Thüringer Storm Chaser [TSC] - ...wenn es um Unwetter geht

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Start Berichte 03.01.2003: Hochwasser in Thüringen

03.01.2003: Hochwasser in Thüringen

Von M.Weggässer

Überschwemmungen an vielen Flüssen sorgen für landesweiten Katastropheneinsatz der Hilfskräfte
 

Schneefälle vor dem Jahreswechsel und Tauwetter mit ergiebigen Regenfällen sorgten in den ersten Tagen des neuen Jahres für landesweites Hochwasser. An 7 Pegeln herrsche die höchste Alarmstufe 3. Im Wartburgkreis, im Landkreis Sonneberg und Sömmerda, bis hin nach Saale - Orla und Greiz kämpften Einsatzkräfte und Anwohner gegen steigende Pegel. Ein Ort ist seit diesem Ereignis zum Synonym für das Hochwasser 2003 geworden: Leubingen (LK Sömmerda). Hier war die Lage besonders kritisch, half neben hunderten Einsatzkräften von Feuerwehr und THW auch die Bundeswehr mit. Ähnlich kritisch die Lage auch an Saale, Unstrut und Werra.

UNWETTERWARNUNG vor DAUERREGEN

fuer den Bereich: Thueringen
(betroffene Gebiete: Thueringer Wald, Suedthueringen

gueltig von: Donnerstag, 02.01.03, 15:00 Uhr
bis: Freitag, 03.01.03, 07:00 Uhr

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am: Donnerstag, 02.01.03, 13:40 Uhr

Ein Regengebiet hat derzeit Südthüringen erreicht und verlagert
sich ostwärts. Dabei sind im Südwestanstau des Harzes und Thüringer
Waldes bis morgen früh Niederschlagsmengen von 20 bis 30,
vereinzelt in exponierten Lagen bis 50 Liter je Quadratmeter zu
erwarten.

DWD / RZ Leipzig
UNWETTERWARNUNG vor DAUERREGEN

fuer den Bereich: Thueringen
(betroffene Gebiete: Nordthueringen/Eichsfeld, Thueringer Becken,
Ostthueringen, Thueringer Wald, Suedthueringen

gueltig von: Freitag, 03.01.03, 16:15 Uhr
bis: Samstag, 04.01.03, 12:00 Uhr

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am: Freitag, 03.01.03, 16:00 Uhr

Mit einer westlichen Höhenströmung ziehen weitere Regengebiete
heran. So muss man gebietsweise mit 20 bis 25 Liter pro
Quadratmeter rechnen. Im Oberharz, im Bergland Thüringens und
Sachsens können bis 30 Liter pro Quadratmeter fallen.

DWD / RZ Leipzig=


Die Unwetterwarnungen machten den Behörden und Helfern vor Ort wenig Mut, die Wetteraussichten für die Folgetage auch nicht: Kälter mit Frost und Schnee. Der Frost würde zwar die Deiche etwas festigen, nur würde auch das Wasser mehr und mehr gefrieren (siehe Bild oben rechts). Der folgende Rückblick dokumentiert die Hochwasserlage im LK Saalfeld - Rudolstadt am 03.01.2003.

Die erste Station ist Hockeorda: Hier fließen Sormitz und Loquitz zusammen. Feuerwehrleute sichern Grundstücke, die am Fluss liegen (siehe folg. 2 Bilder). Einige Wiesen sind bereits am Zusammenfluss überschwemmt.

Auf der Rückfahrt Richtung Kaulsdorf, entlang der Loquitz, sind viele Wiesen überschwemmt. Der nächste Halt schließlich am Wehr vor dem Ortseingang Eichicht. Gewaltige Wassermassen schießen hier entlang Richtung Saale.

In Eichicht fließt die Loquitz mit der Saale zusammen. Der Pegel der Loquitz beträgt hier im Normalfall einen halben Meter. Zum Höchststand im Tagesverlauf des 03.01. ist er um das Fünffache auf fast 2,50 m gestiegen. Das Wasser fließt nur knapp unter der Brücke der B85 durch. Ufernahe Gärten sind am Zusammenfluss überschwemmt (siehe folg. Bild):


Grafik: TLUG Jena

Am Nachmittag in Rudolstadt: Im Ortsteil Schwarza, durch den der gleichnamige Fluss fließt, ist der Pegel ebenfalls stark gestiegen. Im Ort sind die Grundstücke und Häuser noch weitgehend verschont geblieben, doch je näher am Ortsausgang der Zusammenfluss mit der ebenfalls Hochwasser führenden Saale kommt, desto mehr Grundstücke (meist Gartenanlagen) sind überschwemmt. Auch einige Wiesen und eine Straße stehen unter Wasser.


Grafik: TLUG Jena

Auch im Gewerbegebiet Schwarza waren viele Bereiche durch die Saale überschwemmt wurden. Auch die Verbindungsstraße nach Unterpreilipp ist nicht mehr passierbar.