16.06.2016 - Superzellen bei Regensburg und Straubing (BY)

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    • 16.06.2016 Superzellen bei Regensburg / Straubing / Deggendorf

      Hallihallo,

      Bin gestern mit Luise, Ronny und Alex nach Bayern aufgebrochen, um Superzellen zu begegnen. Das hat auch Höhe Regensburg und Straubing geklappt - wenn auch knapp! Allerdings blieb uns durch die rasante Verlagerungsgeschwindigkeit der Zellen kaum Zeit zum Fotografieren. Hier das Video:


      Und ein paar Bilder von der Straubing-Superzelle (bestens strukturiert; schadenträchtige Sturmböen durch den RFD (rückseitigen Abwind) -> gemeldet):








      Den Bericht gibt es dann von Luise, Ronny und Aley (danke fürs Filmen und Navigieren!). Ich füge da mein Resümee noch an.
      Liebe Grüße
      Marco



      EDIT BY MOD: Hier ist der Beitrag besser aufgehoben.
      EDIT BY MOD: (nochmal)... Hier ist er noch besser aufgehoben :-)

    • 16.06.2016 - Superzellen bei Regensburg und Straubing (BY)

      Hallo ihr Lieben,

      um einen möglichst vollständigen und chronologisch nachvollziehbaren Bericht zu erstellen, werden Ronny und ich unsere Fotos heute mal in einem gemeinsamen Bericht präsentieren. Da wir viele Fotos während der Fahrt aus dem Auto heraus machen mussten und auf unterschiedlichen Seiten saßen, hat jeder ein paar andere Motive bzw. Blickwinkel abbekommen. Aber seht selbst…

      Gestern verabredeten wir uns mit Marco und Alex für ein gemeinsames Chasing. Da Estofex für Teile Bayerns und Tschechiens ein Level 2 prophezeit hatte, waren das die auserkorenen Zielgebiete. Wo und wie weit weg es uns genau verschlagen würde, hing von der Zellenentstehung und -verlagerung ab.
      Gegen 14 Uhr starteten wir in Jena und fuhren über A4 und A9 in Richtung Hof, dort ein kurzes Stück die A72, um auf die A93 in Richtung Süden zu gelangen. Hinter Selb verweilten wir zunächst an einem Autohof und warteten ab. Alles hing davon ab, ob der starke Deckel durchbrochen werden würde.
      Kurz vor 16 Uhr gab es bei Augsburg das erste Regenecho. Das Gebiet zog auf Ingolstadt zu und blitzte bald auch etwas. Also ging´s wieder ab ins Auto und weiter Richtung Süden. Parallel beobachteten wir auf dem Radar die Entstehung der Passauer Zelle, die sich prächtig entwickelte. „Unsere“ Zelle zog zunächst in Richtung Ingolstadt, dümpelte aber noch etwas vor sich hin.
      Im Osten gab es auf der Fahrt schöne Quellungen zu sehen, teilweise mit mehrschichtigem Pileus.



      Immer wieder mussten wir Baustellen mit Tempo 80 passieren, oder kurz vor uns ausscherende „110km/h-Überholer“ kamen uns in die Quere, so dass wir langsamer als erhofft vorankamen. Kurz vor Regensburg sahen wir dann direkt vor uns den Aufwindteller der inzwischen schon wieder schwächer werdenden Zelle.





      Wieder gab es eine Baustelle, der Niederschlagskern kam immer näher.



      Am Kreuz Regensburg wechselten wir auf die A3 in Richtung Osten. Inzwischen hatte uns der Niederschlag aber voll erfasst (vgl. kachelmannwetter.com/de/gewitt…sburg/20160616-1530z.html). Teilweise mischte sich auch kleinkörniger Hagel unter. Der Verkehr verlangsamte sich zunehmend, an den Seiten unseres Autos spritzen Fontänen, wie ins Marco´s Video ganz gut zu sehen.
      Als wir endlich aus dem Gröbsten raus waren, konnten wir hinter uns den Niederschlagsvorhang sehen.



      An der Abfahrt Rosenhof östlich von Regensburg fuhren wir ab und beobachteten noch den Abzug der Zelle. Außerdem war im Osten wieder eine Quellung mit imposantem Pileus zu sehen.



      Die Basis der nach Nord-Osten abziehenden Zelle verdeckte die Quellung aber zunehmend.



      Aus Süd-Westen kam schon die nächste Zelle auf uns zu. Auf diese hatten wir aber von unserem Standpunkt aus keine sehr gute Sicht aufgrund von Bäumen in der Richtung. Dadurch nahmen wir sie zunächst nicht so für voll und verweilten erst noch ein bisschen bei Rosenhof. Als wir dann wieder auf die A3 fuhren, sahen wir plötzlich das ganze Ausmaß der Zelle, die schon eine Wallcloud ausgebildet hatte.


      Bei Straubing verließen wir die Autobahn und wollten uns kurz nach der Abfahrt einen Standpunkt suchen. Aufgrund unzureichender Navigation unsererseits und fehlenden Einmündungen zum Rausfahren ergab sich dieser aber nicht und wir kamen viel zu weit südlich in Richtung Straubing (dazu später noch etwas). Das von uns inzwischen als HP-Superzelle deklarierte Ungetüm war uns dadurch nun gefährlich nahe gekommen. Marco und Alex stiegen kurz aus, um den entstandenen Horseshoe-Vortex zu fotografieren (Ronny und ich diskutierten derweil über die weitere Navigation). Dann ging es postwendend wieder zurück auf die Autobahn. Ronny und Alex konnten rechts von uns die Basis und den starken Niederschlagskern, der inzwischen auch Hagel enthielt, festhalten.



      An der nächsten Ausfahrt (Bogen) entschieden wir uns doch nochmal für einen kurzen Halt, auch wenn die Superzelle uns inzwischen gefährlich nahe war (vgl. Radar zu der Zeit: kachelmannwetter.com/de/gewitt…bogen/20160616-1640z.html).





      „Zwei Fotos und dann wieder rein!“ mahnte uns Marco. Die Absprache klappte auch wirklich gut, nach nicht mal zwei Minuten saßen wir alle wieder im Auto. Hier sieht man Marco und Ronny zurück zum Auto sprinten:



      Nun hieß es schleunigst da weg kommen! Leichter gesagt als getan. Die nächste Baustelle stand an. Durch starken RFD - also Abwärtswinde an der Zellenrückseite, wie uns Marco erklärte - wurden außerdem die ersten Zweige und Äste auf die Fahrbahn geweht. Die Windböen machten es Marco und auch den anderen Fahrern immer schwerer, die Spur zu halten, zumal in der Baustelle die Spuren zusätzlich verengt waren. Das führte dazu, dass irgendwann alle in der Mitte zwischen rechter und linker Spur fuhren. Kurze Zeit später sahen wir den ersten abgeknickten Baum, der auf der rechten Fahrspur lag (sieht man auch in Marco´s Video).
      Während unserer Flucht fotografierten wir zu allen Richtungen aus dem Auto heraus und filmten mit der GoPro. Im Video ist auch zu sehen, dass über uns bereits Blitze zuckten.

      Blick rechts hinter uns, also in Richtung Straubing (Doppler-Radar zur selben Zeit: kachelmannwetter.com/de/dopple…e-b/20160616-1650z.html):





      Blick nach links. Wir befanden uns nun direkt unter der Zellenbasis:



      Blick aus der Heckscheibe. Hinter uns entlädt sich die Zelle:



      Blick nach rechts hinten:



      Blick nach links hinten. Langsam gewinnen wir Abstand:



      Bei Deggendorf hatten wir endlich wieder genügend Abstand geschaffen:



      Bei Hengersberg verließen wir die A3 und machten erstmal eine Verschnaufpause. Unser Adrenalinpegel normalisierte sich allmählich wieder und wir überlegten, wie es nun weiter gehen sollte. Die Zelle zog immer noch in Richtung Nord-Ost. Dorthin hätte es aber nur kleine Landstraßen durch den Bayrischen Wald in Richtung Tschechien gegeben. Also entschieden wir uns, nach einer kurzen Pause zum Auftanken für Auto und Insassen langsam die Heimreise anzutreten und eventuell noch nach Schäden Ausschau zu halten.

      Der auf die Autobahn gestürzte Baum war inzwischen entfernt worden. Einmal sahen wir die Feuerwehr beim Beseitigen eines Baumes, der anscheinend auf eine Stromleitung neben der Landstraße gefallen war (laut Presse war das in Niederwinkling). Ansonsten lagen nur noch auf der Autobahn kleinere Zweige herum, die Fahrbahn war aber auch schon wieder fast abgetrocknet. Wir hatten eigentlich mit mehr Schäden gerechnet, aber von der Autobahn aus konnte man erstmal nicht mehr sehen. Heute habe ich noch gelesen, dass in einer Schule in Ruhmannsfelden im LK Regen das Dach durch den Hagel schwer beschädigt wurde. Außerdem wurden auch einige Keller überschwemmt (idowa.de/inhalt.wettergott-spi…1d-a20e-639eb3dac162.html).

      Im Vergleich mit anderen in letzter Zeit durch Unwetter gebeutelten Regionen ist der Landkreis Straubing-Bogen aber anscheinend verhältnismäßig glimpflich davon gekommen. Das könnte daran liegen, dass diese Superzelle ziemlich schnell gezogen ist (lt. Kachelmannwetter bis zu 81km/h). Die anderen Zellen in den letzten Wochen waren ja vergleichsweise langsam unterwegs, wodurch es lokal zu größeren Regemengen kam.

      Auf der Heimfahrt konnten wir dann noch schöne Dämmerungsstrahlen sehen. Ein friedlicher Abschluss eines sonst doch recht turbulenten Chasingtages.




      Fazit:
      1.) Absprachen im Team: Wann man mal wieder mit mehreren Personen unterwegs ist, sollte man vorher unbedingt festlegen, wer für Navigation, wer für Radar usw. verantwortlich ist. Gerade bei 3 Personen (+Fahrer) kann man sich da eigentlich gut reinteilen. Das haben wir vorher leider nicht gemacht, was uns dann bei Straubing auf die Füße fiel:
      Alex hatte den Atlas, war aber mit Fotografieren beschäftigt; ich kam mit GoogleMaps zum Navigieren nicht so gut klar und die Höhenprofilkarte lud nicht richtig; Ronny navigierte mit Maps, wo er allerdings nicht gesehen hatte, dass man an seinem auserkorenen Standpunkt garnicht von der Bundesstraße abfahren konnte sondern das nur eine Brücke war und zu allem Überfluss hing noch die Ortung hinterher, wodurch wir eine geeignete Abfahrt verpassten und uns noch weiter Richtung Zelle bewegten ohne wenden zu können…
      Später wollte Ronny Fotos machen, also navigierte ich. Parallel brauchte Marco aber auch Infos zum aktuellen Radar, der nächstgelegenen Tankstelle und eventuellen Staus, was ich nicht alleine alles gleichzeitig raussuchen konnte. Da hätte es vielleicht, wenn einer der beiden rechts raus fotografiert hätte und der andere mit nach Infos gesucht hätte…
      Alles in allem wäre also eine vorherige Festlegung der Aufgabenbereiche eines jeden Mitfahrers sinnvoll gewesen und hätte uns allen glaub ich etwas mehr Ruhe gegeben und vielleicht den Umweg bei Straubing erspart.
      An dieser Stelle danke an Marco, dass du trotz unserer zeitweise verwirrenden und durcheinander geredeten Navigation relativ ruhig geblieben bist! ;)

      2.) Baustelleninfos: Vor geplanten längeren Chasings sollte man sich vielleicht vorher oder zwischendurch während der Anfahrt schon mal über mögliche Baustellen informieren. Diese haben uns an einigen Stellen wertvolle Zeit gekostet und waren u.a. für unseren Core punch bei Regensburg verantwortlich. Bei der Straubing-Zelle sind wir am vorherigen Standort zwar auch etwas zu spät losgefahren, aber wenn man schon weiß, dass auf dem nächsten Streckenabschnitt noch eine oder mehrere Baustellen kommen, kann man solche Verzögerungen vielleicht schon mit einrechnen.

      3.) Ansonsten war es ein tolles Chasing, auch in der größeren Gruppe. Laut Marco war es auf jeden Fall "USA-like". :grins
      Vielen Dank an Marco für das zuverlässige Fahren trotz aller Widrigkeiten!
    • Luise schrieb:

      Fazit:
      1.) Absprachen im Team: Wann man mal wieder mit mehreren Personen unterwegs ist, sollte man vorher unbedingt festlegen, wer für Navigation, wer für Radar usw. verantwortlich ist. Gerade bei 3 Personen (+Fahrer) kann man sich da eigentlich gut reinteilen. Das haben wir vorher leider nicht gemacht, was uns dann bei Straubing auf die Füße fiel:

      Der Fahrer sollte eigentlich auch nur fahren wenn man als Gruppe unterwegs ist. Die Chasing-Logistik (Radar, Route etc.) sollte der mit der meistenn Jagderfahrung machen (Beifahrer). Navigationtstechnisch sollte dem Fahrer eine klare Linie vorgegeben werden. Der Rest kann sich ja zu dritt über die Möglichkeiten besprechen. Wenn der "Hauptnavigator" allerdings zu lange abgelenkt ist (fotografieren), sollte ein Anderer praktischerweise über die weitere Route informiert werden. Zum Fotografieren/Filmen waren ja eh 6 Hände da und die wurden auch genutzt ;)

      Luise schrieb:

      2.) Baustelleninfos: Vor geplanten längeren Chasings sollte man sich vielleicht vorher oder zwischendurch während der Anfahrt schon mal über mögliche Baustellen informieren. Diese haben uns an einigen Stellen wertvolle Zeit gekostet und waren u.a. für unseren Core punch bei Regensburg verantwortlich. Bei der Straubing-Zelle sind wir am vorherigen Standort zwar auch etwas zu spät losgefahren, aber wenn man schon weiß, dass auf dem nächsten Streckenabschnitt noch eine oder mehrere Baustellen kommen, kann man solche Verzögerungen vielleicht schon mit einrechnen.

      Es gibt länderspezifische Baustelleninfos im Netz, die man bei ausreichend Zeit und Anfahrt noch checken kann. Generell rate ich, den Verkehrsfunk im Radio bzw. ins Navi gespielte Daten über Staus und Behinderungen immer parat zu haben, damit sich ggf. noch reagieren lässt.

      Ansonsten toller Bericht, Bilder und Videos. Die lange Strecke hat sich wieder mal gelohnt.

      VG
      Markus
    • 16.06.2016 Superzellen bei Regensburg / Straubing / Deggendorf

      So, nun will ich als letzter im Bunde meine Bilder zu diesem Chasing hinzufügen. Wann, Wo und Was ist von meinen Vorredner schon bekannt, weshalb ich mir Wiederholungen erspare. Bis zumindest auf ein kurzes Fazit. Die Ankunft in/bei Regensburg war eine Punktlandung, wodurch der Wechsel zwischen fotografieren, auf den Verkehr achten, Eindrücke aufnehmen und walten lassen sowie die Flucht ergreifen Hand in Hand gingen.



























      EDIT Markus 22.06.2016/18:45 Uhr: Bilder eingebunden. Bitte für die bessere Übersicht nach dem Upload über den "Papierbutton" neben dem "x" direkt einbinden - ist nur ein Klick. Danke!

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    • Schön, von dir zu lesen und Bilder zu sehen, Alex! Das S/W ist eine gelungene und interessante Abwechslung und mir hat es ebenso das 3. Bild von unten mit dem LKW und den Ästen angetan. Da kommt die Dramatik gut hervor. Aber auch der Rest gefällt mir sehr gut. Das angesprochene Rauschen fällt mir deutlich auf - gewollt?

      BTW hier noch paar Berichte aus der WZ:
      wzforum.de/forum2/read.php?8,3222185
      wzforum.de/forum2/read.php?8,3222584
      wzforum.de/forum2/read.php?8,3223158
    • Hallo, es freut mich sehr, dass meine Bilder bisher Anklang fanden und hoffentlich weiterhin finden. Wie aus meinen vorherrigen Bilderserien bekannt setze ich auf Schwarzweiß. Einerseits als Abwechselung zwischen den vielen farbigen aber hauptsächlich weil ich aufs übelste xD auf Grautöne stehe. "Schwarz ist Farbe genug." habe ich heute irgendwo gelesen. Doch nun zu einer angesprochenen Sache die mir selbst nicht gefällt. Das Rauschen! Vorrangig entstanden durch meinen Willen den gesamten Dynamikumfang aufzunehmen, was sich mittlerweile bei den Tiefen als Rauschfalle Nr.1 erweist. Liegt sicherlich daran das nach 10Jahren der Sensor auch nicht mehr so will oder das mehr als 1,5 Blenden unterbelichtet einfach dies hervorbringt... Zumindest bekomme ich solch ausgewogenen Bilder wie bei eurern neuren Modellen nicht mehr hin, selbst nicht mit RAW. Andererseits liegts auch bissl an der Bearbeitung, da ich auf einen Rauschfilter (aus Faulheit) verzichtet habe.

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