10.05.2018 I ESA, SDH, SGH I Gewitter mit Starkregen und Hagel, Staubteufel

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    • 10.05.2018 I ESA, SDH, SGH I Gewitter mit Starkregen und Hagel, Staubteufel

      Mehrere Gewitter mit Hagel, Starkregen und Windböen jagten Felix und ich heute im Thüringer Becken bis ins Mansfelder Land.

      Am Ende summierten sich doch 378,2km gefahrene Kilometer auf:


      Die Planung sah so aus, dass wir uns um die Mittagszeit in Marlishausen treffen, Lage checken und nach Westen in Richtung Konvergenz aufbrechen um später ostwärts zu folgen. Die orographische Auslöse fand wie erwartet zeitig statt, brachte aber erstmal nicht viel außer hohe Basen und etwas Regen. Nach Norden sah man die Zelle bei Goslar, die wesentlich besser aussah:


      Wir platzierten uns östlich von Eisenach und schauten den Quellungen...


      ...und den zahlreichen kleinen Staubteufeln zu:






      Die Cumuli im Westen existierten zwar, trugen aber nicht zur Gewitterbildung bei und dekorierten eher.
      Nach Osten baute nördlich des rechts zu sehenden Schirms ein Cumulus an, der im Verlauf auch weiter nordwärts ziehen und sich besser entwickeln sollte:


      Wir folgten dieser Zelle über Land- und Bundesstraßen inkl. zweimal Umleitung, Ziel Sondershausen. Der langsamen Verlagerung der Gewitter sei dank erreichten wir die Zelle von Ebeleben kommend kurz vor Sondershausen mit Starkregen und Hagel:




      Da wir uns noch einmal davor setzen wollten, wäre die schnellste Option nach Nordhausen zu fahren und die A38 ostwärts zu nutzen.


      Auf dem Weg über die B4 gerieten wir wieder in Hagel (0,5 - 1,5 cm maximal). Unter jeder Brücke standen PKW neben dem mit Wasser voller werdenden Graben. Der Hagel war viel zu klein um Beschädigungen zu verursachen, das blockieren der Fahrbahn während des Gewitters wesentlich gefährlicher. Bei Motorradfahren hat man ja noch Verständnis.


      Wir schafften es auf die Autobahn und fuhren ostwärts auf die Zelle zu, die sich nun zu ihrem Höhepunkt entwickelte. Ein bisschen Struktur konnte man sehen:


      Zwischendrin wurde es so dunkel, dass im Auto das Navi auf Nachtmodus ging ;) Dann kurz vor Berga erreichten wir die Zelle, die einen Downburst samt Hagel und Windböen niedergehen ließ:


      Die Sicht wurde zunehmend schwieriger:




      Wir fuhren kurz ab um den Hagel zu fotografieren (klein, mit Ansammlungen):


      Kurzes Video dazu:


      Zu dieser Zeit lief auch ostwärts Kaltluft ab und hinter den Zellen floss bereits Nordwestwind ein. Es wurde spürbar kühler und unsere letzte Möglichkeiten waren die Neubildungen östlich unserer "Hagel-Zelle", die mittlerweile schon so gut wie aufgelöst war. Wir fuhren von Sangerhausen noch nordwärts bis Mansfeld, wo die Quellungen im Verlauf auch schwächelten. Die Lage war hier zu Ende und weiter wollten wir eh nicht mehr.


      In Sangerhausen trafen wir uns an der amerikanischen Botschaft noch kurz mit Marco und besprachen die Erlebnisse.
      Das es nicht mehr weiter ostwärts geht, war anhand der Messwerte und dem Radar klar. Auch das Rapid sprang am Mittag/Nachmittag auf den Zug der entschärften Lage auf, was bedeuten soll, die Cluster über Südost/Ostthüringen nach Leipzig wurden nicht mehr berechnet. So hat es sich auch bewahrheitet.

      Auf der Rückfahrt war noch eine Rollcloud zu sehen (im Bild links am Rand):


      Zusammengefasst ein erfolgreiches Chasing. Struktur durfte man heute nicht zu viel erwarten und pulsierende Zellen muss man richtig timen. Diesmal hat es geklappt.

      Markus
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Markus schrieb:


      Auf dem Weg über die B4 gerieten wir wieder in Hagel (0,5 - 1,5 cm maximal). Unter jeder Brücke standen PKW neben dem mit Wasser voller werdenden Graben. Der Hagel war viel zu klein um Beschädigungen zu verursachen, das blockieren der Fahrbahn während des Gewitters wesentlich gefährlicher. Bei Motorradfahren hat man ja noch Verständnis.
      Darauf musst du besonders zwischen Wind- und Hainleite vorbereitet sein. Ein Gewitter, dass von Süden her die Hainleite passiert und dann auch noch Hagel mit Überschwemmungen bringt, ist dort als Jahrhundertereignis einzuordnen und verursacht dementsprechend panische und unlogische Reaktionen bei ortsansässigen Autofahrern.
      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de