Gewitterthread ab 06.06.2018 (Unwetterpotenzial)

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    • Gewitterthread ab 06.06.2018 (Unwetterpotenzial)

      Erneut sind ab Donnerstag kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial bezüglich Starkregen/plötzlichen Überflutungen als Hauptgefahr, örtlich Hagel und Wimdböen wahrscheinlich. Heute (Mittwoch) bevorzugt über dem Thüringer Wald am Abend einzelne Gewitter mit ähnlichen Gefahren wie oben beschrieben nicht ausgeschlossen.

      Auch dieses Mal ist am Boden eine Tiefdruckrinne mit Konvergenz auslösender Faktor. In ihr findet sich eine feuchtwarme, energiereiche Luftmasse, die bei kaum vorhandener Scherung für lamgsamziehende Multizellen(Cluster) förderlich ist.

      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Die gestrige zelle über dem Harz hat mir nicht so viel gebracht, bin zu spät losgefahren, da war sie schon hinter der Linie Göttingen/Seesen

      Trotzdem bin ich noch nach Osterhagen/OHA gefahren, hier gab es noch schöne Fallstreifen hinter Bad Lauterberg zu sehen.


      Belohnt wurde ich dann später mit einem sehr feurigen Sonnenuntergang.
      Tief hängt der Rest der Gewitterwolke über dem Land, die Sonne beleuchtet von unten, eine sagenhafte goldene Stunde.
      Liebe Grüße von der Deern

      honeysuckle-honeysuniversum.blogspot.de/
    • Zum Spaß habe ich mal Super HD, das Rapid Update und COSMO für heute durchgeschaut. Rapid und Cosmo möchten dabei vom Erzgebirge her Gewitter, die bis in die Leipziger Tieflandsbucht ausgreifen, während es im Super HD vom Ablauf her genau anders herum laufen soll.

      Von den Parametern her erinnert es stark an die "Lage" vom 29. Mai. Hohe Labilität , viel Feuchte (Kommt diese in den Trockenregionen wirklich zu Stande?), Hebung aufgrund des Sumpfs kaum zu identifizieren, praktisch keine Scherung . Daher bin ich auch sehr skeptisch, ob die hier gezeigten Szenarien in der Fläche so eintreten können. Es wird wohl mehr auf die Orographie und lokale Konvergenzen ankommen, die man nur mit einer funktionierenden Glaskugel jetzt schon identifizieren könnte.

      Von den Gefahren her bleibt alles gleich... keine Bewegung, viel ML-CAPE, also mittelgroßer Hagel bei den ersten Zellen, dann wieder Starkregen mit Überflutungsgefahr. Fotogene Strukturen? Kaum, ein paar hübsch quellende Cu con und Cbs...

      Insofern bin ich gespannt, was dann im Nowcast rauskommt, aber ich denke, das wird so ein Murmeltiertag:

      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de
    • Bin in der Mittagspause schnell mal auf den Ravensberg bei Bad Sachsa gefahren.
      Nach Kachelmann waren es drei zusammenhängende Zellen: Clausthal Zellerfeld, Skt. Andreasberg und Braunlage.
      Das Spektakel war auf dem Berg (650münN) gut zu überblicken und man konnte sehen, daß es weiter in den Oberharz nach Harzburg/Goslar zog.

      Bei schönstem Sonnenschein habe ich die Kamera ein Video machen lassen, hier die besten Frames zu einem Bild gestackt:

      Liebe Grüße von der Deern

      honeysuckle-honeysuniversum.blogspot.de/
    • In der Leipziger Tieflandsebene bzw. generell in den ausgetrockneten Regionen ist das passiert, was ich gestern vermutet habe: Es strömt wie auch schon die letzten Wochen bei dieser Lage knochentrockene Ostluft ein. Der Himmel hält nur flache Sc str und Cu hum bereit, wie für Hochdruckeinfluss typisch. Die hochaufgelösten Modelle scheinen das nicht richtig in den Griff zu bekommen, da einen Tag zuvor immer zuviel Konvektion im Flachland gerechnet wird. Diesen Faktor sollte man zukünftig noch vermehrt bei den festgefahrenen Ost-Sumpf-Lagen berücksichtigen.

      Grob zusammengefasst könnte man es auch so beschreiben: Dort, wo Feuchte und Hebung da ist (vorwiegend Bergland), wird es auch feucht bleiben. Dort, wo alles trocken ist, bleibt es auch weiterhin trocken, solange die GWL so bleibt wie sie ist. Oder auch: Die (regen-)reichen Regionen werden immer reicher, die (regen-)armen Regionen werden immer ärmer! :( :heiss :wolkenlos (0/8)
      Meilensteine:
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    • Für 07751 Bucha kamen so gefühlt nur zwei Tropfen runter. Aus sämtlichen gut erscheinenden Prognosen der Modelle entwickelte sich eine Misere. Näher als 8km kam die Gewitterzelle aus Osten nicht heran und starb ab. Drei Blitze und ein Hauch Struktur waren nur zu erkennen. Dabei gab es sehr starken und mächtigen Outflow aus der Wolke, die sehr viel knochentrockene Erde aufwirbelte.


      Nur Bruchstücke einer Böenfront /Shelf waren, wenn sie denn überhaupt vorhanden waren, zu erkennen. Für Details schien die Sonne noch zu stark




      EDIT Markus, 10.06.2018, 11:00 Uhr: Bilder korrekt eingebunden
    • Sonntag

      ... haben wir mal tatsächlich so etwas wie eine Höhenströmung (!), wenn auch nur schwach aus westlichen Richtungen. Daneben könnte ein kleiner Randtrog etwas Hebung bereitstellen (im Norden etwas mehr). Problem scheint diverses Restgewölk mit entkoppelten Schauern / Gewittern am Vormittag zu sein, was in Zusammenhang stehen könnte mit den fortdauernden Gewittern über dem Westen aktuell. Aber das ist wieder so ein Nowcast-Thema, was man sich besser morgen Vormittag nochmal anschauen sollte.

      Hauptgefahr sollte der Starkregen bleiben (langsame Multizellencluster). Dort, wo mehr Energie bereitsteht, sind auch Sturmböen und Hagel möglich.
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    • Florian T. L. schrieb:



      Nur Bruchstücke einer Böenfront /Shelf waren, wenn sie denn überhaupt vorhanden waren, zu erkennen.
      Die Böenfront an sich ist keine Wolkenform. Sie ist nichts weiter als die ausfließende Kaltluft die sich am Boden ausbreitet. Wenn sie sich von der Zelle löst, so wie in deinem Fall, ist es dann die Outflow Boundary . Was man sieht ist eine kleine Böenwalze an der Kante zum Niederschlag. Von einer Shelfcloud sind wir weit entfernt in diesem Beispiel. Dazu fehlen die Regale/Schichten.

      VG
      Markus
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
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    • Zusammenfassung Schadensmeldungen

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    • Gewitterlage am 11.06.2018

      Am Montag entwickelt sich im Süden Deutschlands (BaWü, BY, RLP, Südhessen) eine Schwergewitterlage mit deutlich mehr Dynamik, die die Entwicklung von organisierten mesoskaligen Systemen ermöglicht. Recht einheitlich wird am Spätnachmittag/Abend ein MCS in Form einer Squallline/ Bow Echo simuliert sowie einzelne vorlaufende Superzellen. Der genaue Ablauf, ihr wisst es, wird sich im Nowcast herauskristallisieren. Entscheidend ist, wie weit südlich sich die Gewitterlage abspielen wird und ob der MCS am Abend/1. Nachthälfte noch Thüringen erreicht und wie sehr wir noch davon betroffen sein werden. Der Süden/Südosten/Osten des Landes wäre dann bevorzugt bei einer Verlagerung des Systems von SW nach NO. Sturmböen über 80 km/h sind in Verbindung mit Böenfronten möglich, dazu Starkregen und untergemischter, eher kleiner Hagel.

      Update, 20:45 Uhr: Je nach Modell schaffen es Zellen/Cluster am Abend mal mehr, mal weniger in den Süden Thüringens, teilweise sogar bis in die Mitte. Die genaue Lage wird dann morgen entscheiden.
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    • BEYER schrieb:


      A level 2 was issued for parts of Southern Germany into Western Czech Republic for severe wind gusts, large hail and heavy precipitation.


      ... Southern Germany and Western Czech Republic...

      During the day it is expected that numerous storms may develop along and south of the cold front. Having DLS values around 15 m/s also better organized storms should be expected. Models also suggest rotating updraft so that a few supercells may develop during the day. Those storms can thus bring large hail and severe wind gusts as well as excessive precipitation.

      And interesting setup is expected to develop during the late afternoon and evening hours when the pronounced short wave feature initiated over the Alps is moving northeastward. High resolution models suggest the development of an MCS in the lee of the Black Forrest that is then moving northeastward.

      Such an MCS may bring large hail at its initial stage as well as severe wind gust. With a better developing cold pool in the major stage of the MCS severe wind gusts can become more widespread. High resolution models also suggest the development of a squalline. Up to hurricane force wind gusts are then possible.
      Apart from that – having this humid airmass with high ppw’s – also excessive precipitation and local flooding should become a prominent threat, especially during the major stage of the event.
      Beste Jagdbedingungen heute vermutlich ab dem Vormittag bis in die Mitte Bayerns bzw lokal je nach Entwicklung. Später am Nachmittag /Abend dann eventuell die Squallline die momentan recht einheitlich modelliert bis ca. 21 / 22 Uhr die Ostgrenze Süddeutschlands erreicht.
    • Dazu nochmal:



      PISTOTNIK schrieb:

      Since the late morning, a number of well-developed supercells has travelled along the northern rim of the highlighted area. Hail up to 6 cm, localized severe wind gusts and flooding have occurred with these storms. No weakening is expected in the next few hours while they move eastward or propagate sutheastward along outflow boundaries. The risk of severe to isolated extreme hail and wind events remains strongly enhanced!

      Temperatures around 28C and dewpoints in the upper tens are in place directly south of this convection. CAPE reaches up to 2000 J/kg in this belt according to latest model guidance and the 12z Stuttgart and Kummersbrueck soundings, which also indicate 15 m/s deep-layer shear . Further south, plentiful sunshine with stronger daytime heating and better mixing resulted in temperatures up to 32C, lower dewpoints in the low to mid tens and somewhat lower CAPE (800 J/kg according to the Munich sounding) near the Alps. The associated boundary is rather diffuse, though.

      Storms are also initiating over the Austrian Alps. They still seem to struggle against entrainment and remnants of a capping inversion , but will likely intensify soon and extend NE-ward, aided by a short-wave trough that moves in from the southwest. Large hail may occur, and the higher cloud bases point to a particularly enhanced wind risk in case a linear system manages to form.