Angepinnt Trockenheit/Dürre/Hitze Frühjahr/Sommer 2018

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      Beitrag von Ronny K. ()

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    • Stadt Lohne in Niedersachsen teilweise vermehrt wieder ohne Trinkwasserversorgung durch Wassermangel in der jetzigen Versorgung.Entschädigung von 75 Euro geplant.

      NDR berichtet:

      ndr.de/nachrichten/niedersachs…schaedigung,lohne310.html


      ....................
      Neulich im MDR gesehen:.....ein Bauer aus Nordsachsen hat seine Rinder wegen Futtermangel alle in den Thüringer Wald auf eine Weide fahren lassen damit sie dort bis zum Herbst überleben können.
    • Vorläufiger Rückblick auf den Sommer 2018 - eine Bilanz extremer Wetterereignisse (DWD):

      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Vorläufiger Rückblick auf den #Sommer 2018 durch den #DWD (1) Mit dem viertwärmsten Juli weist der Zeitraum April bis Juli 2018 eine Temperaturanomalie von 3,6 Kelvin gegenüber 1961-1990 auf, die bisher höchste Anomalie für diese Monate seit 1881.




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Vorläufiger Rückblick auf den #Sommer 2018 durch den #DWD (2): Begleitet wurden die hohen Temperaturen durch eine starke bis sehr starke Trockenheit. Für den Zeitraum April bis Juli wurde in Deutschland noch nie ein so hohes Niederschlagsdefizit (-110 mm) wie 2018 registriert.




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Vorläufiger Rückblick auf den #Sommer 2018 durch den #DWD (3) Besonders trocken war es in dieser Periode in Sachsen-Anhalt. Hier die täglichen Niederschläge der Station Magdeburg und die kumulativen Abweichung im Vergleich zum vieljährigen Mittel 1961-1990.




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Vorläufiger Rückblick auf den #Sommer 2018 durch den #DWD (4): Hier die räumliche Verteilung der Abweichungen der Niederschlagssummen. Die Folge ist eine Austrocknung der Böden und Wassermangel bei einigen landwirtschaftlichen Kulturen und damit verbundenen Ertragseinbußen.




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Meteorologische Extremereignisse, einschließlich Temperaturrekorde und Hitzewellen, Dürren und intensive Starkniederschläge haben die erste Hälfte des Sommers an außergewöhnlich vielen Orten der nördlichen Hemisphäre geprägt. Ein Überblick gibt die #WMO: public.wmo.int/en/media/news/j…reme-weather-high-impacts




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Laut einer Studie des #WorldWeatherAttribution Netzwerks hat sich die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Hitzewelle wie 2018 in Europa durch den Klimawandel verdoppelt. Artikel: worldweatherattribution.org/an…-heat-in-northern-europe/



      Der Bericht des DWD im Anhang zum Download. Hierzu noch Artikel auf Spiegel Online: spiegel.de/wissenschaft/natur/…t-1881-auf-a-1221615.html



      DWD Thema des Tages vom 22.07.2018 schrieb:

      Außergewöhnliche Witterungsverhältnisse - Sommerwärme ohne Hitzewellen

      Datum 22.07.2018

      Bereits seit April erleben wir eine außergewöhnliche Witterungsperiode in Deutschland. Beständige Blockinglagen verwöhnen uns häufig mit Sommerwärme, von großen Hitzewellen blieben wir bisher jedoch verschont.

      Gut die Hälfte des meteorologischen Sommers liegt hinter uns. Dieser, aber auch die zweite Hälfte des Frühlings waren geprägt von sehr beständigen beziehungsweise sich immer wieder regenerierenden Blockinglagen. Dabei wird die in gemäßigten Breiten übliche Westströmung unterbrochen. Anstelle dessen dominieren vom mittleren Nordatlantik bis nach Skandinavien Hochdruckgebiete, die uns eine bemerkenswerte Witterungsperiode bescheren. Kurze Unterbrechungen dieser Wetterlage blieben meist von kurzer Dauer. Durch diese Konstellation konnten wir viel Sommerwärme genießen, sodass sich die Menschen in diesem Jahr besonders häufig in Eisdielen, Schwimmbädern und an Badeseen tummelten.

      Leben wir nur gefühlt im Dauersommer oder geben das auch die "nüchternen" Fakten her? Der Blick in die Statistik zeigt, dass auf den wärmsten April seit Messbeginn gleich noch der Mairekord gebrochen wurde. Darauf folgte ein ebenfalls sehr warmer Juni und in den ersten beiden Julidritteln setzte sich die Sommerwärme fort. Stellt man die gegenwärtigen Temperaturabweichungen (April bis Juni) mit denen des unvergesslichen Rekordsommers 2003 (Juni bis August) gegenüber, erkennt man erstaunlicherweise eine vergleichbare Temperaturanomale (siehe Abbildung 1: detaillierte Abweichungen im deutschen Flächenmittel in Zahlen sowie räumliche Anomalieverteilung). Diese über Monate andauernde Anomalie haben wir im täglichen Leben nur nicht so deutlich bemerkt, da sie anders als 2003 nicht auf die drei wärmsten Sommermonate des Jahres gefallen ist.

      Die Statistik bestätigt zudem das Gefühl, dass wir seit dem Frühjahr mit vielen Sommertagen (Tageshöchsttemperaturen >=25°C) verwöhnt wurden (siehe Themen vom 9. und 18. Juli). Auf den ersten Blick verwunderlich, zeigt sich bei den heißen Tagen (Maxima >=30°C) ein etwas anderes Bild. Bisher blieben wir in Deutschland von unerträglichen Hitzewellen weitgehend verschont. Auch dies ist auf die derzeitige Wetterlage zurückzuführen. Durch die Hochdruckgebiete über dem Atlantik und Nordeuropa lagen wir bisher meist in einer schwachen nordwestlichen bis (nord-)östlichen Strömung. Anstelle einer subtropischen Luftmasse, die für eine ausgewachsene Hitzewelle benötigt wird, gelangt aus diesen Richtungen eine gemäßigte Luftmasse zu uns. Geringe Luftdruckgegensätze über Mitteleuropa verhinderten zudem einen effizienten Luftmassenaustausch. Die Wärme wurde also "vor Ort" produziert, indem die intensive Sonne die Luftmasse über dem Festland kräftig erwärmte. Unter diesen Umständen schafft es die Temperatur aber selten, deutlich über die 30-Grad-Marke zu steigen.

      In Abbildung 2 werden für einige Städte die bisher registrierten heißen Tage mit den vieljährigen Mittelwerten verschiedener Referenzperioden (im gesamten Jahr!) verglichen. Zum einen erkennt man, dass die durchschnittliche Anzahl von heißen Tagen zugenommen hat (vergleiche Referenzperioden 1961-1990, 1971-2000 und 1981-2010). Zum anderen sieht man aber auch, dass 2018 in Bezug auf die Anzahl heißer Tage bis jetzt noch nicht außergewöhnlich ist, wenngleich noch einige Sommerwochen vor uns liegen. In Erfurt gab es nur einen einzigen heißen Tag, in München wurde bisher sogar noch gar nicht die 30-Grad-Marke geknackt. Nur regional haben wir das "Soll" bereits überschritten. In Berlin und Frankfurt (a. M.) wurden beispielsweise schon 11 bzw. 16 heiße Tage gemessen. Sowohl die bis heute registrierte Anzahl an heißen Tagen als auch die Höchsttemperaturen liegen weit von den Rekordwerten aus den Hitzesommern 1994, 2003 und 2015 entfernt. Dabei stieg die Temperatur in Berlin und Frankfurt jeweils nur "gerade so" über 30 Grad (Spitzenwerte 31,8°C bzw. 32,3°C am 28. Mai). Auch die bisherige Höchsttemperatur in Deutschland ist mit 34,2°C (Lingen am Rhein am 29. Mai) recht unspektakulär.

      In den nächsten Tagen ist es aber soweit! Uns steht erstmals eine ausgewachsene Hitzewelle bevor. Mit einer südwestlichen Höhenströmung fließt warme Luft subtropischen Ursprungs nach Deutschland, die durch die Sonneneinstrahlung bei uns weiter erhitzt wird. Damit sind alle Zutaten für große Hitze gegeben. Die Temperaturen gehen auf Höhenflug und ab Wochenmitte erleben wir - fast pünktlich zu den Hundstagen - die bisher heißesten Tage des Jahres. Bei Höchstwerten meist zwischen 30 und 35 Grad stehen uns die Schweißperlen auf der Stirn. Schwimmbadbetreiber können sich wohl auf einen erneuten Besucheransturm einstellen.

      Dipl.-Met. Dr. Markus Übel

      Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 22.07.2018

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst






      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      #Trockenzeiten bzw. #Dürren in #Europa - ein Rückblick auf die Jahre 1950 bis 2012: The biggest drought events in Europe from 1950 to 2012 europa.eu/!UR38VC via @EU_Commission



      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Ein Grafik aus der der Studie über den zeitlichen Verflauf der relativen Größe der von Trockenheit betroffenen Flächen zur Gesamtfläche des jeweiligen Untersuchungsraumes.




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      #Spätsommer war gestern, #Frühherbst klopft an: Seit Mitte Juli sind die ersten #Holunder-Beeren reif und läuten somit den phänologischen Frühherbst ein. dwd.de/DE/leistungen/phaeno_akt/phaenoakt.html?nn=380288 … #Phänologie #Vegetation #Garten




      DWD Klima und Umwelt via Twitter schrieb:

      Neu: Agrarmeteorologische Analyse des DWD zur #Trockenheit in #Deutschland und den Folgen für die #Landwirtschaft. Ein Ergebnis: In Teilen von #Ostdeutschland kann von extremer #Dürre gesprochen werden. Bericht: bit.ly/2lUqNza /kis


      Bericht dazu im Anhang
      Dateien
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Hi Chris and @all,

      hab mich wie üblich rar gemacht im Forum, sodass es erst wieder nen Anstupser brauchte bis ich reagiere.

      Du hast schon viele interessante Punkte passend zur Thematik abgearbeitet. Generell sind Änderungen des Jetstreams in Folge höherer Globaltemperaturen schwer vorherzusagen, aber besonders schwer ist es aus den von Dir genannten Gründen über Europa. Während eine Nordwärtsverlagerung des Jets unausweichlich ist (im Mittel), sieht es für das Verhalten der Welligkeit ganz anders. Tendenz ist "welliger", d.h. eine höhere Wellenzahl im Sommer, was mit erhöhter Blocking-Neigung einhergeht. Und das was wir jetzt sehen wäre ein klassisches Bsp dafür. Es wird weiterhin Shiiieeet-Sommer geben, aber die Anzahl warmer, geblockter Sommer sollte zunehmen.

      Was dieses Jahr ironischerweise geholfen haben könnte, ist der kalte Feb/März. Dank Sudden-Statospheric Warming gabs nen Monster-Winter-Block, währenddessen dem Jet über dem Atlantik nix blieb als nach Norden und Süden auszuweichen, was nach mehreren Wochen zu dem jetzt noch sichtbaren Horseshoe-Ozeantemperatur-Anomaliemuster geführt hat (kalt südlich von Grönland und im tropischen Atlantik und warm dazwischen. Geht man mit einem solchen Muster in den Spätfrühling und/oder Sommer, fängt die Atmosphäre an sich mehr und mehr nach den Ozeantemperaturanomalies zu richten, da der Jet im Sommer deutlich schwächer ist. Im Ergebnis stellt sich eine Persistenz der Lage ein, die sich erst nach vielen vielen Versuchen der Westdrift gegen den Block anzurennen abschwächt (was jetzt so langsam zu passieren scheint).

      Unabhängig vom Jetstream wird es wärmer und trockener, unterbrochen von Starkniederschlägen, die in der Summe zwar die gewohnten Regenmengen bringen mag, aber in der realen Welt halt als Abwechslung von Dürre und Überschwemmung daherkommt. Das ist der sogenannte thermodynamische Effekt infolge der Erwärmung. Beides zusammen, die zirkulatorischen und thermodynamischen Änderungen bescheren uns dann ein geändertes Risikoszenario für Extremereignisse, dessen Quantifizierung mein derzeitiger Job ist. Markus hat unsere jüngste Analyse zur Hitzewelle schon verlinkt, aber doppelt hält bekanntlich besser: www.worldweatherattribution.org

      Bezüglich des anthropogenen Anteils an der Erwärmung kann ich auch Expertise liefern, denn das einzige Paper dazu bisher stammt von mir und meinen Kollegen: A real-time Global Warming Index ... Stellt sich raus (bzw das wussten wir grob schon vom letzten IPCC-Report), dass sämtliche Erwärmung seit 1850 menschengemacht ist. Ohne unseren Einfluss wären die Temperaturen noch so wie vor ~170 Jahren (genau genommen sogar ein ganz klein wenig kühler als damals). Hier noch unsere Website mit der exakten Angabe wieviel Warming wir "produziert" haben: www.globalwarmingindex.org ... Das ist in der Wissenschaft weitgehend unumstritten, auch wenn in der Öffentlichkeit (leider) ein anderer Eindruck herrscht. Ende des Jahres gibts noch ein Synthesis-Paper von mir dazu, wo noch ne ganze Menge mehr Co-Autoren drauf sein werden.

      Soweit für den Moment ... ich versuche zu ergänzen, wenn es weitere Fragen oder Anmerkungen gibt, bzw neue wissenschaftliche Erkenntnisse (Spoiler: einer meiner Kollegen in Oxford arbeitet gerade an nem spannenden Paper zur Zirkulation in diesem Sommer)

      KarSteN



      Chris schrieb:

      Loni A. schrieb:

      Schöne Ergänzung, Chris. :)
      So hätte ich das nicht erklären können.

      Es ist ja nicht nur der Jetstream , an diesen ist ja auch das nordatlantische Band geknüpft.

      Die veränderte Wechselwirkung durch den Klimawandel (ja, es gibt ihn) ist ja sicher auch ein Teil unseres chaotischen Wetters. Es spielt hat alles zusammen, wie ein großes Zahnradgetriebe.

      Artikel dazu:

      Abschwächung der thermohalinen Zirkulation

      Definition nordatlantisches Band
      Das ist auch ein interessantes Thema, es beschreibt sozusagen den ozeanischen Teil der Klimawandel-Thematik. Gleichwohl ist es etwas umstrittener unter Fachleuten, inwiefern das Förderband hier das Klima zukünftig beeinflussen wird, wie stark die Abschwächung ist und was Ursache und was Wirkung ist. So könnte man argumentieren, dass das Schmelzwasser aus Grönland im Nordatlantik indirekt (Süßwassereintrag, etc.) den Golfstrom bzw. den verlängerten Arm dessen im Nordatlantik bremst. Über kaltem Meerwasser könnte dann tendenziell eher Hochdruck in der Atmosphäre resultieren, aber was bedeutet das für uns? Kalte Nordströmung oder werden die atlantischen Tiefdruckgebiete dann weiter südlich in einem Bogen zu uns geführt? Wissen wir alles noch nicht genau. Fakt ist aber, dass Klimamodelle in der Nordatlantikregion kaum mit einer Erwärmung rechnen und das lässt sich auch jetzt bereits gut nachweisen. Die Sache mit dem Jetstream ist da etwas einfacher und hat wohl insgesamt auch die höhere Bedeutung. Wechselwirkungen mit den Ozeanen sollten aber grundsätzlich auch nicht ausgeblendet werden. Zuletzt wurden sowohl (winterliche) Stürme, als auch sommerliche Hitzewellen über Europa mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht: scilogs.spektrum.de/klimaloung…aecheres-golfstromsystem/

      Loni A. schrieb:

      Es stellt sich mir nur immer noch die Frage, inwieweit sind die Veränderungen dem menschengemachten Klimawandel geschuldet.
      Es ist ja ein sehr empfindliches System, in das wir da eingreifen.

      Das Wetter hat sich in der Geschichte der Erde ja öfters stark verändert, eine solche Veränderung soll ja zur Zeit in Gange sein.
      Das hat es und doch gab es noch nie in der Erdgeschichte einen so enormen Ausstoß an Treibhausgasen innerhalb so kurzer Zeit. Hier geht man in der Forschung wohl davon aus, dass knapp über die Hälfte bis etwa 75% der aktuellen Erwärmung auf menschlichen Einfluss zurückgehen. Was man aber wohl nie so genau weiß, ist, welche Kettenreaktionen wir eigentlich in Gang setzen, wenn wir in ein so empfindliches System eingreifen, welches über lange Zeit sehr stabil war. Und da verstärkt dann ein Trend erst einen Trend...

      Loni A. schrieb:

      Den Artikel in Deinem zweiten Link habe ich auch gefunden, zudem noch einen weiteren aus Sicht der Landwirte.


      Ich finde sie zwar inhaltlich treffend, aber mit ein wenig zuviel Pathos nach meinem Geschmack.
      Aber, die Message kommt rüber...
      Ja, so sehe ich das auch. Manchmal schadet ein wenig Pathos auch nicht, denn nur so erreicht und bewegt man die Massen. Man darf es nur nicht übertreiben und ins Unseriöse abdriften, denn das kann ins Gegenteil führen und "Skeptiker" des Klimawandels hängen sich daran dann ganz gern mal auf.
    • Danke für deine Ausführungen, Karsten!

      Und so schließt sich der Kreis auch wieder zur Blocking-Lage im Spätwinter. Wobei ich nicht unbedingt erwartet hätte, dass sich das Muster nach dem April wieder so regeneriert, denn da wird ja Jahr für Jahr im wahrsten Sinne des Wortes einiges "durcheinandergewirbelt". So wirklich "Angst" vor der Persistenz bekam ich erst ab Mitte Juni, als klar wurde, dass es sich der Jetstream dieses Jahr einfach mal in der Arktis gemütlich gemacht hatte, also unerreichbar für uns Mitteleuropäer. Ansonsten wäre so eine Blockinglage im Frühjahr auch nichts Ungewöhnliches gewesen.

      Interessant ist auch, dass wir 2013 einen ganz ähnlichen Kaltwinterblock im März hatten, der um den Frühlingsanfang rum zur Höchstform auflief, über Grönland rekordverdächtigen Hochdruck um 1070 hPa und bei uns rekordverdächtige Tageshöchsttemperaturen unter -5°C brachte. Doch da hat sich die Zirkulation später etwas anderes einfallen lassen und uns im Mai immer wieder mit einem Abtropfen in Richtung Mitteleuropa belustigt, was dann am Ende mit Rekordniederschlägen und Hochwasser gar nicht mehr lustig endete. Auch in den Sommermonaten war es dann nicht ganz so persistent wie in diesem Jahr.

      Außerdem suche ich noch ein wenig den Zusammenhang zum letzten Jahr. Da war die Strömung ja gewissermaßen auch recht persistent, nur lagen wir da zum Glück dauerhaft unter dem Jetstream , was einigen hier spannende Erlebnisse bescherte. In der Form war es dann aber auch wieder irgendwie extrem.

      ---

      Aber wir sind ja hier immer noch beim Thema Trockenheit und da wollen sicher viele wissen, wie es weitergeht.

      Wie du auch schon angedeutet hast, hat sich still und heimlich eine Umstellung der Großwetterlage vollzogen. Während viele aktuell nur auf die Hitzewelle bei uns in der kommenden Woche schauen, erkennt man beim Blick über den Tellerrand, dass sich der bemerkenswerte Skandinavienblock endlich abgebaut hat. Man sollte es am Wind und an den häufigeren Wetterwechseln heute und kommende Woche bemerken.

      Trotzdem ist das Thema Dürre und Trockenheit keinesfalls durch. Zum einen liegt die Frontalzone jahreszeitbedingt sehr weit nördlich, was stärkere und flächendeckende Niederschläge, die sich viele wünschen, eher als Wunschtraum erscheinen lässt (gleichwohl können zumindest Gewitterniederschläge flächiger auftreten und zur Linderung der Trockenheit beitragen). Zum anderen ist auch ein erneutes, mächtiges Aufbäumen des Höhenrückens auch noch nicht auszuschließen (wie es EZ aktuell andeutet). Dann wäre ein nettes, stabiles Spätsommerhoch über Mitteleuropa die Folge und Wärme und Trockenheit begleiten uns weiter.

      Doch selbst, wenn es jetzt regnet, ist die Trockenheit nicht beendet. Es würde dauern, bis sich die Talsperren auffüllen und die Bodenfeuchte wieder steigt. Dazu müsste das Wasser erst wieder gut versickern können. Abgesehen davon ist vielerorts bereits mit gravierenden Spätfolgen von Dürre und Hitze in Flora und Fauna zu rechnen (Insekten-, Vogel-, Fischsterben, tote Jungbäume, Blattaustrieb im kommenden Jahr gefährdet). Wollen wir hoffen, dass uns so etwas nicht so bald wieder blüht. Leider erhöht sich jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse aufgrund des Klimawandels immer mehr, wie Karsten schon schrieb.
      Meilensteine:
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007, aktiver Chaser seit 2010
      - eigenes Portal seit 2017: faszination-sturmjagd.de
    • Guter Punkt, Chris! Und natürlich Merci für Deine Ergänzungen! Warum der Winter-Block dieses Jahr zu einer so positionierten persistenten Jetanomalie geführt hat, ist schwer exakt zu bestimmen (und noch schwerer im Frühjahr schon vorauszuahnen). Denke es hat mit konstruktivem Feedback von Winterblock-bedingten SST-Anomalien (SST=Ozeanoberflächentemperatur) über dem Atlantik und der ENSO-Konstellation (wir hatten eine moderate La Nina diesen Winter) im tropischen Pazifik zu tun, die selten je gleich sind. Erst recht nicht in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Entsprechend kann die präferierte Jetlage von Sommer zu Sommer variieren.
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    • Zum Abschluss des Tages mal noch was Schönes von unserem Parkplatz hinter dem Haus:



      Was so ein kräftiger Starkregen schon bewirken kann...
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