12.05./13.05.2018 Gewitterthread (Unwettergefahr Überflutungen)

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    • 12.05./13.05.2018 Gewitterthread (Unwettergefahr Überflutungen)

      Am Sonntag deutet sich eine Schwergewitterlage primär durch Starkregen mit Überflutungen an. Die Ausgangslage ist ähnlich vergangener Lagen für stationäre und sich kaum verlagernde Gewitter(linien) mit "training-effect"/retrograden Entwicklungen. Eingebettet in eine Bodentiefdruckrinne fließt eine labile und feuchte Luftmasse aus Südosten ein, die nicht gedeckelt ist. Die Konvergenz in der Rinne wird durch frontogenetische Querzirkulation verstärkt und birgt damit hohes Überflutungspotential. Zur warmen Seite der Rinne dürften auch kräftige Gewitter mit Hagel möglich sein. Es deutet sich eine äußerst interessante und gefährliche Gewitterlage aufgrund von Überschwemmungen an.

      UPDATE 13.05.2018, 08:55 Uhr: Einschätzung Gewitterlage für Sonntag


      Quelle: wetter3


      Hintergrund retrograde Entwicklungen (oder auch "training-effect"):
      Die Gewitterzellen entwickeln sich entlang einer Grenze/ Konvergenz nach "hinten" (Propagation) wie an einer Perlenkette, während nach "vorn" die Reste der Gewitter verlagert werden (Cell Motion). So kommt es zum Phänomen der rückwärtsziehenden (retrograden) Gewitter, obwohl es immer wieder neue Gewitter sind und nicht das Gleiche. Die ganze Gewitterlinie an sich verlagert sich aber entlang der Grenze/ Konvergenz weiter. So war es z.B. am 27.04.2014 oder 31.05.2008 (hatten wir auch bei der TSC CON als Beispiellage).

      Quelle Grafik: Dr. Russ Schumacher, Colorado State University

      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
    • Gewitterlage am 12.05.2018

      Auch am Samstag wird es vereinzelte Gewitter geben. Mit schwacher südöstlicher Strömung wird eine labilere Luftmasse herangeführt. In ihr finden sich ML-CAPE Werte zw. 500 und 700 J/kg, der Gehalt an niederschlagbarem Wasser steigt auf 20mm. Als auslösender Faktor kommen die Bergländer in Frage, aus der sich die Zellen auch heraus bewegen können und nordwestwärts ziehen. Besonders Erzgebirge, Thüringer Schiefergebirge, östlicher Thüringer Wald, aber auch das Vogtland dürften triggern. Die Zuggeschwindigkeit ist nur schwach, da dynamische Unterstützung fehlt. Also wird es sich um pulsierende Einzel- und Multizellen handeln. Starkregen ist die Hauptgefahr, örtlich kleiner Hagel und Fallböen/Windböen dabei. Abends/nachts nachlassende Gewitteraktivität.
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    • Ja genau.
      Und dabei gibt es eine markante !!! Ausbildung einer LMG zwischen Süddeutschland ( kalt, 10 bis 14 Grad) und Nordostdeutschland (sommerlich warm um 25 bis 28 Grad) beginnend am Samstag und ausprägend zu Sonntag/ Montag hin.
      ...............

      Danach dann überall auch im Osten kühler.
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    • Ab Sonntagnachmittag Ausprägung der Konvergenz über Südwestdeutschland( Linie Taunus--Fichtelgebirge)mit Gewittern dann besonders im Bereich Rennsteig,Südthüringen,Vogtland,Franken, Erzgebirge....und späterem ausdriften ins nordöstliche Vorland...
      Vor den Gewittern wird es frühsommerlich warm !

      Beitrag von Ronny K. ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Und die "Erfurter Zelle" noch einmal von Schiedungen/Hohnstein aus.
      Am Horizont die Hainleite

      Bei Ankunft um 20°° noch ein hübscher Eisschirm mit vorgelagerter Neubildung?



      Es quillt noch einmal, sehr schnell


      und schon wieder in Auflösung, nach ca. 30 Minuten


      und verpufft


      Danach bis 22.30 nur ein paar wenige Blitze über der Hainleite und ein kräftiger Landregen.
      Kein nennenswerter Wind oder Regen.
      23°° in Schiedungen noch 16,5°
      Liebe Grüße von der Deern

      honeysuckle-honeysuniversum.blogspot.de/
    • Einschätzung Gewitterlage 13.05.2018

      Kräftige Gewitter mit lokal extremen Starkregen sind heute in der West- und Südwesthälfte Thüringens zu erwarten. Lokal drohen Sturzfluten, örtlich auch Hagel.

      Ausgangslage: Eine Tiefdruckrinne mit labiler, feuchter Luft unter südöstlicher Strömung liegt quer über Deutschland. In ihr ist eine Konvergenz eingebettet. Von Osten rückt ein Höhentief heran, was die Bodenrinne, die als Luftmassengrenze fungiert, quasi "zusammenquetscht" und die frontogenetische Querzirkulation verstärkt (Ostwind von Osten/Nordnosten her), Nordwest bzw. Westwind im Süden und dort kältere Luft als östlich davon. Die Dynamik und Scherung ist nur schwach, kann allerdings lokal durch orographische Einflüsse verbessert werden.

      In der Rinne werden CAPE-Werte zw. 500 und 1.000 J/kg erwartet, die nahezu ungedeckelt sind. Der Gehalt an niederschlagbarem Wasser liegt zw. 25 und 35 mm. Hebung wird durch Konvergenz und besonders das Bergland ermöglicht.

      Aufgrund der Konstellation sind wie im Eingangspost rückwärtsziehende Multizellen als Linie/Cluster zu erwarten. Das Gewittersystem an sich bewegt sich nach Nordwest, die neuen Zellen aber nach Südost (training-effect).

      Ablauf: Ab den Mittagsstunden über westlichem Thüringer Wald beginnend, dann immer häufiger entlang des Thüringer Waldes und südlich davon ausbildende Multizellen/-cluster. Ebenfalls entlang des Bereichs von Eisenach nördlich bis etwa südlich Heiligenstadt (aber unsicher). Auch im Bereich westlich Arnstadt-Erfurt-Mühlhausen sind einzelne Zellen zu Beginn möglich. Ein zusätzliches Feuchteangebot liegt im Bereich der gestrigen Gewitter von Erfurt bis südlich Greußen. Dort könnte sich auch frühzeitig etwas tun. Zu beachten ist noch, dass durch Cluster cold-pools gebildet und die neuen Zellen dadurch zum Osten in die wärmere Luft getriggert werden. Zum Abend und in die Nacht hinein verlagert sich die gesamte Zone langsam weiter nach Südwesten. Ohne Gewitter dürfte es östlich einer Linie Weimar-Saalfeld-SOK ablaufen. Hier steht ein freundlicher Tag bevor.

      Die Unsicherheit ist die Lage der Rinne/ Konvergenz , die im Detail noch kleine Abweichungen ergeben kann. Im groben steht aber der Fahrplan wie oben.


      :unwettergefahr Gefahren:
      • (extremer) Starkregen durch langsam ziehende/retrograde Multizellen/-cluster im Verlauf
      • Überflutungen/Sturzfluten besonders da, wo die Orographie hilft
      • Hagel 1-2cm in größeren Mengen, bei neuen Zellen auch bis 3 cm
      • Fallböen lokal zw. 70 und 85 km/h
      • Es sind Vorabinformationen Unwetter des DWD aktiv


      Jagdempfehlungen
      • Fluchtoption bereithalten wer nah dran ist. Wasser kommt schnell...
      • die ersten Zellen mitnehmen für Struktur
      • training-effect beachten: Gewitter bildet sich nach Südosten neu obwohl es nach Nordwesten zieht
      • auf Bildung von cold-pools achten



      Markus/Chris

      Hintergrund retrograde Entwicklungen (oder auch "training-effect"):
      Die Gewitterzellen entwickeln sich entlang einer Grenze/ Konvergenz nach "hinten" (Propagation) wie an einer Perlenkette, während nach "vorn" die Reste der Gewitter verlagert werden (Cell Motion). So kommt es zum Phänomen der rückwärtsziehenden (retrograden) Gewitter, obwohl es immer wieder neue Gewitter sind und nicht das Gleiche. Die ganze Gewitterlinie an sich verlagert sich aber entlang der Grenze/ Konvergenz weiter. So war es z.B. am 27.04.2014 oder 31.05.2008 (hatten wir auch bei der TSC CON als Beispiellage).

      Quelle Grafik: Dr. Russ Schumacher, Colorado State University




      Estofex schrieb:

      Storm Forecast
      Valid: Sun 13 May 2018 06:00 to Mon 14 May 2018 06:00 UTC
      Issued: Sat 12 May 2018 20:11
      Forecaster: GROENEMEIJER

      A level 2 was issued across parts of Germany and the Northeast Netherlands mainly for extreme rainfall, and to a lesser extent for large hail.
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    • 12.05.18 I Gewitter bei Schöps und Mönchenholzhausen

      Hallo Leute,

      hier schnell ein paar Bilder von gestern. Struktur nein, Gewitterstimmung genießen ja :grins


      Gewittriger Schauer bei Schöps (SHK) im Sonnenlicht



      Panorama kompletter Zellverbund westlich von Erfurt, von Schöps (SHK) aus fotografiert



      Panorama kompletter Zellverbund westlich von Erfurt, von Bucha (SHK) aus fotografiert



      Erdblitz nahe Mönchenholzhausen (Weimaer Land)



      2x Erdblitz bei Mönchenholzhausen



      Abziehende Zelle bei Mönchenholzhausen




      Mehr gab es nicht......


      Gruß
      Kay

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kay H ()

    • Das Prinzip der rückwärtsziehenden Gewitter sieht man nochmal schön in der Animation. Die Gewitterlinie zieht permanent nach Nordwest, die neuen Zellen entwickeln sich nach Südost:

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