Angepinnt Wetterthread SEPTEMBER 2019

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    • Wetterthread SEPTEMBER 2019

      Sammelthread für alle Themen rund um's Wetter

      Hier kann folgendes gepostet und gefunden werden:

      - Aktuelle Messwerte und Beobachtungen
      - Besprechungen zur Wetterlage/folgende Wetterlagen
      - Bilder zur Wetterlage (max. 5)
      - Links zu wetterbedingten Artikeln

      Für besondere Wetterlagen werden separate Threads erstellt.
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society
    • Als Einstimmung auf den Monatswechsel die heutige Mittelfrist-Synop von Jens Hoffmann (Auszug):

      Jens Hoffmann schrieb:

      S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
      ausgegeben am Donnerstag, den 29.08.2019 um 10.30 UTC



      Von Sonntag auf Montag Kaltfrontpassage mit kräftigen Gewittern und nachfolgend
      deutlich zurückgehenden Temperaturen.
      __________________________________________________________

      Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 05.09.2019


      Nur noch wenige Tage und er ist vorbei - der Sommer 2019. Ein Sommer, der in
      Erinnerung bleiben wird mit diversen Gewitterlagegen, Hitzeperioden,
      Hitzerekorden und so weiter, und so fort. Auch aktuell gibt der Spätsommer in
      Deutschland noch mal richtig Gas mit schawülen Tagestemperaturen teils deutlich
      oberhalb der 30°C-Marke, tropisch anmutenden Nachttemperaturen um oder sogar
      über 20°C und Tag für Tag aufs Neue regional schadensträchtigen Gewittern. Ganz
      ehrlich, liebe Leserschaft, der Verfasser findet: es reicht! So viel
      Meinungsfreiheit muss sein in einem Metier, in dem man normalerweise zu
      neutraler Berichterstattung verpflichtet ist, aber - man mag es kaum glauben -
      auch Meteorologen sind Menschen.
      "Sommer 2019 vorbei" meint zunächst mal, dass am kommenden Samstag, den 31.
      August der Sommer per definitionem endet. Die meteorologischen Jahreszeiten sind
      wie man weiß ein menschgemachtes Konstrukt, welches ein ganzes Jahr in vier
      dreimonatige (also ganze Kalendermonate) Abschnitte gliedert. Tja, und so
      beginnt am kommenden Sonntag, dem 1. September der meteorologische Herbst, was
      zunächst aber nichts bedeuten muss. Unzählige Beispiele aus der Vergangenheit
      beweisen eindrucksvoll, dass sich die Natur mitunter nicht mal in Ansätzen an
      solch anthropogene Vorgaben hält, sondern einfach ihr Ding weiterspinnt, dass
      sie Tage oder Wochen zuvor angefangen hat.
      Doch sieh da, sieh da, Timotheus, in diesem Jahr ist alles anders, zumindest
      beim Übergang vom Sommer in den Herbst. Die Natur spielt das Spielchen mit, wenn
      auch mit einer klitzekleinen Verzögerung, doch dazu später mehr. Jetzt zu den
      Fakten und damit zur "neutralen" Berichterstattung.

      Zu Beginn des mittelfristigen Prognosezeitraums am kommenden Sonntag befindet
      sich Deutschland auf der unmittelbaren Vorderseite eines gut ausgeprägten, aber
      nicht als Langwellenexemplar durchgehenden Höhentrogs über dem nahen Ostatlantik
      respektive Westeuropa. Das eingelagerte Drehzentrum korrespondiert mit einem
      Tief, das von Süden her über die Norwegische See in Richtung Ostgrönlandsee
      zieht - ein Kurs, der eigentlich von unserem Raum weggerichtet ist. Trotzdem
      setzt dieses Tief eine nachhaltige Duftmarke in Form einer Kaltfront, die ihren
      Namen wirklich verdient hat und Deutschland im Laufe des Sonntags bis Montagfrüh
      von West nach Ost überquert (deswegen im Osten und Südosten die o.e. kleine
      Verzögerung). Dabei kommt es zu einem deutlichen Luftmassenwechsel von
      präfrontaler, potenziell instabiler und sehr warmer Subtropikluft hin zu
      postfrontaler, merklich kühlerer Meeresluft polaren Ursprungs. In Zahlen
      ausgedrückt: die 850-hPa-Temperatur geht von 14 bis 17°C auf 7 bis 3°C zurück,
      was einem regelrechten Temperatursturz gleichkommt. Dass ein solcher Wechsel
      nicht von zarten Violinenklängen sondern Pauken und Trompeten begleitet wird,
      liegt in der Natur der Sache. Insbesondere im Süden und Osten, wo der Thermostat
      vor Ankunft der Front noch mal auf Anschlag steht und zumindest regionsweise
      eine vorlaufende Konvergenz durchgeht, ist mit kräftigen Gewittern bis in den
      Unwetterbereich zu rechnen.

      Im Laufe des Montags zieht die Kaltfront aus dem Bundesgebiet raus, hinkt aber
      im Süden wegen der alpinen Barriere etwas zurück. Dort nimmt sie Anacharakter an
      und es kommt auf der kalten Seite (der Bodenwind dreht auf West bis Nordwest) im
      Süden und Südosten Bayerns zu länger andauernden, wahrscheinlich aber nicht mehr
      gewittrigen Regenfällen. Als Unterstützer fungiert zudem der nun von Westen
      übergreifende Höhentrog, auch wenn dieser zunehmend an Kontur einbüßt.
      Höhenkalte Luft mit T500-Werten um -23°C sorgt in den nordwestlichen
      Landesteilen für eine Labilisierung der frisch eingeflossenen maritimen
      Luftmasse, was mit der Entwicklung von Schauern und vielleicht sogar kurzen
      Gewittern quittiert wird. Zwischen dem Regen im Süden und den Schauern im
      Nordwesten kann sich der nach Osten vorstoßende Azorenhochkeil soweit in Szene
      setzen, dass ein von Südwest nach Nordost verlaufender, weitgehend trockener
      Korridor dabei herauskommt...

      Ganzer Text: wetterzentrale.de/article.php?id=66672&lang=1
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    • Schönes Feld mit Altocumulus heute Morgen über Erfurt:




      Nachmittags auch zaghafte Lenticularis-Versuche:
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