Gewitterthread 02.06. bis 05.06.2017

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    • Hallo zusammen,

      erneut zücke ich das Schreib- und Tippgerät, um ein paar Zeilen zur morgigen Wetterlage zu schreiben. Beim Blick auf die Großwetterlage fällt zunächst auf, dass wir im Verlauf des morgigen Tages auf die Vorderseite eines Langwellentroges über dem Atlantik gelangen. Knapp hinter der Achse des abziehenden Höhenrückens folgt bereits ein Bodentief, dessen Achse morgen von West nach Ost über Deutschland wandert. Im Zuge des damit verbundenen Warmlufteinschubs, der aktuell bereits stattfindet, zieht schauerartiger und mit vereinzelten Gewittern durchsetzter Regen durch West- und Nordthüringen. Man vergleiche dabei auch die Taupunkte in Sachsen-Anhalt mit denen in Hessen. Die Differenz beträgt zum Teil über 15 K:

      kachelmannwetter.com/de/messwe…punkt/20170602-2000z.html

      Auch in der Nacht und am morgigen Vormitag schleift dieser Vorgang über uns. Das Resultat sind weitere schauerartige Regenfälle, die besonders in der Nordhälfte Thüringens auch von Gewittern durchsetzt sein können (entkoppelte Auslöse, daher bitte nicht wundern, wenn trotz fehlendem ML-CAPE schon etwas passiert). Insgesamt wird es ein sehr bewölkter Vormittag sein und der Verlauf ähnelt daher etwas dem vom Dienstag. Der Teufel steckt eher im Detail.

      Danach hängt vieles davon ab, wie schnell das Gewölk ab Mittag abzieht und ob es genug einstrahlt. Wenn das passiert, können bis zu 1.000 J/kg an ML-CAPE aufgebaut werden. Da kaum CIN vorhanden ist und die Tiefdruckrinne am Nachmittag genau über uns liegen soll, sollte es dann ruck zuck mit der Konvektion gehen. Von Südwesten ausgehend kommen kräftige Gewitter auf, die zu Verclusterung neigen. Die Scherung ist nicht besonders gut ausgeprägt, DLS (0-6 km) bleibt unter 20 m/s, was gegen Superzellen spricht. Ich würde aktuell eher von unorganisierten Multizellenclustern bis hin zum MCS gegen Abend ausgehen:

      kachelmannwetter.com/de/modell…itert/20170603-2000z.html

      Entsprechend wäre Starkregen die Hauptgefahr, reichlich Einstrahlung vorausgesetzt kann bei den ersten Zellen auch größerer Hagel (3 cm) nicht ausgeschlossen werden, genaueres müsste man dann den Soundings entnehmen. Sturmböen wären eher zum Abend hin eine Gefahr, wenn durch Outflow reichlich Druck generiert wurde. Ein Update würde ggfs. morgen zum Mittag erfolgen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von chris89 ()

    • Viel konnte ich leider nicht sehen, von 13°° bis 15°° bin ich an die Thüringer Grenze bei Osterhagen und Mackenrode gefahren.

      Karte

      Es grummelt in der Ferne, soll über Lauterberg/St.Andreasberg ziehen


      Ein bischen näher...


      da der Regen einsetzte, fuhr ich nach Osten, Mackenrode. Hier sah ich nur noch den Schauerkern
      Liebe Grüße von der Deern

      honeysuckle-honeysuniversum.blogspot.de/
    • Hallo zusammen!

      Ich habe heute mal ein wenig Zeit gehabt und mir das Schauspiel am Himmel angesehen. Ich habe es auch für euch in Bildern festgehalten.

      Standpunkt ist bei Greußen 15.30 Uhr Blickrichtung ist bei Bild 1 Hainleite also Nord:



      ...und die anderen sind Blickrichtung West:








      LG Andreas
    • 03.06.17 - Chasing zwischen Nohra und Gera

      Hallo Leute,

      hier wieder mal ein paar schnelle Eindrücke vom Chasing mit meinen 2 Töchtern zwischen Nohra und Gera. Es gab wieder ganz nette Strukturen,ich komme aber durch die Menge an Fotos der letzten Tage nicht wirklich dazu, alles zu sichten...
      Es war wieder toll, mit meinen Mädels unterwegs zu sein, da wäre es auch egal, wenn die Jagd floppen würde. Die Zeit, die man miteinander verbringt, ist unbezahlbar...
      Hier nun die ersten Eindrücke, ich habe Ronny würdig in Möööööörsdorf vertreten, diese Bilder kommen noch.
















      Gruß und schöne Pfingsten
      Kay
    • Danke Kay, dass du sie fotografiert hast!

      Ich hätte mich auch gleich bei Mörsdorf positionieren und nicht auf die nördliche Zelle setzen sollen, dann hätte ich es noch bis zu dem Punkt geschafft. So blieb mir zwar der Anblick, aber auf die Schnelle hatte ich keinen akzeptablen Punkt zum Ablichten gefunden. Aufgrund des einsetzenden Starkregens mit Gefahr größeren Hagels musste ich von der A9 nach München gleich auf die A4 weiter, um auszuweichen.
    • Moin!

      Ich war gestern auch dem meinem Kollegen aus dem Vogtland unterwegs!

      Wir haben dann das Gerät bei Eisenberg abgefangen. Nicht der beste Standort, aber das Teil hat sich doch ordentlich entwickelt! Wir sind dann unter die in der Nähe befindliche Tankstelle geflüchtet.


    • Meuselwitzer schrieb:

      Hab mir gestern mal das Doppler vom Kachelmann angeschaut. Das Gerät in Eisenberg hat ja wirklich rotiert.

      Könnte man also als Superzelle klassifizieren, oder?
      Bei vielen kräftigen Zellen rotiert der Aufwind mal kurz. Um als Superzelle durchzugehen, bedarf es jedoch noch dem Kriterium, dass es mindestens 30 Minuten rotiert hat. Das könntest du nochmal überprüfen.
    • Sehr interessante Sache heute gegen 13:00 über Arnstadt / Erfurt

      Ich beobachtete das aufziehende Gewitter schon eine Weile vom Garten aus, dabei fiel mir ein wirklich sehr tief hängender Bereich südlich des Niederschlagsbereichs auf.
      Etwas überrumpelt von meiner Entdeckung bin ich dann schnell nach oben und habe ein paar Fotos geschossen.

      Es entstanden 2 sozusagen leicht kegelförmige Wolkenformationen, die sich erkennbar unterhalb der eigentlichen Wolken bewegten. Nebenbei bildete sich an der Front des Gewitters eine klar sichtbare Böenfront aus.

      Radarbild von 13:10 dabei sehr gut der "Haken" über Arnstadt zu erkennen, dazu zeigte das Dopplerradar einige grüne Stellen, gegen 13:15 nochmals bedeutend besser zu erkennen.

      Blick über Arnstadt bis Erfurt, rechts (nördlich) ist eindeutig die Niederschlagsbasis zu erkennen:



      Etwas später dann die beiden "Kegel":

    • Hallo zusammen,

      ich war heute auch mal kurz unterwegs, da die Zellen, die in Richtung Lützen ziehen sollten, zeitweise gewittrig waren. Zum Mittag hatte es über Leipzig nochmal ein wenig eingestrahlt und die Windscherung schien sehr gut ausgeprägt zu sein. Im letzten Radarbild vor meinem Aufbruch sah ich jedoch keine elektrische Aktivität mehr. So war ursprünglich mehr Auto waschen im Starkregen geplant, wurde aber dann von der Natur eines Besseren belehrt. Es fing doch recht schnell an, wieder zu donnern und das nicht zu knapp. An einem Feld bei Lützen ging es schließlich unerwartet in ein Dauergrummeln über. Struktur war jedoch faktisch nicht erkennbar:



      Da die Zelle aber gerade offensichtlich am Pulsieren war und bisher kaum Outflow erzeugte, entschloss ich mich, mich noch einmal nach Osten davorzusetzen, was mir mehrfach mühelos gelang (da hilft Windscherung + geringe Labilität ungemein). Knapp südöstlich von Leipzig zeigte sie dann erstmalig Struktur:



      Immerhin eine nette Böenfront und hübsche Kontraste. Nachdem die bisherigen Lagen bei mir aus verschiedenen Gründen nicht so gut liefen, vor allem, was das Fotografieren anging, war das doch eine kleine Entschädigung:



      Sehr interessant war dann das Durchqueren des Kerns. Die Böen waren sehr stark und peitschten den Regen über die Straße. Zwischenzeitlich ging die Sicht komplett zurück (White-Out), bevor sich dann kleiner Hagel dazugesellte. Ich musste beinahe auf der Landstraße halten, da ich nichts mehr sah.

      Anschließend setzte ich mich noch einmal über die A14 davor, die Temperatur stieg beim rückseitigen Durchqueren der Böenfront von 16°C wieder auf 20°C an, was ich selten in so kurzer Zeit erlebte. Anschließend sah die Böenfront kaum spektakulärer als vorher aus und so verzichtete ich auf ein Foto, um nochmal im Starkregen zurückzukehren. Aquaplaning auf der A14 und ein bis zwei Feuerwehren an der Markkleeberger Ortseinfahrt kündeten von einem doch sehr unerwarteten, wie markantem Gewitterereignis.
    • Ich möchte Euch noch ein paar Bilder der "Schleizer-Zelle" vom 03.06. nachreichen.

      Anfangs hatte der Radarlauf eine Zugrichtung von SW-NO berechnet, somit war die Zelle für mich nicht in Betracht gekommen, zumal die Blitzaktivität unbedeutend war. Angekommen im Gebiet der oberen Saale, änderte der Komplex seine Richtung und verlagerte den Verlauf seiner Bahn von S nach N. Damit tangierte die Zelle nun den "Saalfelder-Raum" es enstanden sehr turbulente Wolkenformationen, mit entsprechender Dynamik. Ich würde die Bilder folgendermaßenaßen interpretierten: eine losgelöste Böenfront welche sich aufgrund des Richtungwechsel der Zelle freistehend fortbewegte und sich im weiteren Verlauf immer mehr auflöste. Auf dem nachfolgenden Radarbild könnt ihr links den separaten Teil der Zelle nachvollziehen, welcher abdriftete und ich abgelichtet habe.

      kachelmannwetter.com/de/radar-…stadt/20170603-1725z.html











      EDIT Markus, 10.06.2017, 10:40 Uhr: Bilder in Beitrag eingebunden. Bitte beim nächsten Mal direkt einbinden.