Bericht von Markus Weggässer
Mehrmaliges Hochwasser im Februar und März (1 Todesopfer)

Der lange Winter 2005/2006 wurde Mitte Februar das erste Mal durch eine Milderung unterbrochen. Infolge Tauwetters mit Regen bis in die Kammlagen des Thüringer Waldes kam es zu Überschwemmungen in vielen Landkreisen. Besonders betroffen die Stadt Pößneck im Saale - Orla - Kreis. Das nächste Hochwasser ereignete sich fast einen Monat später. Leider kam hier 1 Mensch im LK Saalfeld - Rudolstadt ums Leben. Ende März gab es ab dem 26.03. das nächste Hochwasser, bei dem auch die größeren Flüsse im Freistaat betroffen waren. In allen Kreisen waren Einsatzkräfte mit der Hochwasserabwehr beschäftigt.
Hochwasser 15. - 17.02.2006
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Montagmorgen, 08:42 Uhr: Nach nächtlichen Tiefstwerten von bis zu -8 Grad scheint sich ein weiterer kalter Wintertag einzustellen. Jedoch setzte Milderung in den kommenden 24 Stunden ein und es gab Regen. Am Mittwoch waren Bäche und kleine Flüsse stark angeschwollen, von Feldern und Hängen liefen Wassermassen zu Tal. An einigen Stellen gab es Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Brennpunkt an diesem Tag Pößneck im Saale - Orla - Kreis: Die Kotschau, die sonst unterirdisch fließt, führt so viel Wasser mit sich, dass sie nahe dem Busbahnhof aus einem Gully nach oben schießt und zuerst die viel befahrene B281 überschwemmt und später auch Teile des Zentrums und naheliegende Grundstücke und Gebäude. Die Bundesstraße wird am Nachmittag voll gesperrt, umliegende Feuerwehren und das Technische Hilfswerk aus Rudolstadt sind bis in die Nachtstunden im Einsatz. |
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Hochwasser am 10.03.2006
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Nach dem ersten Hochwasser im Februar kam es fast einen Monat später erneut nach einer weiteren Kälteperiode mit Schnee und Frost zum nächsten Ansteigen der Pegel. Diesmal gab es allerdings in weiten Teilen Thüringens Schäden und leider forderte der Hochwasserführende Haselbach im LK Saalfeld - Rudolstadt ein Todesopfer! Fielen in der Nacht auf den 09.03. noch 6cm Neuschnee, so setzte schon tagsüber Milderung und Regen ein, die sich auch am 10. mit einigen Schauern fortsetzte, während es am 11.03. bei sinkenden Temperaturen schon wieder 5cm Schnee gab! Dieses ruckartige Auf und Ab war gut auf den Pegelkarten der TLUG Jena zu sehen! Schlagartig rasten die Pegel der kleinen und mittleren Flüsse in die Höhe und überfluteten ufernahe Gebiete, Straßen, Felder und teilweise auch Häuser. Die Lage entspannte sich im Laufe des Wochenendes wieder. |
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Zusammenfassung aus den Landkreisen:
Saalfeld - Rudolstadt: 1 Todesopfer in Kirchhasel: 64-jähriger stürzt in den Haselbach und wird tot geborgen. In der Region mehrere Straßen überflutet und nicht mehr passierbar.
Saale - Orla - Kreis: Sperrung der neuen B281 nahe Triptis: Wasser und Schlamm haben die Straße überflutet, ähnliches Bild innerorts. Vielerorts im Landkreis ähnliche Schäden.
Landkreis Greiz: Im ganzen Kreis überschwemmte Straßen und Sicherung von Grundstücken durch Anwohner und Feuerwehr.
Altenburger Land: Häuser unter Wasser, B180 gesperrt wie auch zahlreiche weitere Straßen.
Saale - Holzland - Kreis: B88 in Steudnitz überflutet und gesperrt, viele weitere Straßen ebenso.
Weimarer Land: Straßen und Keller vollgelaufen, Felder stehen unter Wasser.
Wartburgkreis: B84 bei Behringen gesperrt.
Kyffhäuserkreis: Straßen, Keller und Sportplätze unter Wasser.
Hochwasser Ende März ab 26.03.
Wie schon in den Vormonaten wurde es nach dem kurzen Hochwasser Mitte März wieder kälter mit Schneefällen. Doch es kündigte sich in der letzten Märzwoche eine durchgreifende Milderung bis in die Höhenlagen des Thüringer Waldes an! Hier lagen teilweise noch mehr als 1 Meter Schnee. Erste Einsätze gab es bereits am Freitag, 24.03., während es ab dem 26.03. dann kritisch wurde. Vielerorts waren die Flüsse bis auf Alarmstufe 2 angestiegen und führten Hochwasser. Es zeigte sich das gleiche Bild wie schon vor einigen Wochen: Straßen wurden unpassierbar und gesperrt, Keller liefen voll, Felder, Wiesen und Auen stehen unter Wasser und beinahe hätte auch dieses Hochwasser ein Todesopfer gefordert, als ein kleines Mädchen in ein Bach fiel, aber gerettet werden konnte.

Erstmals führten auch die größeren Flüsse Thüringens Hochwasser und erreichen Hochwasseralarmstufen 1 und 2. Das große Problem lag aber an kleinen und mittleren Flüssen und Bächen! Diese haben längst ihr Flussbett verlassen und suchten sich anderweitig ihren Weg.
Am Sonntag, 26.03.2006, begann der Einsatz für viele Feuerwehren: Ein erster Brennpunkt die B94 nahe Wüstendittersdorf: Das Wasser der Wisenta floss über ihr Bett und überflutete die Straße, die auch wenig später gesperrt wurde. In Grochwitz sicherten Kameraden der FF Schleiz das Sägewerk, wo das Wasser bereits eine Garage geflutet hatte. In Triptis war die Feuerwehr bereits am Samstag im Einsatz um zahlreiche Grundstücke und Keller auszupumpen. Auch die B281 wurde erneut wie am 10.03. überschwemmt. Im Oberland gab es vielerorts ähnliche Situationen.

Bilder (3) © Karsten Spangenberg / FF Hirschberg

Karten (2): © TLUG Jena




