Gewitterthread ab 22.05.2018

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    • Gewitterthread ab 22.05.2018

      Ab Dienstag sind nahezu täglich besonders im Bereich der Bergländer Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich, die sich nur langsam verlagern und Cluster bilden. Die Gefahr von örtlichen Überflutungen ist in ihrem Umfeld sehr hoch.

      Ausgangslage: Tiefdruckrinne über Deutschland zwischen einer Hochdruckzone im Norden und Tiefdruck von Frankreich bis in Mittelmeer. Nach Norden hin Zustrom trockener und stabiler Luft aus Osten. Nach Süden und Westen hochreichend labile und feuchte Luftmassen.

      Scherung und dynamische Hebung fehlen, sodass die Bergländer ab dem Vormittag-/Mittagsstunden für die Gewitterbildung sorgen müssen. Die Labilität und Energiegehalt sowie der Gehalt an niederschlagbarem Wasser (PWAT) steigern sich von Tag zu Tag und erreichen meist 250 - 600, später 500 - lokal 1.000 J/kg ML-CAPE und zw. 20 und 30 mm PWAT. Es wird rasch zu Einzelzellen kommen, die sich zunehmend zu Clustern ballen. Eine Verlagerung wird es nur langsam geben, eher vergrößern sich die Gewittergebiete zur warmen Luft hin. Während der Gewitterlage sollte man auf lokale Konvergenzen achten, die kurz Scherung /bessere Organisation erlauben. Ebenfalls können bei günstigen örtlichen Scherungsbedingungen und Orographie (kleine Höhenzüge reichen) Trichterwolken (Funnels) oder Tornados nie ausgeschlossen werden.

      Dienstag/Mittwoch: Die trockene Luft aus Nordosten beeinflusst Thüringen bis etwa zum Thüringer Wald und wirkt nördlich davon konvektionshemmend. Entlang von Schiefergebirge, Thüringer Wald bis hin zum Hohen Meißner tagsüber Gewitterbildung wahrscheinlich, am Mittwoch eventuell nur in den äußersten südlichen Spitzen des Landes.

      Donnerstag ggf. wieder verbreiteter Gewitter, aber aus heutiger Sicht noch zu unsicher.


      :unwettergefahr Gefahren:
      • Starkregen, lokal intensiv mit Überflutungsgefahr
      • Hagel 1-2, neue Zellen bis 3 cm, Hagelansammlungen
      • Blitzschlag
      • Windböen
      • Trichterwolken/Tornados nur sehr örtlich begrenzt


      Die Lage muss täglich und besonders im Nowcasting immer wieder betrachtet werden, da diese Gewittertage meist chaotisch in der Organisation und dem zeitlichen Rahmen der Gewitter ablaufen.

      Markus
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Ja da liegt morgen irgendwo zwischen A70 und A4 der interessante Bereich. Es ist auch etwas Höhenströmung da. Könnte eine Linie mit retrogradem Anbau geben. Also Starkregen+Überflutungen Hauptproblem und örtlich Hagel.
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Hallo,

      Nach dem Mittag gab es die ersten Gewitter bei uns im Annaberger Umland und auch in der Zschopauer Ecke.
      Die Erde hat förmlich nach Wasser gedürstet und wurde erhört :)

      Blick nach Süden (Pöhlberg und Bärenstein)

      Der `Sturm´jägerstand

      Blick nach Nordwesten, nach Ehrenfriedersdorf und Thum. Dort und bei Zschopau entstanden die ersten kräftigen Regengüsse/Gewitter.

      Danach machte ich mich zum Spätdienst, die ganze Fahrt nach Annaberg & Othal (fast eine Stunde) hat es stark durchgeregnet.
      Am frühen Abend fand ich eine Zelle bei Karlsbad/Ostrov am Radar sehr interessant,aber chasen ging ja nicht.
      Mammaten hingen auch am nördlichen Teil der Zelle. Sie war 1 Stunde sehr stark (55-60 dbz etwa), hatte bei Kachelmann Radar 17.30 auch mal Rotation im Stormtracking.

      Das wars.

      Gruss
    • Unwetter und Wassermassen durch anhaltende Gewitter im oberen Vogtland.

      Freie Presse (c) berichtet ausführlich:

      freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAN…-Atem-artikel10215698.php

      ..............
      Hochwasserdienst Sachsen ( c)


      "Am Pegel Adorf 1/ Weiße Elster wurde heute Nachmittag um 17 Uhr der Richtwert der Alarmstufe 4 (170cm)überschritten. Der Wasserstand wird hier noch etwas ansteigen bis ca. 200 cm und im Bereich des höchsten bisher beobachteten Wasserstandes (HHW) von 1954 sein.

      Derzeit werden von der Talsperre Pirk 20,6 m³/s abgegeben und der Richtwert der Alarmstufe 1 an den Pegeln Magwitz und Straßberg unterschritten.

      Der Hochwasserrückhalteraum der Talsperre Pirk ist fast eingestaut.
      Zwischen 19 und 20 Uhr wird die Hochwasserentlastungsanlage der Talsperre anspringen.

      Dabei wird so gesteuert, dass der Richtwert derAlarmstufe 3 am Pegel Magwitz/ Weiße Elster nicht überschritten wird. Am Pegel Straßberg wird derWasserstand bis in den Nachtstunden maximal den Richtwert der Alarmstufe 3 erreichen. Am Pegel Elsterberg wird ein Wasserstand bis morgen früh bis maximal im Bereich des Richtwertes der Alarmstufe 2 erwartet. "

      ........................

      MDR berichtet ausführlich (c) :

      mdr.de/sachsen/chemnitz/vogtla…turm-im-vogtland-100.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Marcel ()

    • Morgen wird es wohl nur noch vereinzelt für Gewitter reichen. Sie treffen aber wohl am ehesten die Regionen, die auch heute bereits von Starkregen und Überflutungen betroffen waren.

      Für die kommende Woche basteln die Modelle ebenfalls wieder an einer eher gradientschwachen Wetterlage, allerdings mit ein paar Modifikationen. Näheres dazu dann nach dem sommerlichen Wochenende.
      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de