Beiträge von Oliver

    Da es in Leipzig genug Zeit gab, um sich zu positionieren, fuhr ich nach der Arbeit mit dem Rad auf den Deponieberg Leinestraße im Süden Leipzigs. Von dort hat man eine gute Fernsicht nach SO, S, SW und W sowie nach N. Das Gewitter brauchte einige Zeit, um es bis nach Leipzig zu schaffen. Struktur wurde gegen Ende besser, war aber insgesamt wie an dem Tag zu erwarten sehr mäßig.

    Am beeindruckendsten war eine hohe Staubwolke, die der Outflow im Süden vor sich her trieb.


    Das Kraftwerk Lippendorf trug auch minimal zur Konvektion bei.




    Staubwolke



    Ein wenig Struktur kurz bevor es losging.


    Anders ist es mit eingeschleppten Arten als Begleiterscheinung der Globalisierung. Das ist in der Tat bedrohlich für unsere Habitate.

    Genau das war das, was ich auch meinte ;) Genau sowas wäre es aber auch, wenn es absichtlich passiert, wie von Forstleuten vorgeschlagen.



    Zitat von Loni A.

    Und die Politik der Nationalparks kann ich nicht ganz nachvollziehen.
    Auch der Borkenkäfer kann sich anpassen.
    Und dann wird es immer schwerer, Neuanpflanzungen (welcher Art auch immer) zu einem adulten Wald zu päppeln.

    Wenn man das künftige Zusammenbrechen von Wäldern verhindern will, ist es notwendig, dem Käfer die Grundlage zu entziehen. Das macht er am besten aber selber, weil er in viel größerer Geschwindigkeit vorgeht, als irgendjemand wagen würde abzuholzen. Zumal hinter einer Abholzung zu Naturschutzzwecken sehr häufig ein Verwertbarkeitsgedanke steht. Darum sollte es aber gerade in einem Nationalpark nicht gehen.
    Darum ist der Borkenkäfer hier auch die beste "Lösung", denn er sorgt gleichzeitig für eine immense Totholzproduktion und damit für die Schaffung neuer Stoffkreisläufe.

    @Loni,
    Dass Pflanzen auf Wanderschaft gehen, ist natürlich ein natürlicher Vorgang. Auf diese Weise haben sich Pflanzen nach jedem Glazial zurück nördlich der Alpen gekämpft, mit von mal zu mal geringerem Erfolg. Die heimische Flora ist daher zwar nicht besonders artenreich, dafür aber auf Klimaveränderungen verhältnismäßig gut eingestellt. Jede Einführung gänzlich ortsfremder Arten, kann schnell außer Kontrolle geraten. Ich meine da nicht Arten aus dem Mittelmeerraum, sondern aus Übersee oder Fernost. Deren Invasivität ist oft nicht abschätzbar. Ich denke, über fremde Arten sollte, wenn überhaupt, im tiefsten Tiefland nachgedacht werden, wo sich die Bedingungen auf eine Weise ändern, dass kein heimisches Gehölz eine Zukunft hätte. Allerdings gibt es meines Wissens noch genug Arten, die das ertragen können. Insbesondere die Eichen haben ein breites Temperaturspektrum mit Tendenz zu warm. Aber die wachsen halt sehr langsam und können eben nicht schon nach 50 Jahren geerntet werden.

    In den höchsten Lagen des Hochharzes, also oberhalb von 800 Metern, wird die Fichte auch künftig die dominierende Baumart bleiben. Es ist ihr natürliches Habitat und über die Standorteignung entscheidet letztlich auch der Niederschlag, nicht die Temperatur allein. Auch extrem trockene Jahre werden daran nichts ändern.
    Wichtig ist jedoch, und das wird sich vor allem im Nationalpark zeigen, dass eine große Totholzmenge entscheidend für einen guten Wasserhaushalt ist. Ziel des Nationalparks ist in den Hochlagen aber auch die Förderung von Buche und Eberesche. Gerade letztere kann problemlos auch auf dem Brocken gedeihen.
    Der Zusammenbruch der derzeitigen Forste sorgt außerdem dafür, dass in Zukunft verschiedenste Altersstadien nebeneinander vorkommen. Das macht einen Massenbefall mit dem Borkenkäfer auch bei gleicher Baumartenzusammensetzung wesentlich unwahrscheinlicher. Es gibt im Nationalpark Ecken, die haben sich dahingehend schon gut entwickelt und sind meines erachtens die schönsten Nadelwälder im ganzen Harz. Man fühlt sich ein wenig an die sibirische Taiga erinnert.Alles in allem macht mir daher zumindest die Entwicklung im Nationalpark keine Sorgen.
    Schon eher betrübt mich das Baumsterben in den Nordthüringer Buchenwäldern. Aber auch hoer müssendie Forstbetriebe endlich verstehen, dass eine Verjüngung allein nicht ausreicht. Der Schlüssel ist Totholz, Totholz und noch mehr Totholz.
    Die Fantasien von der Einfuhr nicht heimischer Baumarten sind mal wieder sehr typisch für all jene Forstleute, die gern so weiter machen wollen wie bisher. Gesunde Wälder sind aber nunmal weniger wirtschaftlich. Ich halte es daher für gefährlich, die heimische Biodiversität weiter zu bedrohen. Es gibt schon genug Neophyten, die andere Arten verdrängen, kein Bahndamm, der nicht von Robinien dominiert wird, nur mal als Beispiel.

    In Sachsen gab es ja heute wieder ein paar höchst verdächtige Zellen. Bei mindestens zwei Davon, der die über Döbeln zog und der südlicheren, war deutlich ein Hook-Echo im Radar erkennbar. Ich war mit einem Kumpel an der südlichen Zelle dran. Da wir etwas spät losfuhren, war sie schon sehr nahe, als wir uns bei Döbeln positionierten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Wallcloudstrukturen auch schon teilweise vom Niederschlag verdeckt. Strukturell aber dennoch ganz hübsch anzusehen.
    Der Eisschirm war ebenfalls massiv und zeige schöne Mammati.



    Bezog sich auch mehr auf die weite Fläche. Aber interessant zu hören. Ich denke auch, dass diese Stelle vom Foto eher wenig gefährdet ist, dass sich dahingehend was tut, da dort viele Naturschutzgebiete sind und es halt zum Elbtal gehört. Damit ist der Wind dort ja auch eher schwach unterwegs. Das sieht bei den nördlichen und südlichen Anhöhen dann schon anders aus.
    Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Fähridyll und damit die ruhige Straße in einigen Jahren ein Ende haben könnte. Es ist nämlich geplant, dass Aken eine Brücke über die Elbe bekommt.

    Nach langer Zeit will ich auch mal wieder einen kleinen Chasingbericht abliefern. Nachdem ich an Himmelfahrt ursprünglich schon sehr zeitig mit Chris G. aufbrechen wollte,
    wurde ich im Laufe des Mittags immer skeptischer und entschied erst gegen 14 Uhr loszufahren. Zunächst ging es von Leipzig nach Norden, da ich dachte,
    die gerade östlich der Stadt entlang ziehende [definition=79,0]Multizelle[/definition] könnte vielversprechend sein. Also auf die A9, um sie irgendwann später abzupassen.
    Auf dem Radar schwächelte sie dann aber, also fuhren wir direkt in Wiedemar wieder ab, nach Westen zur A14, dort wo noch strahlender Sonnenschein war
    und weiter westlich viele mittelhohe Cumuli und Turkey Towers zu sehen waren.


    Da Kreuz Bernburg gesperrt war, fuhren wir in Staßfurt ab und positionierten uns für eine halbe Stunde auf einem Feldweg mit guter Sicht nach Westen bei Hohenerxleben (guter Spottingpoint!).
    Hier tat sich aber nicht viel. Fortwährend ploppten Cumuli auf und fielen wieder zusammen (in Chris' Video zu sehen).
    Im Norden sahen wir die kräftigen CBs im Raum Stendal, die mir aber zu weit weg schienen und von Osten näherte Sich der [definition=1,0]Amboss[/definition] der [definition=79,0]Multizelle[/definition],
    die nun im Bereich Dübener Heide war. Dann entschied ich, diese abzupassen, denn sie war wieder kräftiger geworden.


    Also wieder nach Süden, Kreuz Bernburg runter (in diese Richtung ging es) und Richtung Köthen. Auch hier sah die [definition=79,0]Multizelle[/definition] noch recht gut organisiert aus.
    Es fand sich dann aber kein guter Beobachtungspunkt (immer wieder Hochspannungsleitungen und Waldabschnitte) und so entschieden wir uns für einen kurzen Ausflug an die Elbe nach Aken.



    Richtung Osten sahen wir überm Fluss die sterblichen Überreste der [definition=79,0]Multizelle[/definition], während es von Süden her schon wieder grummelte.
    Zunächst wollten wir im Akener Fährhaus, das an diesem Tag natürlich gut besucht war, einkehren, entschieden uns dann aber wegen der unverschämt unfreundlichen Bedienung dagegen.


    Begrüßt wurden wir nur von einem recht großen Käfer. Wenn ich richtig bestimmt habe, müsste es sich um den gar nicht mal so häufigen Eichen-Zangenbock (Rhagium sycophanta) handeln.


    Im Westen schoss derweil eine ganze Kette an Cumuli hoch und das Donnergrollen wurde häufiger und lauter.


    So entschied ich ganz spontan, mit der Fähre überzusetzen;
    in der Hoffnung heute noch ein paar guter Gewittereindrücke zu bekommen und vor allem eine gute Sicht.


    Das erwies sich als eine gute Entscheidung. Wenige Kilometer vor Zerbst fanden wir einen guten Beobachtungspunkt an der Bundesstraße
    mit perfekter Sicht über Plains-artig flaches Land ohne Windräder am Horizont.
    Hier näherte sich die Kette aus Gewittern, machte zeitweise sogar Versuche sich zu organisieren und so etwas wie eine [definition=14,0]Böenfront[/definition] auszubilden.
    Die Strukturen waren hier aber weniger interessant als die Formation der Fallstreifen. Die erst nur dünn und gardinenartig war, dann aber mächtig und dunkel mit Fuß,
    später jedoch mit dem Einheitsgrau der immer diffuser werdenden Gewitterlinie verschmelzend.





    In Chris Video sind noch ein paar schöne Zeitraffer, sowohl von den Cumuli bei Hohenerxleben als auch vom Gewitter. Es war auch das erste Chasing, bei dem wir unsere neue GoPro testen konnten.



    Die Bundesstraße zwischen Aken und Zerbst ist nicht nur sichttechnisch interessant. Sie hat für eine Bundesstraße auch nur relativ wenig Verkehr (was vermutlich an der Fähre liegt)
    man kann gut mitten auf der Straße fotografieren, denn wenn Verkehr kommt, kommt er stoßweise im Rhythmus der Fähre und dann ist wieder für einige Minuten Ruhe.


    Zurück ging es Dann über Dessau-Roßlau und die A9. Tagesstrecke: 270 Kilometer.

    Quelle: openstreetmap.org

    Heute Abend gab es gegen 18 Uhr am Ende eines recht lange andauernden aber zunächst eher schwachen Gewitters einen kräftigen Hagelschauer. Dieser dauerte etwa 5 Minuten an und brachte Schloßen bis zu einer Größe von ca. 2,5cm.

    Mir ist gerade aufgefallen, dass ich mich zu dem Bericht noch gar nicht geäußert habe.
    Also erst einmal Danke an Chris für diese auch sprachlich sehr gelungene Dokumentation (damit kann man mich immer begeistern).
    Es war wirklich ein aufregendes Chasing und Chris hat eigentlich alles dazu gesagt. Ich denke, dass wir an diesem Tage, bis auf das späte Losfahren (Was wohl auch meine Schuld war),
    viele richtige Entscheidungen trafen, zum Teil auch durch Zufall. Aber die Lage war auch sehr unübersichtlich und deshalb denke ich, dass wir das Beste herausgeholt haben.
    Jedes Gewitter (es waren meines Wissens fünf, die wir aktiv jagten, gesehen haben wir weit mehr) war auf seine Weise beeindruckend.
    Die Straße mit dem Niederschlagsvorhang ist die Straße zwischen Wenigensömmern und Leubingen bei Sömmerda. Das habe ich jetzt bei Maps aus dem Gedächtnis rekonstruiert.


    Freue mich, wenn es wieder losgeht :)


    LG
    Olli.

    Dann will ich auch gleich mal anfangen.
    Heute in Norden Leipzigs herumgefahren und was sieht man da auf der Schauerrückseite eines Kaltluftschauers?


    Eine sehr schön ausgeprägte Funnelcloud. Meine erste. Bin grad superhappy :grins


    LG
    Olli.

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    Oh, sehe das jetzt erst.
    Na, dass der Fall bestätigt wird, hatte ich eigentlich auch erwartet. Auch wenn für Peter und mich, wie oben beschrieben, weniger die Schäden, sondern eher die Spuren und Verfrachtungen von Maisschnitzeln ausschlaggebend waren.
    Dass die Stärke jetzt nun aber doch auf F2 hochgestuft wurde überrascht mich doch ein wenig. Ich werde da auf jeden Fall nochmal Rücksprache mit Thomas halten, denn eindeutige F2-Schäden konnten wir nicht erkennen. Nach der bebilderten Skala für Starkwindereignisse von Skywarn war es meines Erachtens ein geradezu bilderbuchartiger T3/F1-Fall.


    Allen noch ein gesundes neues Jahr und liebe Grüße aus der Elsterstadt,
    Olli.

    Hallo Thomas und Peter,


    wir waren uns eigentlich gestern beide einig, dass das oberer F1-Bereich (bzw. T3) war. Ich glaube Peter hat da nur was durcheinander gebracht. Auch die Waldschäden würde ich aufgrund von Hanglage und damit einhergehender Exponiertheit nicht höher einschätzen, denn dann hätten wir auch weite Verfrachtungen größerer Teile entdeckt, was aber nicht der Fall war.
    Tatsächlich waren für mich die drei Indizien entscheidend, die meines Erachtens eindeutig auf einen Tornado hinweisen.
    Das sind einerseits die stete linkswärtige Verfrachtung/Ausrichtung der Trümmer (Zweige, Baumfallrichtung etc.), andererseits die Asbeststückchen, die das große gelbe Haus nicht nur vorderseitig beschädigt haben, sondern auch noch auf dem hinter diesem Haus liegenden Feld mit allerlei anderen Kleinteilen und Reisig verstreut lagen.
    Das dritte und wie ich finde interessanteste Indiz hat Peter ebenfalls schon erwähnt.
    Es sind die Maispflanzenrestchen, die vom unten liegenden Feld stammen (woher auch sonst), den zerstörten Wald überwunden haben und auf dem über dem Wald liegenden Hügel abgeladen wurden. Wie wenn nicht durch einen Tornado sollen diese also dorthin gelangt sein? Eine mögliche aber absurde Möglichkeit wäre, dass die jemand, um uns zu täuschen, dort verstreut hat.


    T3 reicht auch für den Dachstuhl aus, denn der sah irgendwie schon recht marode aus.
    Die geworfenen Pappeln neben den Kiefern standen auf sehr staunassem Boden, denn nebenan fließt ein Bach, und unter dem Wurzelteller war schon ein Teich entstanden.


    Soweit meine Ergänzungen erstmal.


    Grüße,
    Olli.