- Offizieller Beitrag
Rein persönliche Meinung: Das 1. ist abartig! Das Zweite ist da schon besser und spiegelt mal gut die lang andauernde Wetterlage wider.
Rein persönliche Meinung: Das 1. ist abartig! Das Zweite ist da schon besser und spiegelt mal gut die lang andauernde Wetterlage wider.
joa beim näheren ansehen... sind schon echt böse Fraben drin... naja das nächste mal
Freies Wort / 25.11.2011
Niederschlagsmenge im November fast null
Der Monat November zeigte sich in diesem Jahr von einer ganz neuen Seite. Viel Sonne pur und kein Regen. Was die Einen freut, macht den Anderen Sorgen.
Von Birgitt Schunk
Suhl/Erfurt - Für die Feldarbeiten hätte es nicht besser laufen können. Die Flächen sind trocken, die schwere Technik konnte ohne Zeitdruck pflügen und säen. "Für Wintergerste, Raps und Roggen ist die Trockenheit kein Problem, die Wurzeln gehen nach unten in die feuchteren Schichten", sagt Volker Ehrlicher, der Vorstandsvorsitzende der Agroprodukt Sonneberg.
Beim Weizen sieht es anders aus. "Der kam zuletzt in den Boden, ist angekeimt und wird nicht gut in den Winter kommen, wenn es nicht bald regnet." Frost ohne schützende Schneedecke könnte der Kultur den Garaus machen.
Bei der Wasserversorgung haben der trockene Oktober und November schon Tatsachen geschaffen. Das landwirtschaftliche Unternehmen versorgt seine Tierbestände über einen eigenen Brunnen. "Man spürt deutlich, dass das Wasser-Dargebot nachgelassen hat", sagt Ehrlicher. Auch hier brauchen die Landwirte dringend Niederschlag. 300 Kubikmeter Wasser werden schließlich täglich in der Milchviehanlage benötigt.
Besondere Aufmerksamkeit
In den Wäldern spielt der fehlende Regen ebenso längst eine Rolle. Laut Erfurter Forstministerium führte der ausbleibende Niederschlag zwar nicht zu einem flächendeckenden Anstieg der Waldbrandgefahr, aber die Fachleute wissen: Auf vereinzelten Standorten wie den Hängen in Südrichtung ist eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Trockenheit zu verzeichnen. "Diese Flächen erfahren gegenwärtig die besondere Aufmerksamkeit der Revierförster", sagt Ministeriumssprecher Andreas Maruschke.
Und auch für die Neuanpflanzungen ist die Witterung alles andere als förderlich. Bis Ende Oktober waren im Verlaufe des Jahres eigentumsübergreifend rund 1,5 Millionen Bäume gepflanzt worden. Bei diesen Maßnahmen wichen die Förster vor Ort schon auf Flächen aus, die hinsichtlich der Wasserversorgung besser geeignet waren, heißt es aus Erfurt. So sollen die Ausfälle beim Anwachsen der jungen Pflänzchen vermieden werden.
Allerdings gibt es ein weiteres Problem: Schäden in den Aufforstungen infolge der Trockenheit könnten laut Ministerium indirekt durch Mäuse nennenswerte Größenordnungen erreichen. "Die warme Witterung kommt den 2011 ohnehin schon sehr zahlreichen Nagern entgegen", so ein Sprecher.
Und auch an den Flüssen ist der fehlende Regen zu spüren. Der mittlere Abfluss für November wird an allen 27 Thüringer Pegeln unterschritten. Kein Wunder: In diesem Monat fielen im Land bisher weniger als 1 Millimeter Niederschlag und somit fast gar nichts. Der Wasserhaushalt und damit die Abflüsse zehrten allerdings noch von den Niederschlägen der Vormonate, heißt es aus dem Umweltministerium. Nach den zu trockenen Monaten Februar bis Mai seien die Folgemonate bis einschließlich Oktober 2011 nämlich etwas zu feucht gewesen. Die Abflusssituation sei somit als überdurchschnittlich trocken, aber noch nicht als extrem zu bezeichnen. Die Werra hat hierbei noch gute Karten. Deren Einzugsgebiet liegt insgesamt etwas günstiger als der Landesdurchschnitt. Bei Ilm oder Schwarza (Saale) hingegen bewegt man sich bereits unter dem Durchschnittswert.
Die heutige Morgenstimmung bei -4°C im Unstrut - Hainich - Kreis bei Nägelstedt:

Alles zur Orkan "Yoda" bitte in den Monatsthread!
Zitat
WARNLAGEBERICHT für Thüringen
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Sonntag, 27.11.2011, 06:30 UhrBergland Sturmböen, Tiefland Windböen, später teils stürmische Böen. Nacht zum Montag abflauender Wind.
Entwicklung der Wetter- und Warnlage für die nächsten 24 Stunden bis Montag, 28.11.2011, 06:30 Uhr:
In einer kräftigen Westströmung wird die Region im Tagesverlauf von der Front eines nach Südskandinavien ziehenden Sturmtiefs überquert. Damit nimmt die Böigkeit des Windes weiter zu. Heute treten im Tiefland verbreitet Windböen bis 60 km/h (Bft 7) aus Südwest auf. In den Kammlagen der Mittelgebirge kommt es zu Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9). Am Nachmittag erreicht die Windentwicklung ihr Maximum und im Tiefland muss stellenweise mit stürmischen Böen bis 75 km/h (Bft
gerechnet werden. Im Bergland bleibt es bei Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9). In der ersten Nachthälfte zum Montag nimmt die Böigkeit ab und nachfolgend werden im Tiefland keine Warnschwellen mehr überschritten. Im Bergland sind noch Windböen möglich.
Nächste Aktualisierung: spätestens Sonntag, 27.11.2011, 10:30 Uhr
Deutscher Wetterdienst, Regionalzentrale Leipzig, Christian Schmidt
Spitzenböen bis 09:00 Uhr Thüringen (WetterOnline):
Spitzenböen bis 09:00 Uhr Europa/Deutschland (WetterOnline):
Yoda am Nachmittag:
Das Satbild von 13:30 Uhr zeigt eine recht schöne Spirale unseres Orkantiefs mit langgezogener Kaltfront (blau):
Auf dem Radar ist die Kaltfront ebenfalls zu sehen, wie sie südwärts vorankommt:
Böen der letzten Stunde im Freistaat (WetterOnline):
Die Tages - Spitzenböen liegen bislang weiter im 72 km/h - Bereich (Erfurt/Bindersleben, Artern, Schmücke).
Wetterbedingte Schäden sind bislang nicht bekannt.
Zusammenfassung von "Yoda"
Ich habe mal den Camcorder in der Dämmerung laufen lassen und die vorbeirasenden Wolken noch etwas schneller gemacht:
[video]
Übersicht Spitzenböen Thüringen (WetterOnline)
An Schäden ist insgesamt nichts bekannt.
UPDATE 29.11.2011
Knapp unterhalb vom Sturm
Artern. Ein heftiges Lüftchen pfiff am Sonntag durch den Kyffhäuserkreis. Ein richtiger Sturm wars aber nicht. Wie Evelyn Lange von der Arterner Station des Deutschen Wetterdienstes auf TA-Anfrage sagte, wurden in Artern die höchsten Windgeschwindigkeiten am Sonntagvormittag zwischen 10 und 11 Uhr mit 70,2 Kilometern pro Stunde registriert. Das entspricht Windstärke 8 und damit einem stürmischen Wind. Die Windstärke 9, ab der die Meteorologen von Sturm sprechen, beginnt aber nur knapp darüber bei 74,9 Kilometer pro Stunde. Stürmisch blieb es bis in die Abendstunden hinein. Größere Schäden haben die Böen aber offenbar nicht angerichtet, auch wenn mancher großer Weihnachtsbaum in den Städten und Dörfern ordentlich hin- und hergezaust wurde. Aus der Rettungsleitstelle des Kyffhäuserkreises hieß es gestern Abend auf Anfrage, dass keine Schäden bekannt geworden seien. Nun soll es wieder ruhig und mild weitergehen.
Grit Pommer / 28.11.11 / TA
So mal wieder was von mir.... Eine Zeitrafferaufnahme von heute dem 29.11
Das Zeitraffer ist aus der Innenstadt in Heilbad Heiligenstadt. Das schwirige hierbei war, dass es sozusagen vom Hellen ins Dunkle ging --> Vom Tag zur Nacht
Ich hoffe deshalb, dass man es sich dennoch anschauen kann, auch wenn ein paar kleine "Flimmerer" drin sind. Ist halt ziemlich schwirig das ohne hinzubekommen ![]()
Desweiteren hoffe ich das die Qualität passt...
[mplayer] inet.flv [/mplayer]
Lg Jonas
Was ich nicht verstehe: warum wackelst du so? Bist du schon so alt, dass du die Kamera nicht mehr ruhig halten kannst? Und warum bewegt sich die Person rechts neben dem Turm nicht? Gaffer? Versteh ich nicht.
Aber trotzdem, hast du fein gemacht, ist ne schöne Stadt, dein Heiligenstadt. :applaus
*Achtung. Text kann :Ironie enthalten*
Sehr schön Jonas!
Hier ein paar schiefe Ansichten aus Bad Frankenhausen (danke für den schönen Tag Mathias):




hui ist wirklich ganz schön schief ![]()
@Mathias: Das Stativ hat bei dem Wind so gewackelt :heul
Hey Jonas!
Lob: Deine Zeitrafferaufnahmen werden immer besser!
Kurzer Überblick der Messwerte meiner nicht geeichten, im hohen Alter befindlichen Wetterstation
Dazu die frühzeitige Auswertung des DWD für den November:
Zitat
Thüringen: Im November 2011 kam Thüringen auf 3,8°C (3,3°C) und war damit das zweitkälteste Bundesland. Die Sonnenscheindauer lag bei 103 Stunden (49 Stunden) und die Regenmenge bei nur rund 1 l/m² (56 l/m²). Einige Stationen blieben absolut trocken.
Im Vergleich dazu kann gesagt werden, dass es in Bad Frankenhausen durch die vielen Nebeltage (10+x) leicht kälter war als im Landesdurchschnitt und, bezogen auf die international gültige Referenzperiode 1961 bis 1990, auch minimal (0,1°C) kühler war als sonst üblich. Die Sonnenscheindauer liegt analog zu den vielen Nebeltagen niedriger als der Durchschnitt, der Niederschlag bedingt durch Nebelnässen und Sprühregen über dem Mittel.
Hättest du das nicht schon immer posten können? Interessante Messwerte, die 20,5°C wären natürlich was gewesen
Artern hatte am gleichen Tag 15,6 als Tmax. Wieviel Nebeltage gab es?
Im Übrigen habe ich einen Text auf der Startseite verfasst. Grundlage ist die Auswertung der DWD - Messstationen.
Ergänzung Bad Frankenhausen:
Frosttage: 14
Eistage: 3
Ein Frosttag ist auch ein Eistag, die Anzahl der Tage, an denen es zwar Frost gab, das Maximum aber über 0°C lag, war 11 (Frostwechseltag)
Freies Wort /02.12.2011
Vor dem Frost brauchte es noch Regen
Sonnenschein oder Hochnebel, aber kein Regen und für die Jahreszeit viel zu milde Temperaturen. Das war der "goldene" November. Wie werten Land- und Forstwirte und Wasserwirtschaftler die lange Trockenheit?
Von Teresa Schich, Regina Haubold und Katja Wollschläger
Hildburghausen - Solch einen trockenen Herbst wie in diesem Jahr hat es in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen - die immerhin fast hundert Jahre währen - noch nie gegeben. Im Monat November hat es noch nicht ein einziges Mal geregnet, obwohl in Thüringen die normale Niederschlagsmenge für die Monate Oktober und November bei durchschnittlich 87 Liter pro Quadratmeter liegt. Hintergrund ist ein beständiges Hochdruckgebiet, das sich schon seit mindestens vier Wochen hartnäckig über Europa hält.
Die meisten Zeitgenossen dürften sich über das goldene Herbstwetter, das lediglich morgens bisweilen mit Reifglätte aufwartete, gefreut haben. Die Sonne schickte noch ein paar wärmende Strahlen und machte noch einmal Lust auf Spaziergänge. Bis auf den morgentlichen Nebel hatten auch die Autofahrer bis dato noch nicht mit den Unbilden des Winters zu kämpfen. Alle sind's zufrieden? Oder etwa nicht? Was sagen die Landwirte dazu? Schadet die extreme Trockenheit der nächsten Ernte? Schließlich wurde der Winterweizen ja gerade erst in den Boden gebracht.
Noch nicht beunruhigt
Hört man Dietmar Koch, Geschäftsführer der Streufdorfer Agrargesellschaft, "kann im Grunde jeder extreme Witterungsverlauf Auswirkungen auf die nächste Ernte haben." Doch zur Panik sieht Koch jetzt noch keinen Anlass, denn "andere natürliche Faktoren können dies wieder ausgleichen", wie er anmerkt. Daher könne man die Folgen erst einschätzen, "wenn die ersten Mähdrescher wieder auf dem Feld stehen." Auch andere Landwirte sehen es erst einmal gelassen: Das ausgesäte Getreide und der Raps brauchen schließlich über den Winter kein Wasser, da in der Vegetation Stillstand herrscht. "Eine den Boden schützende, dicke Schneedecke, würde sich natürlich positiv auf die Ernte auswirken, ständiges Gefrieren und Auftauen im Frühjahr aber eher negativ", erklärt Silvio Reimann, Geschäftsführer der Milch-Land-GmbH Veilsdorf.
Die extreme Trockenheit macht auch seinem Rappelsdorfer Kollegen Hans Popp, Vorsitzender der Schleusinger Agrargenossenschaft, bislang noch keine ernsthafte Sorge. Dennoch schätzt er ein: "Bevor es tief in den Boden hinein gefriert, müsste eine gehörige Menge Feuchtigkeit dazukommen:" Popp zieht da einen Vergleich mit dem vergangenen Winter heran. Auch da hatte der Boden infolge des raschen Wintereinbruchs nicht ausreichend Wasser speichern können. Die Dürreperiode im Frühjahr tat ein Übriges. Weder Gras noch Getreide konnten wachsen. "Es sieht schlecht aus, wenn nicht genügend Feuchtigkeit gespeichert wird," fasst Popp zusammen.
Von einer "Niedrigwassersituation" der Flüsse spricht indes die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), die die Lage exakt dokumentiert hat. Wie der Referatsleiter Wasserwirtschaft, Dr. Ralf Haupt, erklärt, sei der völlig niederschlagsfreie November durchaus ungewöhnlich. Dennoch stünden die Pegel im Einzugsbereich der Werra vergleichsweise noch günstiger als die der anderen Flüsse. Grund zur Sorge sieht Haupt indes nicht, zumal der "Wasserkreislauf immer Reserven" aufweise. Der Wasserhaushalt und damit die Abflüsse zehrten noch von den Niederschlägen der Vormonate, sagt Haupt. Bei den Wassermengen gebe es erfahrungsgemäß immer einen natürlichen Puffer, obgleich auch der Frühling sehr trocken gewesen sei. Der niedrigste, bisher gemessene Tageswert im November werde an bisher keinem Pegel unterschritten, heißt es. "Die Abflusssituation ist somit als überdurchschnittlich trocken, aber noch nicht als extrem trocken zu bezeichnen. Das Einzugsgebiet der Werra liegt insgesamt etwas günstiger als der Landesdurchschnitt, die Einzugsgebiete der Ilm, Schwarza (Saale) und vereinzelt in Ostthüringen unter dem Landesdurchschnitt", heißt es in der jüngsten Analyse der TULG. Ein Trockenfallen sei selbst bei den kleinsten beobachteten Einzugsgebieten - von Gera und Steinach - bisher nicht eingetreten.
Junge Bäume betroffen
In den Wäldern des Landkreises herrscht ebenfalls Wassermangel. Und das macht vor allem den jungen Bäumchen zu schaffen. "Die Älteren verkraften den fehlenden Niederschlag eigentlich ganz gut. Sie brauchen momentan sowieso sehr wenig Wasser, da die Wachstumsperiode vorbei ist", weiß Martina Edelmann, Leiterin des Thüringer Forstamts Schönbrunn. Allerdings die Herbstpflanzungen machen ihr Sorgen. "Wir haben in einigen Bereichen des Forstamts Ergänzungspflanzungen vorgenommen. Und diese Bäume brauchen den Niederschlag dringend", sagt sie. Schon im Frühjahr gab es bei Neupflanzungen Probleme. Auch da herrschte akuter Wassermangel, so dass einige Stecklinge auf der Strecke blieben. Edelmann befürchtet, dass es den im Herbst neu gepflanzten Bäumen ebenso ergehen könnte. "Noch vor dem Frost müsste es unbedingt regnen."
Doch wie immer im Leben hat jede Medaille bekanntlich zwei Seiten. Auf der einen Seite wünschen sich die Forstleute den Niederschlag, auf der anderen sind sie froh, dass der Herbst so trocken ist. "Besser hätte es für die Holzrückung nicht sein können, erklärt Manuela Kupz, stellvertretende Amtsleiterin. Das bestätigt auch ihre Chefin. "Es sieht top aus im Wald." In den oberen Lagen des Thüringer Waldes ist die Holzernte fast abgeschlossen. "Ab Dezember überlassen wir den Wald dem Wintersport." - Dessen Akteure allerdings haben bereits Sorgenfalten auf der Stirn.
Witterungsrückblick November 2011 Neuhaus/Rwg.
Der November litt an einer Blockierung, einer gewaltigen. War zu Monatsbeginn eine noch länger anhaltende Hochdrucklage abzusehen – bis zum Monatsende hätte man nicht darauf gewettet. Aber das ist eben das Schöne am Wetter. Sich immer wieder regenerierender hoher Luftdruck über Mittel- und zeitweise auch Osteuropa blockierte buchstäblich den ganzen Monat ein Übergreifen atlantischer Tiefausläufer. Also nicht viel Spannendes zu berichten aus dem letzten Herbstmonat, somit einmal ein etwas kürzerer Rückblick.

Ganz sicher Nummer eins im November – die Sonnenscheindauer. 152 (!) Stunden überragen alle früheren Höchstwerte, hier in Neuhaus auf dem Bornhügel bedeuten diese eine Abweichung gegenüber dem Klimareferenzwert von 312%. Einfach einmalig. Die bisherigen Höchstwerte in unserer Region stammen aus dem Wende-November 1989, bis zu 110 Stunden wurden z.Bsp. in Sonneberg-Neufang gemessen. Aber auch tiefere Lagen blieben heuer nicht unbedacht wie oft bei diesen Inversionslagen, in Veilsdorf schien die Sonne immerhin 111 und in Schwarzburg 113 Stunden.
Deutschlandweit soll es der trockenste Monat seit Beginn der Messungen gewesen sein, in vielen Regionen gab es nicht einen einzigen Tropfen. Auf dem Bornhügel 1,4 Liter pro Quadratmeter, diese verteilt auf drei Tage. Dazu etwas Nebelnässen, öfters starker Tau. Der trockenste November war es sicher hier in Neuhaus, aus dem Jahr 1902 stammt ein Wert von 6 Liter pro Quadratmeter, weniger kam wohl nicht vor. Die bemerkenswerte Trockenheit steht somit im krassen Gegensatz zur Niederschlagsentwicklung für diesen Monat in den letzten 25 Jahren, hier steht ein Plus von knapp 15%. Monatsübergeifend vom Oktober her gab es an 20 Tagen in Folge - ebenfalls neuer Rekord - keinen messbaren Niederschlag, unsere längsten Durststrecken mit bislang 17 Tagen in Folge stammen vom Oktober 2005 und März/April 2002. Niederschlagsärmster Monat bleibt aber weiterhin der Januar 1996 mit weniger als einem Liter pro Quadratmeter.

Mit einer Mitteltemperatur von 4,0°C wurde es der zweitwärmste November seit 1940, nur 1963 lag die Temperatur noch drei Zehntel höher. Abweichung plus 3,5°C – dies trifft aber nun wirklich nur auf den Kammlagenbereich zu. Obwohl in tieferen Lagen ebenfalls recht viel Sonnenschein – die mildere Luft gab es überwiegend in etwas höheren Luftschichten. In Veilsdorf nur ein geringfügiges Plus von 0,3°C, in Schwarzburg war es sogar knapp ein Grad Celsius zu kalt. Vor allem in der ersten Dekade viele Temperaturrekorde, das Maximum vom 06.November mit 16,0°C einer von ihnen. Gemessen in subtropischer Festlandsluft welche uns in diesem Zeitraum beglückte. Passend zu dieser Luftmasse das Minimum vom 05.November – plus 9,1°C! Zweitmildeste Novembernacht überhaupt bisher, nur der 10.November 1977 war mit 9,5°C noch etwas kuscheliger. Minimum 9°C und Maximum 16°C – das klingt nicht nur recht sommerlich. Klar - dies hätte man sich wenigstens an manch einem Wochenende im vergangenen Sommer gewünscht. Aber es ist nun in diesem Zeitraum nicht ganz überraschend gewesen – der bekannte Martini-Sommer. Nur dieses Jahr etwas krass, schön krass.

Auf Martini (11.November) beziehen sich viele Bauernregeln. Kurz zusammengefasst – wenn an (um) Martini mild, trüb und feuchte Nebel - dann folgt in zwei von drei Jahren ein zu milder Winter. Sicher etwas schwierig sich dieses Jahr für eine Ausgangsvariante zu entscheiden – auf den Bergen mild, Sonne und Nebel, in tieferen Lagen kühler und feuchter, neblig. Ich würde mich für die Ausgangslage „mild“ entscheiden, rein von der Wetterlage her.
Schnee war totale Fehlanzeige, interessant vielleicht folgender Vergleich: Gab es im November hier oben auf dem Bornhügel keinen Schnee oder nur eine geringe Maximalhöhe so blieb der Dezember zu 75% ebenfalls von seiner maximalen Schneehöhe sehr bescheiden.
Die verbleibenden Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel: Relative Luftfeuchte 83% (94), Bedeckung 50% (85), Nebeltage 18 (26), Frosttage 13 (17), Eistage 0 (7), Tage mit Böen Windstärke 8 oder höher 2 (4).

Dezember – wie wird er? Da nun schon einige Tage verstrichen und die markante Wetterumstellung erfolgt ist – es wird wohl weiter in diesem Rhythmus gehen, mal Schneefall, dann wieder mildere Luftmassen, Wind – und wahrscheinlich sehr wenig Sonne. Das Kontingent scheint nun erschöpft.
Eins ist diesem Jahr aber nicht mehr zu nehmen – es wird mit z.Z. 1843 Stunden das zweitsonnigste nach 2003!
DWD / Wetterwarte Neuhaus/Rwg. / Rüdiger Manig
nnz-Wetterrückblick Nordhausen: Null komma sechs
Montag, 05.Dezember 2011, 17:50 Uhr
Null Komma sechs Liter pro Quadratmeter Niederschlag verzeichnete die Wetterstation auf dem Campus der FH Nordhausen im November 2011. An vielen Stationen deutschlandweit, auch in Thüringen wurde gar kein Niederschlag registriert. Ein neues Extrem, gilt doch der Herbst als relativ stabile, sich wenig ändernde Periode in den Zeiten des Klimawandels...
Nicht nur extrem wenig Niederschlag, sondern auch viel Sonne zeichnete die Nordhäuser Station auf. Das Pyranometer berechnete 98 Stunden Sonnenschein, rund drei Stunden pro Tag. Üblich oder normal sind im Nordhäuser November 1,5 Stunden pro Tag. Astronomisch möglich wären aufgrund der Lage auf dem 51. Breitengrad immerhin neun Stunden. Im Jahr 2011 schien die Sonne bisher 1958 Stunden.
Im gesamten Jahr 2010 waren es 700 Stunden weniger. Es ist zu erwarten, dass in 2011 im Südharz die 2000 Stunden erreicht werden. Normalerweise scheint in Nordhausen, gemittelt über 25 Jahre, die Sonne 1660 Stunden, deutschlandweit 1550 Stunden pro Jahr. Der Südharz profitiert von der Lage im Wolken- bzw. Regenschatten von Harz und Ohmgebirge. Mehr als 2000 Stunden Sonne gibt es üblicherweise an den Küsten von Nord- und Ostsee.
Zurück zum Niederschlag: Die Station hat immerhin 0,6 Liter pro Quadratmeter am 10. und 26. November registriert (LJM: 50mm). Hierbei handelt es sich allerdings nicht um das absolute Nordhäuser Niederschlagsminimum, dieses wurde im September 1959 mit 0,5 L/m² gemessen. Das bisherige November-Minimum betrug im Jahr 1978 2,8 L/m². Seit September fielen im Südharz rund 88 L/m² Niederschlag, die mittlere Niederschlagssumme im meteorologischen Herbst liegt allerdings bei 144 L/m².
Die landwirtschaftlichen Nutzflächen zeigen bereits erste Trockenschäden, hier vor allem bei Getreide. Insgesamt wurden seit Januar 2011 416 L/m² Niederschlag auf dem Campus gesammelt. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagssumme beträgt rund 600 mm, die aber wohl in diesem Jahr nicht mehr erreicht wird.
Niederschlag wird in den gemäßigten Breiten häufig an Fronten gebildet: Es entsteht großräumig Landregen, wenn warme Luft auf kalte Luftmassen aufgleitet (Warmfront) oder räumlich begrenzte Stark- oder Gewitterniederschläge, wenn kalte Luft warme Luft vom Erdboden abhebt und die Atmosphäre labil wird. Diese Fronten sind an Tiefdruckgebiete gebunden, die vom Atlantik nach Mitteleuropa ziehen.
Im November stand das Barometer im Südharz allerdings auf Hochdruck (1010 – 1035 hPa). Die Tiefdruckgebiete zogen im Norden oder Süden an Mitteldeutschland vorbei. Der fallende Niederschlag blieb in der Folge aus. Trotzdem konnte in den frühen Morgenstunden, zum Teil auch ganztägig, dichter Nebel beobachtet werden. Die Lufttemperatur sank unter die Taupunkttemperatur, der Wasserdampf kondensierte auf den Oberflächen (Vegetation, Fahrzeuge etc.) zu Wassertröpfchen. Dies wird als abgesetzter Niederschlag bezeichnet und muss in die Niederschlagssumme mit eingerechnet werden. Allerdings ist die messtechnische Erfassung von Tau sehr aufwendig. Der Anteil des abgesetzten Niederschlags an der gesamten Jahresniederschlagssumme liegt bei uns im Mittel bei etwa 5%.
Der Wind frischte in den letzten Novembertagen auf, es wurden durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 4-5 Meter pro Sekunde erreicht. Der Wind fegte endlich die letzten Blätter von den Bäumen. Damit einhergehend drehte der Wind auf westliche Richtungen und brachte neben einigen Tiefausläufern ausgeglichene und wärmere Temperaturen von ca. 9 °C mit sich. Die maximale Novembertemperatur betrug 17,3°C am 03. November, die minimale Temperatur wurde mit minus 6°C am 13. November gemessen. Es gab immerhin 15 Frosttage und bereits einen Eistag am 15. November. Die mittlere November-Temperatur betrug 3,9°C und entsprach damit dem langjährigen Mittel (3,8°C).
Nach einem in das Bild des Klimawandels passenden zu sonnenscheinreichen und deutlich zu trockenen November 2011 wird sich nun, so die Jahreszeiten-Prognose der Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst, ein im Vergleich zu der Zeitperiode 1961 bis 1990 zu milder Winter 2011/2012 anschließen, was bei den derzeitigen Heizöl- und Strompreisen aber gar nicht so schlimm ist.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp