Hallo zusammen!
"Manchmal muss man auch was Verrücktes tun" Nach diesem Motto bin ich vergangene Woche ziemlich spontan nach Usedom gefahren, um die zugeforene Ostsee zu erleben.
Auslöser waren Fotos von Kay im WhatsApp-Status von diesem einmaligen Naturereignis, die mich gedanklich nicht wieder los ließen. Hinzu kam der Gedanke, dass ich wohl nicht so schnell wieder so spontan sein kann wie jetzt in der Elternzeit. Meine Mutter, selbst ein großer Ostsee-Fan mit mehreren Aufenthalten jährlich, hatte dieses Spektakel auch noch nie erlebt, und so war sie mit von der Partie. Ich studierte einige Webcams und sah diese Satellitenaufnahme (https://www.ndr.de/nachrichten/me…ickemv-102.html) und schnell war klar, Ziel wird Usedom sein.
Montag buchten wir eine Ferienwohnung, Mittwoch (18.02.) ging´s los. Unterwegs kamen Zweifel... war das wirklich so eine gute Idee... bei der Kälte... die lange Autofahrt... mit zwei kleinen Kindern... doch Spoiler: Es hat sich gelohnt! ![]()
Zur Besseren Übersicht zunächst die zwei Eiskarten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, die ich leider erst hinterher entdeckte, die aber genau das Abbilden, was wir vor Ort erlebten, nämlich die völlig verschiedene Verteilung des Eises zwischen Zinnowitz und den Kaiserbädern.
Quartier bezogen wir in Zinnowitz und liefen gleich nach Ankunft zum Strand. Der erste Kommentar meiner Mutter "Man hört garnichts, das Wellenrauschen fehlt".
Doch diese frostige Stille hatte ihren ganz eigenen Reiz. Bis zum Horizont erstreckte sich eine endlose Eislandschaft, ganz entfernt gerade noch von der untergehenden Sonne beschienen. Strandnah musste man zunächst wellenförmiges kompaktes und ziemlich glattes Eis passieren um dann auf den zusammengewachsenen Schollen weiterlaufen zu können. Einige Besucher hatten lose Eisschollen zu pitoresken Türmchen gestapelt.
Am nächsten Tag kletterten wir bei strahlendem Sonnenschein über die Eislandschaft und konnten uns gar nicht sattsehen. Meine große Tochter musste die Eiszapfen natürlich kosten doch war enttäuscht, dass sie nicht salzig schmeckten, da es sich nur um den angetauten und wieder gefrorenen Schnee auf den Meerwasserschollen handelte. (Wir fanden später aber doch noch ein salziges Eisstückchen zum Naschen
) .
Am Nachmittag fuhren wir bei Ahlbeck. Hier bot sich ein ganz anderes Bild. Statt endlosem Eis bis zum Horizont endete hier die kompakte Eisschicht schon nach wenigen Metern. Danach schloss sich ein Bereich mit hauchdünnem Eisüberzug an. Am Ende der Seebrücke bemerkten wir ein eigenartiges Knistern. Die dünne Eisschicht schob sich langsam aber stetig übereinander. Ein interessantes Schauspiel!
Für den nächsten Tag hatten wir uns eine Strandwanderung von Heringsdorf bis Bansin vorgenommen. In Heringsdorf war der Strand komplett vereist. Unterwegs boten sich uns dann noch einmal meterhohe Berge aufgeschobener Eisschollen. Den gesamten Weg begleitete uns ein schöner 22°-Ring.
Der letzte Tag war geprägt von beginnendem Tauwetter und Regen. Wir spazierten nur noch kurz am Steilufer bei Kölpinsee und konnten von einer Treppe aus noch einmal den eingefrorenen Strand "von oben" sehen, aber an die tollen Eindrücke der letzten beiden Tage konnte es dann doch nicht anknüpfen.
Rückblickend war es wirklich ein einmaliges Erlebnis und ich werde noch lange von den Eindrücken zehren.
Zuletzt war die Ostsee vor 15 Jahren so eingefroren, wer weiß, wann es das nächste Mal so ist...

































































































