Zeit für eine Pause. Zeit für ein weiteres neues Auto. Team Sachsen-Anhalt muss nach Oklahoma City nachdem wir gemeinsam das Twister-Museum besuchten. Mit anderen deutschen Chasern wandern wir am Folgetag im Palo Duro Canyon.

Unsere Strecke am 29.05.2019: 690 km
Unsere Strecke am 30.05.2019: 350 km / zu Fuß: 10 km

Das Video zeigt unsere Wanderung etwas beschleunigt durch den Palo Duro Canyon. Wir haben die "TimeWarp-Funktion" der Gopro Hero 7 benutzt. Das Video ist 200 MB groß. Kleiner wurde es leider nicht. Während der Ladezeit am Besten wandern gehen :)

Heute schreibt: Felix. Endlich. Manch einem mag es wie ein Fanal klingen, aber endlich lässt uns das Wettergeschehen zwei freie Tage. Jedem, der dafür kein Verständnis aufbringt, sei gesagt, dass 9 Tage Chasing am Stück niemals langweilig werden, aber irgendwann mächtig an den Kräften zehren. Eine solche zusammenhängende Periode von Gewitterlagen ist selbst für die Plains ungewöhnlich, und verlangt allen einiges ab.

Sei es den Chasern, die durch die Gegend jagen, den Meteorologen vom Storm Prediction Center, die kaum noch ein Auge zu kriegen, oder dem ganz normalen Bürger, der jeden Tag aufs neue bangen muss ob kommender Unwetter und Überflutungen. Mittlerweile hat das Gebiet um Texas, Kansas, Oklahoma und darüber hinaus bereits etwa 200% bis 250% der bis hierhin üblichen Jahresniederschlagssumme abbekommen.

Da wir von Kansas aus wieder nach Süden wollen, um ab dem Wochenende den nächsten Schwung an Gewittern abzufassen, beschließen wir, dem Twister-Museum in Wakita, OK einen Besuch abzustatten. Wakita ist ein Nest, wie es im Bilderbuch steht. Der Wind weht durch die leere Main Street, weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Alle Viertelstunde kommt mal ein Auto durch.

Das Museum ­— den uneingeweihten sei nochmal gesagt, dass es hier um den Film „Twister“ geht, und nicht um Tornados als solche — befindet sich an einem kleinen Eckhaus in zwei Räumen. Hier gibt es jede Menge Autogramme, Devotionalien, und auch das Modell von „Dorothy I“ zu sehen. Eine nette ältere Dame ist anwesend, und unterhält uns gut, während wir die T-Shirt- und Postkartenkollektion aufkaufen. Anschließend geht es einmal mehr nach Pampa, TX, während die Sachsen-Anhalt-Gruppe erst noch den Abstecher nach Oklahoma City machen muss, um wieder mal das Fahrzeug zu tauschen. Diesmal ist es ein Stoßdämpfer…

Am nächsten Tag verabreden wir uns mit Ingo Betram, Wetterredakteur beim Hessischen Rundfunk, und Jens Winninghoff vom DWD, die zusammen ebenfalls auf Chasingtour sind, zu einer Wanderung im Palo Duro Canyon südlich von Amarillo, TX. Außerdem stoßen noch Marco und Dennis, sowie die NRW-Sturmjäger dazu.

Die Tour führt uns über 6 Meilen, bzw. 10 km zu einer als "Lighthouse" bezeichneten Felsformation. Die Landschaft hier ist komplett anders, als man es gewöhnt ist. Gestein in allen möglichen lehmartigen Farben prägt die Gegend. Dazu überall Trocken- und Hartlaubgewächse und Sukkulenten. Alles, was man sonst nur aus dem Gewächshaus kennt.

Dazu laufen uns noch mehrere Halsbandleguane über den Weg. Die Hitze allerdings ist ziemlich erdrückend. Es ist staubig, und die Sonne scheint erbarmungslos vom Himmel. Schatten gibt es kaum. Das ganze bei ohnehin herrschenden 28°C (bei 9°C Taupunkt…). Dicke Ladungen Sonnencreme und mehrere Liter Wasser pro Person sind Pflicht. So fühlen sich die 10 km hinterher dann auch eher wie 20 an. Gelohnt hat es sich allemal.

Zum Abschluss gibt es dann noch das obligatorische Gruppenfoto, und fahren anschließend erschöpft, aber zufrieden noch bis Lubbock, TX, um am nächsten Tag in Reichweite der nächsten Lage zu sein. Dann geht es Richtung Berge in New Mexico und Südwest-Texas. Apropro: Unsere Rallye-Video aus Kansas ist nun online.

Weiter schreibt: Christoph. Nach dem Besuch des Twister Movie Museum trennten sich die Wege zwischen den Gruppen wieder. Während die Thüringer nach Amarillo aufbrachen, mussten die Sachsen-Anhalter erneut nach Oklahoma City, um ihr Auto zu tauschen. In Oklahoma trafen wir auf unseren lieb gewonnenen Steven der Avis Autovermietung, der uns beim letzten Autotausch schon zahlreiche Tipps fürs Chasen und Sightseeing gegeben hatte.

Nach einem ausgedehten Plausch, einem Erinnerungsvideo und dem Umräumen ins neue Auto wurde dann das Nachtquartier in OKC bezogen. Am nächsten Tag schauten wir uns noch ein wenig OKC an und brachen nachmittags gen Amarillo auf, wo wir uns für die folgende Nacht einquartierten, in der Hoffung noch etwas von dem aus New Mexiko gen Osten ziehenden nächtlichen MCS mitnehmen zu können.

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