18.08.2017 / Windleite / Superzelle

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    • 18.08.2017 / Windleite / Superzelle

      Guten Abend,

      gestern war ich am Nachmittag erst an der Hainleite unterwegs und habe die Bildung einer kleinen Zelle über dem Thüringer Becken verfolgt. Da jene nicht sehr fotogen war, lasse ich die Bilder an dieser Stelle weg. Ein paar Quellungen Richtung Osten sahen dann aber schon nett aus.



      Kurzerhand hab ich mich dann entschlossen Richtung Nordhausen aufzubrechen, da ich knapp nördlich von Westerengel interessante Strukturen am Westhorizont erkennen konnte.





      Die Fahrt war am Freitagnachmittag auf der B4 langwierig. Viel Verkehr, schlechtes Vorankommen. Kaum 'knacken' auf Mittelwelle, keine Struktur an einigen Punkten und kaum Internetempfang. Ich wollte eigentlich schon wieder umkehren. Knapp östlich war es lediglich durch diverse Quellungen recht dunkel.



      Etwas später schob sich etwas äußerst interessantes an der Hainleite entlang langsam zu mir. Von einer derartigen Verstärkung der Zelle habe ich nur geträumt und gehofft, dass es wieder klappt. Es hat geklappt. Ziemlich genau zwischen Hainleite und Bleicheröder Berge erfuhr die Zelle eine massive Verstärkung, blitzte zunehmend und zog durch die Goldene Aue. Etwas später besteht sogar in einigen Orten im Südharz Tornadoverdacht durch diese Zelle.

      Nachfolgend einige Panoramen, die den Aufzug dieser eindrucksvollen Zelle zeigen. Ich stand knapp östlich von Neuheide, neben der B4. Zeit: 17:15-17:40 Uhr.







      Mein persönliches Highlight nun, welches ich auch mal beschriftet hab:





      Die Hainleite hinten links verschwindet langsam. Donnergrollen nimmt zu. Die Stimmungen werden zunehmend bedrohlich.





      Sehr scharf abgegrenzter Niederschlagskern:



      Die Zelle ist nun schon recht nah, weitere Panoramen...





      Nun kam starker Wind auf. Zur gesamten Zeit konnte man mit bloßem Auge deutliche Rotation erkennen. Faszinierend. Der dichte Niederschlagskern rauscht heran...









      Dann kam kurzzeitig heftiger Regen mit starken Böen herunter. In der kurzen Zeit fielen über 10 l/m² herab, weiter östlich brachte die Zelle dann noch mehr. Erst irgendwo in Brandenburg schloss die Zelle sich einer Linie an. Bis dahin zeigte sie nahezu durchgehend Rotation. Aufgrund der Optik und des Radars würde ich diese Zelle recht eindeutig als Superzelle deklarieren. Ich bin wieder mal fasziniert davon, wie ähnlich z.T. einige Gewitterlagen sind. Die Zugbahn der Superzelle würde ich als typisch bezeichnen...

      Viele Grüße,
      Maurice

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Maurice ()

    • Danke für diesen schönen Beitrag nebst Erklärung.

      Ich nehme an, es handelte sich um die Zelle, die ab 16:30 Uhr zw. Eisenach - Mühlhausen - Nordhausen durchzog, richtig?
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Danke!

      Genau um diese Zelle handelt es sich. Ab Luckenwalde gegen 20:15 Uhr ging ihr dann langsam die Puste aus. Einen maßgeblichen Einfluss auf die Abschwächung sollte die Zelle gehabt haben, die nördlich von Leipzig entstanden ist und vorlaufend ab Brandenburg die Energie geraubt hat.