Beiträge von Chris

    Ein paar Bilder aus Leipzig. Ich bin heute gleich auf Arbeit geblieben, da ich dort den besseren Blick hatte und mir keinen Standort suchen musste. Sehr praktisch, dass es dieses Jahr fast immer auf Spotting hinausläuft...



    [definition=78,0]Microburst[/definition] südlich von Leipzig:



    Dann bildete sich mehr und mehr eine kleine [definition=14,0]Böenfront[/definition] aus:





    Und dann kamen die Sturmböen und ein kurzer Starkregen (10 - 15 min).

    Danke für deine Ausführungen, Karsten!


    Und so schließt sich der Kreis auch wieder zur Blocking-Lage im Spätwinter. Wobei ich nicht unbedingt erwartet hätte, dass sich das Muster nach dem April wieder so regeneriert, denn da wird ja Jahr für Jahr im wahrsten Sinne des Wortes einiges "durcheinandergewirbelt". So wirklich "Angst" vor der Persistenz bekam ich erst ab Mitte Juni, als klar wurde, dass es sich der [definition=53,0]Jetstream[/definition] dieses Jahr einfach mal in der Arktis gemütlich gemacht hatte, also unerreichbar für uns Mitteleuropäer. Ansonsten wäre so eine Blockinglage im Frühjahr auch nichts Ungewöhnliches gewesen.


    Interessant ist auch, dass wir 2013 einen ganz ähnlichen Kaltwinterblock im März hatten, der um den Frühlingsanfang rum zur Höchstform auflief, über Grönland rekordverdächtigen Hochdruck um 1070 hPa und bei uns rekordverdächtige Tageshöchsttemperaturen unter -5°C brachte. Doch da hat sich die Zirkulation später etwas anderes einfallen lassen und uns im Mai immer wieder mit einem Abtropfen in Richtung Mitteleuropa belustigt, was dann am Ende mit Rekordniederschlägen und Hochwasser gar nicht mehr lustig endete. Auch in den Sommermonaten war es dann nicht ganz so persistent wie in diesem Jahr.


    Außerdem suche ich noch ein wenig den Zusammenhang zum letzten Jahr. Da war die Strömung ja gewissermaßen auch recht persistent, nur lagen wir da zum Glück dauerhaft unter dem [definition=53,0]Jetstream[/definition], was einigen hier spannende Erlebnisse bescherte. In der Form war es dann aber auch wieder irgendwie extrem.


    ---


    Aber wir sind ja hier immer noch beim Thema Trockenheit und da wollen sicher viele wissen, wie es weitergeht.


    Wie du auch schon angedeutet hast, hat sich still und heimlich eine Umstellung der Großwetterlage vollzogen. Während viele aktuell nur auf die Hitzewelle bei uns in der kommenden Woche schauen, erkennt man beim Blick über den Tellerrand, dass sich der bemerkenswerte Skandinavienblock endlich abgebaut hat. Man sollte es am Wind und an den häufigeren Wetterwechseln heute und kommende Woche bemerken.


    Trotzdem ist das Thema Dürre und Trockenheit keinesfalls durch. Zum einen liegt die Frontalzone jahreszeitbedingt sehr weit nördlich, was stärkere und flächendeckende Niederschläge, die sich viele wünschen, eher als Wunschtraum erscheinen lässt (gleichwohl können zumindest Gewitterniederschläge flächiger auftreten und zur Linderung der Trockenheit beitragen). Zum anderen ist auch ein erneutes, mächtiges Aufbäumen des Höhenrückens auch noch nicht auszuschließen (wie es EZ aktuell andeutet). Dann wäre ein nettes, stabiles Spätsommerhoch über Mitteleuropa die Folge und Wärme und Trockenheit begleiten uns weiter.


    Doch selbst, wenn es jetzt regnet, ist die Trockenheit nicht beendet. Es würde dauern, bis sich die Talsperren auffüllen und die Bodenfeuchte wieder steigt. Dazu müsste das Wasser erst wieder gut versickern können. Abgesehen davon ist vielerorts bereits mit gravierenden Spätfolgen von Dürre und Hitze in Flora und Fauna zu rechnen (Insekten-, Vogel-, Fischsterben, tote Jungbäume, Blattaustrieb im kommenden Jahr gefährdet). Wollen wir hoffen, dass uns so etwas nicht so bald wieder blüht. Leider erhöht sich jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse aufgrund des Klimawandels immer mehr, wie Karsten schon schrieb.

    Danke für deine Ausführungen, Karsten!


    Und so schließt sich der Kreis auch wieder zur Blocking-Lage im Spätwinter. Wobei ich nicht unbedingt erwartet hätte, dass sich das Muster nach dem April wieder so regeneriert, denn da wird ja Jahr für Jahr im wahrsten Sinne des Wortes einiges "durcheinandergewirbelt". So wirklich "Angst" vor der Persistenz bekam ich erst ab Mitte Juni, als klar wurde, dass es sich der [definition=53,0]Jetstream[/definition] dieses Jahr einfach mal in der Arktis gemütlich gemacht hatte, also unerreichbar für uns Mitteleuropäer. Ansonsten wäre so eine Blockinglage im Frühjahr auch nichts Ungewöhnliches gewesen.


    Interessant ist auch, dass wir 2013 einen ganz ähnlichen Kaltwinterblock im März hatten, der um den Frühlingsanfang rum zur Höchstform auflief, über Grönland rekordverdächtigen Hochdruck um 1070 hPa und bei uns rekordverdächtige Tageshöchsttemperaturen unter -5°C brachte. Doch da hat sich die Zirkulation später etwas anderes einfallen lassen und uns im Mai immer wieder mit einem Abtropfen in Richtung Mitteleuropa belustigt, was dann am Ende mit Rekordniederschlägen und Hochwasser gar nicht mehr lustig endete. Auch in den Sommermonaten war es dann nicht ganz so persistent wie in diesem Jahr.


    Außerdem suche ich noch ein wenig den Zusammenhang zum letzten Jahr. Da war die Strömung ja gewissermaßen auch recht persistent, nur lagen wir da zum Glück dauerhaft unter dem [definition=53,0]Jetstream[/definition], was einigen hier spannende Erlebnisse bescherte. In der Form war es dann aber auch wieder irgendwie extrem.


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    Aber wir sind ja hier immer noch beim Thema Trockenheit und da wollen sicher viele wissen, wie es weitergeht.


    Wie du auch schon angedeutet hast, hat sich still und heimlich eine Umstellung der Großwetterlage vollzogen. Während viele aktuell nur auf die Hitzewelle bei uns in der kommenden Woche schauen, erkennt man beim Blick über den Tellerrand, dass sich der bemerkenswerte Skandinavienblock endlich abgebaut hat. Man sollte es am Wind und an den häufigeren Wetterwechseln heute und kommende Woche bemerken.


    Trotzdem ist das Thema Dürre und Trockenheit keinesfalls durch. Zum einen liegt die Frontalzone jahreszeitbedingt sehr weit nördlich, was stärkere und flächendeckende Niederschläge, die sich viele wünschen, eher als Wunschtraum erscheinen lässt (gleichwohl können zumindest Gewitterniederschläge flächiger auftreten und zur Linderung der Trockenheit beitragen). Zum anderen ist auch ein erneutes, mächtiges Aufbäumen des Höhenrückens auch noch nicht auszuschließen (wie es EZ aktuell andeutet). Dann wäre ein nettes, stabiles Spätsommerhoch über Mitteleuropa die Folge und Wärme und Trockenheit begleiten uns weiter.


    Doch selbst, wenn es jetzt regnet, ist die Trockenheit nicht beendet. Es würde dauern, bis sich die Talsperren auffüllen und die Bodenfeuchte wieder steigt. Dazu müsste das Wasser erst wieder gut versickern können. Abgesehen davon ist vielerorts bereits mit gravierenden Spätfolgen von Dürre und Hitze in Flora und Fauna zu rechnen (Insekten-, Vogel-, Fischsterben, tote Jungbäume, Blattaustrieb im kommenden Jahr gefährdet). Wollen wir hoffen, dass uns so etwas nicht so bald wieder blüht. Leider erhöht sich jedoch die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse aufgrund des Klimawandels immer mehr, wie Karsten schon schrieb.

    Peter, das was du da so schön beschreibst, zeigt auf, wie fremde Umgebungen und Ereignisse wahrgenommen werden, wenn man dort zu Gast ist. Neben den Eindrücken der Stadt verbindest du Leipzig wahrscheinlich jetzt noch zusätzlich mit einem schönen Gewitter und Extremhitze zwischen den Häuserwänden. :grins


    Zugegebenermaßen war es schon ein wirklich außergewöhnliches Ereignis (Extremhitze + vereinzelte Zelle bei Nacht + heftige Einschläge), das gibt es hier so auch nicht alle Tage. Trotzdem konnte ich hin und wieder schon beobachten, dass die Hitze der Stadt für die Auslöse oder Verstärkung von Zellen mit verantwortlich ist und es heftiger "knallt" als in der Umgebung - mit entsprechenden Effekten (lokale Überflutungen, Hagelschlag, mehr Blitze). Man denke an den 16.06.2006 (Großhagel), 20.06.2013 (Starkregen) oder den 27.07.2016 (zwei heftige Zellen mit ihrer maximalen Intensität im Leipziger Stadtgebiet).


    Mich persönlich hat es von den Blitzen her an den 02.05.2012 (Nachtgewitter aus Südost mit heftigen Einschlägen) erinnert. Vom gesamten Feeling her fühlte es sich hingegen eher an wie ein Gewitter auf unserer Ligurien-Abschlussfahrt (Norditalien) im Jahr 2006. Das ging damals auch bei großer Hitze am Abend sehr schwach auf dem Meer los, zog dann mit ordentlichen Blitzen und Starkregen landeinwärts und schwächte sich nach Stunden erst wieder ab. Am nächsten Tag war es dann wieder heiß. Mittlerweile scheint es so, als sind wir hier auch in diesem Klima angekommen.

    Schweres "Privatgewitter" in der Nacht zum 01. August mit Besonderheiten


    (Nicht bebildert, dennoch frohlockt es mich, in Textform mein Erlebnis von gestern zu teilen.)


    Nach dem heißesten Tag des Jahres mit 37°C in Leipzig (Bernburg in Sachsen-Anhalt knappe 40°C) und unerträglicher Bürohitze gestern erwartete ich in Sachen Gewitter schlichtweg gar nichts, denn erfahrungsgemäß geht Extremhitze in Deutschland auch immer mit sehr hohem Geopotential einher, sodass Hebungsantriebe Mangelware sind.


    Trotzdem konnte sich gestern Abend bodennah zumindest eine markante [definition=57,0]Konvergenz[/definition] von Nord nach Süd ausgerichtet über Ostdeutschland etablieren. In ihr traten immer wieder kurze Schauer auf, nur ganz vereinzelt verirrte sich mal eine elektrische Entladung dazwischen. Die zugehörige Tiefdruckrinne bewegte sich ganz langsam nach Osten, was sich über Leipzig und Markkleeberg in Form einer vorgezogenen Dämmerung bemerkbar machte. Die dichte Wolkendecke bestand aus überwiegend stratiformer Bewölkung mit labilen Anteilen (also irgendwas in Richtung Ac str, Ac flo, Ac [definition=4,2]cas[/definition] und später auch mehr in Richtung Cu med, Cu con, aber ohne sichtbaren Blumenkohl, sondern nur die dunkle [definition=8,3]Basis[/definition]).


    Da die Wolkendecke zum Sonnenuntergang aufzog, konservierte sie schön die heißen Abendtemperaturen, sodass es Mitternacht in einem Streifen von Magdeburg bis Leipzig noch knapp 30°C hatte. Zuvor erreichten schon einzelne Regenschauer die Region. Man muss sich dabei bewusst machen, dass sich die Schauer-Konvektion aufgrund des Inverted-V-Profils im [definition=96,0]Sounding[/definition] ausschließlich in der mittleren bis oberen Troposphäre abspielte. Die Wolkenuntergrenze lag über 3.000 Meter hoch:


    http://weather.uwyo.edu/cgi-bi…M=3112&TO=3112&STNM=10548



    Erste Entladungen


    Gegen 21.45 Uhr schaute ich Richtung Westen einer dunklen [definition=8,3]Basis[/definition] entgegen. Daraus erwuchs ein Schauer, der in der Umgebung den ersten nennenswerten Regen hervorbrachte. Alle anderen Zellen brachten jeweils nur ein paar abzählbare Tropfen, so auch über meiner Wohnung, da der Rest auf dem Weg zum Erdboden bereits verdunstete. Dann hörte ich ein Geräusch, dass wie Feuerwerk klang und dachte zunächst daran, dass dies doch bei der Waldbrandgefahr untersagt sein müsste. Dann sah ich aber ein Flackern in den Wolken, woraufhin mein Nachbar meinte: "Das gibt bestimmt noch was." Er sollte Recht behalten.


    Die ersten Entladungen klangen so schwach, dass sie von herkömmlichem Feuerwerk kaum zu unterscheiden waren. Sie wurden auch nicht von der Blitzortung registriert. Die Zelle war recht nah, dennoch kam auch später nur ein schwacher Donner an. Das Gewitter streifte Markkleeberg, lud seine 10 Tropfen ab und verschwand wieder - ich glaube, in diesem Falle kann es zu Recht als "Mini-Gewitter" bezeichnet werden. :grins Zurück blieb angefeuchtete Luft, die sich bald auch schwül anfühlen sollte. In Verbindung mit den Temperaturen und der Dunkelheit konnte man durchaus von Mittelmeer-Feeling sprechen.


    Erst gegen 23.30 Uhr, als ich bereits das Bett aufsuchen wollte, erregte eine neue kräftige Zelle bei Lützen meine Aufmerksamkeit. Diese schien stärker als zuvor und hatte einen kräftigeren Kern. Außerdem blitzte sie regelmäßiger, häufiger, heller und vor allem dauerhaft. Ein dunkles Grollen war diesmal aus der Ferne zu hören. Ich ergriff kurzerhand die Initiative und fuhr fix zum See für einen freien Blick nach Westen. Doch es war zu spät: Im Vorfeld bildeten sich frische, junge Zellen. Aus einzelnen Tropfen wurde ein kleiner Platzregen. Radfahrer im T-Shirt, welche um diese Uhrzeit bei schweißtreibenden Temperaturen vom See wegfuhren und schwitzten, bekamen eine Dusche ab und suchten das Weite. Ich fuhr auch zurück und war zu Hause wieder im Trockenen, bevor ich beim Erreichen der Wohnung erneut von großen Tropfen überrascht wurde. Mittlerweile flackerte es sehr heftig und der Donner kam näher. Den Rest des Spektakels sah ich mir dann von der Wohnung aus an.



    Starkregen und starke Knaller


    Gegen Mitternacht setzte Starkregen ein, der in der Intensität variierte und nun mehrere Stunden anhalten sollte. Blitz & Donner kamen näher und weckten Markkleeberg und den Leipziger Süden auf. Die Brecher brachten ordentlichen Sound, Naheinschläge (drei davon etwa 300m entfernt) erschreckten viele im Markkleeberger Norden. Zwar war nur ein CG+ dabei, doch auch die CG- gingen bei kachelmann fast alle als starke Knaller durch:


    https://kachelmannwetter.com/d…stadt/20180731-2255z.html


    Die Storm Chaser, die unterwegs waren, berichteten von vielen sichtbaren Blitzkanälen und Mehrfacheinschlägen, wie die Blitzortung auch gut wiedergibt. Erst gegen 2 Uhr ließ der Regen hier deutlich nach, die kalibrierte Summe zeigte um 20 bis 30 Liter/qm an. Danach löste sich die Zelle rasch auf. Doch auch das ging noch einmal mit einem interessanten Phänomen einher: Am meteorologischen Institut in Leipzig stieg die Temperatur gegen 2 Uhr von 26 noch einmal kurz auf 31°C an, der [definition=105,0]Taupunkt[/definition] sank kurzzeitig auf 9°C, Wind kam auf und der Druck fiel für kurze Zeit, wie mir Christoph G. mitteilte. Das Phänomen dazu ist sehr selten und nennt sich "Heat Burst" oder rückseitiges Absinken und ich kannte es bislang nur aus den USA. Doch die Charakteristik der Messwerte war hier eindeutig, eine Erklärung dazu findet man in der englischsprachigen Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Heat_burst.


    Alles in allem wohl eines der besten Spottings, die ich seit 2013 hier erlebt habe und sehr verdient nach dem extrem heißen Tag, wie ich finde. :) In Markkleeberg vermeldete die Feuerwehr am Morgen übrigens auch Schäden. Drei Einsätze waren bei Facebook vermerkt mit jeweils einem Baum auf Auto / Haus / Straße.

    Eindrücke aus Markkleeberg


    Am Dienstag war ich hier unterwegs um die Auswirkungen der Trockenheit zu dokumentieren. Die folgenden Eindrücke habe ich dabei im Bild festgehalten.



    Gelbe Blätter und abgestorbene Äste an Straßenbäumen mitten im Juli.



    Dort, wo die Stadt mit dem Wässern nicht hinterher kommt oder es bewusst sein lässt, sieht es dann halt so aus. Schwächere Bäume sterben einfach ab - wer weiß, ob die nächstes Jahr nochmal wieder kommen:




    Hier war mal Wiese. Vereinzelte grüne Stellen sind meist Unkraut:



    Auch Ahorn leidet:



    Unter einigen Bäumen, besonders Linde und Ahorn, sieht es aus wie im Herbst:



    Jungbäume leiden besonders, hier hat es eine junge Eiche erwischt:



    Die Jahrhunderteiche im Agra-Park hält noch stand. Gleichwohl fanden sich vor kurzem viele abgebrochene Äste unter dem Baum (es gab seit "Friederike" im Januar keinen nennenswerten Sturm mehr):



    Sonst liegen auch immer mal kleine Äste und Rindenteile unten:



    Besonders Blutbuchen scheinen die Dürre nicht zu verkraften und werfen reihenweise Äste ab:



    Manche Bäume werden eher von innen lichter (wie bei vielen Linden), andere werfen eher außen und an den Kronen ihre Blätter ab (was dann besonders auffällig ist):



    Die einzige saftig grüne Stelle im Park liegt dort, wo in der Nähe ein Teich liegt und das Grundwasser noch entsprechend hoch reicht. Hier wachsen sogar noch Gänseblümchen:



    Wenige Meter weiter sieht es dann schon wieder so aus:



    Fazit: Alles in allem sind die Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit als verheerend einzustufen. Es gibt viel mehr totes Holz als bei den Stürmen im Herbst oder Winter. Aber es ist erst Juli. Wir werden sehen, wie die Natur im August und September aussieht, denn die Modelle berechnen weiterhin Hitze und längere Trockenperioden. Am Freitag und Samstag gab es ca. 10 mm Regen bei mehreren Gewitterschauern, der Boden kann jedoch aufgrund seiner Beschaffenheit kaum etwas aufnehmen, sodass ich denke, dass wir erst im Winter wieder eine nennenswerte Bodenfeuchte bekommen werden.


    Auffällig indes ist auch, dass es kaum noch Insekten gibt, selbst nach den Regenfällen der vergangenen Tage. Der sonst so dicht bevölkerte Auenwald wirkt unheimlich still, da auch die Vögel verschwunden sind. Das Leben versammelt sich an den wenigen verbliebenen Wasserstellen und führt dort einen unerbittlichen Konkurrenzkampf um die letzten Ressourcen. Sämtliche Jungbäume sind im Wald vertrocknet, Tümpel und Teiche ausgetrocknet. Angenehm ist nur, dass weniger Stechmücken als sonst unterwegs sind.


    Nur wenigen Lebewesen scheint die Trockenheit gut zu tun. Eine besonders merkwürdige Ausnahme gibt es jedoch. Da gibt es ein Tier, dass auf Eseln aus Draht freudestrahlend durch den Park fährt, um am nächstgelegenen See Abkühlung zu suchen, die es ohne langanhaltende Hitze gar nicht bräuchte. Einige von denen benutzen zur Fortbewegung gar ein Gerät, welches den Ausstoß von Treibhausgasen erhöht, sodass sie zukünftig noch mehr Trockenheit und Hitze genießen können. Es ist sogar der Meinung, man müsse die Hitze "nutzen", als ob es davon zukünftig weniger geben würde. Ja, manche von denen gehen sogar so weit, zu leugnen, dass es rund um den Globus überhaupt wärmer wird. Und es scheint sogar die mit Feinstaub verpestete, stehende und knochentrockene Luft zu mögen, indem es sich eine Zigarette nach der anderen anzündet und die Kippe dann in die Natur wirft, wodurch Brände entstehen, die noch mehr kuschelige Wärme produzieren. Vor allem die Jungtiere schauen auf leuchtende Geräte, um virtuelle Tiere damit zu fangen... da braucht es dann auch keinen echten Wald mehr zu beachten - genial! Geniale Spezies, die scheinen sich wirklich gut angepasst zu haben!

    Eindrücke aus Markkleeberg


    Am Dienstag war ich hier unterwegs um die Auswirkungen der Trockenheit zu dokumentieren. Die folgenden Eindrücke habe ich dabei im Bild festgehalten.



    Gelbe Blätter und abgestorbene Äste an Straßenbäumen mitten im Juli.



    Dort, wo die Stadt mit dem Wässern nicht hinterher kommt oder es bewusst sein lässt, sieht es dann halt so aus. Schwächere Bäume sterben einfach ab - wer weiß, ob die nächstes Jahr nochmal wieder kommen:




    Hier war mal Wiese. Vereinzelte grüne Stellen sind meist Unkraut:



    Auch Ahorn leidet:



    Unter einigen Bäumen, besonders Linde und Ahorn, sieht es aus wie im Herbst:



    Jungbäume leiden besonders, hier hat es eine junge Eiche erwischt:



    Die Jahrhunderteiche im Agra-Park hält noch stand. Gleichwohl fanden sich vor kurzem viele abgebrochene Äste unter dem Baum (es gab seit "Friederike" im Januar keinen nennenswerten Sturm mehr):



    Sonst liegen auch immer mal kleine Äste und Rindenteile unten:



    Besonders Blutbuchen scheinen die Dürre nicht zu verkraften und werfen reihenweise Äste ab:



    Manche Bäume werden eher von innen lichter (wie bei vielen Linden), andere werfen eher außen und an den Kronen ihre Blätter ab (was dann besonders auffällig ist):



    Die einzige saftig grüne Stelle im Park liegt dort, wo in der Nähe ein Teich liegt und das Grundwasser noch entsprechend hoch reicht. Hier wachsen sogar noch Gänseblümchen:



    Wenige Meter weiter sieht es dann schon wieder so aus:



    Fazit: Alles in allem sind die Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit als verheerend einzustufen. Es gibt viel mehr totes Holz als bei den Stürmen im Herbst oder Winter. Aber es ist erst Juli. Wir werden sehen, wie die Natur im August und September aussieht, denn die Modelle berechnen weiterhin Hitze und längere Trockenperioden. Am Freitag und Samstag gab es ca. 10 mm Regen bei mehreren Gewitterschauern, der Boden kann jedoch aufgrund seiner Beschaffenheit kaum etwas aufnehmen, sodass ich denke, dass wir erst im Winter wieder eine nennenswerte Bodenfeuchte bekommen werden.


    Auffällig indes ist auch, dass es kaum noch Insekten gibt, selbst nach den Regenfällen der vergangenen Tage. Der sonst so dicht bevölkerte Auenwald wirkt unheimlich still, da auch die Vögel verschwunden sind. Das Leben versammelt sich an den wenigen verbliebenen Wasserstellen und führt dort einen unerbittlichen Konkurrenzkampf um die letzten Ressourcen. Sämtliche Jungbäume sind im Wald vertrocknet, Tümpel und Teiche ausgetrocknet. Angenehm ist nur, dass weniger Stechmücken als sonst unterwegs sind.


    Nur wenigen Lebewesen scheint die Trockenheit gut zu tun. Eine besonders merkwürdige Ausnahme gibt es jedoch. Da gibt es ein Tier, dass auf Eseln aus Draht freudestrahlend durch den Park fährt, um am nächstgelegenen See Abkühlung zu suchen, die es ohne langanhaltende Hitze gar nicht bräuchte. Einige von denen benutzen zur Fortbewegung gar ein Gerät, welches den Ausstoß von Treibhausgasen erhöht, sodass sie zukünftig noch mehr Trockenheit und Hitze genießen können. Es ist sogar der Meinung, man müsse die Hitze "nutzen", als ob es davon zukünftig weniger geben würde. Ja, manche von denen gehen sogar so weit, zu leugnen, dass es rund um den Globus überhaupt wärmer wird. Und es scheint sogar die mit Feinstaub verpestete, stehende und knochentrockene Luft zu mögen, indem es sich eine Zigarette nach der anderen anzündet und die Kippe dann in die Natur wirft, wodurch Brände entstehen, die noch mehr kuschelige Wärme produzieren. Vor allem die Jungtiere schauen auf leuchtende Geräte, um virtuelle Tiere damit zu fangen... da braucht es dann auch keinen echten Wald mehr zu beachten - genial! Geniale Spezies, die scheinen sich wirklich gut angepasst zu haben!

    Das ist auch ein interessantes Thema, es beschreibt sozusagen den ozeanischen Teil der Klimawandel-Thematik. Gleichwohl ist es etwas umstrittener unter Fachleuten, inwiefern das Förderband hier das Klima zukünftig beeinflussen wird, wie stark die Abschwächung ist und was Ursache und was Wirkung ist. So könnte man argumentieren, dass das Schmelzwasser aus Grönland im Nordatlantik indirekt (Süßwassereintrag, etc.) den Golfstrom bzw. den verlängerten Arm dessen im Nordatlantik bremst. Über kaltem Meerwasser könnte dann tendenziell eher Hochdruck in der Atmosphäre resultieren, aber was bedeutet das für uns? Kalte Nordströmung oder werden die atlantischen Tiefdruckgebiete dann weiter südlich in einem Bogen zu uns geführt? Wissen wir alles noch nicht genau. Fakt ist aber, dass Klimamodelle in der Nordatlantikregion kaum mit einer Erwärmung rechnen und das lässt sich auch jetzt bereits gut nachweisen. Die Sache mit dem [definition=53,0]Jetstream[/definition] ist da etwas einfacher und hat wohl insgesamt auch die höhere Bedeutung. Wechselwirkungen mit den Ozeanen sollten aber grundsätzlich auch nicht ausgeblendet werden. Zuletzt wurden sowohl (winterliche) Stürme, als auch sommerliche Hitzewellen über Europa mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht: https://scilogs.spektrum.de/kl…aecheres-golfstromsystem/


    Es stellt sich mir nur immer noch die Frage, inwieweit sind die Veränderungen dem menschengemachten Klimawandel geschuldet.
    Es ist ja ein sehr empfindliches System, in das wir da eingreifen.


    Das Wetter hat sich in der Geschichte der Erde ja öfters stark verändert, eine solche Veränderung soll ja zur Zeit in Gange sein.

    Das hat es und doch gab es noch nie in der Erdgeschichte einen so enormen Ausstoß an Treibhausgasen innerhalb so kurzer Zeit. Hier geht man in der Forschung wohl davon aus, dass knapp über die Hälfte bis etwa 75% der aktuellen Erwärmung auf menschlichen Einfluss zurückgehen. Was man aber wohl nie so genau weiß, ist, welche Kettenreaktionen wir eigentlich in Gang setzen, wenn wir in ein so empfindliches System eingreifen, welches über lange Zeit sehr stabil war. Und da verstärkt dann ein Trend erst einen Trend...


    Den Artikel in Deinem zweiten Link habe ich auch gefunden, zudem noch einen weiteren aus Sicht der Landwirte.



    Ich finde sie zwar inhaltlich treffend, aber mit ein wenig zuviel Pathos nach meinem Geschmack.
    Aber, die Message kommt rüber...

    Ja, so sehe ich das auch. Manchmal schadet ein wenig Pathos auch nicht, denn nur so erreicht und bewegt man die Massen. Man darf es nur nicht übertreiben und ins Unseriöse abdriften, denn das kann ins Gegenteil führen und "Skeptiker" des Klimawandels hängen sich daran dann ganz gern mal auf.

    Das ist auch ein interessantes Thema, es beschreibt sozusagen den ozeanischen Teil der Klimawandel-Thematik. Gleichwohl ist es etwas umstrittener unter Fachleuten, inwiefern das Förderband hier das Klima zukünftig beeinflussen wird, wie stark die Abschwächung ist und was Ursache und was Wirkung ist. So könnte man argumentieren, dass das Schmelzwasser aus Grönland im Nordatlantik indirekt (Süßwassereintrag, etc.) den Golfstrom bzw. den verlängerten Arm dessen im Nordatlantik bremst. Über kaltem Meerwasser könnte dann tendenziell eher Hochdruck in der Atmosphäre resultieren, aber was bedeutet das für uns? Kalte Nordströmung oder werden die atlantischen Tiefdruckgebiete dann weiter südlich in einem Bogen zu uns geführt? Wissen wir alles noch nicht genau. Fakt ist aber, dass Klimamodelle in der Nordatlantikregion kaum mit einer Erwärmung rechnen und das lässt sich auch jetzt bereits gut nachweisen. Die Sache mit dem [definition=53,0]Jetstream[/definition] ist da etwas einfacher und hat wohl insgesamt auch die höhere Bedeutung. Wechselwirkungen mit den Ozeanen sollten aber grundsätzlich auch nicht ausgeblendet werden. Zuletzt wurden sowohl (winterliche) Stürme, als auch sommerliche Hitzewellen über Europa mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht: https://scilogs.spektrum.de/kl…aecheres-golfstromsystem/


    Es stellt sich mir nur immer noch die Frage, inwieweit sind die Veränderungen dem menschengemachten Klimawandel geschuldet.
    Es ist ja ein sehr empfindliches System, in das wir da eingreifen.


    Das Wetter hat sich in der Geschichte der Erde ja öfters stark verändert, eine solche Veränderung soll ja zur Zeit in Gange sein.

    Das hat es und doch gab es noch nie in der Erdgeschichte einen so enormen Ausstoß an Treibhausgasen innerhalb so kurzer Zeit. Hier geht man in der Forschung wohl davon aus, dass knapp über die Hälfte bis etwa 75% der aktuellen Erwärmung auf menschlichen Einfluss zurückgehen. Was man aber wohl nie so genau weiß, ist, welche Kettenreaktionen wir eigentlich in Gang setzen, wenn wir in ein so empfindliches System eingreifen, welches über lange Zeit sehr stabil war. Und da verstärkt dann ein Trend erst einen Trend...


    Den Artikel in Deinem zweiten Link habe ich auch gefunden, zudem noch einen weiteren aus Sicht der Landwirte.



    Ich finde sie zwar inhaltlich treffend, aber mit ein wenig zuviel Pathos nach meinem Geschmack.
    Aber, die Message kommt rüber...

    Ja, so sehe ich das auch. Manchmal schadet ein wenig Pathos auch nicht, denn nur so erreicht und bewegt man die Massen. Man darf es nur nicht übertreiben und ins Unseriöse abdriften, denn das kann ins Gegenteil führen und "Skeptiker" des Klimawandels hängen sich daran dann ganz gern mal auf.

    Klasse! Da gibt es kaum was hinzuzufügen. Auch wenn die [definition=95,0]Scherung[/definition] schwach bleibt, ist sie doch besser, als vieles, was man dieses Jahr geboten bekam. Insofern darf man durchaus mal mit der ein oder anderen [definition=16,2]Böenlinie[/definition] rechnen. Die Feuchte ist nicht überragend, aber wie man an den Taupunkten heute Abend hier im Osten sieht, steckt vielleicht etwas mehr Potential in der Luft als gedacht.

    Da hast du zwei interessante Artikel gefunden, Loni, die sehr gut die Gegensätze beschreiben, auf die wir uns mit dem Klimawandel vermehrt einstellen müssen.


    Beim letzten Artikel gehe ich aber mit mancher Formulierung nicht mit: "stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel". Das Phänomen der stationären Rossby-Wellen ist schon seit Jahren bekannt, bereits 2014 hat man darüber Untersuchungen angestellt.


    Wissenschaftliches Paper: http://www.pnas.org/content/111/34/12331


    Verständlicher: https://www.heise.de/tp/featur…Extremwetter-3366946.html (ab dem dritten Abschnitt)


    Im Video erklärt: https://www.spektrum.de/video/…-und-wellenphysik/1466409


    Vereinfacht gesagt sorgt die relativ betrachtet viel stärkere Erwärmung der Arktis im Zuge des Klimawandels dafür, dass sich der Temperaturkontrast zwischen Polen und Äquator abschwächt, damit der [definition=53,0]Jetstream[/definition] geringere Windgeschwindigkeiten aufweist und vermehrt "ins Schlingern" kommt (stärkeres Mäandrieren). Die Folge sind sehr beständige Großwetterlagen, die dann zu extremen Wetter führen (Überschwemmungen auf der einen, Hitzewellen und Dürre auf der anderen Seite). @KarSteN kann da sicher auch noch ein paar interessante Infos liefern.


    Außerdem ist die Nordhemisphäre nicht überall gleich warm. So ist es über dem Nordatlantik tendenziell etwas zu kühl gewesen (was auch gut ins Bild der Klimaerwärmung passt, aufgrund der Grönland-Eisschmelze). Aber die gut bevölkerten Gebiete waren / sind einfach tendenziell zu wam.


    Zum Abschluss noch zwei nachdenklich stimmende Artikel, die ich gefunden habe:


    http://www.lvz.de/Nachrichten/…gt-ueber-Zustand-der-Erde


    https://www.tagesspiegel.de/th…das-tut-weh/22852642.html

    Da hast du zwei interessante Artikel gefunden, Loni, die sehr gut die Gegensätze beschreiben, auf die wir uns mit dem Klimawandel vermehrt einstellen müssen.


    Beim letzten Artikel gehe ich aber mit mancher Formulierung nicht mit: "stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel". Das Phänomen der stationären Rossby-Wellen ist schon seit Jahren bekannt, bereits 2014 hat man darüber Untersuchungen angestellt.


    Wissenschaftliches Paper: http://www.pnas.org/content/111/34/12331


    Verständlicher: https://www.heise.de/tp/featur…Extremwetter-3366946.html (ab dem dritten Abschnitt)


    Im Video erklärt: https://www.spektrum.de/video/…-und-wellenphysik/1466409


    Vereinfacht gesagt sorgt die relativ betrachtet viel stärkere Erwärmung der Arktis im Zuge des Klimawandels dafür, dass sich der Temperaturkontrast zwischen Polen und Äquator abschwächt, damit der [definition=53,0]Jetstream[/definition] geringere Windgeschwindigkeiten aufweist und vermehrt "ins Schlingern" kommt (stärkeres Mäandrieren). Die Folge sind sehr beständige Großwetterlagen, die dann zu extremen Wetter führen (Überschwemmungen auf der einen, Hitzewellen und Dürre auf der anderen Seite). @KarSteN kann da sicher auch noch ein paar interessante Infos liefern.


    Außerdem ist die Nordhemisphäre nicht überall gleich warm. So ist es über dem Nordatlantik tendenziell etwas zu kühl gewesen (was auch gut ins Bild der Klimaerwärmung passt, aufgrund der Grönland-Eisschmelze). Aber die gut bevölkerten Gebiete waren / sind einfach tendenziell zu wam.


    Zum Abschluss noch zwei nachdenklich stimmende Artikel, die ich gefunden habe:


    http://www.lvz.de/Nachrichten/…gt-ueber-Zustand-der-Erde


    https://www.tagesspiegel.de/th…das-tut-weh/22852642.html