25.05.2023 I Denver - Tucumcari NM I Superzellen mit Starkregen und Hagel, tolle Abendstimmungen

  • Der erste Tag war lang, die erste Nacht war kurz. Man wacht ja letztlich auch zur deutschen Mittagszeit auf, die im Kreislauf noch so abgespeichert ist.


    Aber der frühe Vogel fängt bekanntlich irgendetwas. Das war zunächst für US-Verhältnisse ein gutes Motel-Frühstück mit den allseits bekannten Waffeln. Danach Auto einrichten, Internet-Router reaktivieren und noch einmal einkaufen bei Walmart. Dann ging es voll ausgerüstet ab in den Süden:


    Das zweite Team war uns bereits Richtung Süden voraus. Zielgebiet war Clayton in New Mexico. So der Plan aus der morgendlichen Lagebesprechung.

    Da die dynamische Unterstützung im großen Stil fehlt, muss man am Boden und im mittleren Niveau nach passenden Faktoren suchen. Dabei sollten wieder einmal die Front Ranges für Auslöse sorgen, ebenso eine lokale Konvergenz. Bis es soweit war, müssen wir uns in Geduld üben.


    Wir entschieden uns für das nördliche Target, Team 2 hielt sich beide Optionen offen und stand südwestlich von uns. Die Wartezeit verbringt jeder unterschiedlich. Vögel beobachten, Himmel beobachten oder Handy beobachten.


    Unsere nördlichen Gewitterzellen dümpelten vor sich hin. Die südliche Zelle organisierte sich derweil etwas besser. Nachdem wir noch einmal näher an unsere Gewitterlinie heranfuhren, erreicht uns bald der kalte Outflow. Damit war die Südrichtung vorgegeben.


    Während der Fahrt zeigten sich erste schöne Kontraste:


    Im Süden explodierte die Konvektion förmlich. Wir alle waren begeistert von der enormen Kraft, die dort durch den Deckeldurchbruch freigesetzt wurde. So kernige und gewalige Tower hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Mit dem Abendlicht gab es das passende Licht zur vollkommenen Überwältigung dazu. Da ich voriwegend filme, habe ich nur wenige Bilder. Marco und Thomas können sicherlich welche nachreichen.


    Die südliche Zelle, die auf den Ort Roy zuzog, hatte das andere Team bereits angefahren. Wir kamen von Norden dazu und trafen schließlich aufeinander. Das Spektakel aus Abendlicht, Blitzen und der rotierenden Zelle genossen wir gemeinsam. Passend dazu meine geliebten Plains-Windmühlen :)



    Und so sehen Mammatuswolken direkt über einem aus:


    Weiter im Süden hatten sich weitere Superzellen gebildet, die uns auf unserem Weg nach Tucumcari (Unterkunft Team 1) und Clovis (Unterkunft Team 2) noch beschäftigen sollten. Da sich darin Hagel in nicht ungefährlicher Größe für Autos befand, und neben Rotation innerhalb der Zellen auch Überflutungen eine Gefahr sind - bei Nacht einmal mehr, war nochmal höchste Konzentration gefordert. Alle im Team waren auch nach dem zweiten langen Tag zunehmend müde geworden. Mit Radar and "Hail Stop and Go" ging es immer stückweise voran. Begleitet wurde das ganze von einem Blitzstroboskopgeflacker und einigen mächtigen Donnerschlägen.



    Das Flooding war auch in Tucumcari noch direkt vor unserem Motel präsent. Unser Zimmer war glücklicherweise im zweiten Stock ;) So schlimm waren die Überflutungen auch nicht.


    Geschafft fielen wir schnell ins Bett. In der Nacht gab es weitere Gewitter direkt über uns. Erst morgens nach 4 Uhr zog der große Komplex nach Texas ab.


    Gelungener Auftakt für den ersten Chasingtag. Für den 26.05. sieht die Lage noch besser aus - sogar mit Tornadooption.


    LG
    Markus


    Unsere Route vom 25.05.2023:


    2023-05-25_tucumcari.gpx

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    1. Vorsitzender Thüringer Storm Chaser e.V.
    ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
    Weitere Mitgliedschaften: Member of AMS Weatherband · Arbeitskreis Meteore e.V.