- Offizieller Beitrag
Der August endet mit einem Kaltfrontdurchgang, der pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang am Freitag (01.09.) kühlere Luft und Niederschläge bringen wird. Thema soll hier aber das Gewitterpotential am morgigen Mittwoch und Donnerstag sein. Es ist durchaus möglich, dass am Mittwochabend/Nacht zu Donnerstag im Westen/der Mitte Thüringens die Hauptaktivität stattfindet und Donnerstag ggf. nur noch im äußersten Osten/Südosten.
MITTWOCH


Hauptaugenmerk liegt auf einem Bodentief, dass von Frankreich kommend Richtung Norddeutschland in einer Südwestströmung zieht. Es zieht in einer Tiefdruckrinne am Boden nordostwärts, die wiederum in der Höhe dem Langwellentrog aus Westen vorgeschaltet ist. Wir befinden uns noch zunächst unter Hochdruckeinfuss, der langsam ostwärts gedrängt wird.
Im Bereich der Warmluft in der Tiefdruckrinne ist die Bildung einer Konvergenz möglich, an der sich der Gewitterschwerpunkt abspielen dürfte. Die hochauflösenden Modelle simulieren dabei von Südwesten und Westen aufziehende konvektive Systeme, die zum Abend von Westen her übergreifen. Eichsfeld, Wartburgkreis und Eisenach sind demnach bevorteiligt für Gewitter am Abend. Je weiter nach Osten, umso mehr erscheint eine Abschwächung wahrscheinlich (trockene Luftmasse, Nacht, schleifende Kaltfront hinter der Konvergenz).
Scherung und Labilität lassen organisierte Gewitterstrukturen zu (Multizellencluster/Linien), ggf. sogar Superzellen, aber dafür müssen morgen die Soundings näher betrachtet werden (die bodennahe Scherung ist gegeben, das LCL aber anfangs noch recht hoch). Hauptgefahren liegen bei einzelnen Zellen neben Blitzschlag und ergiebigem Starkregen bei Hagel (3-4cm) und im Verlauf Sturmböen oder gar schweren Sturmböen über 90 km/h wenn sich Böenfronten an organisierten System ausbilden.
Zu beachten sind außerdem ein Deckel, der die Konvektion noch unterdrückt und das Zusammenspiel mit der Hebung (neben Konvergenz auch günstige Lage des Jets, Kurzwelle in der Höhe).
DONNERSTAG
..wird die energiereiche Luftmasse zw. 2. Nachthälfte und Donnerstagmittag ostwärts abgedrängt. Trog und Kaltfront rücken weiter vor und die entscheidende Frage ist, wie weit das geschehen wird. Davon hängt ab, welche Gebiete am Donnerstag noch im Gefahrenbereich sind. Die Gefahren wären ähnlich die des Vortages.
Markus




