Zweiter Tag in New Mexico: Am Abend erleben wir eine eindtrucksvolle Stimmung mit einer aufziehenden HP-Superzelle.

Unsere Strecke am 02.06.2019: 628 km

Heute schreibt: Markus. Wir sind bereits im Zielgebiet und können ausschlafen. Heute ist die Ausgangslage noch etwas besser als am Vortag. Eine Outflow Boundary eines MCS aus der Nacht hilft uns bei der Auslöse bzw. Verstärkung im Südosten von New Mexico. Dafür spielen wir heute mal lieber nicht mit dem Hagel, denn der wird größer ausfallen als gestern.

Wir starten in Hobbs wieder nach Carlsbad. Eine erste Zelle ist bereits auf den Weg zu uns und wir kommen ihr nordwestlich von Artesia entgegen. Bei unserer Ankunft bildet sich eine neue Wallcloud aus. Rotation ist mit bloßem Auge erkennbar.

Wir verlagern wieder ostwärts in Zugrichtung. Bei einem kurzen Halt ist von der Wallcloud wieder einer der tiefen Wolkenfetzen sehr weit unten. Richtig erkennen können wir nichts, daher bleibt es beim tiefen Zipfel ohne Hintergedanke.

Um der Zelle weiter südostwärts zu folgen, müssen wir über Artesia nach Osten. Kurze Lagebesprechung mit dem Sheriff (ja, wirklich):

Als wir uns unserer Zelle wieder nähern möchten, lösen direkt über uns zwei weitere Zellen aus und versperren uns die Sicht. Eine weitere Zelle aus Westen macht sich rotierend auf den Weg nach Südosten. Zwischen den Gewitterzellen sahen wir unser bislang kräftigstes Irisieren.

Ihr nochmal entgegenzufahren sollte uns die Bilder des Tages bescheren. Die Superzelle ist zwar inzwischen im HP-Modus und konvertiert bald zum Linienecho, aber dieses mächtige Wolkengebirge in der Abendstimmung lässt die Kinnladen nach unten kippen.

Dazu schimmern türkis-grüne Farben zwischen den Wolkenschichten, die sich über noch wärmenden Orange der untergehenden Sonne schieben und dabei von Blitzen befeuert werden.

Als wir uns wieder auf den Weg nach Osten machen, sind wir nach weiterem kurzem Halt mit bleibender surrealer Stimmung bereits im Bereich der Böenfront. Die Gewitterböen sind so intensiv, dass die Schilder am Straßenrand wild wackeln, der Regen horizontal fällt und das Auto schwer gerade zu halten ist. Natürlich gibt es dazu noch ein stroboskopartiges Flackern zur dramatischen Untermalung.

Was für ein Tag. Schon wieder so ein Tag. Wahnsinn. Für Montag bringen wir uns noch bis Lubbock in Position. Selbstverständlich gibt es noch eine Gewitterline für die Nacht, wie fast jeden Tag.

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