Beiträge von Chris

    Sehr schöner Bericht, der auch mal wieder verdeutlicht das es nicht unbedingt die Vereinigten Staaten sein müssen, um eine Lage im großen Stil abzufangen!


    Mal schauen, mit dem ganzen Durcheinander auf der Welt werden diese Europa-Touren eventuell auch etwas an Bedeutung gewinnen, wir hatten es ja auch schon hin und wieder im Gespräch auf Discord. Frankreich, Italien, Polen, Ungarn, Kroatien... für eine mehrwöchige Tour sicher auch mal interessant, gerade auch durch die landschaftlichen Unterschiede. (Was meiner Meinung nach durchaus auch Touren in Europa einen extra Reiz gibt. :D)

    Das klingt natürlich interessant, ABER... so eine mehrwöchige Tour muss dann natürlich auch mit der Großwetterlage entsprechend zusammenpassen. Während du in Bezug auf die USA schon sagen kannst, dass drei Wochen im Mai / Juni ausreichen, um mit ziemlicher Sicherheit die ein oder andere tolle Lage mitzunehmen, ist das in Europa nicht immer gegeben. Da muss vieles stimmen und um am Ende dann nur vergleichsweise "harmlose" Gewitter zu sehen (wie man sie zu Hause vielleicht auch hätte), wäre mir persönlich der Urlaub zu schade.


    Was anderes wäre es, wenn man es von vornherein eher als Roadtrip anlegt und ein bisschen Sightseeing in Südosteuropa macht. Dann wären die Gewitterlagen schmückendes Beiwerk, aber eben optional.


    Oder man nimmt sich gleich eine längere Auszeit, ist irgendwie flexibel (als Student soll das angeblich möglich sein ^^) - für den 0815-Arbeitnehmer wäre wahrscheinlich ein verlängertes Wochenende die einzige Option, was dann aber auch spontan funktionieren müsste. Auch da wäre wieder die Frage, ob man sich den Stress gibt oder den Urlaub lieber für die sehr reizvollen Landschaften Europas aufspart und Fortuna die Entscheidung über die Chance auf ein Heimspiel irgendwann überlässt.


    Meine persönliche Meinung ist, dass es hierzulande aufgrund der Unwägbarkeiten eher nicht lohnt und für 90% der Mitlesenden wahrscheinlich aufgrund von Verpflichtungen im eigenen Land auch schwer möglich sein wird. Aber als Student oder im Sabbatical ist sowas sicher mal ein lohnenswertes Ziel und von daher gönne ich Anton sein Glück. 8):gewitter

    Hallo zusammen,


    heute Abend zog von Norden her eine unerwartet gut strukturierte Schauerzelle über Leipzig - optisch ein kleines Highlight in einer ausgesprochen strukturarmen und vor allem in Leipzig auch gewitter- und niederschlagstechnisch sehr mauen Saison (ähnlich wie 2018).


    Leider konnte ich die Shelfcloud nur vom Bürofenster aus betrachten, wo wir nicht über den besten Ausblick nach Norden verfügen - daher haben die Bilder rein dokumentatorischen Wert:





    Zuvor gab es bereits einen weiteren Statistikgewittertreffer (1x Donner), sodass wir insgesamt nun 14 Gewittertage haben, was etwa sechs weniger als der Durchschnitt ist. Dabei muss man noch bedenken, dass fast alle diese Treffer aus strukturarmen und sehr schwachen Gewitterzellen resultieren, die in größerer Entfernung an Leipzig vorbeizogen.

    Der Höhenrücken wird morgen etwas abgebaut... Kurz zusammengefasst sind damit wieder etwas verbreiteter Schauer und Gewitter möglich, die Unterschiede zwischen den Modellen aber teils frappierend.


    Was bleibt ist, dass wir in einer gradientschwachen Umgebung verbleiben, sodass weniger die Höhenströmung, sondern vielmehr die Eigendynamik von Gewittersystemen und Outflow Boundaries einen Einfluss auf unser Wetter haben werden.


    Einige Modelle (Super HD, Rapid / COSMO) zeigen in der Nacht und am Morgen etwas entkoppelte Konvektion, vermutlich eher nördlich in Sachsen-Anhalt gelegen, tagsüber dann auch weiter südlich an lokalen Konvergenzen Schauer und Gewitter möglich.


    Als Einflussfaktoren können u.a. das Verhalten der Gewitter aktuell im Westen, die Stärke der nächtlichen Konvektion im Norden und schließlich auch die vorhandene Restfeuchte morgen durch die heutigen Regenfälle über Thüringen gelten - also insgesamt ziemlich chaotisch und vermutlich nur per Nowcast zu verfolgen.


    Wenn lokal was runterkommt, bleibt Starkregen (mit hohen Mengen) die Hauptgefahr, auch kleinerer Hagel ist möglich, viele Orte werden aber weiterhin komplett leer ausgehen.

    Ich habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass sich die Wälder in Sachsen nicht mehr regenerieren werden. Während es in Thüringen im Juni vielleicht noch ausreichend geregnet hat, kam weiter östlich davon kaum etwas an.


    Es ist das dritte Jahr in Folge, in der sich die außergewöhnliche Dürre hier nicht richtig erholen kann:


    Dürremonitor Deutschland - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ


    Was die Auswirkungen angeht, verweise ich hier nur auf Christophs Bericht aus Halle: Wetterzentrale Forum :: Bilder und Videos :: Dürrefolgen in Halle am Galgenberg - 19.07.2020


    Das ist kein rein lokales Ereignis. Es gibt zahlreiche Gebiete in der Region, die diese schweren sichtbaren (!) Schäden aufweisen. Auch in den Wäldern, in denen es oberflächlich betrachtet noch halbwegs grünes Blätterdach hat, fallen immer wieder einzelne komplett abgestorbene Bäume oder zumindest abgestorbene Äste auf. Von den Straßenbäumen brauchen wir gar nicht sprechen. In den kommenden Jahren werden mit Sicherheit weitere Waldareale großflächig folgen, wenn kein Wunder passiert.


    Klimatisch gesehen befinden wir uns seit 2018 im Steppenklima (300 - 450 mm Niederschlag pro Jahr). Leipzig meldet


    2018: 337,5 mm - Wetter - Klima - aktuell

    2019: 394,7 mm - Wetter - Klima - aktuell

    2020: 208,2 mm bis 30.06.


    Unter diesen Umständen muss man wohl das bittere Fazit ziehen, dass der Wald hier, so wie wir ihn kennen, dem Untergang geweiht ist. Mal abgesehen davon sinken die Grundwasserstände unaufhörlich. Der Kampf ums Wasser hat längst begonnen und wir sollten begreifen, dass das erst der Anfang ist.

    Quick Nowcast Facts - Update 16 Uhr


    Thüringen liegt bislang offenbar teilweise unter Absinken, sodass die Energie nur örtlich verbraucht wurde. Lediglich eine Zelle bei Triptis war etwas stärker. Im Harz sind auf der niedersächsischen Seite schwere Gewitter entstanden, die - relativ ortsfest - viel Regen gebracht und für lokale Überflutungen gesorgt haben sollten. Das Gleiche gilt für das östliche Sachsen-Anhalt - auch hier besteht gerade akute Unwettergefahr.


    Die Outflow Boundary dieser Entwicklung über Sachsen-Anhalt dürfte bald auch weiter südlich für zunehmende Konvergenz sorgen. Sollte es dort ebenfalls zu solchen starken Entwicklungen kommen, könnte die nächste Welle am Abend auch in Thüringen noch für Auslöse sorgen.


    In dem neuen Lauf von COSMO wird so etwas angedeutet, sowie weitere Entwicklungen vom Erzgebirge über Mittel- und Westsachsen ausgehend, die ebenfalls nochmal triggern könnten. Insgesamt ist aber alles weiterhin Nowcast und es bleibt abzuwarten, inwieweit und vor allem wann die Energie abgeräumt wird.

    Quick Nowcast Facts


    +++ überall kräftige Einstrahlung und bereits Quellwolkenentwicklung +++ von Osten / Nordosten Zustrom sehr feuchter Luftmassen mit Taupunkten über 20°C in Polen +++ denkbare Aktionszentren der nächsten Stunden:



    +++ einerseits Orographie (ThW, Harz, Erzgebirge) sowie direktes Vorland +++ Inversion im Meiningen Sounding 00z zu erkennen - könnte Konvektion in Thüringen vorerst limitieren +++ Konvergenz nördlich Erzgebirge durch Windpfeile zu erkennen +++ kräftige Outflow Boundary über mittlerem Sachsen-Anhalt durch Vormittagsgewitter im Norden +++ EML im Prag-Sounding und Castellani weisen auf Hagelgefahr hin +++ nicht zu unterschätzen sind auch rotierende Aufwinde am Westende von Clustern (siehe COSMO über Sachsen-Anhalt) +++

    Das Frühjahr 2020 war das sechsttrockenste seit 1881:


    Tatsächlich zeigt der ECMWF 46-Tage-Trend (geht heute bis 24.07.2020) mehr als den durchschnittlichen NIederschlag. Das klingt regelrecht fremd nach den letzten beiden Jahren.

    Diese Grafik finde ich interessant. Es scheint so zu sein, dass der Zeitraum 1961 - 1990 offenbar zufälligerweise einer der feuchtesten Zeiträume in Deutschland war, was die Frühjahrsniederschläge angeht. Das sollte man bei den zukünftigen Abweichungen vom Mittelwert wohl auch immer im Hinterkopf behalten. So feucht, wie die Landwirtschaft den Frühling gern hätte, ist er hierzulande oftmals gar nicht, was aufgrund der stark meridional geprägten Zirkulation durchaus plausibel ist.


    Das bedeutet auf der einen Seite, dass wir uns aktuell auf lange Sicht noch "im Rahmen bewegen". Da einige regionale Untersuchungen aber schon gezeigt haben, dass durch den Klimawandel bedingt die Frühjahre in Deutschland noch trockener werden, könnte es aber auch bedeuten, dass wir so "richtig trockene" Frühjahre noch gar nicht gesehen haben...

    Morgen mehren sich zumindest laut Rapid HD die Gewittersignale noch etwas.


    Da schwenkt dann zur günstigen Nachmittagszeit die Trogachse des Langwellentrogs (!) durch, entsprechend ist es in der Höhe nochmal ca. 3K kälter und die Hebung stärker.


    +++ Am Vormittag zunächst eher stabiles Gewölk, aber auch schon konvektiv durchsetzt (Starkregenschauer) +++ Nachmittags Winddrehung auf NW und übergehend in Schauer-/Gewitterstaffeln an der Troglinie +++

    Mit der Trockenheit habe ich mich an sich noch nicht wieder allzu sehr beschäftigt aufgrund des alles überragenden Coronavirus-Themas in den letzten zwei Monaten, bin aber gestern auch in diesem Zusammenhang wieder darauf aufmerksam geworden.


    Seit einer Woche geht es wieder rückwärts, was die Erholung der tiefen Bodenschichten betrifft - leider. Noch können viele Pflanzen von den oberflächlichen Wasservorräten der vergangenen Monate zehren, was in Kombination mit den frühlingshaften Temperaturen einen ordentlichen Vegetationsschub ergibt. Der April macht seinem Namen wieder alle Ehre - wo er früher allerdings mit wechselhaftem und zeitweilig kühlem Wetter assoziiert wurde, ist die Bedeutung heute jedoch "warm und trocken" - der April macht, was er will, hat sich aber mittlerweile zur Ruhe gesetzt und macht daher immer nur das Gleiche.


    Das Frühsommer-Muster wird sich aber voraussichtlich erst im Mai wieder andeuten, so lehrt es zumindest die Erfahrung der letzten drei Jahre. Allein statistisch ist ein trocken-heißer Sommer aber schon ziemlich wahrscheinlich. Das Niveau der Jahre 2018 / 2019 werden wir zukünftig wohl nur noch ausnahmsweise unterbieten.


    In Anbetracht der Gesamtsituation sinkt unser Lebensstandard in dieser Zeit nun offenbar - die Natur zwingt uns mit dem Doppelschlag Pandemie + Klimawandel allmählich in die Knie. Besonders die alten Leute haben es sehr schwer, denn wenn sie nicht ohnehin aufgrund des Virus in ihren Häusern bleiben sollen, könnte es im Sommer wieder oder sogar zusätzlich die Hitze sein, die ihr Leben gefährdet. Unberücksichtigt bleibt auch noch, inwiefern die Waldbrände im Sommer den Lungen der Menschen zusetzen und sie damit einer zweiten Infektionswelle gegen das Coronavirus im Herbst weniger entgegenzusetzen haben, aber das bleibt pure Spekulation.


    Um nicht allzu pessimistisch zu enden, sei ein Blick auf das NOAA CFS gestattet, das momentan nur leicht überdurchschnittliche Temperaturen und mittlere Niederschlagssummen prognostiziert: https://www.cpc.ncep.noaa.gov/…v2/htmls/euPrece3Mon.html


    Bekanntlich kann man da aber wahlweise das NOAA CFS nehmen oder würfeln - es zeigt aber zumindest, dass auch halbwegs moderate Sommer zum Durchschnaufen nicht völlig ausgeschlossen sind.

    Bevor es dann endgültig ins neue Jahr geht, möchte ich noch ein paar Aufnahmen aus 2019 einstellen. Am Morgen des 05. August machte ich ein paar schnelle Fotos von eher unbedeutendem [definition=32,1]elevated[/definition] Kram (Schauer).




    EDIT by MOD: Leerzeichen zwischen den Bildern eingefügt