04.09.2016 I Dramfeld (GÖ) I Analyse vom 05.09.2016

    • Tornado bestätigt

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    • 04.09.2016 I Dramfeld (GÖ) I Analyse vom 05.09.2016

      Guten Tag Allerseits,
      Ich hatte das Glück am vergangenen Montag nach dem Verdachtsfall von Haynrode (2013) und Kirchgandern (5/2015) meinen nun 3. Fall in Dramfeld zu untersuchen und mögliche Spuren eines Tornados in detektivischer Kleinarbeit zu Dokumentieren. Diese Arbeit bereitet mir sehr viel Spaß und entfacht immer wieder meine Leidenschaft zum Wetter. Als mich die Meldung "Tornado in Dramfeld" erreichte, hab ich sofort Markus W. und Hr. Sävert bescheid gegeben, dass ich mich darum kümmere. Beide Antworteten sofort mit einem "Super, Danke" und gaben noch den Ein oder Anderen Hinweis.

      Dramfeld liegt etwa 1 Km direkt östlich des Autobahndreiecks Drammetal (A7/A38) und ca 8Km südlich von Göttingen. In dem Ort leben etwa 500 Einwohner. Wie man auf der Karte erkennt verläuft der Ort ziemlich genau längs von West nach Ost, dadurch ziehen sich die Schäden auch durch den gesamten Ort. Insgesamt hielt sich das Ausmaß der Schäden in Grenzen. Es waren hauptsächlich Vegetationsschäden und vermehrt Ziegelbruch.


      Hab mal meinen Notizzettel als Überblick eingescannt. Die kleinen Pfeile zeigen die Verfrachtungsrichtungen an, Kreise das Schadensfeld, Rot bedeutet Schaden am Dach und Grün Schaden an Vegetation, blau gestrichelt = breite der Schneise (! Ist nicht breite des Trichters). Direkte Zugbahn ist noch nicht ganz klar.
      Meine Schadensdoku verläuft von West nach Ost.

      Punkt 1-3: Erste sichtbaren Schäden stellte ich ca 2Km westlich vom Ort fest, quasi links neben der A7. Hier lagen ein paar Zweige.


      4 Ein leicht beschädigter Baum am Ortseingang


      5


      6 Ein beschädigter Vorgarten, viele kleine Zweige abgelagert


      7 Stark beschädigte Baumgruppe, überwiegend linksseitige Verfrachtung (Nord). Hier traf ich auch einen Augenzeugen. Dazu später mehr.




      Hier fand ich stellenweise plattgedrücktes Gras vor




      Blick nach Westen, beschädigte Dächer


      Hier erkennt man ein eventuelles Hauptindiz: Bäume sind nach Norden verfrachtet und Birkenblätter im Vordergrund nach Westen verfrachtet von der Birke im Hintergrund


      8-12Dann ging ich weiter der Hauptstraße durch den Ort. Hier gab es Hauptsächlich Schäden an Dächern. Hab natürlich nicht jede einzelne Ziegel aufgenommen.







      13 Hier noch etwas interessantes. Antenne lag entgegen der Zugrichtung. Kännte aber auch jemand dort so abgelegt haben. Aber..


      ...an der Antenne sind Zweige hängen geblieben


      liegengebliebener Zweig


      Zweig auf einem Dach


      Diese Beeren im Vordergrund wurden auch zurück verfrachtet (West)


      Eine Werbetafel zur Wahl, gefunden im Augerweg, die befinden sich in der Regel an der Hauptstraße.



      Weiter im zweiten Teil...

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    • Beschreibung folgt...
      14 Der Augerweg, hier stehen überwiegend Apfelbäume, teilweise beschädigt oder umgeworfen.


      Ein paar Äpfel waren auf dem Feld verstreut. Dieser ist am weitesten verfrachtet worden. Der nächst gelegene Baum befand sich in Blickrichtung.


      Diese Baumstämme sind älter, aber ein Zweig hat sich in der Rinde verkanntet.


      Beschädigte Ziegeln an der Zugrichtungsabgewandten Seite.


      Diesen Apfel fand ich weit entfernt von Apfelbäumen. Siehe grünen einzelnen Punkt auf der Karte.


      15 Beschädigter Baum und teilweise zerstörtes Maisfeld. Maispflanzen liegen wild durcheinander.






      Etwas östlich lagen noch vermehrt Zweige.


      Im Bereich des Maisfeldes fand ich noch ein Stück durchsichtige Plastikziegel. Das Gebäude dazu konnte ich nicht finden.


      Auf dem Rückweg zum Auto fand ich in ca. Dorfmitte noch einen Apfel aus den Augerweg.


      und nochmal zurückverfrachtete Ziegelstücke.


      Der Augenzeuge beschrieb mir folgendes:
      " Das ganze Geschehen zog sich von West nach Ost durch den gesamten Ort. Man hat gesehen wie Zweige, Laub und andere Sachen in einer Spirale nach oben gesogen wurde. Es dauerte nur wenige Minuten."

      Wenn ich diesen Fall vergleiche, stelle ich fest, dass es sich um einen schwächeren Tornado gehandelt haben muss, als der in Kirchgandern
      Die Kategorierung überlasse ich aber Anderen, denn darin bin ich mir noch nicht so sicher. Mein Tipp ist aber F0.

      Mfg, TSC/Peter

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    • Eine kleine Reflexionen schreib ich auch mal hierzu.

      -Der Ort ist zwar klein, aber man sollte mindesten zu zweit sein. Man läuft sich sonst einen Wolf. Außerdem ist man zeitlich besser gewappnet. Einer läuft beispielsweise die nördliche Schneisengrenze ab und der andere die südliche zurück gemeinsam durch die Mitte.

      -Fotohinweis (West-Ost/Nord-Süd) von Heiko Wichmann und Markus bedarf noch etwas Übung -> ist aber auch nicht immer möglich.

      -Mehr Zeit einplanen, damit man noch weiter das Umfeld des betroffenen Ortes ablaufen kann. Zwecks Anfang und Endr des möglichen Bodenkontaktes

      - Möglichst frühzeitig vor Ort sein.

      Tornado ist bereits bestätigt worden.
    • Habe letztens nochmal YouTube nach diesen Dramfeldfall durchstöbert und noch ein interessantes Drohnenvideo gefunden.
      Hier erkennt man wunderbar die Zugbahn über ein Maisfeld direkt auf den Ort zu. Man hat keine Chance die Schneise im Maisfeld vom Boden aus so zu sehen, ich hatte extra zweimal nachgeschaut.