04.04.2018 - Böenfront bei Erfurt/ Sömmerda und Mammati zwischen Erfurt und Jena

    • 04.04.2018 - Böenfront bei Erfurt/ Sömmerda und Mammati zwischen Erfurt und Jena

      Hallo ihr Lieben,

      nun reiche ich noch einen kurzen Bericht zum Saisonstart-Chasing am 04. April nach.

      Nach Feierabend verließ ich das Dauer-Funkloch "Klinik" und checkte mein Handy. Ronny hatte versucht mit anzurufen und hätte mich ggf. von Weimar ab mitnehmen können. Aufgrund eines späteren Feierabends war er aber nun schon in Erfurt. Ich überlegte noch, ob ich nicht doch eher in Weimar abwarten sollte, bis der Komplex, der sich noch in Hessen befand, näher gezogen wäre. Letztendlich entschied ich mich aber doch, Ronny und Erik nach Erfurt zu folgen. Ronny und Erik.....? Von wegen!!! Bei Ankunft am Standort nahe der Autobahnabfahrt Erfurt-Bindersleben standen schon ingsgesamt 3 PKW auf dem Feld und nach mir folgten noch 2 weitere. Chaserkonvergenz like in the USA! :grübel :?

      Von den vielen Leuten unbeeindruckt schob sich der mächtige Eisschirm des MCS allmählich ´gen Osten. Auf dem Radar wirkte der Komplex allerdings schon recht verclustert und wir waren uns nicht sicher, wie viel Stuktur wir überhaupt erwarten dürften.


      Mir persönlich waren hier einfach zu viele Leute und bei Ronny meldete sich langsam ein Hüngerchen. Also nutzten wir das Zeitfenster bis zum Eintreffen der Front für einen schnellen Imbiss beim bekannten würstchenverkaufenden Möbelhaus um die Ecke. Beim Blick aus dem Fenster zeigte sich dann aber doch schon zügig ein Ansatz von Böenfront am Horizont und so suchten wir uns schnell wieder einen Standpunkt zum Fotografieren.


      Der Standpunkt überzeugte uns drei aufgrund der störenden Windräder noch nicht so ganz. Also entschieden wir uns für die Weiterfahrt und ich hüpfte fix zu Ronny und Erik ins Auto. Während der Fahrt auf der A71 in Richtung Norden zog die Böenfront weiter imposant in unsere Richtung. Wir platzierten uns als nächstes bei Sömmerda-Süd. Hier bot sich uns ein wunderbar unverbauter Blick auf die langgezogene Böenfront mit teils tiefhängenden Frakti.




      Immer wieder beobachteten wir kurzzeitige Verwirbelungen an der Vorderseite der Wolkenkante, die kleinräumig Staub von den trockenen Feldern aufwirbelten.


      Panorama der breiten Böenfront :


      Durch die relativ hohen Zuggeschwindigkeiten des MCS bewegte sich die Kante der Böenfront zügig auf uns zu.


      Da wir nun zu dritt im Auto waren und so etwas länger brauchen könnten, um alles zusammen zu packen, wollte ich nun schon einen Teil meines Equipments im Kofferraum verstauen, um später bei der "Flucht" Zeit zu sparen. In dem Moment machte die BÖENfront ihrem Namen alle Ehre und erreichte uns mit einer so starken Böe, dass die offen stehenden Beifahrertüren zuknallten und mein Stativ samt montierter Kamera zu Boden geworfen wurde. :panik :I :panik Schlussendlich kam ich glimpflich davon, denn augenscheinlich hat nur die Kunststoffverschalung etwas abbekommen...

      Nun befanden wir uns direkt unter dem turbulenten Teil der Front und wurden ordentlich durchgepustet.


      Auch über den Feldern wurde von den starken Winden viel Staub aufgewirbelt.


      Bald setzte der Regen ein und wir verlagerten uns wenige Kilometer nach Osten. Vor die Front hätten wir es aufgrund der Straßenlage und Zuggeschwindigkeit eh nicht mehr geschafft und so hielten wir nur nochmal an der turbulenten böenproduzierenden Unterseite. Auch hier waren mehrmals kurzzeitige Verwirbelungen zu sehen. Nach längerer Bettelei gab mir Ronny seinen Windmesser. Wir konnten hier noch eine Böe von 71 km/h messen. Die Böen beim initialen Eintreffen der Front dürften aber noch etwas stärker gewesen sein (Höchstgeschwindigkeit am Flughafen in Erfurt war im Übrigen 83 km/h).



      Auch hier setzte bald der Regen ein und wir kehrten zurück, ab Erfurt wieder in getrennten Autos. Kurz vor dem Erfurter Kreuz stülpten sich vor mir bald imposante großflächige Mammati aus der grauen Wolkendecke. Da ich nun wieder alleine unterwegs war, konnte ich diese leider nicht fotografisch festhalten. Die nächste Haltemöglichkeit war erst Erfurt-West, doch hier hatte sich das Phänomen schon wieder etwas abgeschwächt bzw. waren die Mammati inzwischen wieder kleiner und nicht mehr so schön rund.




      Wenig später entdeckte ich erneut Mammati an der südlichen Rückseite des MCS , hier bei der Abfahrt Nohra in Blickrichtung Süd-Ost.







      Immer wieder veränderten sie ihr Aussehen. Am ausgeprägtesten waren sie immer dann, wenn ich gerade wieder auf die Autobahn aufgefahren war. :I Ich hielt ein paar Mal während der Fahrt die Kamera an die Scheibe und drückte blind ab.




      Je näher ich Jena kam, desto intensiver färbte sich der Himmel nun durch die hinter dem durchgezogenen Komplex hervorscheinende Abendsonne. Einen letzten Stopp legte ich an der Abfahrt Bucha ein.







      Gedanklich schon fast wieder zu Hause, umgab mich nach der Tunnel-Durchfahrt vor Jena dann ein noch intensiveres Rot und der ganze Himmel schien zu glühen. Auch hier konnte ich nur blind durch die Scheibe abfeuern und hinterher einen geeigneten Ausschnitt wählen.







      Insgesamt war es ein struktur- und farbenreiches Chasing ohne allzu großen Aufwand was Zeit und Entfernung angeht. So muss das sein!

      Liebe Grüße!