- Offizieller Beitrag
Gewitter mit Starkregen, örtlichem Hagel und stürmischen Böen sind in der Nacht zum Montag und tagsüber in Thüringen möglich. Der erste Schwung Gewitter ist in der Nacht zum Montag aus Süden/Südwesten her zu erwarten, der zweite Schwung konzentriert sich auf den Montag selbst.

Blick auf auf die kombinierte Boden-/Höhenanalyse von heute, 08:00 Uhr MESZ: Deutschland liegt im Einfluss ein schwaches Hochdruckgebietes, während weiterhin eine schwache Luftmassengrenze etwa von Sachsen quer zum Harz liegt. Diese taucht als Warmfront in der DWD-Bodenanalyse auf und macht sich über Thüringen mit mittelhoher Bewölkung bemerkbar.
Der Blick richtet sich mehr nach Südwesten, wo ein Kurzwellentrog in500 hPa über dem Süden Frankreichs zu erkennen ist (die rot-gestrichelte Ausbuchtung), wo sich ebenfalls ein Bodentief befindet. Dieser rückt nach Nordosten vor und sorgt im Vorfeld für entsprechende Hebung im Vorfeld. Das schwache Hoch wird somit auch nach Nordosten abgedrängt und die labile Luftmasse aus dem Süden Deutschlands beginnt wieder nach Norden zu wandern.

Bitte beachten: Diese Bodenanalyse ist von 05 Uhr MESZ. Sie gibt es nicht stündlich in diesem Format.
Ablauf: Tagsüber bewölkt, eventuell einzelne Schauer im Verlauf möglich. Ab dem Nachmittag/Abend in Frankreich, Südwest- und Süddeutschland Auslösung von Gewittern. Diese dürften sich dank mäßiger 0-6 km Scherung und wenig Deckel bald zu Clustern/Linien formen, die nach Osten bzw. Nordosten ziehen. Es ist anzunehmen, dass sich die Gewitter zwar nordostwärts verlagern, aber die aktiven und stärksten Zellen am Südrand mehr ostwärts abwandern (beste Luftmasse) und das südliche Thüringen gar nicht, abgeschwächt oder erst spät erreichen.
Hauptgefahren würden bei Starkregen liegen (hohe Werte an niederschlagbarem Wasser), eher kleinem bis mäßigen Hagel (1-3 cm) und stürmischen Böen bis 75 km/h, bei Böenfronten durch coldpool-getriebene Cluster auch noch höhere Böen. Das muss man allerdings noch in der finalen Entwicklung betrachten.
Nacht zu Montag/Montag:
Mit Vorrücken des Kurzwellentroges sollen nach Modellmeinung (auch bereits gestern/vorgestern angedeutet) nach Mitternacht neue Gewitter ausgelöst werden, die von Süden/Südwesten übergreifen und dann auch größere Teile Thüringens beeinflussen. Hauptgefahren wie bereits oben beschrieben. Der Kurzwellentrog wird dann mehr in den großen Haupttrog aufgenommen und verliert an Kontur.
Diese Gewitter ziehen dann am Vormittag weiter/schwächen sich ab. Im weiteren Verlauf des Tages rückt von Nordwesten langsam eine Kaltfront vor. Wir verbleiben noch in einer labilen und feuchten Luftmasse. Die Scherung ist anfangs schwächer ausgeprägt, nimmt dann aber nicht zuletzt wegen kräftigerem Höhenwind in 850 hPa wieder zu.
Zusammenfassung: Ob Gewitter aus dem Süden bereits vor Sonnenuntergang übergreifen ist noch ungewiss und muss live beobachtet werden. Spannender wird die Entwicklung in der Nacht (2. Nachthälfte) wenn neue Gewitter von SW/S übergreifen und nord-/nordostwärts schwenken. Nach kurzer Pause am Vormittag nachmittags erneut Bildung von Gewittern. Starkregen bleibt die Hauptgefahr, Sturmböen bei Böenfronten, Hagel eher klein/mittel bis 3cm.
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Markus










