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13.07.2016 Gewitterthread

  • Markus
  • 12. Juli 2016 um 18:20
1. offizieller Beitrag
  • Markus
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    • 12. Juli 2016 um 18:20
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    • #1

    Am Mittwoch (13.07.) kommt es besonders am Nachmittag zu Schauern und Gewittern. Ein Trog greift von Westen her auf Mitteleuropa über. Mt ihm wird polare Meeresluft zugeführt, die mit dem Tagesgang schön labilisiert werden kann (CAPE zw. 500 und 800 J/kg). Durch den Trog und kleine Randtröge ausgelöste Hebung wird verbreitet Schauern und Kaltluftgewitter zur Folge haben. Die Höhenströmung selbst ist aber nur schwach bis mäßig ausgeprägt, sodass die Zellen nicht zu schnell ziehen. Die Scherung spricht gerade im Bereich von 0-6 km (15 - 20 m/s) für organisierte Strukturen (Multizellen/-linien) und begünstigt Hagelwachstum. Die Helizitätswerte sind etwas erhöht, sodass Superzellen nicht völlig ausgeschlossen werden können. Tornados sind aufgrund der mangelnden Scherung im unteren Niveau eher weniger wahrscheinlich, wenn auch bei höhenkalter Luft niemals auszuschließen (Typ II). Als Begleiterscheinungen sind Starkregen, Hagel (örtlich auch bis 3cm), und vereinzelt Windböen in Sturmstärke (bis 75 - 85 km/h) zu erwarten.

    Die Hauptaktivität dürfte ab 14 Uhr beginnen und in der Nacht zwar etwas nachlassen, aber nicht ganz zum erliegen kommen. Gerade wenn ein kurzwelliger Troganteil für Hebung sorgt, kann auch nachts noch einmal die Konvektion aufleben.

    Karten mit Trogachse um 14 Uhr:

    Quelle: wetter3

    0-6km Scherung:

    Quelle: Estofex

    Hagelgröße:

    Quelle: Estofex

    Übersicht 17 Uhr:

    Quelle: wetter3

    Estofex verteilt ein Level 1:

    Zitat

    Storm Forecast
    Valid: Wed 13 Jul 2016 06:00 to Thu 14 Jul 2016 06:00 UTC
    Issued: Tue 12 Jul 2016 21:52
    Forecaster: PUCIK

    ...A level 1 was issued for Central to NE Germany and NW Poland mainly for marginally large hail.

    ... Central Germany to NW Poland ...

    A low-end Lvl 1 is introduced for region with marginal CAPE on the order of few hundreds J/kg in the core of the vortex with cold mid-tropospheric temperatures. DLS around 20 m/s is forecast and as scattered storms form, some of them may become supercells capable of marginally large hail. Limiting factor will be meager LLS and marginal values of CAPE...

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  • Loni A.
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    • 13. Juli 2016 um 16:50
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    • #2

    Wir haben den Vormittag auf Burg Hohnstein verbracht, in der Hoffnung, etwas zu sehen, das war leider nicht so. Von der schönen Aussicht mal abgesehen.

    Es bauten sich Cluster reihenweise auf und zogen über den Harz weiter nach Ost/Nordost. Auf der Blitzkarte war dann zu sehen, das die Auslöse erst bei Magdeburg, Braunschweig und Halle stattfand.
    Gegen mittag sind wir dann gefahren.


    gegen 11°° nach Südwest gesehen


    14°° Richtung Nord/Nordost

    Liebe Grüße von der Deern

    Honey´s Universum

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  • Markus
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    • 13. Juli 2016 um 21:24
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    • #3

    Erste Meldungen: Lokführer kann Zug nicht stoppen: Bahn kollidiert bei Förtha mit Baum
    WOW: 150,4 kA bei diesem Erdblitz im Südosten Erfurts (nahe P+R Urbicher Kreuz): http://kachelmannwetter.com/de/blitze/erfu…6000049502.html
    Positiver + Negativer Erdblitz in Uder: http://kachelmannwetter.com/de/blitze/eich…7000006881.html

    In der kommenden Nacht und am Donnerstag sind besonders im Osten/Südosten des Landes Regenfälle, teils durchsetzt mit Schauern und Gewittern zu erwarten. Solange die eingebettete Konvektion nicht zu heftig ausfällt, dürfte der Regen ein Segen sein. Der meiste Niederschlag sollte in der Nacht bis etwas Vormittag fallen. Je nach Zugbahn des Tiefs kann nur der äußerste Ost-/Südostzipfel Thüringens betroffen sein, eventuell gehts aber auch bis Weimar. Je weiter westlich umso weniger Niederschlag und nur örtliche Schauer. Im Gegensatz zu heute ist das Gewitterrisiko morgen deutlich geringer.

    Niederschlagsmengen bis morgen 20:00 Uhr: http://kachelmannwetter.com/de/modellkarte…0714-1800z.html oder

    24-Niederschlag:

    6h-Niederschlag bis DO, 08:00 Uhr:
    GFS:

    ICON:

    Quelle [2]: wetter3

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  • Ronny F.
    Gewitter wo?
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    • 14. Juli 2016 um 18:26
    • #4

    Noch ein paar Bilder von gestern. Ich fuhr gleich nach meiner Arbeit auf die Eisenberger Höhen, um dort die anrückenden Gewitterzellen zu fotografieren.

    Starkniederschlag und davor Sonnenschein.

    Kleine Böenfront rückt an

    Was könnte das sein ?

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  • Chris
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    • 14. Juli 2016 um 20:01
    • #5

    Letzteres ist ein Cumulus fractus, also ein ehemaliger Cumulus, der sich allmählich in Auflösung befindet, darüber befindet sich eine Schicht Stratocumulus undulatus.

    - wetterinteressiert und unwetterbegeistert seit Beginn der 2000er Jahre
    - TSC-Mitglied seit 2007
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    - als Spotter "zur Ruhe gesetzt" seit 2018

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  • Rüdiger
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    • 14. Juli 2016 um 22:38
    • #6

    Würde eher auf normalen Cumulus setzen welcher an einer Inversionsschicht breit läuft.
    Oft entstehen ja diese Sc decken (mitunter ja richtig bedrohlich aussehender mammatus) nur durch diesen breitlaufenden Cu.
    War immer ein anhaltendes Dauerstreitthema, Wolkenverschlüsselung tiefe Wolken > 4 (Sc cugen) > Sc durch Ausbreitung von Cu
    entstanden, aber nirgends definiert ob abends unten durch zusammenfallenden Cu oder eben wie hier möglicherweise oben
    durch so einen Deckel...

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    • 18. Juli 2016 um 19:51
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    • #7
    Zitat von Ronny7220|Jena|


    Kleine Böenfront rückt an


    Nein, dass ist eher eine separate Quellwolke, die ich zur gleichen Zeit auch gesehen habe.

    Zitat von chris89

    Letzteres ist ein Cumulus fractus, also ein ehemaliger Cumulus, der sich allmählich in Auflösung befindet, darüber befindet sich eine Schicht Stratocumulus undulatus.


    Cumulus fractus? Ne, da gehe ich nicht mit. Ich bin da eher bei Rüdiger. Das sieht mir eher nach einem Cu aus, der ein letztes Quäntchen Labilität zur Verfügung hat und dann jämmerlich an der Inversion zum Sc breitläuft.

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    • 18. Juli 2016 um 20:27
    • #8
    Zitat von Markus


    Cumulus fractus? Ne, da gehe ich nicht mit. Ich bin da eher bei Rüdiger. Das sieht mir eher nach einem Cu aus, der ein letztes Quäntchen Labilität zur Verfügung hat und dann jämmerlich an der Inversion zum Sc breitläuft.

    Und was ist da jetzt der Unterschied? Ich sehe da kaum mehr gesunde Quellungen, das ganze Gebilde wirkt sehr ausgefasert an allen Seiten und unten und ist also, da sind wir uns ja einig, in Auflösung begriffen. Aber ich dachte, genau das ist per Definition ein Cumulus fractus?

    Die restliche Feuchte geht mit dem Auftrieb nach oben und läuft dann an der Inversion breit und generiert oder füttert die Stratocumulus-Schicht. Auch das ist klar.

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    • 18. Juli 2016 um 21:42
    • Offizieller Beitrag
    • #9
    Zitat von chris89


    Und was ist da jetzt der Unterschied? Ich sehe da kaum mehr gesunde Quellungen, das ganze Gebilde wirkt sehr ausgefasert an allen Seiten und unten und ist also, da sind wir uns ja einig, in Auflösung begriffen. Aber ich dachte, genau das ist per Definition ein Cumulus fractus?


    Es ist zumindest noch die typische glatte Unterseite des Cu da (wenn auch nach rechts schon ausfransend weil auflösend) und er ist mir für fractus trotz aller Schwäche zu viel vertikal entwickelt.

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    • 19. Juli 2016 um 20:49
    • #10
    Zitat von Markus


    Es ist zumindest noch die typische glatte Unterseite des Cu da (wenn auch nach rechts schon ausfransend weil auflösend) und er ist mir für fractus trotz aller Schwäche zu viel vertikal entwickelt.

    Ist die vertikale Entwicklung ein Maß für den Zusatz "fractus"? Quellen? Cloud experts anyone?

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    • 19. Juli 2016 um 21:01
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    • #11
    Zitat von chris89

    Ist die vertikale Entwicklung ein Maß für den Zusatz "fractus"? Quellen? Cloud experts anyone?

    Auszug Wolkenatlas zu "Fractus":

    Zitat

    Wolken in Form unregelmäßiger Fetzen von deutlich zerrissenem Aussehen


    Das ist hier nicht der Fall. Aber wäre sicher durchaus 5-10min später der Fall gewesen.

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