Zusammenfassung Unwetterereigniss 27.7.2014 Bereich Königsee-Rottenbach-Bad Blankenburg Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

  • Wieder einmal sollte es das“ Rinnetal“ in heftiger Art und Weise treffen. Wie bereits in den vergangenen Jahren kommt es im Bereich, Königsee-Rottenbach-Bad Blankenburg immer wieder zu beträchtlichen Schäden bei punktuellen Starkregenereignissen. Da bei solchen Wetterlagen kaum eine Vorbereitungszeit bleibt, haben es hier die Hilfs,-Rettungskräfte besonders schwer, überall schnell und effektiv Hilfe leisten zu können. So sollte es auch am vergangenen Sonntag wieder einmal ein Ereignis werden was in die Geschichtsbücher der Gemeinden eingehen sollte.
    Es brodelte schon den ganzen Nachmittag in der Wetterküche, mit Argusaugen verfolgten die Feuerwehren die Situation und besetzten ihre Einsatzleitzentralen am Sonntagnachmittag um schnell reagieren zu können, im Fall der Fälle. Es sollte ein Trugschluss werden wie sich im späteren Tages/Nachtverlauf noch zeigen sollte.
    Binnen weniger Minuten nach dem einsetzenden Starkregen gingen unzählige Notrufe in der Rettungsleitstelle Saalfeld durch Anwohner der Gemeinde Königsee-Rottenbach ein. Die ersten Meldungen sollten ein kleiner Vorgeschmack werden was noch kommen sollte. Die Feuerwehren begannen ihre Arbeit und befüllten Sandsäcke und begannen bereits unter Wasser stehende Grundstücke und Keller auszupumpen. Binnen 20 Minuten nach Eingang des ersten Hilferufes spitze sich die Lage dramatisch zu. Ganze Ortschaften, Paulizella-Milbiltz-Unterköditz, meldeten eine gänzliche Überflutung der Ortschaften. Dramatisch sollte es werden im Bereich der Verbindungstraße Rottenbach-Paulinzella , da diese durch einen Hangrutsch nicht mehr passierbar war. Eine dadurch resultierende Unterbrechung der Telefon und Stromleitung machte die Situation nicht besser.





    Nach dem die ersten Einsatzstellen bearbeiten wurden, weitere Feuerwehreinheiten der umliegenden Ortschaften alarmiert worden waren, sollte es noch schlimmer kommen. Ein Gewerbegebiet mit Gefahrstoffen sowie die Bundesstraße 88 (B88) wurden bei Rottenbach großflächig Überflutet. Der Pegel der Rinne stieg binnen kürzester Zeit von 40cm auf 100cm, Tendenz stark steigend. Nun kamen fast im Sekundentakt Hilferufe und die Lage geriet den Hilfskräften aus den Händen zu gleiten. Einsatz und Koordinierungsstäbe wurden gebildet und Feuerwehrtechnik aus dem ganzen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zusammengezogen. Weitere Ortschaften im unteren Rinnetal informiert, so das man hier etwas Vorlaufzeit haben sollte.




    Im Laufe des Abends entspannte sich die Lage im oberen Rinnetal, aber immer weiter Fluss abwärts spitzte sich die Lage zu. Im Bereich Bad Blankenburg-Watzdorf wurden erste Grundstücke und Keller überflutet. Mittlerweile hatte die Rinne einen Stand von 141cm erreicht. Die Brücken der Stadt wurden besetzt um das anschwemmende Treibgut sofort beseitigen zu können. Mittels Lautsprecherdurchsagen wurde die Bevölkerung gewarnt und sie aufgefordert geeignete Sicherungsmßnahmen durchzuführen. An einer besonders engen Stelle des Flusslaufes wurde die Böschung so stark belastet das diese um mehr als 20cm absackte. Das brisante an dieser Sitution war, das direkt ein Wohnhaus mit Nebengelass direkt an die Gefahrenstelle anschloss.




    (Leitungs und Koordinierungsstab der Stadt Bad Blankenburg) (LUK)


    Im Laufe der Nacht wurde seitens des LUK ein Fachberater des Technischen Hilfswerkes, Ortsverband Rudolstadt, angefordert um die Einsatzoptionen des THW an dieser Stelle zu bewerten. Man entschied sich die Stelle großflächig abzusperren und eine Notevakuierung der betroffenen Bewohner vorzubereiten. Im Laufe der nächsten Tage soll die Stelle durch Mitarbeiter der TLUG und der Unteren Wasserbehörde begutachtet werden um weitere Maßnahmen zu veranlassen. Der Einsatz für die Feuerwehr Bad Blankenburg zog sich noch bis zum Montag 7:00 Uhr hin um alle Stellen abzuarbeiten.



    Alle hier eingebundenen Bilder stammen von: Rüdiger M., FF Königsee,FF Bad Blankenburg, KBI Landkreis SLF-RU

  • Danke für den ausführlichen Bericht und die Eindrücke vor Ort/den Arbeiten im Hintergrund. Paulinzella kommt mit in die Unwetterkarte 2014. Es wäre noch von Vorteil, wenn man unter die Bilder schreibt, wo genau diese aufgenommen wurden (Ort).


    LG

    1. Vorsitzender Thüringer Storm Chaser e.V.
    ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
    Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
    Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society