Thüringer Storm Chaser [TSC] - ...wenn es um Unwetter geht

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Start Berichte 2012 Wetterrückblick Februar 2012 + Winter 2011/2012

Wetterrückblick Februar 2012 + Winter 2011/2012

Wen wundert es, dass der Februar 2012 im Freistaat zu kalt ausfiel? Der Monatsdurchschnitt lag bei -3,6°C (-0,4°C), was besonders der Kälteperiode in den ersten beiden Wochen des Wintermonats zu verdanken war. Erfurt-Bindersleben z.B. registrierte eine Abweichung von -4,2 K, Neuhaus/Rwg. -4,8 K. Im Übrigen stellte die Station in Erfurt/Bindersleben auch einen neuen Dekadenrekord (1. Dekade) mit -21,4°C am 07.02. auf. Der Dekadenrekord in Artern aus dem berüchtigten Februar 1956 mit -22,6°C wurde nicht geknackt.

Auch niederschlagsmäßig kam nicht viel zusammen: Etwa die Hälfte der normalen 44 l wurden mit 24 l/m² im Durchschnitt erreicht. Am wenigsten fiel in Mühlhausen-Görmar mit 4,4 l/m², wodurch sich die Station als deutschlandweit trockenste bezeichnen muss. Die Sonne schien dank der Hochdruckphase in den ersten beiden Wochen viele Stunden, sodass 94 h das langjährige Mittel von 69 h deutlich überschritten.

Die beiden letzten Februarwochen waren geprägt von einer Milderung und Tauwetter. Oftmals war es jedoch trüb, besonders an den letzten Tagen des Monats mit Niederschlägen in Form von Regen und Schnee je nach Höhenlage.

Zusammenfassung:

Wärmste Temperatur: +12,6°C Jena/Sternwarte
Kälteste Temperatur: -24,5°C Bad Lobenstein (SOK) am 05.02.2012
Max. Niederschlag im Monat: 45,2 l/m² Schmücke (IK)
Min. Niederschlag im Monat: 4,4 l/m² Mühlhausen/Görmar
Sonnigster Ort: 99,6 h in Meiningen

 


 


Bild Mitte und Rechts: Tiefster Winter in den Hochlagen des Thüringer Waldes (Mitte Schneekopf, rechts bei Neustadt a. Rennsteig) (Bilder: M. Weggässer)


Markante Ereignisse:

Die zum Monatsanfang beginnende Kälteperiode sorgte im Verlauf für zahlreiche Probleme. Besonders Autofahrer hatten mit Schäden an Batterien und Kraftstoffleitungen zu kämpfen. Landesweit sorgten zugefrorene Wasser- und Heizungsrohre für Schwierigkeiten. In einigen Ortschaften kam es zu Stromausfällen, Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung und berstenden Leitungen oder Sprinkleranlagen. Zahlreiche Messstationen verzeichneten neue Dekadenrekorde. Auch nicht alltäglich: In Gera/Leumnitz wurde am 06. eine Höchsttemperatur von -14,3°C gemessen!

Am 08. und 09. sorgten Schneefälle und Glätte für Behinderungen und zahlreiche Unfälle, teils mit Personenschäden. Betroffen waren besonders Ost- und Südthüringen.

In Bad Lobenstein wurden am 19. zwei Menschen durch herabstürzende Eisbrocken vom Kulturhaus verletzt.

 


Der Winter 2011/2012

Meteorologisch gesehen endet der Winter mit dem letzten Februartag. Und wie war er denn nun? Das Bergland erlebte durchaus einen normalen Winter mit besonders kalten Temperaturen im Februar. Der Flachlandwinter fiel dagegen eher aus. Dezember, Januar und die zweite Februarhälfte waren geprägt von milden Luftmassen in einer strammen westlichen Strömung, die bekanntlich für regnerische, windige und milde Witterungsabschnitte in Mitteleuropa sorgen. Zahlreiche Sturmtiefs mit orkanartigen Winden zogen im Dezember und Januar über uns hinweg.

Zu nass: 218 l/m² zu 159 l/m² des langjährigen Mittels (Mit 80 l/m² ist Artern der trockenste deutsche Ort im Winter 2011/2012!)

Zu sonnig: 165 h zu 148 h des langjährigen Mittels

Zu warm: +0,4°C zu -0,6°C des langjährigen Mittels

Datenquellen: Deutscher Wetterdienst / Meteomedia