04.09.2016 I Krobitz/Weira (SOK) Schadensanalyse (inkl. Luftbilder)

    • Tornado bestätigt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 04.09.2016 I Krobitz/Weira (SOK) Schadensanalyse (inkl. Luftbilder)

      Update 10.04.2018: Tornado (F2) bestätigt

      Der 4. Schaden auf der Zugbahn der beständig rotierenden Gewitterzelle ereignete sich in etwa 4km Luftine von Friedebach entfernt in Richtung Ostsüdost in Krobitz, einem Ortsteil der Gemeinde Weira. Markanteste Schäden sind hier die beschädigte Scheune und unweit ein beschädigtes Waldstück. Auffallend ist das in dieses Waldstück Teile des zerstörten Dachs der Scheune (Luftlinie 500-600m von Nordwest nach Südost) verfrachtet wurden.

      Übersichtskarte:



      Der erste Schaden tritt hier an einer Scheune auf, die außerhalb der Ortschaft auf einer kleinen Erhebung steht, von der das Gelände wieder leicht nach Norden hin zum Tal abfällt. In der Ferne befindliche Baumgruppen waren ohne Beschädigung.

      Die Scheune wurde besonders zur Westseite beschädigt und das Wellasbestdach in Mitleidenschaft gezogen. Trümmer liegen neben der Scheune nach Norden und im Inneren.

      Auch hier zwei Lufteindrücke von Torsten Stein (Air-Media&Rescue):

      Dieses Bild zeigt von OSO nach WNW, quasi entgegengesetzt der Zugbahn der Gewitterzelle:



      Blick von Süd nach Nord:



      Nach Westen ausgerichtet ergibt sich folgendes Schadensmuster:

      WSW nach ONO:



      West - Ost:



      Dieses Detail ärgert mich, da ich trotz minutenlanger Betrachtung vor Ort erst auf dem Foto sehe. Es handelt sich an der äußeren linken Säule um das Stück Holz was scheinbar aus dem Stein ragt:



      Gezoomt (würde ja komplett entgegengesetzt der Zugrichtung sein):



      Von einer weiteren Aufnahme noch einmal gezoomt:







      Auf der nach Norden gerichteten Seite liegen noch jede Menge Trümmerteile verstreut (ob das auch nach Süden der Fall war, konnte nicht mehr nachvollzogen werden):





      Die Baumgruppe selbst ist fast unbeschädigt bis auf kleinere/mittelgroße Äste.

      An der nach Osten ausgerichteten Seite ist mir leider nicht bekannt ob an der Vorderkante eine ähnliche Verkleidung wie nach Westen hin angebracht war (vermute es fast nicht). Einige dort abgelegten Dachteile sind stark verbogen, teils wohl vom Ereignis durchlöchert:





      Die Ostseite in Blickrichtung West:



      Im Stroh finden sich diese Holzlatten:



      Die nach Süden ausgerichtete Seite in Blickrichtung WNW:



      Der Besitzer des Hauses nahe dem Waldstück, das gleich näher betrachtet wird, meinte, dass die Teile des Scheunendaches überall verteilt herumlagen.

      Nachdem man den kleinen Ort hinter sich lässt (keine offensichtlichen Schäden bemerkt), fährt man südostwärts an einem Waldstück vorbei, das punktuelle Schäden aufweist.

      Zur Überischt ein Blick nach Norden (die verantwortliche Zelle kam aus WNW, wo auch etwa die Scheune liegt):



      Es fallen bereits in verschiede Richtungen gestürzte Bäume auf:





      ...die punktuell in verschiedene Richtungen liegen:



      Dieser dicke Ast wurde etwa 10m vom eigentlichen Baum in Richtung Nordost abgerissen:



      Etwas hangaufwärts finden sich 2 entwurzelte Bäume:



      ...und dann auch tatsächlich ein weiteres Dachteil der Scheune (hier ca. 500m Luftlinie zum Urspungsort):





      Oben angekommen zeigt sich ein weiterer punktueller Schaden, bei dem Die Bäume interessanterweise nach Südwesten/Westen gefallen sind, also entgegengesetzt zu den Schäden im unteren Teil dieser Baumgruppe:







      Nochmal der Blick von Süd nach Nord:



      Am Rand der Baumgruppe nach Südsüdost zeigten sich auch etliche Beschädigungen. Einige große Äste sind abgerissen, viel kleines Astwerk liegt von Nordwest nach Südost ausgerichtet auf den Feldern:





      Im Ort selbst konnte ich keine Schäden vorfinden. Diese wurden sicher auch schon während der Woche beseitigt. In der OTZ war die Rede von umgestürzten Bäumen, einzelnen Telefonmasten und teilweise abgedeckten Dächern im Ort. Ich konnte davon nichts mehr vorfinden, bin allerdings auch nicht jede Straße abgelaufen.

      Interessant auch die Schilderung in der OTZ, dass eine Rehraufe (diese typischen Holzsitzgruppen mit Dach im Wald) angehoben und unbeschadet in einen Garten wenige Meter weiter abgesetzt wurde. Leider ist mir nicht bekannt geworden, wo das war.



      Fazit: Die Verfrachtungen und das eventuell durchschlagene Holzstück in der Scheune bestärken für mich den Tornadoverdacht. Was die Schäden im kleinen Waldstück angeht, bin ich auf die Einschätzung der Experten gespannt.

      Die Radarsignatur zeigte zw. 18:45 und 19:00 östlich von Pößneck noch Rotation, wenn auch nicht so ausgeprägt wie kurz zuvor im Bereich Friedebach.



      Danke an Torsten Stein für die Luftbilder!

      Markus

      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)