Beiträge von Thomas Klein

    Hallo Peter,


    Glückwunsch zur Sichtung. Bei mir waren die Halos auch sichtbar, aber weniger stark ausgeprägt. Ich bin schon auf dein Zeitraffer gespannt.


    Beim ersten Bild ist wohl auch noch der linke Infralateralbogen zu sehen. Vielleicht hast du ja noch andere Fotos von dem Bereich, dann könnte man es wohl genauer beurteilen.


    Gruß

    Thomas

    Für heute stand eine weitere Superzellenlage an. Im Vergleich zum Vortag ist das Target heute einfacher zu bestimmen. Es wurde in allen Modellläufen konstant eine alleinstehende Superzelle, ausgehend vom äußersten Nordosten New Mexicos, durchs Oklahoma und Texas Panhandle berechnet.


    Nach dem aufstehen hatten wir heute viel Zeit, weil wir in Boise City bereits optimal im Zielgebiet standen. Um 11 Uhr ging es zum frühen Mittagessen beim Mexikaner neben an.

    Nach dem Essen haben wir die Zeit bis zur Auslöse im Black Mesa State Park verbracht. Auf der 1 1/2 stündigen Wanderung konnten wir allerlei Flora und Fauna bestaunen. Marco war auch wieder erfolgreich auf Reptilien- und Amphibiensuche. Konkret haben wir eine Rot-Punkt Kröte (Red-Spotter Toad) und mehrere Eidechsen (unter anderem einen Prärie-Stachelleguan) gesehen. Vögel waren natürlich auch wieder mit dabei.




    Während der Wanderung hat es nordwestlich von uns wie geplant ausgelöst. Der Donner kündigte das Gewitter schon während der Wanderung an. Wir positionierten uns zunächst südöstlich vom See, sodass wir einen schönen Blick auf das Gewitter hatten.



    Nach einer ersten Verlagerung trafen wir mal wieder Mike Olbinski, wobei wir eine Straße hinter ihm angehalten haben. Die Superzelle organisierte sich immer besser und erste kleine Hagelkörner zwangen uns zur weiteren Verlagerung.



    Durch die hohe Zuggeschwindigkeit war die Verlagerung heute besonders entscheidend. Wählt man eine Straße mit zu großem Umweg, eilt das Gewitter davon und man kommt nicht mehr hinter her. Fährt man zu nah ran oder hat keine gute Fluchtroute, wird man vom Hagel überholt und die Folge ist ein kaputtes Auto.


    Soweit haben wir aber zunächst gute asphaltierte Straßenoptionen gefunden. Am nächsten Halt südlich von Boise City sahen wir zunächst im Dunst und aufgrund von aufgewirbelten Staub durch den Inflow nichts. Je näher die Superzelle kam, desto besser wurde aber die Sicht. Als sie recht nah war, ging der Warnton von sämtlichen Handys an - Tornadowarnung. Auch optisch gab es viel Rotation. Ggf. war mal ein Funnel dabei, mit Gewissheit kann man das oft aber nicht bestimmen. Dafür war zu viel dynamischer Fraktus unter dem Aufwind.




    Da wir recht lange gewartet haben, weil die Basis gerade so lange interessant war, konnten wir wegen des Großhagels nicht weiter nach Osten fahren und mussten die Südoption wählen. Leider war entlang des Highways 385 südlich von uns keine asphaltierte Straße mehr nach Osten. Wir haben kurz vergeblich versucht, eine Mudroad zu befahren, sind dann aber sicherheitshalber über Dalhart auf den Highway 54 gefahren. Das war ein erheblicher Umweg. Wir haben es gerade rechtzeitig nach Conlen geschafft, um dann im weiteren Verlauf nach Sunray zu kommen. Wir konnten wieder ein klein wenig Abstand zur Superzelle gewinnen. Die Superzelle ist weiterhin tornadobewarnt. Sowohl das Handy, als auch das Radio hat regelmäßige vor einem möglichen Tornado gewarnt. Mittlerweile hat es auch mindestens einen bestätigten Tornado gegeben, welchen wir aber nicht gesehen haben.




    Von Sunray ging es über diverse kleine asphaltierte Farmroads weiter nach Stinnett. Hier hörten wir die ersten Tornadosirenen der Reise. Eine wirklich sehr bedrohlicher und gleichzeitig überwältigender Moment. Am Ortseingang standen bereits Feuerwehr und Sheriff bereit, um nach dem Durchzug des Gewitters auf das Schlimmste gefasst zu sein. Hinter uns die laute Sirene. Vor uns der Gewitteraufzug mit Großhagel und möglicherweise rain-wrapped Tornado.




    Nach wenigen Minuten mussten wir weiter. Die Zuggeschwindigkeit war mittlerweile so hoch, dass wir trotz 40 Minuten Fahrzeit nach Pampa kaum Abstand herausfahren konnten. Erschwerend kam hinzu, dass südöstlich von uns ein weiteres Gewitter ausgelöst hat, durch welches wir durchbrechen mussten. Obwohl die Hagelanalyse bereits von 1,5“ Hagel ausging, war das die einzige Option, denn hinter uns wartete deutlich größerer Hagel. Der Hagelkern ging zum Glück vor uns über die Straße, sodass wir nur Hagel mit 2-3cm abbekommen haben. Geschafft, kurz vor Pampa waren wir wieder vor dem Gewitterkomplex.


    Direkt am Ortseingang von Pampa wurde unser Chasing aber unliebsam beendet. Der Scheibenwischer vorne hat auf einmal seine Arbeit eingestellt. Wir haben direkt bei nächster Gelegenheit rechts gehalten. Vollkommen fokussiert sind wir alle vier direkt auf Fehlersuche gegangen. Motor aus und an - kein Erfolg. Nächster Verdacht, die Sicherung ist geflogen. Also im Handbuch gewühlt um herauszufinden, welche Sicherung für den Scheibenwischer ist. Gar nicht so einfach auf Englisch mit dem Wissen, dass hinter uns ein Schwergewitter auf uns zukommt.


    Mittlerweile hat es begonnen zu hageln, weshalb wir uns noch bis zur windgeschützen Seite einer Halle im Starkregen vorgetastet haben. Indessen bin ich über die Rücksitzbank und das Gepäck in den Kofferraum geklettert. Wir haben die Sicherung vom Scheibenwischer mit der von der Klimaanlage getauscht, da keine Ersatzsicherung vorhanden war. Währenddessen war die Neuentwicklung, welche wir vorhin noch gepunscht haben, über uns. Der Haupthagel ging ein kleines Stück südlich von uns durch. Wir bekamen ca. 3cm Hagel ab, einzelne Hagelkörner waren aber auch noch ein gutes Stück größer. Nachdem die Sicherung getauscht war, kam die Ernüchterung: Der Scheibenwischer ging immer noch nicht.


    Also haben wir ein Motel gebucht und sind noch Burger Essen gegangen - die besten Burger die wir auf der Reise hatten. Für diese Burger und den mehr als zufriedenstellend Service gab es heute überdurchschnittliches Trinkgeld.



    Vor dem Motel hat Marco schließlich noch eine Dame mit einem komplett zerhagelten Auto getroffen. Am Vortag ging über Pampa ebenfalls ein Gewitter, welches in ganze Straßenzügen sämtliche Autoscheiben zersplittern hat lassen und entsprechende Beulen im Lack hinterließ.



    Unser Gewitter, welches wir nicht weiter chasen konnten, hatte nach Pampa einen Zuggeschwindigkeit von 100 km/h und Großhagel bis 5,5“ (14cm) hervorgebracht. Wahrscheinlich war es Schicksal, dass wir nicht weiterchasen konnten. Wer weiß, was sonst hätte passieren können.


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    Für Team 1 war das hiermit das letzte Chasing der Reise, ein würdiger Abschluss.



    Viele Grüße von uns!

    Thomas und Team.

    Hallo und Willkommen zum diesjährigen Blog unserer USA Reise.


    Es melden sich aus dem ersten Auto Markus, Marco, Andre L. und Thomas und aus dem zweiten Auto Janek, Karsten, Felix, Andre S. und Daniel.


    Am 24.05. sind wir mit insgesamt drei verschiedenen Fliegern von München bzw. Frankfurt nach Denver geflogen, wo wir uns das erste mal alle zusammen getroffen haben.

    Die Anreise war sehr entspannt und es gab bereits einige erste Highlights aus dem Flugzeug.



    Die Norddeutschen und dänischen Inseln von oben:





    Grönland war einfach nur atemberaubend schön anzusehen:



    Und ebenso die Gegend vor Kanada:




    Von North Dakota bis runter nach Colorado gab es dann immer wieder schöne Quellungen, sodass wir im Landeanflug einen Umweg über die Rocky Mountains flogen mussten. Das war eine schöne Zugabe.



    Am 25.05. war die Nacht bereits um 4 Uhr morgens Jetlag bedingt vorbei, sodass wir vier aus der ersten Gruppe in Ruhe alles vorbereiten konnten. Nach einem amerikanischen Frühstück wurde zunächst das Auto eingerichtet und die wichtigsten Einkäufe getätigt sowie der Verizon Router reaktiviert.

    Das Zielgebiet für diesen Tag war das nördliche New Mexico, sodass wir erst einmal ca. 200 Meilen nach Süden mussten. Aus den Bergen sind bereits die ersten elevated Gewitter entstanden, welche aber nicht das Ziel für heute waren. Erst am Abend sollte der Low-Level Jet einsetzen und für die nötige Scherung sorgen, um Superzellen entstehen zu lassen. In Grenville war dann erst einmal einige Stunden lang warten angesagt - eine Geduldsspiel, das uns noch oft bevorstehen wird.


    Am späten Nachmittag löste schließlich die erste Superzelle des Tages südlich von Springer aus, welche auch unser Target wurde. Zwischenzeitlich explodierten weiter südlich in Tucamcari weitere Superzellen. Die Rückseite dieser Zellen war einfach nur atemberaubend, doch diese waren außer Reichweite für uns.



    Zwischen Roy und Mosquero erreichten wir unserer Superzelle und trafen auf das zweite TSC-Team, welches schon länger an der Zelle war. Gerade zu unserem Eintreffen erreichte die Superzelle ihre schönste Phase.



    Zum Sonnenuntergang gab es eine herrliche Lichtstimmung, welche einfach nur atemberaubend war.



    Die weitere Fahrt zur mittlerweile gebuchten Unterkunft in Tucamcari stellte uns vor eine große Herausforderung, da die Gewitter immer mehr verclusterten und jeder neue Aufwind sofort zu rotieren begann und für ordentlich Hagel sorgt. Und wir mussten durch diesen Cluster durch, ohne vom Hagel getroffen zu werden. Direkt vor Tucamcari hieß es dann noch einmal längere Zeit zu warten, da dort eine Superzelle mit Tennisball großem Hagel entlangzog. Als wir schließlich angekommen waren, gab es auf einigen Straßen noch Flashflooding.

    Zufrieden und erschöpft vom erfolgreichen Chasing ging es schließlich spät Abends ins Bett.



    Für heute, den 26.05., steht eine Schwergewitterlage mit erhöhtem Tornadopotentiel und Gefahr vor großem Hagel im Süden New Mexikos an. Wir befinden uns aktuell auf dem Weg nach Süden Richtung Roswell und melden uns beim nächsten Update wieder.


    Viele Grüße aus den USA,

    Thomas und der Rest des Teams

    Ich habe jetzt auch noch ein Video aus meinen Aufnahmen zusammengeschnitten. Neben den Zeitrafferaufnahmen, welche auch Anton schon gezeigt hat, habe ich auch noch viele Slow Motion Aufnahmen ins Video geschnitten. Viel Spaß beim Anschauen.


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    Hallo zusammen,


    für den 05.05.2023 hat sich eine im Vorfeld sehr unsichere Gewitterlage in Süddeutschland angedeutet. Am Morgen des 05.05. wurde die Ausgangslage über Deutschland schließlich sehr gut vom ID2 erfasst, sodass auch davon auszugehen war, dass die berechnete Gewitterlage zum Nachmittag/Abend hin wahrscheinlich eintreten würde.


    Radarbild: https://kachelmannwetter.com/d…hland/20230505-0600z.html

    Simulierte Reflektivität: https://kachelmannwetter.com/d…basis/20230505-0600z.html


    Auch mittags passt das Bild immer noch sehr gut:


    Radarbild: https://kachelmannwetter.com/d…hland/20230505-1100z.html

    Simulierte Reflektivität: https://kachelmannwetter.com/d…basis/20230505-1100z.html


    Entscheidend bei dieser Lage war das abziehende Regengebiet über Nordbayern, welches durch seinen Outflow bodennah eine NO-Komponente im Wind erzeugte und die Taupunkte erhöhte. Auch sorgte es für einen schwachen Deckel über Südbayern, unter dem die Feuchte vor Durchmischung geschützt blieb. Die eigentliche Gewitterlage sollte zuerst durch eine vorlaufende Superzelle, welche in der Schwäbischen Alb entsteht, und eine nachfolgende Linie geprägt sein. Bodennaher NO-Wind drehte in der Höhe auf SW und nahm an Geschwindigkeit zu, was die für Superzellen nötige Scherung und SRH erzeugte.


    An diesem Tag bin ich um 13:30 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen und habe gleich mal die Modelle überprüft. Schnell wurde für mich klar, dass in Südbayern heute großes Potential vorhanden ist. Mein erster Gedanke war, dass Anton die Lage bestimmt auch mitbekommen hat, weshalb ich ihm kurzerhand geschrieben habe. Einige Minuten später war ich dann bereits im Auto und habe mich auf den Weg nach Ulm gemacht. Als hätte ich es geahnt hat sich schließlich Anton gemeldet, der genau die gleiche Idee hatte, sodass wir uns um 15:30 Uhr am Pendlerparkplatz in Trockau getroffen und das Chasing zusammen fortgesetzt haben.


    Ab 14 Uhr waren bereits erste Versuche der Gewitterbildung über der Schwäbischen Alb auf dem Radar zu erkennen, doch wirklich zünden wollte es noch nicht. Da wir aber nicht vor 18 Uhr in Ulm eintreffen würden, kam uns das zu gute. Um ziemlich genau 16:00 Uhr, als wir gerade Nürnberg passierten, entstand südlich von Reutlingen die Quellung, die später unsere Superzelle werden sollte. Die Zuggeschwindigkeit über der Schwäbischen Alb betrug gerade einmal 30km/h, sodass wir es genau pünktlich nach Ulm schaffen würden.


    https://kachelmannwetter.com/d…mberg/20230505-1415z.html


    Die große Frage für uns war schließlich, wird die gewittrige Linien, welche um 17 Uhr bereits den Westen Baden-Württembergs passierte, die Superzelle einholen, oder kann sie sich behaupten?


    https://kachelmannwetter.com/d…mberg/20230505-1500z.html


    Besonders auffällig war, dass keinerlei Quellungen in der labilen Luftmasse über Südbayern waren. Wir sind schließlich um kurz nach 18 Uhr an unserem ersten Standort nahe Burtenbach (nördlich von Thannhausen) angekommen, als die Superzelle von der Schwäbischen Alb heraus Ulm passierte – Perfektes Timing. Die Superzelle wirkte tendenziell noch eher unorganisiert und musste sich wohl über dem flachen Donautal erst neu organisieren. Es war zwar eine Basis zu erkennen, aber keine ansonsten typische Struktur für Superzellen. Die Donner und der kräftige Inflow sprachen aber eine deutliche Sprache, das Gewitter hat richtig Lust!


    https://kachelmannwetter.com/d…zburg/20230505-1605z.html


    18:10 Uhr


    Äußerst angenehm war die wirklich langsame Zuggeschwindigkeit. Nach 15 Minuten ist uns die Superzelle nur etwas nähergekommen und hat sich mittlerweile zu einem optisch sehr ansprechenden Gewitter formiert. Besonders schön war die Scherung, von der Basis bis hin zum Aufwind erkennbar – Streamvise Vorticity on it´s best. Die Tatsache, dass die Superzelle so schön freistehend war, ohne störende vorlaufende Konvektion, war wirklich besonders.


    Das Hookecho auf dem Radar war immer wieder sehr schön ausgeprägt:

    https://kachelmannwetter.com/d…zburg/20230505-1625z.html


    Panorama um 18:26 Uhr


    Nördlich von unserem Standort waren währenddessen Mammatuswolken zu sehen. Ab und zu hat es etwas angefangen zu tröpfeln, wir standen genau an der Kante zum Niederschlagsbereich.


    18:30 Uhr


    Innerhalb weniger Minuten bildete sich über unserem Kopf ein breites Inflowband aus, welches förmlich in das Gewitter gesaugt wurde und dabei wunderschön die Rotation des ganzen Aufwindes widerspiegelte.


    18:34 Uhr


    Nach einer halben Stunde am ersten Standort haben wir schließlich die Kamera für Chasing-Verhältnisse ruhig zusammengebaut.


    18:39 Uhr


    Schließlich sind wir zur B300 gefahren, welche dankenswerte Weise genau in Zugbahn der Superzelle lag. Nach 20 Minuten Fahrzeit und 25km Strecke konnten wir uns ein zweites Mal vor das Gewitter setzen. Wir standen nun westlich von Gessertshausen. Vereinzelt waren erste schöne Blitze zu sehen und ein andauerndes Donnergrummeln zu hören.


    19:05 Uhr


    Sehr schön war der sich bildende RFD-Clear-Slot zu sehen.


    19:09 Uhr


    Nördlich unseres Standortes waren wieder dieselben Mammtuswolken wie am ersten Standort zu sehen.


    19:11 Uhr


    Die Unterseite der Basis war sehr ansehnlich und wirkte turbulent. Vereinzelt gab es immer wieder Blitze zu sehen.


    19:13 Uhr


    Antons wachsames Auge bemerkte schließlich, dass sich genau über unserem Kopf vor der Superzelle ein Layer bildet, welche wir unbedingt aus der Ferne beobachten wollten. Zu Beachten ist auch die Sicht Richtung Westen. Es ist keine einzige Quellung zu sehen, sodass auch aus der Ferne eine perfekte Sicht auf die freistehende Superzelle möglich war.


    19:14 Uhr


    Ein letztes Bild vor der Weiterfahrt war das erste kleine Highlight. Die Struktur, als es Fraktus vom Niederschlagsbereich in den Aufwind hob, war wirklich genial. Der Niederschlag war bereits ziemlich nah und es setzte zwischenzeitlich leichter Regen aus dem Eisschirm ein, welcher sich aber noch einmal abschwächte. Dank des immer noch starken Inflows gelangte kein einziger Tropfen auf die Linse der Kamera.


    https://kachelmannwetter.com/d…sburg/20230505-1715z.html


    19:15 Uhr


    Wir mussten nun durch das Stadtgebiet von Augsburg, was etwas Zeit in Anspruch nahm. Die Frage dabei war nun, ob man sich als nächstes an der B2 südöstlich von Augsburg positioniert oder den weiteren Weg über die A8 bis nach Odelzhausen nimmt. Der Drang noch einmal stehenzubleiben war groß, vor allem nach dem was wir aus dem Autofenster während der Verlagerung zu sehen bekamen. Die Superzelle konnte nach wie vor die komplette unverbrauchte und weiterhin gedeckelte Luftmasse allein für sich beanspruchen, weshalb es unwahrscheinlich war, dass das Gewitter kaputt gehen würde. Deshalb waren wir uns sicher, dass wir auch in Odelzhausen weiterhin gute Struktur und eine starke Superzelle zu Gesicht bekommen würden. Justin konnte die Superzelle in diesem Stadion abbilden. Die Wallcloud samt Tailcloud war auch aus dem Auto im Stadtgebiet Augsburg zu sehen:


    19:30 Uhr


    Endlich auf der Autobahn angelangt, konnten wir wieder einen freien Blick auf die Superzelle werfen. Wir waren zu dem Zeitpunkt ein gutes Stück nördlich nahe des Niederschlagbereiches. Wir mussten noch einige Kilometer der Autobahn Richtung Südosten folgen, um wieder aus der Zugrichtung des Niederschlages zu kommen.


    19:39 Uhr


    Weitere 5 Minuten später war sehr schön die Rotation der gesamten Basis bis hoch in den Aufwind zu erkennen. Ein wirklich unfassbar spektakulärer Anblick, der wohl selbst in den USA nicht so leicht zu toppen ist.


    19:44 Uhr


    Nach weiteren 9 Minuten Fahrt kamen wir schließlich am nächsten Beobachtungspunkt an. Bei all dem Glück, das wir sowieso schon hatten, haben wir auch noch ein Rapsfeld für den Vordergrund gefunden.


    Die Radarsignatur war sehr ernüchternd, der Tatsächliche Anblick das genaue Gegenteil:

    https://kachelmannwetter.com/d…sburg/20230505-1755z.html


    19:53 Uhr


    Was war an diesem Standort erlebten, dürften wohl Eindrücke fürs Leben sein. Einerseits eine beeindruckende Superzelle mit immer noch starken Inflow und dem Rapsfeld im Vordergrund. Anderseits ein geniales Blitzfeuerwerk. Die Auswahl der Bilder ist wirklich nicht leicht.


    Zunächst waren die Blitze aber noch etwas zurückhaltender.


    19:59 Uhr


    20:06 Uhr


    Das Licht wurde immer fahler, der Sonnenuntergang fand an diesem Tag um 20:33 Uhr statt. Die Blitze haben deshalb zunehmend die Wolken aufleuchten lassen.


    20:12 Uhr


    Aus den überwiegend Wolke-Wolke-Blitzen wurden schließlich immer mehr Wolke-Erde-Blitze. Außerdem setzte nun wieder leichter Regen ein, da wir wieder genau an der Grenze zum FFD standen. Dank des Inflows blieben die Linsen aber wieder frei von Regentropfen.


    20:13 Uhr


    20:15 Uhr


    20:17 Uhr


    Schließlich mussten wir uns ins Auto zurückziehen, da die Blitze zum Teil auch fernab des Aufwindes einschlugen und die Blitzschlaggefahr deutlich erhöht war. Die Kameras liefen aber natürlich weiter.


    20:23 Uhr (Bild: Anton Kötsche)


    Kurz vor dem örtlichen Sonnenuntergang kam der Regen dann auch wieder näher und wir mussten uns entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Einerseits hätten wir die Linie, welche mittlerweile unmittelbar hinter unserer Superzelle war, etwas südlich abfangen können. Andererseits wollten wir auch an unserer Superzelle dranbleiben, weil sie einfach viel zu beeindruckend war. Wir haben uns deshalb entschlossen, ins Stadtgebiet von München zu fahren. Das Problem dabei war, dass wir noch durch eine Baustelle mussten, welche uns wertvolle Zeit gekostet hat.


    https://kachelmannwetter.com/d…sburg/20230505-1825z.html


    Wir sind schließlich einige Minuten vor Eintreffen des Bow Echos in München angekommen. Es war mittlerweile komplett finster und die Blitzfrequenz war zum Teil irre. Vielmals waren mehrere Blitze pro Sekunde zu sehen, in der Hauptphase sicherlich kontinuierlich 2-3 Blitze/Sekunde. An Fotos war an dieser Stelle aber nicht mehr zu denken, dafür konnten wir noch ein paar Videos machen. Obwohl wir direkt vom Bow Echo überrollt wurden, war an unserem Standort kaum nennenswerte Wind. Kurzzeitig gab es noch kleinkörnigen Hagel, welcher allerdings auffällig weich war. Auch der Niederschlag war eher mäßig. Alles in allem haben wir wahrscheinlich genau den schwächsten Teil der Linie erwischt.


    Wer nun gerne ein Video der Blitzfrequenz sehen würde, dem möchte ich Antons komplettes Chasing Video ans Herz legen. Dort könnt ihr die Bilder von oben noch einmal in bewegten Aufnahmen mit allen Emotionen miterleben. Zum Schluss ist dann auch noch das Bow Echo samt Blitzen zu sehen:


    Langlebige SUPERZELLE und SCHWERE UNWETTER in Süddeutschland 05.05.2023 - YouTube


    Zusammengefasst war es eines meiner erfolgreichsten und beeindruckendsten Chasings meines Lebens. Besonders beeindruckend war für mich die Struktur am dritten Standort zusammen mit den Blitzen.


    An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Anton bedanken, der durch seine gute Fahrweise, der richtigen Standortwahl und der Erfahrung zur weiteren Entwicklung des Gewitters maßgeblich zum Erfolg beigetragen hat.


    Viele Grüße

    Anton und Thomas

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch auch noch meine Bilder und Videos von den Polarlichtern am 23.04.2023 zeigen. Ich konnte sie bereits in der Dämmerung sehen. Es waren die mit Abstand schönsten Polarlichter in Deutschland, die ich bis jetzt beobachten durfte. Mehr Infos findet ihr im Polarlicht Forum: Polarlicht 2023-04-23/24 - Seite 5 - AKM e.V. Forum (meteoros.de)






    Nachfolgend noch mein Zeitraffer:


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    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Norbert,


    das Blitzbild hatte eine Belichtungszeit von 6s, die Bilder der Front habe ich mit 3s Belichtungszeit (ISO1600, f1.4) gemacht.

    Ich habe eigentlich gehofft, dass die 3s reichen, um die Details einzufangen. Für ein weiteres Panorama war leider keine Zeit mehr.


    Hier ist noch das versprochene Zeitraffervideo. Ist nichts besonderes, vorenthalten möchte ich es euch trotzdem nicht:

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    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo zusammen,


    ich möchte heute ein paar Bilder von meinem ersten kleinen Chasing dieses Jahr zeigen. Nachdem ich am Morgen auf die möglichen anstehenden Gewitter aufmerksam wurde, habe ich tagsüber das Radar im Auge behalten und mich Abends erst spontan dazu entschieden, die Linie im Norden Bayerns abzufangen.

    Mir ist dabei beim Überprüfen der Temperaturen aufgefallen, dass östlich von Bayreuth/Hof deutlich niedrigere Temperaturen waren als westlich davon (15-17°C vs. 10-12°C). Ich hatte deshalb schon die große Befürchtung, dass die Linie nicht bis zu mir durchhalten würde. Auch aufgrund der Tatsache, dass es bei mir bereits dunkel sein wird, bis die Linie ankommt, wollte ich eigentlich ein Stück weiter Richtung Westen. Zeitlich war das aber leider keine Option:


    Temperaturen: https://kachelmannwetter.com/d…ratur/20230313-1500z.html

    Radarbild: https://kachelmannwetter.com/d…ayern/20230313-1800z.html

    Reflektivität SuperHD: https://kachelmannwetter.com/d…t-max/20230313-1800z.html


    Ich bin also zunächst nach Röslau gefahren, wo ich einen neuen Chasing Punkt im Fichtelgebirge erkundet habe. Die Sicht ist dort fast immer miserabel, der Punkte hat aber eine recht gute Rundumsicht => POI lege ich in den nächsten Tagen an.



    Dort angekommen habe ich aber festgestellt, dass ich wohl noch etwas weiter nördlich stehen sollte, weshalb ich weiter bis zum Chasing Punkt Regnitzlosau bin. Dort habe ich bereits erstes geblitze in der Ferne beobachten können. Über mir war dabei der dämmrig blaue Himmel zu sehen. Sehr schön fand ich dabei, dass die Wolkenoberseite bei jedem Blitz immer mit aufgeleuchtet hat. Bodenblitze waren dafür kaum zu sehen:


    (Handybild)



    Mit fortschreitender Dämmerung kam das Gewitter immer näher:




    Etwa 15km vor meinem Standort wurde dann wie auf Knopfdruck das Licht ausgedreht und es gab keine Blitze mehr. Der Grund dafür war sicherlich die fehlende Energie durch die niedrigeren Temperaturen. Es war dadurch weder Struktur mit bloßem Auge sichtbar, noch war sie gut zu fotografieren.

    Blitzkarte Hof: https://kachelmannwetter.com/d…e/hof/20230313-1830z.html


    Durch die Lichtverschmutzung von Hof war dann aber doch etwas Struktur zu erahnen und ich habe ein Panorama auf Verdacht erstellt. Am Computer war dann tatsächlich eine Böenfront zu erkennen:



    Ein einsamer Blitz hat sich schließlich doch noch verirrt, der zumindest ein Foto noch einmal etwas aufleuchten lies. Der Blick ist nach Norden, man erkennt etwas verwaschene Struktur. Bei Tageslicht wäre das sicherlich recht ansehnlich gewesen. Durch die Dunkelheit war davon mit bloßem Auge kaum was zu sehen. Mittlerweile hat der Wind ordentlich aufgefrischt und ich habe angefangen, alles ins Auto zu räumen:



    Kurz vor der Ankunft der Böen und des Starkregens mit kleinem Hagel bis 1cm habe ich noch ein Panorama mit 3s Belichtungszeit gemacht. Die Wolken sind sichtlich verwaschen, die Böenfront ist dennoch noch recht gut erkennbar. Ich hätte den Aufzug liebend gerne 1h früher zum Sonnenuntergang miterlebt, das hätte sicherlich einiges hergemacht:



    Etwa 2 Minute nach dem Bild hat mich schließlich der Starkregen mit recht starken Böen erreicht. Ich habe den starken Regen noch kurz abgewartet, bevor ich schließlich den Heimweg angetreten habe.


    Zuhause angekommen, ging es bereits um 21 Uhr ins Bett, war ich doch schon seit über 18h auf den Beinen. Schließlich zog überraschend noch ein zweites Gewitter über meinen Standort, welches noch etwas Blitz und Donner brachte.


    Für mich war das auf jeden Fall ein klasse Auftakt, bei dem grundsätzlich alles gepasst hat. Das Gewittertiming war zwar etwas ungünstig, da es bereits dunkel war und die Blitzaktivität war erwartungsgemäß an der Temperaturgrenze zu Ende, doch bestätigte das nur meine Vorhersage. Für Mitte März war das auf jeden Fall mehr als ansehnlich und hat die Vorfreude auf die anstehende Saison nur noch weiter steigen lassen.


    Ein Zeitraffervideo werde ich in den kommenden Tagen noch nachreichen, sobald ich es fertig habe.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo zusammen,


    ich habe heute auch ein Gewitter zu Gesicht bekommen. Ich habe die Gelegenheit genutzt auch gleich einen neuen Chasingpunkt zu erkundschaften. Sollte mal wer nach Bayern kommen, der Punkte bei Luhe an der A93 ist sehr zu empfehlen.


    Ansonsten habe ich keine spannenden Bilder. Bloß bisschen Blütenstaub-Sturm und einen getriggerten Blitz. Direkt über meinem Kopf hat leider ein Gewitter mit einigen Blitzen ausgelöst, sodass ich das meiste aus dem Auto beobachtet habe und nur wenige Fotos gemacht habe.


    Übersichtsbild vom Chasingpunkt:


    Blütenstaub-Sturm:n


    Niederschlagsbereich:


    Grüße aus der Oberpfalz

    Thomas

    Hallo Peter,


    Glückwunsch zur Sichtung.

    Richtigerweise nennt man ein Halophänomen erst als solches, wenn mindestens 5 Haloarten gleichzeitig sichtbar sind. Die vier von dor aufgeführten Haloarten hast du aber richtig identifiziert, sehr schön beobachtet! Fotografisch ist auch noch der Supralateralbogen zu sehen, sodass es per Definition trotzdem ein fotografischen Halophänomen ist.


    Supralateralbogen (EE21)


    Viele Grüße

    Thomas

    Wir haben uns auch erst Samstag früh entschieden, ob wir wirklich fahren. So viele Kilometer will man natürlich wenn möglich nicht umsonst fahren :D

    Ich staune.......Das waren aber echt viele Kilometer und Zeit und Sprit die ihr da investiert habt für unsere Leidenschaft.....


    Nichtsdestotrotz kann ich an dieser Stelle sagen, dass die Fahrt an sich schon unheimlich Spaß gemacht hat und ein Erlebnis für sich war. Dass es dann auch tatsächlich geklappt hat, war dann noch das i-Tüpfelchen oben drauf.

    Hallo zusammen,


    ich melde mich heute mit einem Bericht vom Stormchasing am 07.08.2021 zusammen mit Markus.


    Kurz zur Ausgangslage:


    Wir befanden uns auf der Vorderseite des Jetstreams, welcher in der Höhe aus Südwest wehte. Bodennah sollte der Wind aus Ost bis Nordost kommen, was einerseits für gute Richtungsscherung als auch für gute Geschwindigkeitsscherung sorgte (Sounding aus München: Temperatur 2m, Messwerte Deutschland vom 07.08.2021, 14:00 Uhr | Messstationen Luftqualität). Zudem sollte ein Leetief am Alpenrand entstehen. Die genaue Position des Leetiefs sollte entscheidend dafür sein, wo genau es zur Auslöse kommt.

    Das Cape sollte laut den Modellen direkt an den Alpen bis zu 1000 J/kg betragen, jedoch Richtung Norden rasch abnehmen.

    Während am frühen Morgen noch Bewölkung an den Alpen vorhanden war, hat der Föhn schnell für Auflockerung gesorgt, sodass im ganzen Alpenvorland abgesehene von etwas Cirrus, uneingeschränkt Einstrahlung vorhanden war.


    Die Modelle hatten zwei verschiedene Varianten im Gepäck, welche über die verschiedenen Läufe relativ konstant berechnet wurden. Während das SuperHD die Auslöse bereits weiterer im Westen im nördlichen Allgäu gegen 17 Uhr berechnet hat, wollte das ID2 zwar bereits im Allgäu erste Signale sehen, allerdings erst viel weiter östlich durchzünden. Zudem sah das SuperHD gegenüber dem ID2 nicht nur eine Zelle direkt an den Alpen, sondern auch eine nördlichere Zellen. Stand: 12z vom Vortag.


    SuperHD: Modellkarten für Deutschland (Simulierte Reflektivität 1km ü.Grund) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage)

    ID2: Modellkarten für Deutschland (Simulierte Reflektivität 1km ü.Grund) | Rapid Update ICON-D2 (2 Tage)


    In der Lagebesprechung mit Markus haben wir die Variante vom ID2 bereits als wahrscheinlich angesehen, da direkt an den Alpen die meiste Energie vorhanden war und weiter im Norden der bodennahe Wind bereits die Tendenz hatte auf Nordwest zu drehen, was kalte Luft einfließen lässt. Da noch eine gewisse Unsicherheit vorhanden war, wollten wir uns die Lage am Vormittag des 07.08. noch einmal anschauen.



    Am nächsten Tag haben sich beiden Modelle ID2 und SuperHD etwas angenähert. Vom grundsätzlichen Ablauf waren die Vorhersagen allerdings immer noch quasi identisch zum Vortag.

    Markus ist schließlich um 11 Uhr losgefahren und zwei Stunden später ging es bei mir in Mitterteich los über die A93 in Richtung Süden. Im Nowcast hatten wir als entscheidende Kenngrößen das Windfeld im Auge. Als Route hatten wir eine Hand voll Optionen, wobei wir uns spontan für die eine oder andere entschieden, je nach Entwicklung der Verkehrs- und Gewitterlage.


    Die Optionen waren wie folgt:


    Quelle: Google Maps


    Bei westlicher Auslöse:

    Route nach Irschenberg über München: A93 => A9 => A99 => A8

    Allerdings Gefahr von Stau auf der A9, A99 und A8.


    Bei nördlicher Entwicklung (SuperHD):

    Route nach München und dann A92 oder A94 nach Osten.


    Bei östlicher Auslöse (ID2):

    Route nach Traunstein: A93 => B15n => B299


    Auf der Anfahrt nach Süden ins Zielgebiet war erwartungsgemäß Stauf auf der A99 und A8, weshalb wir uns schnell für die Variante über die B15n entschieden haben, wobei wir im weiteren Verlauf uns noch die Optionen für die westlichere B15 gegenüber der östlichen B299 offen gehalten haben.


    Um 15:30 Uhr zeigte sich erste Aktivität nördlich von Memmingen, was zunächst für eine etwas nördlichere Variante sprach. Allerdings wollte das Gewitter nicht so richtig in Fahrt kommen und zudem hat nördlich von München der Wind bereits auf Nordwest geschwenkt, sodass die nördliche Option eigentlich bereits gestorben ist. Das neueste ID2 Modell hatte genau diese Nordwestkomponente im Modell berechnet.

    Radar HD+, Regenradar vom 07.08.2021, 15:30 Uhr - Bayern | Wetter von kachelmann.

    Windrichtung, Messwerte Bayern vom 07.08.2021, 15:00 Uhr | Wetter von kachelmann.

    Modellkarten für Deutschland (Windrichtung und Windmittel) | Rapid Update ICON-D2 (2 Tage)


    Aus diesem Grund waren wir weiter optimistisch und haben uns für die östlichste der geplanten Routen direkt nach Traunstein über die B299 entschieden. Auf dem Weg hatten wir mit einer weiträumigen Straßensperre zu kämpfen, welche wir schließlich aber umfahren konnten - zum Glück sind wir früh genug losgefahren. In Traunstein angekommen haben wir erst einmal Brotzeit gemacht. Es war mittlerweile kurz vor 17 Uhr, es hat immer noch nicht gezündet, jedoch war ab dem Landkreis Miesbach/Rosenheim Ostwind, sodass wir weiter optimistisch waren und mit der Zündung jeden Augenblick gerechnet haben.

    Radar HD+, Regenradar vom 07.08.2021, 17:00 Uhr - Bayern | Wetter von kachelmann.

    Windrichtung, Messwerte Bayern vom 07.08.2021, 17:00 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Da die Traunsteiner Gegend sehr hügelig ist, sind wir schließlich weiter über die B304 Richtung Osten nach Freilassing gefahren. Mittlerweile hat es über Bad Tölz gezündet, sodass endgültig klar war, dass wir irgendetwas zu sehen bekommen würden. Die Standortsuche war jedoch weiter schwierig. In der Ferne haben wir jedoch einen schönen freistehenden Hügel mit Blick nach Westen gesehen. Dort war ein Dorf erkennbar und kein Wald - der perfekte Spottingpunkt - bloß wie kommt man dort hin? Es wurde schnell klar, der Ausblick war auf österreichischer Seite. Zum Glück hatten wir bereits vorab die Österreich-Option wegen der Einreisebeschränkungen überprüft, sodass wir uns entschieden, den Aussichtspunkt auf dem Hügel zu suchen.


    Auf der Suche sind wir schließlich auf Sicht gefahren, durch Wohngebiete, bis wir schließlich abermals vor einer gesperrten Straße standen - langsam kam etwas Zeitdruck auf. Nach weiteren befahren von Bauernstraßen haben wir es schließlich nach oben geschafft. Der Ausblick war bereits gut, allerdings nicht perfekt, da weitere Hügel im Süden und Norden die Sicht etwas eingrenzten. Doch Markus gutes Auge hat gesehen, dass der höchste Punkt des Hügels mit dem Auto erreichbar war. Dort oben angekommen - ein paar Kilometer nördlich von Salzburg nahe Voggenberg - hatten wir einen überwältigenden Blick nach Westen. Es war mittlerweile 18:15 Uhr, die Zelle hat sich mittlerweile gut organisiert:

    RadarHD-Stormtracking vom 07.08.2021, 18:15 Uhr - Rosenheim | Wetter von kachelmann.


    Nach so viel Text möchte ich schließlich endlich die ersten Fotos zeigen:




    Nicht nur der Blick in die Ferne war genial, sondern auch das Lichtspiel. Die Sonnenstrahlen waren wirklich beeindruckend, wenn gleich die Dynamik eine echte Herausforderung für die Bilder war. Bei genauem Blick ist in der Ferne bereits erste Struktur zu erkennen. In unserem Rücken spürten wir deutlich den vorliegenden Ostwind. Das Gewitter zeigte zu diesem Zeitpunkt auch zum Teil Rotation im Dopplerradar.

    Doppler-Sweeps vom 07.08.2021, 18:30 Uhr - Isen (Mitte) | Wetter von kachelmann.




    Nachfolgendes Bild zeigt bereits die in der Ferne aufziehende Shelfcloud und schöne Schattenwürfe über dem Gewitter.



    Mittlerweile ist es 18:40 Uhr. Das Gewitter zieht mit Ost-Nord-Ost Kurs in Richtung Burghausen weit nördlich an uns vorbei.

    Radar HD+, Regenradar vom 07.08.2021, 18:40 Uhr - Traunstein | Wetter von kachelmann.




    Es sind nun 10 Minuten vergangen, es ist kurz vor 18:50 Uhr. Das Gewitter, das eigentlich weit nördlich von uns vorbeigezogen wäre, hat nun südlich angebaut. Diese neuen Entwicklungen sollten nun einige Kilometer nördlich von uns vorbeiziehen, wir standen aber immer noch so, dass uns der Regen nicht erwischen sollte. Die neuen Gewitter zeigten im Dopplerradar nun auch Rotation und sollten laut Hagelanalyse großen Hagel werfen:

    RadarHD-Stormtracking vom 07.08.2021, 18:50 Uhr - Traunstein | Wetter von kachelmann.

    Doppler-Sweeps vom 07.08.2021, 18:50 Uhr - Isen (Ost) | Wetter von kachelmann.

    Maximale Hagelgrößen vom 07.08.2021 - , Traunstein | Wetter von kachelmann.




    Schließlich wurde das südliche Ende der Shelfcloud sehr interessant, weil durch eine Wolkenlücke die Sonne wieder durchgebrochen ist.




    Das nördliche Ende zeigte einen intensiven Niederschlagsbereich.



    Um 18:55 Uhr war die Böenfront schließlich genau über uns. Die Konvergenz lag genau an unserem Standort:

    Windrichtung, Messwerte Bayern vom 07.08.2021, 19:00 Uhr | Wetter von kachelmann.



    Zunächst kam mässiger Wind auf, die Kamera auf dem Stativ stand noch stabil. Sicherheitshalber habe ich mich schon einmal in Richtung Stativ begeben. Der Wind wurde immer stärker, bis die Stative schließlich zu Kippen begannen. Selbst durch das Festhalten mit aller Mühe konnten ich das Stativ nicht mehr sicher auf allen drei Beinen halten. Dadurch, dass der Hagel und Regen ein gutes Stück nördlich von uns war und auch keine Gefahr von herumfliegenden Ästen oder ähnlichem bestand, konnten wir an dem Standort weiter bleiben. Lediglich die Blitzschlaggefahr war gegeben, wobei in diesem Fall die Blitze sich auf den Niederschlagskern begrenzt haben. Während des gesamten Beobachtungszeitraums haben wir nicht einen Blitz gesehen und keinen einzigen Donner gehört. Lediglich im Video konnte ich einen Blitz finden. Geschätzt erreichte der Wind bis zu Orkanstärke. Durch die exponierte Lage auf dem Hügel dürfte sich der Wind dort nochmal kanalisiert haben, sodass die Böen stärker als im Flachland gewesen sein dürften. Als der Wind schon wieder deutlich nachgelassen hat, konnte Markus immerhin noch 70 km/h messen.


    Während wir versucht haben, das Stativ vom Abheben zu bewahren und dabei selbst nicht wegzufliegen, konnte ich dennoch ein paar Fotos mit meiner zweiten Hand machen, denn die Lichtstimmung war zum Teil wieder genial. Anhand der Wiese kann man auch erahnen, wie sehr der Wind geweht hat. Überraschender Weise ist sogar das frei Hand 360° Panorama während des Sturmes gelungen:







    Nachfolgend ein Zeitraffer des Aufzuges sowie Live-Videos der Böen. Achtung: Der Ton ist zum Teil recht laut.


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    Zuletzt möchte ich euch noch die Route mit Start im Landkreis Tirschenreuth zeigen. Für mich waren es knapp 700km Fahrstrecke, für Markus knappe 1100km.


    Quelle: Google Maps



    Nach den Bildern und Videos oben ist in unserer Zugrichtung schließlich doch noch ein Schauer mit etwas Regen entstanden, sodass wir zuletzt noch ein paar stürmische Tropfen abbekommen haben, welche durchaus unangenehm waren.


    Radar HD+, Regenradar vom 07.08.2021, 19:05 Uhr - Traunstein | Wetter von kachelmann.


    Wir sind schließlich zum Auto zurück und haben uns Richtung Heimat aufgemacht. Und da die Route nach Hause genau durch das Gebiet mit den stärksten Hagelsignalen entlang der B20 geführt hat, haben wir uns noch auf Hagelsuche begeben. Obwohl wir das Gebiet nördlich von Laufen im Zick-Zack abgefahren sind, konnten wir kein einziges Hagelkorn - auch keine ganz kleinen - finden und auch keine Hagelschäden feststellen. Lediglich der Mais war auf der Westseite zum Teil merklich vom Wind umgedrückt.


    Maximale Hagelgrößen vom 07.08.2021 - , Traunstein | Wetter von kachelmann.


    Auf dem Weg nach Hause plagte uns schließlich erneut die Straßensperre auf der B299. Im Nachgang erfuhren wir, dass dort ein Gefahrengut LKW umgekippt war, weshalb die Bundesstraße weiträumig und über Stunden hinweg gesperrt war.



    Zuletzt möchte ich noch einmal auf das Chasing zurückblicken und ein Fazit ziehen.


    Generell hat bei diesem Chasing alles geklappt und rückblickend hätten wir nichts anders gemacht. Begonnen von der Analyse der Ausgangslage, die Entscheidungen bezüglich des Zielgebietes und auch die Standortsuche hätte nicht besser laufen können. Das Erlebnis, Wind mit >100km/h in einem Gewitter hautnah zu erleben, ist einfach unbeschreiblich.


    Was man festhalten kann für zukünftige Chasings:

    - Die B15n ist vierspurig ausgebaut, wobei es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, was sie gleichwertig mit einer Autobahn macht. Lediglich die letzten paar Kilometer ist die Ausbaustufe noch nicht fertiggestellt, sodass man noch kurz über Landstraßen fahren muss.

    - Die B299 ist für die Anfahrt ins südöstlichste Bayern aus dem Norden gut geeignet, vor allem wenn viel Verkehr oder Stau auf der Autobahn ist. Für ein schnelles vorankommen beim Chasen ist sie jedoch nicht geeignet.

    - Vor allem in der Ferienzeit ist auf der A8 und A99 ganztägig mit langen Staus zu rechnen, wobei sich diese zum Abend hin zunehmend auflösen. Gerade bei Unfällen kommt es jedoch schnell zu Staus mit >1 Stunde Zeitverlust. Das muss man beim Chasing unbedingt mit einplanen. Unter der Woche ist die Staugefahr dabei geringer als am Wochenende.

    - Im Großraum Traunstein bis zur österreichischen Grenze gibt es in Autobahnnähe kaum/keine guten Standorte mit Blick nach Westen. Zum einen ist viel bewaldetes Gebiet vorhanden, zum anderen hat man mit vielen Hügeln zu kämpfen.

    - Östlich von Salzburg kommt man in die Alpen rein, sodass erst wieder in Richtung Wels mit guter Sicht gerechnet werden kann (soweit das von unserem Standort aus zu beurteilen war).


    Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass ich in diesem Bereich gezielt das Wort Superzelle vermieden habe. In der Nachbetrachtung haben Markus und ich Zweifel, ob es sich dabei per Definition um eine gehandelt hat. Gerade in der Anfangsphase im Landkreis Miesbach/Rosenheim zeigte das Gewitter immer wieder Rotation im Doppler-Radar, im weiteren Verlauf ist jedoch nichts dergleichen mehr erkennbar. Lediglich die Neuentwicklungen südlich der ursprünglichen Zelle zeigten nochmals deutliche Rotation. Wir sind deshalb der Meinung, dass sie anfangs superzellulär war, sich im weiteren Verlauf zu einer Multizelle entwickelte und schlussendlich in Österreich zu einem Bow-Echo überging. Gerne hören wir uns auch andere Meinungen dazu an.


    An dieser Stelle auf jeden Fall mal Danke fürs Lesen des Berichtes und ein Danke an Markus, für die gute Zusammenarbeit, Navigation und Unterhaltung im Auto.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo zusammen,


    ich füge gleich noch ein paar weitere Bilder vom 30.07.2021 hinzu. Ich war an diesem Wochenende mal wieder in meiner alten Heimat und habe gar nicht wirklich mit Gewittern gerechnet. Am Abend habe ich dann auf dem Radar gesehen, dass eine Front aufzieht. Ich bin schließlich zur "Aussicht" in Irschenberg gefahren, welche nur ein paar Minuten mit dem Auto entfernt ist.


    Dort angekommen zeigte sich bereits eine schöne Shelfcloud in der Ferne. Ungewohnt war die gute Sicht, trotz der noch recht großen Entfernung.



    Gerade als sie näher kam, organisierte sich das Gewitter zunehmend.





    Nachdem die Linie so wahnsinnig gut strukturiert war, beschloss ich mit meiner Cousine, welche kurzfristig zu mir gestoßen ist - uns noch einmal davor zu setzen. Anfangs sah es gut aus, doch dann erinnerten wir uns, dass doch in Bayern Ferienanfang war und die Autobahn immer wieder dicht war, weshalb wir umfahren mussten. Es war schließlich unmöglich, nochmal davor zu kommen, wir fuhren kontinuierlich kurz vor der Böenfront, kamen aber nie davor. Schließlich haben wir abgebrochen und sind durch starken Regen wieder nach Hause gefahren.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo zusammen,


    ich möchte noch ein paar Fotos und ein Zeitraffer von ein paar Gewittern am 26.07.2021 in Oberfranken zeigen.

    Alle Bilder entstanden etwas südlich von Hof.





    Im Süden derweil eine Neuentwicklung, wobei die Basis von Bäumen verdeckt wurde. Ich bin schließlich Südwärts gefahren.



    Der Blick auf die Basis war einerseits beeindrucken, andererseits auch verwirrend. Denn so ganz kann ich mir das nicht erklären. Es sah beeindruckend aus, aber es gab zu dem Zeitpunkt kaum bis keine Blitzaktivität und links fehlt jegliche Quellung über der Basis.




    Das Zeitraffer gibt mir auch keinen wirklichen Aufschluss, was das denn nun für eine Wolkenstruktur war. Rein optisch erinnert es mich stark an eine Wallcloud, aber die ganzen Randbedingungen scheinen nicht wirklich zu passen. Nichtsdestotrotz war es sehr beeindrucken anzusehen.


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    Viele Grüße aus der Oberpfalz

    Thomas

    Hallo zusammen,


    am 13.07.2021 stand wieder eine Gewitterlage an, bei welcher am Nachmittag vom Vogtland aus Gewitter entstehen sollten. Da es für mich fast ein Heimspiel war, bin ich direkt nach der Arbeit um 15:30 Uhr von Tirschenreuth aus nach Norden aufgebrochen, um mögliche Gewitter abzufangen. Bereits bei meiner Abfahrt gab es erste Gewitter im Großraum Hof. Während der Anfahrt entstanden direkt auf meiner Höhe westlich ebenfalls erste Gewitter, welche ich aber im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen habe.


    Um 16:20 Uhr war ich schließlich östlich von Hof und konnte einen ersten Blick auf das zu diesem Zeitpunkt stärkste Gewitter werfen (Standort: AS Regnitzlosau). Es zeigte sich bereits eine sich entwickelnde Wallcloud. Es schien, als würde sich das Gewitter gerade beginnen zu organisieren. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch für fast 1 Stunde extremen Starkregen in Selbitz, was für massiven Überflutungen sorgte.

    Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 16:20 Uhr - Hof | Wetter von kachelmann.



    Nach diesem Foto, einem schnellen Blick aufs Radar und der weiteren Routenplanung ging es auch direkt weiter. Nach einer weiteren Autobahnausfahrt ging es schließlich wieder runter und über Landstraßen Nordwärts. Zunächst habe ich auf dem Weg keinen Standort mit Sicht gefunden, nach einigen Kilometern Fahrstrecke, wurde ich aber schließlich fündig. Das Gewitter schien sich gut zu organisieren. Die Wallcloud war mittlerweile gut ausgebildet und erste laminare Strukturen wurden sichtbar.

    Uhrzeit: 16:33 Uhr

    Standort: südlich von Gutenfürst



    Ich wollte aber noch weiter nördlich stehen und bin deshalb direkt wieder weitergefahren.

    Ein paar Kilometer weiter in Grobau schließlich erneut ein kurzer Halt, da sich die Zelle prächtig entwickelte. Die Sicht nach Südwesten war aber sehr eingeschränkt, weshalb es erneut schnell weiter ging. Uhrzeit: 16:41 Uhr



    Erneut in Misslareuth habe ich um 16:46 Uhr schließlich den optimalen Standort gefunden. Die Wallcloud war wirklich schön anzusehen und die Tailcloud zum Teil schön ausgeprägt.

    Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 16:45 Uhr - Hof | Wetter von kachelmann.




    Der Fraktus schien bis zum Boden zu hängen, was aber wohl an der Perspektive lag.




    Schließlich war das Gewitter genau westlich von mir, sodass ich mich wieder davorsetzen wollte. Es ging also weiter der Straße folgend nach Nordnordosten. Nach knapp 5 Minuten Fahrzeit, es war nun 17:07 Uhr, zeigte sich im Augenwinkel kurz vor Stelzen eine wahnsinnig schön ausgeprägte Wallcloud. Für ein Foto musste ich unbedingt stehenbleiben, wenngleich ich mich dazu entschied, gleich noch weiterzufahren, um an einem guten Standort weiter nördlich noch einmal länger beobachten zu können.




    Die nächsten 5 Kilometer war jedoch viel Wald und vor allem wenig gute Sicht. Kurz vor einem erneuten Waldstück ergab sich dann eine Lücke, durch welche ich das Gewitter weiter beobachten konnte. Die Ausprägung war nicht mehr ganz so schön, allerdings immer noch beeindruckend.

    Uhrzeit: 17:17 Uhr

    Standort: nördlich Schönberg

    Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 17:20 Uhr - Vogtlandkreis | Wetter von kachelmann.




    Leider setzte nun das erste mal vorlaufender Regen ein, welcher sich laut Radar immer weiter ausbreitete. Deshalb habe ich mich entschlossen, etwas weiter ostwärts zu fahren, aus dem Regen heraus und dann weiter nach Norden. Das hat vorerst auch geklappt, doch lange hielt die Regenpause nicht an. Zudem war hier mittlerweile deutlicher Outflow spürbar. Der Anblick war immer noch sehr schön, allerdings schien die Zelle merklich an Organisation zu verlieren. Der Regen drückte nun auch immer schneller raus nach Osten.

    Uhrzeit: 17:40 Uhr

    Standort: Steinsdorf




    Als es schließlich auch an diesem Standort hat angefangen zu regnen, entschloss ich mich die Zelle ziehen zu lassen und eine der Neuentwicklung südlich davon abzupassen (Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 17:50 Uhr - Vogtlandkreis | Wetter von kachelmann.). Hierfür bin ich nach Osten zur A72 gefahren. Meine Hoffnung war, dass weiter östlich auch noch weitere Gewitter anbauen. Die vorhandenen Gewitter sind aber weiterhin nordwärts gezogen und wollten nicht so recht rauskommen. Mein nächster Standort war schließlich nahe der Autobahnausfahrt Reichenbach. Ankunft war um 18:15 Uhr, die nächsten 15 Minuten gab es erstmal nichts als eine graue strukturlose Wolkenwand zu sehen. Um 18:30 Uhr entwickelte sich aber schließlich neue Struktur direkt vor mir.



    Genau zu diesem Zeitpunkt kam ein mir bekanntest Auto den Feldweg durch die teils riesigen Pfützen geschliddert, Markus und Marco haben sich zu mir gesellt. Wir standen an diesem Standort noch bis 18:50 Uhr. In diesem Zeitraum zeigte sich nun zum Teil sehr ausgeprägte Rotation.



    Die Rotation war wunderbar mit bloßem Auge zu beobachten. Im Zeitraffer (siehe unten) könnte man sogar meinen, dass das Gewitter versucht hat zu rüsseln. Nachfolgend drei Bilder, die die Rotation schön zeigen. Das letzte Foto entstand um 18:45 Uhr. Das Dopplerradar sprang auch immer wieder an: Doppler-Sweeps vom 13.07.2021, 18:45 Uhr - Dresden (Südwest) | Wetter von kachelmann.





    Schließlich habe ich mich noch an Markus und Marco rangehängt, die weitere Fahrt ging wieder nach Nordosten zu der Zelle bei Gera. Das Gewitter war für längere Zeit fast ortsfest, da es immer wieder südlich angebaut hat. Als wir uns in der Anfahrt befunden haben, zog es dann aber recht rasch nach Norden ab und es lösten weitere Schauer östlich davon aus (Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 19:25 Uhr - Sachsen | Wetter von kachelmann.). Dadurch konnten wir das Gewitter nicht mehr erreichen und befanden uns auf einmal wieder im Regen. In Gaithain haben wir es schließlich aus dem Regen rausgeschafft. Es war mittlerweile 20:15 Uhr. Struktur gab es leider keine mehr, dafür einige schöne Erdblitze. Leider hatte keine von uns dreien wirklich Erfolg, für einen Mitleidsblitz hat es dann aber doch noch bei allen von uns gereicht.

    In meinem Fall haben sich sogar insgesamt drei Blitze aufs Bild geschmuggelt.



    Nach einer gefühlten Minuten hat es aber auch an diesem Standort mäßig angefangen zu regnen. Nach 20 Minuten nahm der Regen immer weiter zu, sodass wir schließlich eingepackt haben. Nach einer kurzen Verabschiedung haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Nach wenigen Minuten wurde mein Heimweg aber nochmal unterbrochen. Zum einen stieg die Blitzfrequenz nochmal an, zum anderen konnte ich im mittlerweile starken Regen nochmal Struktur am Horizont erahnen. Deshalb bin ich nochmal stehengeblieben und habe die Kamera ausgepackt. Während die GoPro noch ein paar Blitze erwischt hat, war die DSLR nicht mehr erfolgreich. Dafür zog nochmal eine teils recht schöne Böenfront auf. Im Schutze des Kofferraums konnte ich noch einige Bilder machen, der Regen war immer noch relativ stark.

    Uhrzeit: 21:05 Uhr

    Standort: Narsdorf




    Ein Blick aufs Regenradar zeigt schließlich noch ein Linie aus Tschechien aufziehen (Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 21:00 Uhr - Sachsen | Wetter von kachelmann.). Da sich mein Heimweg mit der Zugrichtung der Linie kreuzte, wollte ich auch diese Linie noch mitnehmen. Nach kurzem Kontakt mit Marco hat er mir bestätigt, dass auch sie diese Linie noch abfangen wollen. Im Hinterkopf war jedoch auch bereits der Gedanken, dass die Luftmasse in Sachsen bereits komplett aufgebraucht war, sodass es fraglich war, wie weit die Linie noch kommen würde.


    Die Dämmerung setzte mittlerweile ein, was die Standortsuche südwestlich von Chemnitz sehr erschwerte. An der Autobahnausfahrt Hartenstein wurde ich schließlich fündig. Die Linie hatte sich erwartungsgemäß fast komplett aufgelöst, ein paar letzte Wolkenblitze gab es jedoch noch. Mittlerweile war es 21:47 Uhr. Radar HD+, Regenradar vom 13.07.2021, 21:45 Uhr - Sachsen | Wetter von kachelmann.



    Als die Kameras aufgebaut waren und ich ein weiteres mal das Radar geprüft habe, habe ich gesehen, dass mir Marco und Markus vor 15 Minuten den aktuellen Standort von ihnen gesendet haben - nur 3km von meinem entfernt. Da fototechnisch nicht mehr viel ging, wollte ich sie noch einmal kurz besuchen kommen, doch leider waren sie nicht mehr auffindbar. Im Nachhinein haben wir herausgefunden, dass wir uns wohl um wenige Meter verfehlt haben und uns Aufgrund der Dunkelheit nicht mehr gesehen haben - schade.


    Auf dem Heimweg gab es schließlich noch teils sintflutartigen Regen, ab Hof war es aber wieder trocken.


    In der Summe bin ich knapp 450km gefahren, nachfolgend meine Fahrstrecke.


    Quelle: Google Maps


    Mein persönliches Fazit:

    Das war das erste Mal, dass bei einem Chasing alleine alles gepasst hat. Sowohl das Timing und die Route, als auch die Entscheidungen unterwegs waren richtig. Dieses mal hat auch die Koordination zwischen Autofahren, Radar im Auge behalten und Routenführung sehr gut gepasst. Der Schlüssel dazu war meiner Meinung nach die hervorragende Vorbereitung bzw,. Vorhersage von Anton am Tag zuvor. Dadurch wusste ich genau, was mich erwartet, wie sich die Lage weiter entwickelt und konnte dadurch schon frühzeitig die Strecke raussuchen und dem Navi folgen. Ein großes DANKESCHÖN an dieser Stelle an Anton und natürlich auch an alle anderen, die zu den Vorhersagen und Nachbesprechungen beitragen. Dadurch konnte ich dieses Jahr schon wirklich viel dazulernen.


    Nach so viel Text und vielen Bildern habe ich nun noch einen Videozusammenschnitt aus Zeitraffern und Echtzeitvideos von meinem Chasing.


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    Danke fürs Lesen und viele Grüße,

    Thomas

    Hallo zusammen,


    am 22.06.21 stand eine Gewitterlage an. Schwerpunkt lag einerseits in Südbayern, andererseits war auch in der Mitte Bayerns mit Gewittern zu rechnen.

    Nachdem ich mit Markus in Kontakt stand und er zusammen mit Marco in die Region Nürnberg fahren wollten, konnte ich mich ihnen anschließen. Das Chasen alleine in unbekannten Gebiet ist schließlich sehr schwer, vor allem was die Koordination zwischen Radar verfolgen, Standortsuchen und Autofahren anbelangt. An dieser Stelle schon einmal danke fürs mitnehmen!


    Um 15:30 Uhr konnte ich in Tirschenreuth Feierabend machen und es ging direkt im Anschluss ins Zielgebiet Nürnberg. Schon zum Feierabend hin haben sich erste Gewitter südwestlich von Nürnberg entwickelt, welche sich aber nicht durchsetzen konnten. Die Zelle, die es an diesem Tag werden sollte hat ihren Ursprung in der Nähe von Schwäbisch Hall in Nürnberg:


    Radar HD+, Regenradar vom 22.06.2021, 16:00 Uhr - Baden-Württemberg | Wetter von kachelmann.


    Um 17 Uhr trafen Markus, Marco und ich in Nürnberg ein, wobei ich wenige Kilometer hinter den beiden auf der Autobahn war. Markus war an diesem Tag Fahrer, während Marco die Navigation übernahm. Nachdem sich mittlerweile die Zelle herauskristallisiert hatte, welche das Rennen für diesen Tag machen sollte, sind wir weiter Richtung Ansbach gefahren. In der Nähe von Lichtenau haben wir uns schließlich das erste mal getroffen und uns besprochen, wie wir die Zelle anfahren, da unser Standort, die Zugbahn der Zelle und das Straßennetz nicht richtig in Einklang gebracht werden konnte. Das Gewitter war zu diesem Zeitpunkt (17:20 Uhr) noch ca. 40km westlich von uns. Es standen drei Optionen im Raum:

    • Die Zelle nach Westen direkt anfahren mit der Gefahr, dass wir Aufgrund des Straßennetzes nicht mehr vorne wegkommen
    • Nordostwärts über Landstraßen die Zelle nördlich von Nürnberg abfangen
    • Zurück über die A6 bis Nürnberg fahren, weiter auf der A73 oder A9 nach Norden und dort auf die Zelle warten

    Schließlich haben wir uns für die zweite Variante entschieden, was sich als die richtige Option herausgestellt hat, da die Zuggeschwindigkeit weiterhin moderat blieb.


    Den ersten Blick auf das Gewitter hatten wir bei Steinbach westlich von Nürnberg. Es waren bereits erste Strukturen im Dunst zu erkennen, doch es ging schnell weiter:



    Wir fuhren schließlich weitere Kilometer nordwärts und haben in der Nähe von Obermichelbach erneut gehalten, dieses mal etwas länger. Es war mittlerweile 18:30 Uhr und die Zelle schien sich gerade neu zu formieren. Zu diesem Zeitpunkt wies das Gewitter kaum noch Blitze auf (Radar HD+, Regenradar vom 22.06.2021, 18:30 Uhr - Erlangen-Höchstadt | Wetter von kachelmann.).

    Nichtsdestotrotz bildete sich gerade eine Wallcloud aus, welche kurze Zeit später eine Tailcloud in den Niederschlagsbereich dahinter formierte.




    Kurz bevor wir weitergefahren sind, entdeckte Marco noch einen kleinen Funnel (Bildmitte oben), welcher sich aber innerhalb von Sekunden wieder aufgelöst hat:



    Schließlich ging es weiter Nordostwärts. Nach wenigen Kilometern machten wir noch einmal ein paar Fotos in der Nähe von Hüttendorf.



    Nach dem Foto mussten wir kurz noch recht nah an den Niederschlag ranfahren, bevor es auf der A3 zunächst südöstlich, dann weiter auf der A9 nach Nordosten ging. Ziel war es, mit ausreichend Abstand wieder vor das Gewitter zu kommen, was aufgrund des Umweges über die A3 gar nicht so einfach war. Zum Glück gab es keinen Feierabendverkehr, sodass wir rechtzeitig wieder vor das Gewitter kamen.


    An der Kreuzung von der A3 zur A9 ist mir noch eine sehr rundgeschliffene Quellung aufgefallen, welche ich aber leider nicht auf ein Foto bannen konnte. Vielleicht hat Marco als Beifahrer noch ein entsprechendes Foto dazu.


    Auf der A9 waren schließlich immer wieder Strukturen hinter uns zu sehen, doch die Standortsuche in der fränkischen Schweiz ist sehr schwierig. Überall ist sehr viel Wald und alles ist sehr hügelig. Dank der hervorragenden Navigation von Marco haben wir aber schließlich ohne viel Umweg eine gute Sicht auf das aufziehende Gewitter bekommen. Es war mittlerweile 19:30 Uhr (Radar HD+, Regenradar vom 22.06.2021, 19:30 Uhr - Bayreuth | Wetter von kachelmann.) und das Gewitter hat mittlerweile den ersten Hagel geworfen. Das Doppler Radar zeigte zudem Rotation. Strukturell war das mein persönliches Highlight des Tage, wenn gleich es noch lange nicht vorbei war. Durch die mittlerweile recht tiefstehende Sonne, verfärbte sich der Himmel im Hintergrund gold-gelblich. Seht am besten selbst:








    Schließlich war die Böenfront über unseren Köpfen und wir mussten weiter, um es noch einmal vor das Gewitter zu schaffen. Nach einer kurzen Dusche haben wir es zur B470 geschafft, welche sich als hervorragende Chasing-Autobahn herausgestellt hat. Aus diesem Grund konnten wir wieder einen guten Abstand herausfahren und hatten bei Kirchenthumbach um 20:12 Uhr erneut einen schönen Blick auf das aufziehende Gewitter.



    Nach einem weiteren kurzen Halt in der Nähe von Pressath ging es weiter nach Weiden in der Oberpfalz.



    Kurz vor Weiden konnten wir in Neunkirchen noch einmal einen super Blick genießen. Zu unserer Freude wurde sogar der Aufwind sichtbar, was ein geniale Stimmung zusammen mit der goldenen Stunde ergab. Der Anblick war für mich das zweite Highlight des Tages. Leider entwickelten sich zunehmend mehr Gewitter, unter anderem eins südlich von Weiden, was es an unserem Standort hat regnen lassen.





    Die tschechische Grenze war mittlerweile nicht mehr weit weg, was auch bedeutete, dass sich das Chasing dem Ende neigte. Ein letztes Mal wollten wir aber nochmal davor kommen. Noch dazu war in kürze Sonnenuntergang, sodass wir uns noch einmal eine schöne Lichtstimmung erhofft haben. Es ging schließlich über die A93 erst nach Norden und dann ostwärts weiter. Meinen Heimathügel in Tirschenreuth mit guter Fernsicht haben wir zeitlich leider nicht mehr erreicht, dafür haben wir einen guten Blick mit einer freistehenden Kirche in Ilsenbach gefunden. Und weil alle guten Dinge drei sind, war dort mein drittes Highlight. Denn während es während des gesamten Chasings nur sehr sporadisch Blitze zu sehen gab, hat das Gewitter direkt zum Sonnenuntergang richtig angefangen zu feuern. Auf meinen Aufnahmen habe ich 23 Blitze in 10 Minuten gezählt, wobei ich sicherlich nicht alle erwischt habe. Meine Vermutung ist, dass das von Süden entstandene Gewitter sich mit unserer ausgescherten Zelle vereint hat (Radar HD+, Regenradar vom 22.06.2021, 21:10 Uhr - Tirschenreuth | Wetter von kachelmann.). Dadurch haben sich die Ladungen wohl noch einmal durchgemischt und für ein Blitzfeuerwerk gesorgt. Anton könnte das bestimmt im Detail erklären. Kurz darauf hat sich unser Gewitter schließlich aufgelöst.




    Bei diesem Bild ist mir noch etwas sehr interessantes aufgefallen. Während die beiden linken Blitze ausgehend von der Wolken in den Boden einschlagen, geht der recht Blitz im Hintergrund vom Boden aus und erstreckt sich gen Himmel. Dieser endet aber abrupt mitten in der Luft.
    EDIT: Ich wurde darauf hingewiesen, dass der rechte Blitz aus dem Inflowband stammen könnte, denn dieses ist tiefer als die Wolkenbasis.





    Schließlich haben wir uns noch überrollen lassen mit der Hoffnung, Rückseitig noch ein paar Fotos machen zu können. Da sich das Gewitter aber aufgelöst hat, haben wir uns auf den Heimweg gemacht, welcher für mich glücklicherweise nur noch ein paar Minuten gedauert hat.


    Zuletzt habe ich noch ein Zeitraffer des gesamten Chasings. Zum Schluss des Videos sind noch zwei kleinere Zeitraffer der DSLR.


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    Fazit: Bei diesem Chasing haben wir viel richtig gemacht, was wir vor allem der guten Navigation von Marco zu verdanken haben. Alleine wäre das zumindest für mich nicht machbar gewesen, wenngleich die Zelle recht langsam zog, was auch kurze Verschnaufpausen erlaubte. Insgesamt bin ich über 400km an diesem Tag gefahren, wobei fast 200km reines Chasing waren. In der Nachbetrachtung war das auf jeden Fall das beste Chasing, welches ich bis jetzt mitmachen konnte, wenn gleich der 01.08.2017 in Thüringen und auch der 16.06.2016 mit mehreren Superzellen in Niederbayern fast auf Augenhöhe sind.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo zusammen,


    heute konnte ich in der Arbeit am Ortsrand von Tirschenreuth einen schönen Gewitteraufzug beobachten. Beinahe hätte ich das Gewitter komplett verpasst bzw. erst bemerkt, wenn es zu spät gewesen wäre, da mein Bürofenster nach Osten zeigt. Zum Glück wurde ich darauf aufmerksam, weil ich kurz bei einem Kollegen mit Fenster nach Westen war und in der Ferne einen intensiven Niederschlagskern, aber ohne Strukturen, sah.


    Zurück am Arbeitsplatz habe ich aufs Radar geschaut und gesehen, dass es tatsächlich was größeres ist, weshalb ich mir ein paar Minuten freigenommen habe um den Aufzug zu beobachten.


    14:50 Uhr, erste Strukturen am Horizont, Blick nach Westen (Radar HD+, Regenradar vom 24.06.2021, 14:50 Uhr - Tirschenreuth | Wetter von kachelmann.).



    14:54 Uhr, Blick nach Nordwesten:



    14:56 Uhr, die Böenwalze, vor allem die hellen Wolken, haben richtig schön deutlich horizontal rotiert.



    14:58 Uhr, das Whales Mouth war sehr dynamisch und leuchtete intensiv grün-bläulich:



    15:00 Uhr, das letzte Foto bevor der Regen einsetzte und ich weiterarbeiten musste. Das Foto sollte genau das vermeintliche Hook Echo zeigen. Mein Standort ist ziemlich genau am oberen Rand des "c" in Tirschenreuth, Blick nach Norden: Radar HD+, Regenradar vom 24.06.2021, 15:00 Uhr - Tirschenreuth | Wetter von kachelmann.



    Viele Grüße aus Tirschenreuth

    Thomas

    Hallo zusammen,


    ich bin gerade an den Alpen und beobachte gerade diese Wolke.


    Für mich sieht das so aus, als dass eine Cumulus-Wolke in recht niedriger Höhe auf eine Inversion trifft und einen art Eisschirm ausbildet? Es sieht auch so aus, als ob sich dort leichter Mammatus ausbildet.


    Stimmt das so? Oder bin ich auf dem Holzweg?


    Grüße aus den Alpen in Rosenheim

    Thomas


    Edit: Bilderreihe ergänzt

    Bilder

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