Angepinnt Trockenheit/Dürre 2019

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    • Trockenheit/Dürre 2019

      Sammelthread zur Dürre 2018-2019




      Nach dem Rekordjahr 2018 sind die Auswirkungen der Dürre noch nicht wieder ausgeglichen. Das "stille Extremwetter" ist besonders in Teilen Thüringens, Sachsen und Sachsen-Anhalt allgegenwärtig. Böden brauchen Zeit, um ihren Wasserhaushalt wieder auszugleichen. Das Freie Wort berichtet u.A. hier darüber: Frühjahrsbestellung: Äcker leiden weiter unter trockenem Vorjahr

      Dieser Thread knüpft hier an: storm-chasing.de/forum/index.p…ckenheit-D%C3%BCrre-2018/ an.

      DIe ersten 3 Monate im Jahr 2019 verdeutlichen den aktuellen Stand des Niederschlagsdefizits besonders in der Mitte Thüringens:

      Quelle: dwd.de/DE/leistungen/spi/spi.html

      Die bisher niederschlagsärmsten Orte 2019:

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    • Ja, das sieht wieder klar nach Frühjahrstrockenheit aus, wie inzwischen jedes Jahr. Wobei, wie gezeigt, das Thüringer Becken einfach eine Fortführung der letztjährigen Trockenheit erlebt. Wir liegen für dieses Jahr bei knapp 200 mm, wovon aber schon nichts mehr zu sehen ist. Anmerkung bzgl. Wind: Wenn alles paßt, könnte es in den Tälern südwestlich des Thüringer Waldes in den nächsten Tagen eine ganze Menge Wind geben. Aktuell weht dieser hier schon mäßig bis stark böig und schlief auch letzte Nacht nicht ein.

      Gruß André
    • DWD zur Trockenheit und Dürre

      Niederschlagsdefizite aus 2018 in vielen Regionen noch nicht ausgeglichen! Hält die Trockenheit an, droht der nächste Dürresommer in Deutschland, berichtet der DWD heute.

      3 Grafiken dazu:






      Erläuterungen in der Pressemitteilung im Link oben.

      Dazu Messwerte:


      Und: sowie
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    • Waldbrand am bekannten Anziehungspunkt "Heinrichstein-Felsen" also am Steilufer des Bleilochstausees bei Saaldorf.
      Ostersonntag ausgebrochen....Ostermontag erloschen geglaubt..heute Morgen wieder durch starken Wind aufgeflammt.

      OTZ Bad Lobenstein berichtet:

      otz.de/startseite/detail/-/spe…d-am-Heinrichst-616547799
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    • Besonders früh im Jahr machen diverse Wald,- und Ödlandbrände den Feuerwehren und Hilfsorganisationen schwer zu schaffen. Auch ältere Brandschützer können sich nicht daran erinnern wann die Waldbrandsaison jemals schon so früh begonnen hat.

      Seit dem Ostersonntag brennt im Saale Orla Kreis (Nähe Bad Lobenstein) der Wald auf einer Fläche von ca. 15ha. Besonders die sehr steile Hanglage im Bereich "Heinrichstein" macht es den Einsatzkräften extrem schwer. Am gestrigen Dienstagmittag rief der Landrat des SOK den "Katastrophenfall" aus um weitere Kräfte und Mittel, außerhalb des SOK zur Unterstützung zu bekommen. Neben Zahlreichen Feuerwehrkräften ist das THW, DRK, JUH, Polizei und Bundeswehr im Einsatz.

      Bilder und offizielle Statements >> LINK MDR , LINK TA , LINK FW BLSt, LINK FW WuBa

      Zu einem weiteren Ödlandbrand am Osterwochenende kam es im Bereich Portenschmiede (Stauseeregion SOK. Hier brannten ca. 500 qm Fläche.

      Bilder und mehr der Feuerwehr Pößneck >>> Link

      Seit den frühen Nachmittagsstunden des heutigen Mittwochs, kämpfen die Feuerwehren des Ilm-Kreises gegen einen größeren Waldbrand im Bereich Plaue.

      Erste Bilder hierzu >> LINK

      Ebenfalls in den heutigen Nachmittagsstunden kam es zu einem Waldbodenbrand im Bereich Kulmberg (Stadt Saalfeld)
    • UPDATE:

      Waldbrand am Heinrichstein bei Saaldorf heute Tags wieder massiv aufgeflammt !


      ...und hat sich auf 15 ha des 100m hohen und fast unbegehbaren Steilhanges am Bleilochstausee ausgeweitet....

      Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr, der 5000 Liter fassen kann wird erwartet,,,Atemschutzmasken und die Filter wurden schon knapp und wurden aus Oberfranken schnell nachgeliefert.ebenso soll eine Wasserlöschstrecke vom Stausee nach oben eingerichtet werden , weil die nächsten Löschteiche bzw Hydranten 10 Km entfernt seien.
      Die Feuerwehrleute selber die seit Sonntag einen unsagbaren Job leisten sind ausgepowert.Unterstützung kommt nun von weiteren Wehren aus Oberfranken, dem THW,DRK,BRK sowie der Landkreisfeuerwehr HOF und der Höhenrettung Gera.Der Einsatz des BW Löschhubschraubers verzögert sich nach neuesten Meldungen.

      OTZ berichtet erneut:

      otz.de/startseite/detail/-/spe…-Waldbrand-unt-1084999001
    • Interview mit Falk Böttcher: Was an der Dürre-Prognose für diesen Sommer dran ist (MDR)
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    • MDR.de schrieb:

      Thüringen hat mit die geringste Bodenfeuchte

      Der Deutsche Wetterdienst rechnet wegen der Trockenheit mit deutlichen Ernte-Einbußen bei einigen Feldfrüchten in Thüringen. Der Freistaat gehört zu den Bundesländern mit der aktuell geringsten Bodenfeuchte. Der Wetterdienst geht davon aus, dass vor allem Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais leiden. Weizen und Roggen seien ebenfalls betroffen, aber weniger stark. Die Erntemenge und die Kornqualität dürften geringer ausfallen als normal, weil die Juni-Trockenheit das Wachstum des Getreides behindert habe. Eine normale bis gute Ernte wird für Gerste und Raps erwartet.
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    • Die Folgen der Trockenheit in Thüringen werden immer dramatischer! Besonders die Wälder leiden unter einer Kombination aus Trockenheit und Borkenkäferbefall. Zahlreiche Flüsse haben Niedrigwasser, stehende Gewässer bieten nicht mehr ausreichend Sauerstoff für die Fischbestände, Wasserentnahme wurde in vielen Landkreisen und kreisfreien Städten verboten, und und und.

      Letzter Stand der Trockenheit - wen wundert es: außergewöhnlich
      Bodenschicht bis 1,8m Tiefe:


      Quelle: ufz.de/index.php?de=37937


      Ausführlicher Artikel beim MDR inkl. Video: Thüringen Forstexperten bezeichnen Zustand der Wälder als katastrophal
      Trockenheit Niedrigwasser: Pegelstände der Thüringer Flüsse sinken weiter (MDR)
      Dürreschäden: Buchensterben in Thüringer Wäldern nimmt bedrohliche Ausmaße an (MDR)
      Fische bedroht Hitze bringt stehende Gewässer zum Kippen (MDR)

      Zahlreiche Feldbrände gab es in der Woche vom 22.07. - 28.07.2019:

      26.07.2019: Feuerwehr und Landwirte stoppen Flammen Feldbrand nahe Weimar kommt Wohnhäusern bedrohlich nahe (MDR)
      26.07.2019: Feldbrand: Geburtstagskind der Berufsfeuerwehr löscht im weißen Hemd (thueringen112)
      26.07.2019: Brand bei Kromsdorf: Geburtstagskind und Traktoristen kämpfen gegen Flammen (TA)
      26.07.2019: Kreis Nordhausen Getreidefeld bei Ellrich brennt auf 150 Hektar (MDR)
      26.07.2019: Auf Wald übergegriffen: 150 Hektar Feld brannten im Landkreis Nordhausen (thueringen112)
      26.07.2019: Einsatz der Wehren bewahren Ellrich vor einer Katastrophe (TA)
      26.07.2019: Feldbrand bei Ellrich: Auch Landwirte verhindern Ausbreiten des Feuers (TA)
      25.07.2019: Ilm-Kreis: Brand auf Getreidefeld bei Ichtershausen (MDR)
      25.07.2019: Kreis Gotha: Rauchsäule von Erfurt aus zu sehen: Feld in Flammen (MDR)
      23.07.2019: Thüringen: Mehrere Feuer: Waldbrand bei Rudolstadt - Strohpresse entzündet Feld (MDR)


      MDR am 28.07.2019 schrieb:

      Fische leiden unter Dürre
      Die Fische in den Thüringer Flüssen und Teichen leiden zunehmend unter anhaltenden Dürre.Der Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen stuft die Situation besonders an kleinen Fließgewässern als dramatisch ein. Dort fielen ganze Abschnitte von Gewässern trocken, sagte ein Verbandssprecher. Alle 27 wichtigen Pegelpunkte im Land melden derzeit Niedrigwasser. Betroffen sind unter anderem die Seen im Erfurter Becken. Die Apfelstädt musste ab Wandersleben schon laut Verband notabgefischt werden. Auf 20 Kilometern Länge wurden außerdem zehntausende Fische flussabwärts gebracht.
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    • Ah, da ist es ja wieder. Hab das heute auch gesehen, hab nur vergessen wo. :-)
      Wollte den Link auch bei mir in den Bericht einbinden. Hier passt es aber auch.


      Katastrophe! - Wie es da aussieht. Dadurch ist auch die Brandgefahr nochmal um ein Vielfaches gestiegen.
    • Die Trockenheit ist nicht vorüber

      Datum 13.08.2019

      Im heutigen Tagesthema geht es um die anhaltende Trockenheit in Bezug auf den bisherigen Sommer, das bisherige Jahr und den Vergleich mit 2018.

      In den vergangenen 24 h sind in Südbayern zum Teil 30 bis 45 Liter pro Quadratmeter (l/qm) Regen gefallen. Auch sonst haben die letzten Wochen dem Süden und Teilen der Mitte Deutschlands einiges an Regen gebracht. Da kann man schnell den Eindruck gewinnen, dass es mit der Trockenheit gar nicht mehr so schlimm ist. Diese Annahme ist allerdings nicht richtig.

      Natürlich stimmt es, dass die Niederschläge der vergangenen Wochen die Situation im Süden des Landes zum Teil entspannt haben. Ganz anders sieht es aber in Teilen der Mitte und insbesondere in der Nordhälfte aus. Schaut man auf den aktuellen Dürremonitor vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ), so erkennt man, dass in einigen Regionen der Boden außergewöhnlich trocken ist und dies nicht nur in den obersten 25 cm, sondern vor allem hinab bis in 1.8 m Tiefe. Diese Analyse deckt sich auch mit denen von der Agrarabteilung des DWD. Gleichzeitig ist die Waldbrandgefahr vor allem in den östlichen Landesteilen hoch bis sehr hoch. Von den Landwirten gibt es Klagen über Ernteverluste und einem Mangel an Futtermittel für die Tiere. Aus den Städten und Wäldern kommen teils dramatische Berichte über das Baumsterben, das zu einem großen Teil auch auf die Trockenheit zurückzuführen ist, die schon seit 2018 anhält.

      Auch die Messwerte sowohl aus dem Bodenstationsnetz des DWD, als auch abgeleitet vom Wetterradar zeigen, dass sich die Trockenheit von der Mitte bis in den Norden in einigen Regionen fortsetzt. So ist seit Monatsbeginn mancherorts kaum oder noch gar kein Niederschlag gefallen. Beispielhaft sei Potsdam genannt, wo bisher nur 0.6 l/qm zu Buche stehen.

      Schaut man auf die bisherige Jahreszeitenbilanz, dann bestätigt sich, dass sich die Trockenheit durch den gesamten bisherigen Sommer zieht. In Cottbus in Brandenburg gab es seit dem 01.06.2019 nur 50.9 l/qm, in Hoyerswerda in Sachsen waren es 52.3 l/qm, in Naumburg in Sachsen-Anhalt 58.4 l/qm, in Artern in Thüringen 61.1 l/qm, in Sonnefeld in Bayern 55.6 l/qm. Aber auch in den anderen Bundesländern (Bayern und Baden-Württemberg ausgenommen) lassen sich Stationen mit ähnlich niedrigen Mengen finden.

      Nun mag man anführen, dass die niedrigen Summen auch der klimatologischen Lage der betroffenen Regionen geschuldet ist. Aber auch das lässt sich widerlegen, wenn man die Mengen mit den klimatologischen Mittelwerten vergleicht. In allen Bundesländern gibt es größere Defizite, die auch bis Ende August nicht mehr aufgeholt werden können. In Sachsen-Anhalt und Sachsen wurde im Flächenmittel bisher noch nicht einmal 50 % vom langjährigen Sommermittel erreicht. Und selbst im vergleichsweise nassesten Bundesland (Baden-Württemberg) waren es im Sommer 2019 bisher nur 74 %.

      Geht man noch einen Schritt weiter und betrachtet den gefallenen Niederschlag seit Jahresbeginn, dann zeigt sich ein ähnliches Bild. Vergleicht man die klimatologisch zu erwartenden Niederschlagssummen bis zum heutigen Tag mit den bisher gefallenen Mengen, so bewegen wir uns im Flächenschnitt ebenfalls bei nur 50 bis 60 %. Den wenigsten Niederschlag gab es in Nordthüringen (z.B. Artern: 208.4 l/qm seit 01.01.2019). Das größte Niederschlagsdefizit herrscht in Schleswig (SH, 32.8 %), Neu-Ulrichstein (HE, 36.5 %) und Wangerooge (37.3 %). Diese breite Verteilung bestätigt zudem, dass die Trockenheit nicht nur ein lokales Phänomen ist.

      Nun kann man noch einen Vergleich mit dem Jahr 2018 anführen. Betrachtet man nur den Sommer (Jun-Aug), so war 2018 im Deutschlandflächenmittel sogar noch etwas trockener (2018: 54 %, 2019 (bisher): 57%). Schaut man auf das Gesamtjahr, so wird man feststellen, dass das bisherige diesjährige Niederschlagsdefizit noch weitaus größer ist, als vergangenes Jahr (Deutschlandflächenmittel 2018 Gesamtjahr: 76 %; 2019 bisher: 54 %). Das heißt im Umkehrschluss auch, dass in den verbleibenden vier Monaten noch einiges an Niederschlag fallen muss, damit 2019 deutschlandweit betrachtet nicht noch trockener als 2018 ausfällt.

      Zu guter Letzt sei noch zu erwähnen, dass die oben getroffenen Aussagen die allgemeine Situation darstellen. Da einige Niederschläge Schauern und Gewittern geschuldet sind, kann es lokal große Unterschiede sowohl in den trockenen, als auch in den weniger trockenen Gebieten geben. Mancherorts ist die Situation in Bezug auf Trockenheit und Dürre entsprechend noch (deutlich) angespannter, während es andernorts nicht ganz so schlimm wie 2018 ausschaut.

      Dipl.-Met. Marcus Beyer

      Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 13.08.2019
      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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    • Niederschlagsentwicklung seit 1881 bei kachelmannwetter.com und Ergänzungen

      Fabian von kachelmannwetter.com hat einen ausführlichen Beitrag über die Niederschlagsentwicklung in Deutschland seit 1881 geschrieben:

      wetterkanal.kachelmannwetter.c…in-deutschland-seit-1881/

      Ich denke, im aktuellen Dürre-Thread passt es am besten, da ja immer wieder die Diskussion bezüglich des Zusammenhangs zwischen Klimawandel und Trockenheit bei uns aufkeimt. Wer die Diskussionen auf Twitter verfolgt hat, stößt da auf einen erbittert ausgetragenen Kampf um die Meinungshoheit zu dem Thema zwischen einigen Klimaforschern und Herrn Kachelmann - sozusagen als "Nebenkriegsschauplatz" in der gesamten Klimawandeldebatte. Diese wird ja gerade in Deutschland ohnehin äußerst emotional ausgetragen wird, was dem Thema eigentlich nicht gerecht wird, da es mehr um grundlegende Fakten gehen sollte.

      Was in dem Beitrag anhand der Statistiken sehr deutlich hervorgeht, ist die natürliche Variabilität beim Niederschlag. Im Klimamittel ist außerdem bislang kein allgemeiner Trend zu einer abnehmenden Niederschlagsentwicklung zu erkennen, was auch nicht zu erwarten war.

      Wer etwas genauer hinsieht, kann aber zumindest erkennen, dass sowohl rekordnasse Sommer als auch rekordtrockene Winter zuletzt seltener aufgetreten sind. Dass das besonders für Baden-Württemberg gilt, ist zumindest interessant, da sich hier eine erwartete Verschiebung zu einem mediterraneren Klima am schnellsten zeigen sollte. Allerdings ist das jetzt auch ziemlich spekulativ von mir, das allein anhand der Daten ablesen zu wollen.


      Ansonsten ist zu beachten, dass diese Statistiken nur mit Vorsicht genossen werden sollten, was die zukünftige Entwicklung des Klimas und unserer Ökosysteme angeht, aus folgenden Gründen:
      • Die meisten Klimamodelle prognostizieren deutlich trockenere Sommer und nassere Winter in Deutschland, sodass wir uns dem mediterranen Klima annähern würden, allerdings mit hoher Variabilität zwischen den Modellen. Natürliche Schwankungen von Jahr zu Jahr und von Monat zu Monat wird es außerdem weiterhin geben.
      • Was aus den Statistiken nicht hervorgeht, ist die Tatsache, wie die Niederschläge fallen. Eine Jahresniederschlagsmenge von durchschnittlich 730 mm beispielsweise kann bedeuten, dass jeden Tag 2 mm fallen oder dass innerhalb einer Woche täglich mehr als 100 mm fallen. Das ist jetzt eine sehr drastische Gegenüberstellung, sollte aber verdeutlichen, dass beide Fälle komplett unterschiedliche Auswirkungen auf die Vegetation haben.
      • Die Bedeutung von Wetterlagen und meteorologischen Kipppunkten bleibt unberücksichtigt. Sollten sich Wetterlagen wie 2018 oder 2019 im Sommer häufiger in ähnlicher Weise festfahren, wie mit den Veränderungen im [definition=53,0]Jetstream[/definition] durchaus wahrscheinlich ist, dürften sich vor allem die durchschnittlichen Sommerniederschläge "beschleunigt" verringern.
      • Einzeln betrachtet mögen die Veränderungen nicht so deutlich sein ("ein paar Grad mehr", "mal etwas trockener, mal etwas nasser", "ein paar Tage mehr Starkregen"), in Summe kann das aber schon eine bedeutende Veränderung sein, wie sich uns unser Klima präsentiert.
      • Hinzu kommen auch "ökologische Kipppunkte". So ist ab einem bestimmten Grundwasserspiegel für Bäume kaum noch ein Überleben möglich, weil die Wurzeln nicht mehr so tief reichen. Auch eher geringe Schwankungen im klimatologischen Mittel können so schon drastische Veränderungen verursachen, bei denen die Anpassung von Mensch und Natur schwerfällt.


      Das soll nicht als Kritik, sondern lediglich als Ergänzung zum Beitrag dienen. Ich glaube, das ist auch generell das Problem bei der Debatte, dass Meteorologen und Statistiker eher in die Vergangenheit schauen, während Klimaforscher mehr auf die potentiellen zukünftigen Entwicklungen schauen. So wird dann oft aneinander vorbeigeredet.

      Wie ist die Dürre 2018/2019 also einzuordnen?

      Ich möchte hier zusammenfassend ganz einfach sagen: Die aktuelle Trockenheit/Dürre kann mit Sicherheit ein "Vorgeschmack" auf den Klimawandel, vielleicht auch ein "Vorbote" sein, aber eher keine direkte "Klimafolge" aufgrund der angesprochenen natürlichen Schwankungen.

      Vielleicht sollten hier die Begrifflichkeiten in der Debatte doch stets mit etwas mehr Bedacht gewählt werden.
      - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
      - TSC-Mitglied seit 2007
      - aktiver Chaser seit 2010