Wir hatten Glück mit dem Wetter kann man in Chaser-Sprache wohl sagen. Genau in unsere Reisezeit fiel eine der aktivsten Perioden mit täglichen Gewitterlagen im Mittleren Westen.

Dafür, dass der Großteil zum ersten Mal im Gewitterwunderland unterwegs war, wurde uns viel geboten. Und auch abverlangt: Gute 13.000 km dürfte jedes Team gefahren sein. Jeden Tag Vorhersage erstellen, viele Entscheidungen treffen und 3 Fahrzeuge koordinieren. Wieviel Eindrücke und Erfahrungen wir täglich gesammelt haben, wird sich erst in den kommenden Wochen so richtig setzen. Zeit für ein kurzes Resümee:

Unsere Gesamtstrecke (Team Chicago): 13.463 km

ALEX: American Dream ...da nicht nur das Reisen in die Vereinigten Staaten immer ein Traum meinerseits war, sondern auch Storm Chasing in der Tornado Alley, werde ich mich für immer an 2019 erinnern. Das Jahr, in dem beide Wünsche erfüllt & sämtliche Erwartungen bei Weitem übertroffen wurden. Für mich stand seit dem ersten Tag fest, dass dies kein einmaliger Besuch bleiben wird. - to be continued -

CHRISTOPH: Ein beeindruckendes Land mit beeindruckendem Wetter und toller Landschaft sowie sehr zuvorkommenden Menschen! Sollte man gesehen haben.

Team Sachsen-Anhalt vor dem Mutterschiff am 27. Mai 2019 (v.l.n.r.: Roy, Justin, Alex, Christoph)

FELIX: Uff. Das waren 3½ Wochen? Es fühlt sich jetzt nur noch an wie eine. Wobei es nach der ersten Woche eher andersherum war. Zuviele Eindrücke, zuviele Erlebnisse, zuviel Action, wenn man einfach in den großen Topf namens "Stormchasing in den USA" geworfen wird.

Zusammen mit den vielen anderen Chasern neben unserer eigenen Truppe. Auch das war beeindruckend, welche Massen zusammenkommen können, wenn es zur Sache geht; ist das ganze doch schließlich ein sehr spezielles Hobby. Ein Hobby, das es absolut wert ist. Denn was wir zu sehen bekommen haben, war stellenweise atemberaubend. Dass wir die Chance hatten, das Strukturhighlight der gesamten Saison abzugreifen und in voller Pracht präsentiert zu bekommen, ist schon fast eine Sensation.

Das ganze noch gewürzt mit etwas Abenteuer ­­— seien es Schlammwege oder Überflutungen — und der Prise Freizeit, die es dann zwischendurch auch mal braucht. 9 Tage Chasing am Stück bringen auch die hartgesottenen irgendwann an ihre Grenzen. Schade, dass es nun schon wieder vorbei ist. Aber eines sei gewiss: Es war garantiert nicht das letzte Mal.

Die erste Jagd nach 1.200km Anfahrt in Nebraska. Die Tornados verpassten wir an diesem Tag.

JÖRG: 3 Wochen Abenteuer im wilden Westen der USA liegen hinter uns. Unser Ziel war es fotogene Gewitter vor die Linse zu bekommen. Zweifelsfrei haben wir dieses Ziel erreicht. Mehr als nur erreicht, wir alle haben grandiose Bilder und Videos mit nach Hause nehmen dürfen.

Aber noch mehr als das! Mit nach Hause nehmen durften wir auch unvergessliche Momente und Erinnerungen. Vor allem an eine tolle Truppe die wunderbar miteinander harmoniert und zusammen gearbeitet hat! Alex, Christoph, Felix, Justin, Luise, Markus, Ronny und Roy: danke für 3 geniale Wochen on the road!

Das war ein Abenteuer, welches nach Wiederholung schreit! Und ich hab das Gefühl dieser Schrei soll nicht ungehört bleiben ;)

Ende der Jagd am 20. Mai 2019 in Texas

JUSTIN: Letztendlich bin ich froh, dass wir nicht ausschließlich chasen waren, sondern auch etwas anderes sehen konnten. Mir persönlich gefiel hierbei der Bereich von New Mexico über Arizona, Nevada bis nach Kalifornien ganz gut. Landschaftlich wurde immer etwas anderes geboten. Auch der Besuch in Las Vegas wird sicherlich nochmal wiederholt. Insgesamt war die Zeit für Sightseeing natürlich etwas eingeschränkt, aber die Priorität lag natürlich eindeutig beim Stormchasing.

Klare Highlights waren für mich dabei unter anderem der 27.05.2019 (Superzelle bei Imperial, Nebraska) sowie der 02.06.2019 (HP-Superzelle bei Maljamar, New Mexico). Auch der 20.05.2019 war mit der High Risk - Lage ziemlich interessant, auch wenn es strukturell nicht der beste Tag war. Aber auch solche gehören zu diesem Hobby dazu.

Ein weiteres Highlight war übrigens die kulinarische Küche, welche ich schon jetzt vermisse ;)

Wenn ich die gesamte Reise betrachte, hat sich diese definitiv gelohnt. Es war ein schönes als auch interessantes Abenteuer mit Freunden und Gleichgesinnten. Sicherlich auch nicht zum letzten Mal.

Deutsches Chasertreffen am 28. Mai in Oakley, Kansas.

LUISE: Eine intensive Zeit liegt hinter uns, in der wir gemeinsam so manche Höhen und Tiefen durchlebt haben. Unbestrittenes Highlight aus Chaser-Sicht war natürlich das Mutterschiff im Chase County. Aber auch die gemeinsame Zeit in der Gruppe abseits der Piste habe ich sehr genossen; sei es, nach der nervenaufreibenden Mud-Road-Erfahrung am Abend mit einem Storm-Chaser-Bier in der Hand; einzigartigen Denglisch-Rezitationen zu lauschen oder gemeinsam den Leuchtturm im Palo Duro Canyon zu erklimmen. Vielen Dank Jungs für die tolle Zeit!

MARKUS: Dritte Reise mit den bislang meisten Chasings und dem größten Team. Die Kommunikation und Organisation lief von Beginn an sehr gut und funktionierte auch während der vielen Meilen durch 6 Bundesstaaten ohne große Probleme. Neben den täglichen neuen Eindrücken unterschiedlichster Art ist der Erfahrungsschatz weiter gewachsen. Wir haben neue Regionen entdeckt und alte Orte wieder besucht. Ein Wiedersehen bzw. Kennenlernen mit Freunden und Chasern aus der ganzen Welt ist jedes Mal eine angenehme Erfahrung, ebenso wie mit den Einheimischen. Diese ganze Mischung macht solch eine Tour aus, jedes Mal wieder neu und anders als zuletzt. Wenn man einmal mit dem Virus infiziert ist... Bis nächstes Jahr!

HP-Superzelle bei Artesia, New Mexico am 02. Juni 2019.

RONNY: USA - das Land der Superlative! Das gilt sowohl für's Chasen als auch für die damit verbundenen Anstrengungen. Zwei Wochen fast durchgängiges Chasen haben uns viele spannende Motive geboten, allen voran das Mutterschiff. Die dafür notwendigen weiten Strecken und vielen Stunden auf den Highways haben aber auch ganz schön geschlaucht. Denoch war es eine tolle Erfahrung!

ROY: Das erste Mal in den USA – Kurz und Knapp gesagt „Es war einfach nur geil“! Vom 15.05. – 09.06. waren wir gemeinsam mit unseren Freunden vom TSC in den USA auf Tornadojagd. Wir haben in den dreieinhalb Wochen beeindruckende Wetterphänomene erleben dürfen. Ich bin besonders über die Menschen und deren Freundlichkeit überrascht. Hinzu kommen die Sehenswürdigkeiten in den Staaten….. Danke an das Team vom TSC, denn wir waren das erste mal in den Staaten und haben uns von erfahrenen USA-Chasern lenken und leiten lassen. Kurz und knapp als Endresümee: Once USA, always USA!

Anders als 2017 können wir ein paar Striche hinter "Tornados" setzen. Wenn wir auch keinen durchkondensierten Tornado sahen, den sich viele vom Team erhofften, sahen wir mehrmals Trichterwolken oder den Bodenkontakt durch Aufwirbelung von Staub oder Sand. Wer annimmt, einen Tornado aufzuspüren sei einfach und es wimmelt dort nur so davon, liegt falsch. Den richtigen Ort zur richtigen Zeit mit der besten Gewitterzelle zu finden ist eine Kunst und braucht viel Erfahrung, das richtige Timing und eine Portion Glück. Jeder Tag im Gewitterwunderland der Great Plains ist ein Gewinn. Die Strukturen, Farben, Erlebnisse und Erfahrungen gibt es kein zweites Mal. Jeder Tag ist einzigartig. Genau das macht diese Touren aus. Bis zum nächsten Mal!

Zum Seitenanfang