamen wir genau im Richtigen Augenblick an die Abfahrt Kitzingen und fanden einen super Standort an einem Feldrand mit Blickrichtung Süden:



      Vor uns lag eine beeindruckende Shelfclous, die ordentlich blitzte (vgl. kachelmannwetter.com/de/gewitt…gen/20160529-1855z.html):





      Wir verteilten uns im Erdbeer- und Gerstenfeld und verfolgten gebannt das Naturschauspiel:



      Durch die fortschreitende Dämmerung kam es immer wieder zu anderen Farben und die Blitze erhellten zusätzlich den Niederschlagskern:




      Von Südosten her baute sich die nächste Zelle an:



      Kurz vor der Weiterfahrt filmte ich die Zelle nochmal kurz. Durch das schächer werdende Licht ist die Bildqualität zwar nich so gut, aber man erkennt gut das Dauerflackern:
      storm-chasing.de/forum/gallery…tzrate-bei-W%C3%BCrzburg/

      Da die Zelle langsam näher kam, verlagerten wir uns noch einmal nordwärts zur Abfahrt Gramschatzer Wald an der A7:



      Da sich der vorgelagerte Regen nun recht zügig nach Norden ausbreitete, brachen wir die Zelte entgültig ab und fuhren wieder auf die Autobahn. Dies stellte sich wenige Minuten später als goldrichtig heraus, als direkt vor uns ein Erdblitz herunterzuckte. Kachelmannwetter bestätigte kurz darauf unsere Vermutung, dass er nicht weit von unserem vorherigen Standpunkt eingeschlagen war (vgl. kachelmannwetter.com/de/blitze…05291955513000011504.html)

      In Kolonne und mittels Funkgeräten in Kontakt bleibend fuhren wir erfüllt von den Eindrücken des Tages zurück Richtung Heimat. Für Ronny und mich waren es am Ende 12 Stunden Chasing und knapp 800km Strecke.

      Retrospektiv muss ich sagen, dass wir vielleicht doch besser die Chemnitz-Zelle hätten ziehen lassen sollen und Abwarten, bis sich näher an uns etwas bildet, das vielversprechender aussieht die besser Taktik gewesen wäre. So waren wir am frühen Abend doch schon recht geschafft vom Tag.
      Im Nachhinein waren wir aber sehr froh, doch noch mit den dreien gemeinsam nach Würzburg gefahren zu sein. Es war für uns das erste Mal wirklich Struktur in diesem Jahr und eine Entschädigung dafür, dass alle anderen Zellen davor immer kaputt gegangen sind, wenn wir darauf zugefahren sind.
      In diesem Sinne einen herzlichen Dank an Markus, Marco und Carsten für das tolle gemeinsame Chasing! Gerne wieder! :winken

      Weitere Bilder und Eindrücke dürfen gerne mit angehängt werden.