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26.05. - 30.05.2016 Gewitterthread (lokal Unwetterpotential)

  • Markus
  • 25. Mai 2016 um 20:43
1. offizieller Beitrag
  • Markus
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    • 25. Mai 2016 um 20:43
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    • #1

    In den kommenden Tagen steigt das Potential für Gewitter wieder an. Am Freitag und Sonntag könnten über Thüringen häufiger und verbreiteter Gewitter auftreten. Aufgrund schwacher Höhenströmung werden die Gewitterzellen kaum verlagert und bleiben teilweise ortsfest bzw. bauen wieder neu an. In diesem Umfeld können lokal hohe Regenmengen in kurzer Zeit fallen, die schnell Schlammlawinen auslösen. Hagel ist ebenfalls in kleiner - mittlerer Größe und teilweise in größeren Mengen möglich, ehe zum Sonntag bei hohen CAPE-Werten auch größerer Hagel drin ist.

    Über Deutschland wird sich eine flache Druckverteilung einstellen, in der die labile Luftmasse sich selbst mit dem Tagesgang überlassen ist ("Gewittersumpf"). Gerade die Gebirge stellen da einen guten Initiator für Konvekion dar, die dann zu größeren Clustern heranwachsen können. Lokale Konvergenzen unterstützen da gern mal. Auch sollte man die Bildung von thermischen Tiefs ("Hitzetefs") mit in Betracht ziehen. Ohnehin wird für Sonntag ein Tief über Mitteldeutschland simuliert. Dann drohen lokale Unwetter durch Starkniederschlag und Hagel.

    Aus heutiger Sicht können am Donnerstag schon vereinzelte Schauer/Gewitter auftreten. Dies sollte aber längst nicht verbreitet der Fall sein.
    Am Freitag könnte es bereits ab den Mittagsstunden von den Gebirgen ausgehend zahlreiche Gewitter geben, die schnell verclustern.
    Das Wochenende birgt durchaus Unwetterpotenzial, dafür ist aber eine Einschätzung jetzt noch mehr als verfrüht und spekulativ.

    Zum Freitag folgt dann mehr am morgigen Abend.

    VG
    Markus

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    • 26. Mai 2016 um 20:41
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    • #2

    Ich zitiere mal, da die Zeit eh eng bemessen ist:

    Synoptische Übersicht DWD:

    Zitat


    SXEU31 DWAV 261800
    S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
    ausgegeben am Donnerstag, den 26.05.2016 um 18 UTC


    Markante Wettererscheinungen:
    Zustrom labiler Luftmassen, zunehmende Gewittertätigkeit mit steigendem
    Unwetterpotenzial

    Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC
    -------------------------------------------------------------

    In der Nacht zum Freitag lässt die Gewitterneigung rasch nach. Allerdings zieht
    von Frankreich kommend ein Regengebiet auf, das zu einer Warmfront gehört, die
    in der Höhe von einem Kurzwellentrog gestützt wird. Am Morgen überdeckt dieses
    Regengebiet Teile NRWs, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Osthessen. Die
    Niederschläge sind vorwiegend an dessen Südrand konvektiv durchsetzt.
    So kann es
    lokal zu Starkregen mit über 20 mm / 3 Stunden kommen. C-DE-EPS gibt dafür in
    den letzten Läufen schwache Signale mit Wahrscheinlichkeiten von 10 - 30 %.

    Freitag ... am Vormittag zieht die Warmfront mit dem zugehörigen Kurzwellentrog
    über die Mitte Deutschlands. Bezüglich der Zugbahn des zugehörigen
    Niederschlagsgebietes gibt es noch einige Unsicherheiten. Die meisten Modelle
    rechnen den Niederschlagsschwerpunkt am Mittag zwischen Thüringer Wald und Harz.

    Südlich der Warmfront fließt von Südwesten her bodennah sehr feuchte und labile
    Luft ein. Am Alpenrand steigt die 850-hPa-Temperatur bis 15 Grad. Zusätzlicher
    Feuchteeintrag liefert das abziehende Regengebiet an der Warmfront. Des Weiteren
    soll die Wolkendecke langsam auflockern. Die hoch aufgelösten Modelle simulieren
    zwischen Alb und der Mittelgebirgsschwelle
    etwa 700 - 1200 J/kg ML-CAPE. Diese
    Region liegt am Nordrand eines schwachen Windmaximums in mittleren Höhen. Die
    DLS beträgt etwa 15 bis 20 m/s. Über dem Süden Deutschlands wird ein schwach
    konvergentes Bodenwindfeld simuliert, sodass der Bodenwind südlich der Warmfront
    in den meisten Modellen aus östlichen Richtungen berechnet wird. Dies führt zu
    einem Anstieg der SRH in einem Streifen von RLP über Südhessen, nördliches BaWü
    bis nach Franken. WRF berechnet hier eine SRH von etwa 200 m^2/s^2.

    Von der Höhe her gibt es nur einen relativ schwachen Antrieb. Die Auslösung wird
    von den meisten Modellen für die späten Nachmittagsstunden berechnet.
    Nach WRF
    sollen Gewitter über RLP ausgelöst werden, die dann eine stärkere Superzelle
    hervor bringen, welche über Südhessen Richtung Franken und später Richtung
    Oberpfalz und Bayerischer Wald ausschert.

    Nach derzeitigem Stand sollte die Hauptaktivität am späten Nachmittag bzw. Abend
    in einem Streifen von Saarland/RLP über Südhessen und Franken liegen, später
    dann über Nordbayern, etwa nördlich der Donau und eventuell Südsachsen. In
    diesem Bereich sind kräftige Zellen, auch Superzellen mit schweren Sturmböen,
    größerem Hagel und Starkregen möglich.
    Im Alpenvorland ist eine Auslösung von
    Gewittern fraglich, da leichter Föhn und der Höhenkeil die Luftmasse etwas
    deckeln.

    Größere Unsicherheiten in dieser Entwicklung bestehen noch in Bezug auf die
    Zugbahn und Intensität des Regengebiet am Vormittag und wie schnell die
    Bewölkung dahinter auflockert. Euro4 lässt es sogar an diesem Regengebiet über
    Sachsen stärker auslösen...

    Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
    Dipl. Met. Christian Herold

    Alles anzeigen


    Estofex:
    http://www.estofex.org/cgi-bin/polygo…ormforecast.xml

    Zitat

    Storm Forecast

    Valid: Fri 27 May 2016 06:00 to Sat 28 May 2016 06:00 UTC

    Issued: Thu 26 May 2016 17:29

    Forecaster: TUSCHY

    A level 2 was issued for parts of CNTRL Germany, S-Czech Republic and E-Austria mainly for a few discrete supercells with large/very large hail, severe wind gusts, heavy rain and an isolated tornado event.

    A level 1 surrounds the level 2 mainly for large hail and severe wind gusts next to locally excessive rain.

    ...

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    • 26. Mai 2016 um 20:42
    • #3

    Allem Anschein nach können ab Freitagmittag hinter einer Warmfront mit etwas Regen erste Warmlufteinschubgewitter auftreten, die aber noch keine Unwetterkriterien erreichen. Samstag ist dann schon deutlich labiler, aber dynamische Antriebe sind eher erst in der Nacht zum Sonntag zu erwarten. Sonntag selbst dann möglicherweise günstige Überlappung von Hebung, Scherung und Labilität - aber bis dahin ist es auch noch ein Stück hin.

    - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
    - TSC-Mitglied seit 2007
    - aktiver Chaser seit 2010

    - als Spotter "zur Ruhe gesetzt" seit 2018

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    • 27. Mai 2016 um 20:16
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    • #4

    Hmmm, Kachelmann hatte für heute nachmittag ein paar Gewitter angezeigt - war leider nichts.

    Von 13-15.30 Uhr war ich auf der Königshöhe (Landesgrenze Niedersachsen/Thüringen, zwischen Barbis und Silkerode)
    Blick nach Südwest zeigte nur unstrukturiertes Wischiwaschi. Im Norden über dem Harzrand (Herzberg/Scharzfeld/Barbis) wollte etwas entstehen, hatte aber wohl nicht genug Energie?
    Der von Markus beschriebene "Gewittersumpf" - den hatten wir hier nicht. Sonnig und ein beständiger, leichter Ostwind kühlten die Anhöhe auf 15° ab.

    In den oberen Luftschichten schien ein Westwind zu wehen, die Oberkanten der Wolken wiesen darauf hin, teilweise waren wieder Ansätze von Lentricularis zu sehen.

    Die einzige, markante Wolke des Tages, sie löste sich dann gegen 15.30 Uhr auf...

    Liebe Grüße von der Deern

    Honey´s Universum

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    • 28. Mai 2016 um 12:04
    • #5

    Über dem Thüringer Wald quillt es schon recht Ansehnlich

    Grüße aus Ilmenau


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    • 28. Mai 2016 um 12:53
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    • #6

    GEWITTERUPDATE FÜR SAMSTAG, 28.05.2016

    In feuchtwarmer Luft ab Mittag über den Gebirgen (Thür. Wald, Schiefergebirge, Rhön, Vogtland, von Franken her und im Harzumfeld) erste Gewitterauslöse mit langsamer ONO-Verlagerung rückwärtigem Anbau neuer Zellen (retrograde Entwicklunnge). Aufgrund des hohen bodennahen Feuchtgehalts, der auch durch langsames Vorankommen der Tiefdruckrinne in mittleren Höhen zunimmt, sind Starkregen und Hagel die Hauptgefahren. Wegen der langsamen Zuggeschwindigkeit und rückwärten Neuentwicklung können in diesen Gebieten hohe Regenmengen niedergehen und schnell zu plötzlichen Überlfutugnen führen. Im Bereich der neuen Zellen ist außerdem Hagel mit Größen zw. 2 und 3 cm aufgrund hoher CAPE-Werte zu erwarten, der auch mal örtlich eine Hageldecke ausbilden kann. Die konvektive Aktivität lässt in der Nacht nur langsam nach. Ob ein MCS aus Südwestdeutschland in der 2. Nachthälfte noch von Bedeutung (vor allem für morgen wird), bleibt abzuwarten.

    DISKUSSION:
    Bodennahe Feuchte und ab dem späten Vormittag beginnende Einstrahlung begünstigen heute besser als gestern (und auch als in den Modellen prognostiziert) die Entwicklung von Gewittern im Land. Da jedoch dynamische Hebungsantriebe fehlen, wird die Orographie und später auch lokale Konvergenzen herhalten müssen. Aktuell hat sich bereits nach 12:00 Uhr bei Neuhaus/Rwg. eine erste Gewitterzelle gebildet. Typischerweise löst es bei solchen Lagen entlang des Kamms zw. Neuhaus/Rwg über Neustadt/Rennsteig- Schneekopf, Suhl aus sowie im Bereich der Thüringer Rhön, später auch gern mal im Schiefergebirge und Vogtland oder von Franken her.

    Wegen der mageren Höhenströmung besteht heute die Gefahr von retrograden Gewitterentwicklungen. Das bedeutet, dass nach Bildung der ersten Gewitterzelle die nächste an ihrem Süd/Südostende bildet, das Gesamtgebilde aus zwei der mehreren Zellen aber so langsam verlagern, dass mehrere Neuentwicklungen immer wieder die gleiche Region treffen. In diesen Regionen kann viel Niederschlag fallen, der schnell zu Überflutungen führt. Ebenso ist Hagel ein Thema, der aufgrund der CAPE-Werte bis zu 3cm erreichen kann, jedoch größtenteils kleiner, dafür in größeren Mengen fallen kann. Eng begrenzt kann sich eine Hageldecke ausbilden. Windböen sind sicherlich durch den normalen Abwind ein Thema, stehen aber nicht an erster Stelle der heutigen Gefahren. Im Laufe des Nachmittags und Abends besteht Verclusterungsgefahr mit weiterhin gebietsweise hohen Regenmengen. Die konvektive Aktivität wird im Laufe der Nacht nur langsam nachlassen.

    Der Blick richtet sich außerdem am Abend auf den Süden Deutschlands, wo von BaWü her ein MCS nordostwärts ziehen soll. Je nach Timing und Zugbahn könnte dieser sich entscheidend für die morgige Entwicklung auswirken. Das kann man aber ebenfalls nur erst wenige Stunden vorher eingrenzen und muss die Lage genau betrachten. Übrigens sind für ganze Thüringen bereits Vorabinformationen "Unwetter" vom DWD ausgegeben worden. Freilich besteht für Sonntag Potential für Schwergewitter durch ein kleines Tief, dass von Süden über die Mitte Deutschlands zieht. Die Schwergewitter sollten sich dabei am Nordostrand des Drehzentrums finden. Hier stehen dann noch höhere Labilitätswerte als heute zur Verfügung. Mehr dazu später.

    Um nochmal auf Modelle sprechen zu kommen, da auch in der Shoutbox thematisiert: Es ist momentan wenig hilfreich, sich exakt nach den Modellen bei dieser komplexen Wetterlage zu richten. Vergleicht mal 3 Läufe und ihr werdet sehen, wie sehr sich diese unterscheiden. Es mag ein grobes Gebiet zu erkennen sein, aber letztlich bleibt nur die Zutatenmethode verglichen mit den aktuellen Messwerten und Radar/SAT.

    VG
    Markus

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    • 28. Mai 2016 um 16:44
    • #7

    Kurzzeitige Wall.

    Hat sich schon wieder aufgelöst.

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    • 28. Mai 2016 um 18:21
    • #8

    Mal kurz was Nichtthüringisches:
    Dieses Foto hat mir meine Schwester grad geschickt. Es zeigt die Zelle über Speyer (bei Karlsruhe), also der südliche Rand des Clusters im Westen.

    Gesendet von meinem GT-I9195 mit Tapatalk

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  • Peter
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    • 28. Mai 2016 um 18:26
    • #9

    Eventuell nochmal eine Wall, bei Göttingen + spürbarer Inflow.

    Mfg Peter via Tapatalk

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    • 28. Mai 2016 um 20:18
    • #10


    Warten auf gewitter

    Gesendet von meinem C6903 mit Tapatalk

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  • Markus
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    • 28. Mai 2016 um 20:56
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    • #11

    Kurzes Update: Der Cluser im Südwesten/Westen TH's wird auch nachts noch aktiv sein können, zumal momentan vermutlich von der Höhe etwas Hebung zur Aktivierung führt. Auch ist die Luftmasse nachts noch labil, sodass sich die gewittrige Aktivität erst nach Mitternacht abschwächen sollte. Dort, wo der Cluster liegt, kann es zu hohen Regensummen in den kommenden 6h kommen. Es besteht Überflutungsgefahr.

    Am Sonntag steht Thüringen eine potentielle Schwergewitterlage ins Haus: Auslöser ist ist ein kleiräumiges Tief, das von Frankreich über Süddeutschland in die Mitte zieht (zum Montag). Auf der Nord bzw. Nordostseite des Tiefs wird mit südsüdöstlicher Strömung labile und feuchte Luft herangeführt. Was die Modelle einheitlich simulieren sind hohe CAPE-Werte zw. 1.000 und 1.500 J/kg, teils bis 2.000 J/kg über Teilen Mittel- und Süddeutschlands. Mit diesem Tief und an der Trogvorderseite könnte auch etwas besserer Hebungssupport als heute vorhanden sein. Auch ist Scherung im größten Labilitätsbereich vorhanden, sodass sich die Zellen auch etwas organiseren können. Dennoch wird auch morgen eine eher langsame Zuggeschwindigkeit vorhanden sein, sodass erneut mit Überschwemmungen zu rechnen ist und lokal größeren Hagelansammlungen. Gerade dort wo sich die ersten Zellen bilden, kann auch mal 3 - 4 cm großer Hagel dabei sein. Im Verlauf sind wieder Cluster oder Linien möglich mit aufsummiert hohen Regenmengen. Einzelne kräftige Böen bis Sturmstärke sind wahrscheinlich. Sollten sich MCS/Linien ausbilden, dannn in Verbindung mit Böenfronten auch öfter Böen in Sturmstärke denkbar.

    Die Detailabwicklung werden wir morgen genauer absehen können. Ganz Thüringen erscheint mir derzeit gefährdet, vielleicht mit etwas mehr Potential nach Osten/Südosten.

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    • 28. Mai 2016 um 20:59
    • #12

    Wir konnten heute auf der Fahrt zeitweise hübsche Mammati sehen:

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  • Ronny F.
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    • 28. Mai 2016 um 21:08
    • #13

    Kleines Chasingupdate von mir. Luise und ich waren heute in der Region Hof unterwegs. Dort konnten wir ein Starkregengewitter abfangen.

    Auf der Rückfahrt machten wir Halt bei Milda. Wir wollten dort eine kleine blitzende Zelle abfangen. Leider ging diese vor unseren Augen ein. Auf dem gleichen Feldweg, etwa 200m weiter, trafen wir unverhofft auf Kay. Nach einem kleinen Plausch brauchte sein Chasinggefährt erst einmal "Chasingstarthilfe" :)

    Einmal editiert, zuletzt von Ronny F. (28. Mai 2016 um 21:13)

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    • 28. Mai 2016 um 22:23
    • Offizieller Beitrag
    • #14

    Silkerode 21°°:

    Die Reste der Göttinger Zelle ziehen Richtung Harz.

    An meinem Beobachtungsplatz (Hochstedter Hütte 362münN) wehte ein kräftiger Wind bei 20,5°...

    ...wenigstens noch ein bischen Farbe zum Feierabend.

    Zu Hause angekommen, bekam ich keine Luft, so schwül war es noch zwischen unseren "Bergen".

    Liebe Grüße von der Deern

    Honey´s Universum

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  • Peter
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    • 29. Mai 2016 um 02:37
    • #15

    Ein kurzer Bericht von Mir.

    Heute checkte ich vermehrt das Radar um im Falle eines Falles sofort zu starten, falls etwas in der Nähe auslöst. Dabei fielen mir die Zellen in NRW auf, die bereits ab Vormittag aktiv waren. Da hier im Umkreis "Tote Hose" war und bis 14 Uhr nichts passierte und ich wusste, dass die günstigen Bedingungen in dieser Region besser sind und auch noch anhalten werden, entschloss ich mich Richtung Kassel zu fahren. Ein gutes Ziel um an das Süd-Ostende zu gelangen. Angst vorm zerfallen der Zellen bevor ich vor Ort bin hatte ich nicht. Es war ja eine geringe Zuggeschwindigkeit vorhanden, somit kam sich der Niederschlag nicht mit den Aufwind in die Quere.
    Lediglich gefielen mir die vielen Wolken in dieser Region nicht, weil sie den Blick auf den Aufwindturm total zugebaut haben. Noch erschwerend dazu, ist es eine sehr bergige Region und konnte deswegen nur ab und zu einen Blick auf diverse Wolkenbasen erhaschen. Westlich von Kassel fand ich dann einen angebrachten Beobachtungspunkt.

    Ich kam gerade noch rechtzeitig zu einer sich auflösenden Wallcloud...

    ...vermutlich von einer Neuentwicklung.


    Denn dann schwenkte ich mein Blick etwas nach Rechts und sah dieses Gebilde.

    Ich möchte nichts falsches Behaupten, deswegen zeig ich es einfach nur. Um genaueres zu erkennen, war es zu weit weg. Könnte auch einfach nur aufsteigender Fraktus gewesen sein.

    Danach wollte ich näher an diesen Bereich und musste durch's Weserbergland. Leider immernoch zu viele Wolken und noch mehr Berge. Über Landstraße nach Hann. Münden war ich dann das Erste mal im Kern mit Starkregen. Nun war nur noch Göttingen eine gute Option. Also bin ich wieder auf die A7. Bei Göttingen bekamen ich dann die volle Breitseite zu spüren. Extremer Starkregen durchmischt mit Hagel ( -ca 1cm) und nur leichte Böen. Also wieder keine Chance auf ein Bild. Am Dreieck Drammetal konnte ich den Kern hinter mir lassen. Dann rief auch Jonas schon an. -> Treffpunkt Abfahrt Arenshausen. Hier gab es auch mal wieder eine Chance auf ein paar Bilder.

    Nochmal eine Wallcloud der nun nach 5h lebenden Superzelle. Ein leichter Inflow war noch zu spüren, danach begann merklich der Outflow.

    Im Video was ich später hochlade, sieht man sehr deutlich die Rotation.

    Insgesamt leider zu wenig Bildmaterial, aber dafür reich an Erfahrung mit heim genommen. Mein Plan das Südende anzusteuern und meinen nach nun schon ein paar Jahren "chaser-daseins" gesammelten Erfahrungen ging gut auf.

    Mfg, Peter.

    So, hier noch mein Video. Hätte es beim Zeitraffer noch etwas dunkler machen sollen, dann würde man etwas mehr erkennen.

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    Einmal editiert, zuletzt von Peter (30. Mai 2016 um 22:36)

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    • 29. Mai 2016 um 07:27
    • #16

    Guten Morgen,

    estofex gibt heute erstmals in diesem Jahr direkt über Thüringen ein Level 2 heraus. Dabei betonen sie als Hauptgefahr großen Hagel und heftige Regenfälle, weniger den Wind (Wie Markus schon geschrieben hat).


    Quelle: estofex.org

    Ohne extra nochmal auf Modelle einzugehen (die berechnen sowieso alle was anderes) fasse ich kurz die estofex-Vorhersage zusammen und ergänze ein paar Erfahrungswerte.

    Die genaue Position des kleinen Bodentiefs, welches von Ostfrankreich nach Süddeutschland zieht ist noch nicht genau bekannt. Sie hängt vor allem von der Erwärmung im Laufe des Tages ab.
    Im Tagesverlauf (ich denke mal so ab 15 Uhr) sollten für Thüringen vermehrt Zellen entstehen, die schnell den Unwetterbereich erreichen.

    Zutaten zu der Zeit:
    -Hebung durch Kurzwellentrog und Warmluftadvektion
    -(ML)CAPE-Werte: um 1000 J/kg
    -Scherung: Richtungsscherung (Boden Ost, Höhe Süd ->Rechtsdrehung mit der Höhe "veering" -> Warmluftadvektion), Geschwindigkeitsscherung (leichte Zunahme des Windes mit der Höhe)
    -Taupunkte: 15-18°C

    Durch die günstige Überlappung der Zutaten sind Schwergewitter möglich, die aufgrund der geringen Höhenströmung relativ langsam unterwegs sein sollten. Die Scherung reicht aber aus, um Systeme oder Einzelzellen länger am Leben zu halten.Durch die geringe konvektive Hemmung ist die Entstehung von isolierten Suoerzellen eher gering, vielmehr sind es zahlreiche Zellen, die dann als Cluster oder Linie ihr Unwesen in einem größeren Gebiet treiben. Aufgrund der guten Zutaten sind eingelagerte Superzellen aber auch gut möglich, Hauptgefahr ist dadurch auf jeden Fall Starkregen, aber auch Hagel (2-4 cm). Die Tornadogefahr ist ebenfalls leicht erhöht, genauso wie das Auftreten von heftigen Böen an der Vorderseite von größeren Gewitterzellen.

    Euch allen viel Erfolg und passt auf!
    Maurice

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    • 29. Mai 2016 um 08:33
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    • #17

    Besten Dank, Maurice!

    Es hängt viel von der endgültigen Zugbahn des Tiefs ab, das wir wirklich nur im Nowcast erkennen werden. Morgen Früh sind wir schlauer ;) und einige Regionen abgesoffen :(
    Da es derzeit über dem Thüringer Wald schon gut einstrahlen kann, dürften bei der bodennahen Feuchte allein schon zur Mittagszeit die ersten Gewitter entstehen. Aber auch die Gebiete östlich von uns erfahren schon volle Einstrahlung. Alles Weitere sehen wir dann.

    VG
    Markus

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    • 29. Mai 2016 um 11:44
    • #18

    Ich möchte nochmal betonen, dass durchaus auch mal isolierte Zellen auftreten können und diese aufgrund der hohen Richtungsscherung (SReH z.T. > 400m²/m²!) schnell Superzellencharakter annehmen können (siehe gestern bei Kassel). Aufgrund der Feuchte sind dann neben größerem Hagel auch Tornados vorstellbar.

    Generell sorgt die günstige Scherung mit bodennahen Ostwind übrigens dafür, dass Systeme gut am Leben erhalten werden, da dort stets die energiereiche (z.T. > 1500 J/kg ML-CAPE) Luft lagert. Das sollte auch für Training-Effekte und resultierende Flash Floods sorgen können.

    Was die Modelle angeht... nunja... bei gradientschwachen Lagen würde ich nicht allzu viel auf die genaue Positionierung von Konvergenzen, mesoskaligen Systemen usw. setzen.

    - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
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    • 29. Mai 2016 um 13:05
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    • #19

    29.05. gegen 0.30 Uhr bemerkte ich wetterleuchten am Himmel, ich hatte mich schon hingelegt. Sprang aber noch mal raus, ab ins Auto und los, nach Schiedungen. Auf dem Weg dorthin, immer wieder ein gleißend hell erleuchteter Horizont.

    Viel zu sehen gab es nicht, viele Wolkenblitze und ein- oder zwei Erdblitze.

    Eine Karte zeigt die Entfernung zum Geschehen:
    EDIT Markus: Karte entfernt, bitte Thread "Was darf ich einbinden" beachten.

    Ich saß von 0.30 bis 3.30 in ständig zunehmenden Regen, kein Wind, bei 18°
    Hier ein paar Eindrücke:

    Der einzige, ansehnliche Blitz um ca. 2.36 Uhr

    Gegen halb vier gab dann der Kamera Akku auf und auch das Gewitter war vorbei.

    Liebe Grüße von der Deern

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    • 29. Mai 2016 um 15:49
    • #20


    Quelle: http://weather.uwyo.edu/upperair/sounding.html

    Hallo, oben ist das aktuelle Sounding von 12Z aus Meiningen zu sehen.

    Es zeigt die feucht-labile Luftmasse mit einem geringen LCL (auf deutsch= Hebungskondensationsniveau, orangene Linie), welches bei rund 1 km liegt. Darüber befindet sich eine Inversion, die erst bei knapp 2 km wieder von der Temperaturkurve des Luftpakets durchbrochen wird. Die blaue Linie bezeichnet demzufolge das LFC (auf deutsch= Level der freien Konvektion, d.h. das Luftpaket ist wieder wärmer als seine Umgebung und kann demzufolge aufsteigen. Der Bereich zwischen LCL und LFC ist unser geliebter Deckel, oder auch CIN (Konvektive Hemmung). Sie beträgt rund -37,1 J/kg (blaue Fläche), demgegenüber stehen knapp 800 J/kg MLCAPE (rote Fläche).Das Luftpaket ist bis rund 11 km wärmer als seine Umgebung (schwarze Linie). Dort herrscht dann wieder ein gewisses Gleichgewicht vor (EL) und die Konvektion kann nicht weiter nach oben schießen (Wolkenobergrenze). Durch starke Aufwinde (OT - Overshooting Top) können Gewitterzellen aber auch höher als das EL werden. In unserem konkreten Fall sind die Bedingungen für Schwergewitter nach wie vor gegeben. An den Windpfeilen (rechts) erkennt man den relativ schwachen Höhenwind. Deswegen ziehen die Zellen auch heute wieder recht langsam und bringen primär die Gefahr von sehr hohen Niederschlagsmengen mit sich. Interessant ist auch die LLS (Scherung im unteren Bereich 0-1km zB.) Am Boden herrschen SO Winde, nur wenig drüber S-SSW Winde. Das begünstigt mit dem niedrigen LCL natürlich die Tornadobildung (sie Beitrag von Chris). Die Trockenlufteinschübe in der Höhe (Taupunkt und Temperaturkurve entfernen sich) begünstigen die Hagelbildung. Aufgrund der gleichmäßigen CAPE-Verteilung und der fehlenden DLS (Hochreichenden Scherung) halte ich viel Hagel für wahrscheinlicher als großen Hagel.

    Letztendlich bleibt noch zu sagen, dass wir sowieso erstmal nur abwarten können. Über dem Thüringer Wald gehts allmählich los und über Bayern schießen auch erste Gewitter nach oben.
    Es bleibt auf jeden Fall spannend, Potential ist da.

    Grüße, Maurice

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