20.05.2022 I Storm Chasing in Nordthüringen

  • Ein paar Eindrücke auch von mir. Die Fotoausbeute war diesmal leider nicht so ganz zufriedenstellend. Dennoch war es ein sehr spannender Tag, reich an Gelegenheiten um weitere Erfahrungen zu sammeln und nicht zu letzt die entspannte Gesellschaft mit Olli und später Kai Weishapl ("Pepper Kai", ein gelegentlicher Chaser und Naturfotograf aus ESW/Nordhessen).



    Mit etwas Verspätung holte ich Olli gegen 15 Uhr in Bleicherode ab. Auf der vorerst gemütlichen Fahrt weiter nach Osten, versuchten wir noch Daniel aufzugabeln. - Er wollte aber noch in seinem Garten sitzen bleiben und schauen was so passiert. Ich fuhr mit Olli bis Werther und warteten ab, was sich so am Himmel und auf dem Radar tut. Im Bereich Bad Hersfeld bildete sich ein schwaches Echo mit Kurs auf Mühlhausen. Bei Mühlhausen zeichnete sich dann ein schönes Radarbild ab. Wir beachteten die Zelle kaum, weil sie für uns erstmal irrelevant war, da wir um sie zu chasen durch den nördlichen Niederschlag müssten. Das kam für uns nicht in Frage. Wir legten unsere Priorität auf eine weitere Zelle mit schöner Radarzeichnung, die Kurs auf Kassel nahm. Da ich noch zu viele Modelle vom Vortag im Kopf hatte, hoffte ich, dass das die besagte "Südharzerin" wird. Zwischendurch fuhren wir nahe Werther einen Olli bekannten Spottingpoint mit Premiumaussicht an. Hier ließ ich ein bisschen die Gopro laufen um die starke Scherung der Bewölkung zu dokumentieren (Video folgt). Wir fuhren nun ein Stück nach Westen, etwa bis Breitenworbis. Unsere "Kassler Zelle" baute zusehends ab und wir mussten sie aufgeben. Also doch wieder nach Osten um später das Bowecho abzufangen. Auf der Fahrt gewann dann doch die Zelle im Mühlhäuser Raum unser Interesse. Wir hatten sie nun die ganze Zeit vor uns, aber leider aus nördlicher Perspektive. Dennoch konnten wir wunderbare, kräftige Quellungen beobachten, diverse Inflowtails und wie ein Aufwindturm nach dem anderen zusammenfiel und ein neuer nach dem anderen entstand. Ein wahrlich schönes Schauspiel. Ab und an schauten wir auch nach einer Neubildung in unmittelbarer Nähe von uns.


    Wir hielten kurz und machten ein paar Bilder.

    Er hielt sich leider auch nur kurzzeitig.



    An der A71 suchten wir uns dann schnell einen Parkplatz, um die grandiose Entwicklung der Rückansicht unserer ursprünglichen Zelle zu bestaunen. Marco hatte sie bereits bei Artern abgefangen und tolle Bilder gesendet.


    Parkplatz Hohe Schrecke. Hier gesellte sich dann "Pepper Kai" zu.

    "Schraube" mittig im Aufwind.


    Details oberer Aufwindbereich.


    Wir ließen sie schweren Herzens ziehen, weil eine Verfolgung für uns Westthüringer nicht sinnvoll erschien. Zeitraffer gibt es ebenfalls im folgenden Video.


    Jetzt konnten wir uns auf das herannahende Bowecho konzentrieren. Dafür steuerten wir wieder einen Olli bekannten Chasingpoint nahe Griefstedt an.


    Nun tat sich was am Horizont.

    Ein kurzlebiger rotierender Aufwind versteckte sich dort im Wolkengetümmel. Er löste sich aber rasch wieder auf. (Sehr gut im Zeitraffer zu sehen).


    Der nördliche Teil des späteren "Bow's".


    Hier bildete sich innerhalb ganz wenigen Minuten ein Stück Böenfront.



    Jetzt kam auch allmählich der Hauptniederschlag durchsetzt mit zuckenden Blitzen auf uns zu. Eine leicht türkise Färbung war ebenfalls auszumachen. Hagel gab es aber an unseren Standort nicht. Die Windböen hielten sich auch in Grenzen.


    Etwa in dem Moment gab es in ca. 1 Km einen positiven Erdblitz. Pepper Kai hat ihn "eingefangen". Ich hatte etwa 20 Sekunden vorher die Gopro ausgemacht.


    Wir ließen uns überollen und genießten noch ein paar Minuten den Abzug mit ein paar Erdblitzen.


    Dann ging es zufrieden auf die Heimreise.


    MfG, Peter.

  • Sieht irgendwie interessant aus. Als ob der Aufwindbereich irgendwo gegen stößt, breit läuft und zeitgleich aber weiter nach oben geht. :/

  • Sieht irgendwie interessant aus. Als ob der Aufwindbereich irgendwo gegen stößt, breit läuft und zeitgleich aber weiter nach oben geht. :/


    Karsten hatte das (mit Vermutung von J. Zimmer) so erklärt, dass die Systeme im Westen Deutschlands einiges an Masse nach oben befördert haben, welche woanders natürlich wieder Richtung Boden muss - die Cirren, die über der Zelle hingen, waren sowieso noch Ausläufer von den Eisschirmen im Westen, was dann wiederum von der LP die Konvektion gehemmt haben könnte.

    Home

    Möge uns der Himmel nicht auf den Kopf fallen:tornado:gewitter

    Viele Grüße - Florian