Beiträge von Carsten

    @Alex - Komposit bedeutet nichts weiter wie zusammen gefügt. D.h. ich habe aus der Videosequenz einzelne Bilder herausgenommen und mit einer Software übereinandergelegt. Ich verwende hierbei die Freeware "Startrails", konzipiert für die Erstellung von Strichspuren bei Sternen.

    Dabei wird nur die jeweilige sichtbare Veränderung mit verechnet, der Rest des Bildes bleibt davon unberührt. Ich lasse meistens eine Videokamera mit laufen, um die Chance auf ein Ereignis zu erhöhen. Wie in diesem Falle haben meine beiden Trigger nicht ausgelöst, geschuldet der weiten Entfernung oder der Helligkeitsunterschied war einfach nicht groß genug. Die Aufnahme wurde mit 60fps gemacht, das reine sichtbare Bild umfasst 13 Bilder in Summe, also rund 0,2 sec.

    Ich habe nur 8 Bilder davon verwendet, die Hauptentladung habe ich aussen vor gelassen, weil diese ziemlich überbelichtet war und das Gesamtbild meinen Empfinden nach gestört hat. Für die Dokumentation aber völlig ausreichend.

    Hallo zusammen,


    am 27.08.2019 bekam ich die Möglichkeit, mehrere Gewitter zwischen den Bundesländern NRW und Rheinland-Pfalz aus optimaler Entfernung beobachten zu können.


    Es war kein gewöhnliches Chasing im bekannten Sinne sondern eher ein Spotting.


    https://kachelmannwetter.com/d…hland/20190827-1800z.html


    Die Parameter ließen für den Tag mächtige Entwicklungen zu, diese sollten sich im Verlauf des späten Nachmittages auch bewahrheiten.




    Der von mir gefundene Standort auf einem Hochplateau, bot mir ideale Bedingungen.
    Eine langsame Verlagerung der Gewitter Richtung Osten, viele Erdblitze und vor allem keine windintensiven Begleiterscheinungen samt Regen, trübten das Fotografieren. Gegen 21.30 Uhr war die Energie aufgebraucht und die Gewitter stellten Ihre elektrische Aktivität ein.
    Die Fotos entstanden allesamt von der Zelle zwischen Bonn und Koblenz über der Nordeifel.








    Fazit: Manchmal kann es so einfach sein, ohne große Aufwendungen an das Ziel zu kommen. Für mich eines der schönsten und Blitz intensivsten Gewitter der letzten Jahre.



    PS: Ich habe mich immer gesträubt, ein Blitzkomposit zu erstellen.
    Für mich stand bisher immer die Einzigartigkeit eines jedes einzelnen Blitzes im Vordergrund.
    Dennoch habe ich mich dem Experiment hingegeben. Aber seht selbst.

    Hallo in die Runde,


    Danke für den ausführlichen Bericht, es war mir wieder eine Freude, das Chasing begleiten zu können. Vor allem der Erfahrungsaustausch, ist jedesmal von immenser Bedeutung geprägt.


    Ergänzend möchte ich noch ein Bild anhängen:



    Der Blitzkanal rechterseits war nicht wahrnehmbar, die Videoaufzeichnung sollte dies im zeitlichen Ablauf bestätigen.


    Der rechte Blitz (-14kA) leuchtete nur für den Bruchteil einer Sekunde auf. Genauer betrachtet, auf nur einem Bild pro Sekunde bei 4K/60fps - das entspricht einer 0, 016 Sekunde.


    Der linke Blitzkanal (-9kA) bildete sich auf dem anschließenden Bild aus und hatte eine Einwirkdauer von einer halben Sekunde ca. 30 Bilder.


    Die Entfernung zum Ereignis ist mit ca. 700-900m abzuschätzen.


    Fazit: Ein durchaus gelungenes Chasing mit Struktur und Dynamik, vielen interessanten Beobachtungen und gehaltvollen Gesprächen (vor allem was den Austausch über den LK-SLF-RU betrifft). Markus seine langjährige Chasingerfahrung - ist ebenfalls auf die Ortskenntnisse ausgerichtet, die logistische Abhandlung einer Tour, ist im Team einfach in einer anderen Tragweite realisierbar.


    Die Verlagerung bzw. die Zuggeschwindigkeit des Komplexes bewerten zu können, ist ein wichtiger Bestandteil für eine geeignete Standortpositionierung. Das Voraussetzen, Begleiten oder Nachsetzen ist trotz guter Apps nicht immer real anwendbar und kann zu jeder Zeit die Chasingpläne durchkreuzen.


    MfG Carsten

    2018.05.27 - 01.06 / Gewitterlage im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt


    Hallo TSC'ler,


    Ich möchte Euch aus dem Zeitraum der letzten Maiwoche noch ein paar Bilder nachreichen.


    Die Wetterlage sollte allen noch in Erinnerung sein, schwülwarme Luft
    die jeden Tag einen Gewittersumpf generierte.
    Der Mechanismus der Auslöse war jeden Tag identisch, zwischen 10:30Uhr und 11:00Uhr konnte ich über der Kammlage des Thüringer Schiefergebirges die förmlich explodierenden CB's beobachten. Die Taupunkte für den oben genannten Zeitraum, wurden bei 16-18°C ermittelt.
    Durch den fehlenden Höhenwind, verlagerten sich die Zellen nur sehr langsam in Richtung Norden.


    Die im Zenit stehende Sonne gestaltete die Arbeit für den Trigger nicht einfacher. Viele Erdblitze welche in den Abend bzw.- Nachtstunden ein schönes Motiv abgegeben hätten, wurden verspätet oder gar nicht getriggert. Das Wechselspiel aus Licht, Schatten und dem Reflexionsgrad der CB's, aktivierten den Trigger oftmals unkontrolliert.
    Ein Ausprobieren sämtlicher Einstellungen mit Blende, ISO, Belichtungszeit und Sensitivität des Triggers brachten nicht den gewünschten Erfolg.


    Aufgrund von Verzerrungen und Darstellungsproblemen im Lagethread, möchte nocheinmal mit dem 27.05.2018 starten.


    Sonntag / 27.05.2018 / Nachmittags



    600m Entfernung / 29kA / hoher Darstellungsfehler von ca. 900m in der Blitzanalyse / gefilmt


    Dienstag / 29.05.2018 / Abends


    In den Abendstunden des 29.05. im Übergang der blauen Stunde hin zur Nachtdämmerung, stellte sich für mich ein perfektes "Spotting" ein. Im westlichen Teil unseres Städtedreieckes begann die Auslöse mit langsamer, westlicher Verlagerung in Richtung Stadtilm. Für mich und meine Ausrüstung, bedeutete dieser Umstand, ein stressfreies, sauberes und vor allem regenfreies "Spotten".
    Unzählige Aufnahmen sind entstanden, für mich die schönsten und relevantesten möchte ich Euch präsentieren. Die Aufnahmen wurden getriggert, gefilmt und mittels Langzeitbelichtung erstellt.













    Mittwoch / 30.05.2018 / Nachmittag


    Der dritte Tag in Folge, ein sich wiederholender Verlauf.
    Über dem Gebirge bildete sich erneut ein strukturloser Cluster aus, welcher in einem Einheitsgrau das Gewölk präsentierte.
    Einer der wenigen erfassten Erdblitze auf der Saalfelder Höhe - Blickrichtung Süd



    Donnerstag / 31.05.2018 / Nachmittag


    Diesmal schaffte es der Cluster über die Kammlage hinaus in das Vorland, wo sich zwei Zellen paralell zueinander organisierten und diese auch zur Auslöse kamen.


    Man beachte den mit einen Plus gekennzeichneten Erdblitz über dem Schriftzug der Stadt Saalfeld, dieser wurde getriggert.


    https://kachelmannwetter.com/d…stadt/20180531-1345z.html


    Beide genannten Gewitterkomplexe sind schon weit in Richtung NO abgezogen, während dieses Signal eingefangen wurde.
    Mehrmals durfte ich schon erleben, das sich nach dieser Zeit ein starker Blitz in der unmittelbaren Nähe noch einmal entlud. Das Gewitter ist (scheinbar) vorbei und der letzte Blitz ist schon seit 15-20min in weiter Entfernung sichtbar gewesen. Seitdem lasse ich die die Kameras beim "Spotting" gerne noch eine Weile weiterlaufen. Die unten abgebildete Textpassage beschreibt diesen Vorgang, nach aktuellem Stand der Forschung.



    3900m Entfernung / 27kA

    https://kachelmannwetter.com/d…05311319144000073025.html


    "Typisch für das Ende eines Gewitter ist ein extrem langsamer Wechsel der Polarität, der schließlich bei dem schwachen negativen Feld des schönen Wetter endet. Der letzte Ausschlag in das negative Feld wird den negativen Ladungen des Screening Layer zugeschrieben. Der Screening Layer ist eine Schicht von elektrischen Ladungen am Rand der [definition=22,3]Gewitterwolke[/definition] entgegen der Zugrichtunng. Seine Ladungen können sich auch hinter der Wolke noch bis zur Erde auswirken. An dieser Stelle treten nur noch selten Blitze auf, die dann meist positive Blitze sind. Der letzte Ausschlag in das positive Feld kennzeichnet die sich auflösende Gewitterzelle."


    Quelle: Die kleine Gewitterkunde von Torsten Schulz - Seite 83/84


    Zum Abschluss noch ein Gewitter in der Morgendämmerung.


    Freitag / 01.06.2018 / Morgendämmerung



    Wolkenblitz / Blickrichtung Ost


    MfG Carsten

    Eine Blitzaufnahme vom heutigen Nachmittag. Der positive Erdblitz fand seinen Zielpunkt in einer Handymastanlage auf einem Industriegebäude im Stadtkern. Die Blickrichtung ist NO und die Entfernung zum Ereignis beträgt 600m. Kurz nach diesen Aufnahmen setzte Starkregen mit Hagelbeimengung (Körnergröße1,5cm) ein.
    Einige Straßen wurden überspült und durch mit gerissenen Schlamm verschmutzt.


    Gefilmt:


    Getriggert:

    Hallo an Euch,


    Auch im Saalfelder Raum hat die Gewittersaison am besagten Tag begonnen.


    Ein paar Impressionen beim Aufzug der [definition=14,0]Böenfront[/definition] gegen 18:15Uhr.


    Blickrichtung SW.



    Randnotiz: Das folgende Bild hat eine räumliche Ausdehnung in der Breite von 12km, die Kammlage im Hintergrund weist ein durchschnittliches Höhenprofil von 600 müNN auf.



    Abschließende Mammaten, welche Ihr im Abendrot eingefangen habt. Blickrichtung Süd. Uhrzeit 19:00Uhr.


    Hallo,


    ich möchte Euch vom letzten Freitag einen Blitzschlag in einen Laubbaum genauer gesagt eine ca. 15m hohe Linde präsentieren.


    Den Blitzkanal samt Verlauf konnte ich nicht festhalten, die Kamera war nicht in diese Richtung ausgerichtet. Ich konnte nur die Erhellung über der Stadt auf Foto bannen.



    Dieser positive Blitz hatte in seinem Stromverlauf einen Scheitelwert von 140kA aufzuweisen.


    https://kachelmannwetter.com/d…08252050428000053704.html


    Die ungeheure Energie des Blitzes wirkte wie eine "Sprengladung" und hinterließ eine Spur der Verwüstung.


    Bei der Betrachtung des Baumes sind mir Erscheinungen aufgefallen, welche auf ein Fäulnissprozess mit anschließender Ausbildung einer Baumhöhle hindeuten.


    Diese Annahme würde das Bild der völligen Zerstörung des Baumstammes bestärken.


    30.000 Grad welche die Wasseradern regelrecht zerbersten lassen, gepaart mit ca. 10 bar Druck im Blitzkanal plus der abgeführten Ladungsmenge, wirkt das Luftvolumem im Hohlraum des Bauminneren als extra Verstärkung des Druckaufbaues.


    Wäre der Baum stabil in seiner Gesundheit aufgestellt, dann wäre der entstandene Schaden wahrscheinlich nicht so gravierend gewesen.


    Vorrausichtlich wird der Baum zeitnah abgetragen und das umgebende Gelände (Festplatz und Spielplatz) gesichert.







    Die Bruchstücke waren in einem Aktionsradius von ca. 25m auffindbar.






    Auf diesem Bild ist eine regelrechte Kraterlandschaft zu erkennen.
    Über diesen Wurzelverlauf fand höchstwahrscheinlich der Stromfluss seinen Weg ins Erdreich.



    Noch eine kleine Anekdote zu der letzten "alten" Linde.


    "Von der Aussichtsplattform des Darrtores kann man bei guter Sicht u.a. das Schlachtfeld des Gefechtes vom 10.10.1806 in Wöhlsdorf erkennen. Hier fiel Prinz Louis Ferdinand von Preußen mit einer Vorhut der preußisch-sächsischen Truppe vier Tage vor der Doppelschlacht von Jena-Auerstedt. Mündliche Überlieferungen berichten, dass in Beulwitz „Unter den sieben Linden” Gefallene des Gefechtes bei Wöhlsdorf am 10.Oktober 1806 in einem Massengrab bestattet wurden."


    Quelle: Amtsblatt Saalfeld 2006

    MfG

    Hallo, ich möchte Euch
    noch ein paar Bilder der oben genannten "hochbasigen Supenzellen" aus Sachsen nachreichen. Ich bin arbeitsbedingt vor den Toren Dresdens unterwegs gewesen und konnte zwischen Wildsdruff und Dresden diese Aufnahmen machen. In meinem Blickfeld befanden sich zwei der Zellen, erstere mit Blickrichtung SW/Wildsdruff, zweitere mit Blickrichtung N/ Meißen.





    Für eine längere Betrachtung fehlte mir leider die Zeit. MfG.

    Hallo,


    ich hatte in die gestrige Lage keine großen Erwartungen gesteckt. Aus Richtung Westen kommend, sah die Situation mehr nach gewittrigem Schauer aus, fast nur Wolkenblitze, welche auch "ziemlich schwach" in Ihrem Stromverlauf waren.


    Somit war ich dann doch über ein langersehntes Foto mehr als erfreut.


    Der dargestellte Blitz fand seinen Weg in den "Sender Kulm".
    Leider ist aus nicht bekannten Gründen, der Blitz samt Parameter in der Blitzanalyse verzeichnet.
    Laut EXIF ist die Aufnahme um 19:30Uhr MESZ entstanden.



    Der nächste Blitz um 19:36Uhr ist korrekt dargestellt.



    Blitzanalyse


    MfG Carsten

    Ich möchte Euch noch ein paar Bilder der "Schleizer-Zelle" vom 03.06. nachreichen.


    Anfangs hatte der Radarlauf eine Zugrichtung von SW-NO berechnet, somit war die Zelle für mich nicht in Betracht gekommen, zumal die Blitzaktivität unbedeutend war. Angekommen im Gebiet der oberen Saale, änderte der Komplex seine Richtung und verlagerte den Verlauf seiner Bahn von S nach N. Damit tangierte die Zelle nun den "Saalfelder-Raum" es enstanden sehr turbulente Wolkenformationen, mit entsprechender Dynamik. Ich würde die Bilder folgendermaßenaßen interpretierten: eine losgelöste Böenfront welche sich aufgrund des Richtungwechsel der Zelle freistehend fortbewegte und sich im weiteren Verlauf immer mehr auflöste. Auf dem nachfolgenden Radarbild könnt ihr links den separaten Teil der Zelle nachvollziehen, welcher abdriftete und ich abgelichtet habe.


    https://kachelmannwetter.com/d…stadt/20170603-1725z.html







    EDIT Markus, 10.06.2017, 10:40 Uhr: Bilder in Beitrag eingebunden. Bitte beim nächsten Mal direkt einbinden.

    Einschlag eines negativen Blitzes mit 10KA auf dem Höhenrückens der vorderen Heide. Blickrichtung NO. Das Bild musste ich stark abdunkeln, weil der Blitzkanal durch Überbelichtung nicht erkennbar gewesen wäre. Die Vorstufe waren zwei Wolkenblitze mit anschließenden Nachentladungen.



    EDIT Markus, 10.06.2017, 10:40 Uhr: Bild in Beitrag eingebunden. Bitte beim nächsten Mal direkt einbinden.

    Hallo,


    am gestrigen Morgen (05:20Uhr), wurde ich durch dumpfes Donnergrollen aus dem Schlaf gerissen.
    Ein Blick aufs Radar verschaffte mir schnell einen Überblick über die momentane Lage.


    Noch halb verschlafen, hieß es die Kameras in Position zu bringen.


    Vor der Kulisse der aufgehenden Sonne, konnte ich noch ein paar Erdblitze einfangen.
    Von da an setzte ein fast 11 stündiger Dauerregen ein.

    MfG Carsten





    Hallo, am Sonntag den 05.06.2016,


    bildete sich über dem Höhenrücken "Der vorderen Heide" eine Multizelle, Zugrichtung NO - SW.



    Quelle: Wetteronline.


    Die Blitzaktivität war recht hoch, viele der Erdblitze wurden von meinen Trigger nicht registriert, der Helligkeitsunterschied war zu gering um eine optimale Auslösung zu erhalten.


    Dies bedeutete für mich eine Planänderung, zumal die Zelle sich genau über Saalfeld positionieren sollte.


    Alle verfügbaren Kameras wurden in den Videomodus umgestellt und nach allen relevanten Himmelsrichtungen ausgerichtet.


    Gegen 18:51Uhr schlug ein mächtiger Erdblitz von negativer Polarität mit 74,3kA Stromscheitelwert in die nördlichste der drei Saalfelder Kirchen ein.


    Bildabfolge:



    Der Zeitstempel ist dabei zu vernachlässigen.


    http://www.storm-chasing.de/forum/index.php/Attachment/19417-Blitzschlag-Graba-Kirchturm-74-3kA-neg.mp4/


    http://kachelmannwetter.com/de…06051651346000055708.html


    Die Entfernung beträgt ca. 730m.


    Der übliche Durchschnittswert für negative Erdblitze wird mit 10-30 kA bewertet. Die hohe Stromstärke samt dem dazu gehörigen Feld, hatte weitreichende Folgen.


    Im Umkreis von 200m sind in sämtlichen privaten Haushalten sowie auch in Industrieanlagen, elektronische Komponenten beschädigt oder zerstört wurden.


    Grüße Carsten.